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	<title>Niarts Anastratin &#187; Rezensionen</title>
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	<description>Anastratin - das Online-Kulturdings von www.niarts.de</description>
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		<title>Digitalisate und ihre Zukunft &#8211; eine Prophezeiung</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 19:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisate]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Angst muss tief stecken, so tief, dass man sogar zum Äußersten bereit ist. Das Äußerste in diesem Fall war ein Vertrag, der es den Schulbuchverlagen ermöglichen soll, eine Abhörsoftware in Schulnetzen zu installieren, um die Lehrer, jene berüchtigten Raubkopierverbrecher, zur Strecke zu bringen. Ein neues Verbrechen wurde dazu geschaffen: Digitalisate! Vorzeichen einer geplanten Verwüstung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Angst muss tief stecken, so tief, dass man sogar zum Äußersten bereit ist. Das Äußerste in diesem Fall war ein Vertrag, der es den Schulbuchverlagen ermöglichen soll, eine <a title="Schultrojaner" href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/11/schultrojaner-paedagogisch-kontraproduktives-spitzelmodell/" target="_blank">Abhörsoftware in Schulnetzen zu installieren</a>, um die Lehrer, jene berüchtigten Raubkopierverbrecher, zur Strecke zu bringen. Ein neues Verbrechen wurde dazu geschaffen: Digitalisate!</p>
<p><span id="more-2880"></span></p>
<h3>Vorzeichen einer geplanten Verwüstung</h3>
<p>Zwar wird &#8211; nach berechtigter Entrüstung in den Medien darüber &#8211; der sogenannte <a title="Nachbehandlung der Causa Schultrojaner" href="http://www.taz.de/!82173/" target="_blank">Schultrojaner nachbehandelt</a>, vom Tisch ist er aber keinesfalls, auch nicht beim Kultusministerium in Baden-Württemberg. So flatterte z. B. allen Lehrkräften am Klettgau-Gymnasium vor Weihnachten Post ins Haus &#8211; dass sie jene schrecklichen Dinge, <em>Digitalisate</em> nämlich, natürlich nicht besitzen dürfen und keinesfalls je erstellen dürfen. Wie immer, wenn man Angst schüren und einschüchtern will, wurde der Sachverhalt nur unzureichend erläutert. Nun denn, soviel kann ich als verschwiegener Obersystemadministrator ja verraten: In den Schulnetzen des Klettgau-Gymnasiums gab es nicht mal welche!</p>
<p>Jedenfalls keine <em>Digitalisate</em> aus Schulbüchern, und nur jene dürften fraglich sein. Dass man dagegen im digitalen Zeitalter Informationen digitalisiert, das ist durchaus erwartbar und zudem &#8211; je nach Zweck und Art der Vorlage in unterschiedlicher Weise &#8211; nach geltendem Recht sogar erlaubt. Nicht zuletzt deswegen gibt es ja Urheberrechtsabgaben inzwischen auf alle Geräte, die dazu auch nur im Entferntesten verwendet werden könnten.</p>
<p>Ausgenommen davon sind in besonderer Weise hauptsächlich Schulbücher. Und genau darum war eine Software angedacht, um digitale Kopien derselben, jene &#8220;zweifelhaften Digitalisate&#8221; aufzuspüren und zu vernichten und jene bekanntermaßen üblen Gesellen, die Lehrer, auf disziplinarischem Wege zu bannen.</p>
<p>Die erste Maßnahme war jetzt jedenfalls eine Verwarnung. Je weniger eine Schuldzuweisung aber zutreffend ist, desto größer ist die Wut und Entrüstung darüber.  Momentan entrüsten sich hauptsächlich die Systemadministratoren, weil sie sowas üblicherweise wieder als Erste auszubaden haben.</p>
<h3>Wie man vollautomatisch zum Verbrecher abgestempelt wird</h3>
<p>Als Administrator, aber auch als Autor eigener &#8220;Lehrwerke&#8221; habe ich dagegen einiges einzuwenden. Nicht nur, dass in manchen anderen Schulen in überzogenem Maße nun jeder Scanner als &#8220;Mordwaffe&#8221; gebrandmarkt wird und es sogar andernorts Schulleiter geben soll, die sämtliche Nutzungsmöglichkeiten (inklusive Laufwerke und Netzverbindung) von PCs rigide verhindern möchten.</p>
<p>He, wenn man sie dann sowieso nicht mehr nutzen soll, außer als überdimensionierten Taschenrechner, wozu hat man in den vergangenen 10 Jahren das ganze Gerümpel für unmäßig viel Geld angeschafft und zwischenzeitlich nahezu jede Lehrkraft gezwungen, sich mit Computern zu beschäftigen &#8211; ob sie wollte oder nicht?</p>
<p>Wozu verbrennt man wochenweise Manneskraft mit der Instanthaltung einer ganzen Armee von Rechnern, wenn man umgekehrt jegliche produktive Betätigung damit verhindern möchte? Denn darauf läuft es ja wohl hinaus, wenn man gleich alle &#8220;Digitalisate&#8221; verhindern will!</p>
<h3>Was ist ein &#8220;Digitalisat&#8221;?</h3>
<p>Ein <em>Digitalisat</em>, so erklärt es beispielsweise auch die <a title="Digitalisat auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisat#Endprodukt" target="_blank">allwissende Wikipedia</a>, ist ja letztlich nichts anders als eine mittels technischer Hilfsmittel wie Scanner oder Digitalkamera angefertigte digitale Kopie eines analogen Werkes, also das Endprodukt einer Digitalisierung. Folglich muss sie entweder als Bild oder als per OCR umgewandeltes Textdokument vorliegen. Die Möglichkeiten im Einzelnen sind da enorm, womit dann auch die technischen Probleme beginnen. Mit simplen &#8220;Wasserzeichen&#8221; wie bei Musikdaten (Mp3 etc.)  ist es in diesem Falle nämlich nicht getan. Nötig wäre ein enorm aufwendiger Abgleich mit einer gemischten Text/Bilddatenbank mit entsprechendem Traffic im System. Falscher Alarm wäre an der Tagesordnung.</p>
<p>Denn wie bitte schön soll jede noch so geniale Software rechtmäßig erstellte digitale Inhalte von unrechtmäßigen unterscheiden, besonders dann, wenn es noch nicht einmal die Verlage selbst sauber trennen?</p>
<p>Zwei Beispiele: Sowohl eine Glosse der Schülerzeitung Phoenix hat es in ein Lehrbuch geschafft als auch einige Unterrichtsmaterialien aus meinem Religionsunterricht. Im ersten Fall ist es weniger dem Verlag, als der VG Wort zu verdanken, dass der Urheber (ich) ordnungsgemäß vergütet und als solcher geführt wird, wie man dann auf S. 49 der neuen Ausgabe des Cornelsen Deutschbuchs <em>Orientierungswissen Deutsch</em> im Kapitel über Satirisches Schreiben auch nachlesen kann. Übrigens bin ich durchaus stolz darauf, es als Autor in ein bundesweit vertriebenes Schulbuch geschafft zu haben.</p>
<p>Im zweiten Fall hatte ich weniger Glück. Zwar fragte auch hier der Kösel-Verlag artig nach, als er meine Arbeitsblätter zu Utopia von Thomas Morus für seinen Lehrerkommentar zu Mittendrin 9/10 verwendete, und ich gab sie ihm wie immer &#8211; ganz der Creative Commons verpflichtet &#8211; freiwillig und mit besten Wünschen, sodass man auf S. 52 des Lehrerkommentars zu Mittendrin 3 als Material 1.8 mein passendes Arbeitsblatt fast wörtlich übernommen findet, aber im ganzen Lehrerkommentar findet sich kein einziger Hinweis auf die verwendeten Quellen. Wie bitteschön soll eine noch so genial konzipierte Plagiatsoftware da auf einen anderen Schluss kommen, als dass der um sein Urheberrecht gebrachte Autor nun zum Plagiator gebranntmarkt werden muss?</p>
<p>Darf ich jetzt also künftig meine eigenen Arbeitsblätter nicht mehr in der Schule einsetzen? Oder nur noch mit Schützenhilfe meines Anwalts? Genau danach sieht es aus!</p>
<p>Das ist schon ziemlich schlimm und hat dazu geführt, dass ich mit Arbeitsblättern inzwischen weit weniger freigiebig geworden bin, als ich das früher war, als alle meine Schüler meine selbsterstellten Arbeitsblätter auch auf der Niarts-Webseite herunterladen konnten. Fast könnte man meinen, dass es die Schulbuchverlage bestimmt auch nicht sehr schmerzt, wenn unliebsame Konkurrenz aus dem Netz schwindet. Vielleicht ist das ja sogar gewollt.</p>
<h3>Der Staat misstraut seinen Angestellten</h3>
<p>Härter trifft mich die Digitalisate-Propaganda aber als Administrator, denn dann muss ich künftig womöglich (natürlich mal wieder ganz unentgeltlich) als Erfüllungsgehilfe der Rechteverwertungsindustrie dabei helfen, Lehrerkollegen auszuspionieren.</p>
<p>Das geht mir nun wirklich gegen den Strich: Hier wird eine Saat des Misstrauens gesät, die &#8211; einmal mehr &#8211; recht wenig für den Dienstherrn spricht. Dieser misstraut offenbar seinen eigenen Beamten, die neben zwei Staatsexamen immerhin eine lange Probezeit hinter sich haben und dabei auch mehrfach auf die rechtsstaatliche Verfassung schwören mussten.</p>
<p>Das reicht aber offensichtlich nicht. Sonst müsste man sie ja nicht dauerüberwachen. Es sind ja offenbar alles potentielle Verbrecher. Schlimm, dass wir solchen Übeltätern unsere Kinder anvertrauen müssen, die freilich, weil sie ja ebenfalls potentielle Verbrecher sind, gleich mitüberwacht werden&#8230;</p>
<h3>Die Zukunft ist trotzdem digital</h3>
<p>Freilich, die Paranoia, die hier ganz offensichtlich am Werk ist, wird gegen die technische Entwicklung nicht viel ausrichten. Sieht man sich die Entwicklung in anderen Teilen der Welt an, wo es keine Buchpreisbindung gibt und verbindet den blühenden digitalen Buchmarkt mit der neue Gerätekategorie der Tabletrechner und mit den Notwendigkeiten des Schulalltags, dann braucht man kein großer Prophet sein, um zu erkennen, dass hier nichts so bleiben kann wie es gerade ist. Nicht nur der immer noch präsente Visionär Steve Jobs <a title="Spiegel.de: Schulbücher per iTunes?" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,807093,00.html" target="_blank">hielt überfüllte Schulranzen im 21. Jahrhundert für veraltet</a> und war noch ganz am Schluss dabei, das iTunes-Prinzip und die Tablets in die Schulen zu tragen.</p>
<p>Projekte wie <a title="Projekt Gutenberg" href="http://gutenberg.spiegel.de/" target="_blank">Gutenberg.de</a>, aber auch die <a title="Zeno - ein Projekt der Digitalen Bibliothek" href="http://www.zeno.org/" target="_blank">Digitale Bibliothek</a> haben schon viel früher erkannt, dass das digitale Zeitalter angebrochen ist. Als Student, also vor mehr als 10 Jahren,  habe ich selbst aktiv dabei mitgeholfen, alte seltene Texte zu digitalisieren, um sie überhaupt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dafür hatte ich mich auch über das Regelstudium hinaus mit vergessenen Autoren beschäftigt wie Danziger Barockdichtern (Stichwort: <a title="Johannes Plavius - digitalisiert" href="http://www.niarts.de/plavius/index.html" target="_blank">Plavius</a>) oder mit dem oberrheinischen Dichterkreis um Johann Georg Jacobi. Beides war kein Verbrechen, sondern wissenschaftliche Arbeit und kulturschaffende Tätigkeit!</p>
<p>Nicht alle Digitalisate sind schlecht, wie es uns die Verlagsindustrie nun glauben machen will, indem sie den Begriff propagandistisch negativ besetzt!</p>
<p>Unabhängig davon bin ich auch heute immer noch der Überzeugung, dass uns das papierne Buch in Literaturkreisen <a title="Anastratin.de: Warum das Buch wohl nicht so schnell sterben wird..." href="http://www.anastratin.de/2009/04/25/warum-das-buch-wohl-nicht-so-schnell-sterben-wird/" target="_blank">noch lange erhalten bleiben</a> wird. Denn es hat in Sachen Nachhaltigkeit durchaus bleibende Vorzüge. Aber Gebrauchstexte, wie sie außer in Zeitungen auch in Schulbüchern zu finden sind, lassen sich problemlos durch digitale Inhalte ersetzen.</p>
<p>Damit meine ich <em>nicht</em>, dass man in plumper Manier Schulbücher einscannt, wie das jetzt von Verlagsvertretern, aber auch Teilen der Kultusministerien unterstellt wird. Denn das tut kein Lehrer, der halbwegs etwas von sich hält. Lehrer, zumindest die am Gymnasium, sind fachlich qualifizierte Hochschulabsolventen, die ihre Texte und Arbeitsblätter durchaus selbst schreiben können. Und wenn sie auch nur ein bisschen was auf sich halten, dann tun sie das auch.</p>
<p>Neben den Schulbüchern gibt es dank der modernen Referendariatsausbildung in jeder Fachschaft verborgene Schätze von Lernzirkeln, individuell zugeschnittenen Arbeitsblättern und gute Lehrer haben ganze Schrankwände bei sich zuhause gefüllt mit eigenem Unterrichtsmaterial.</p>
<p>Das einzige, was sie in Schulen bislang davon abhielt, ihre Werke in größerem Ausmaß zu verbreiten, sind die immensen Kopier- und Druckkosten, die schon immer ein besserer Kopierschutz waren als es jede Überwachungssoftware jemals sein könnte.</p>
<h3>Künftig: Tablets als Schulbuch &#8211; und PC-Ersatz</h3>
<p>Und genau diese Druckkosten fallen mit Ebookreadern und Tablets aber mittelfristig weg. Sobald eine Schule nur auf die Idee kommt, solche als Lehrmittel anzuschaffen, müssen die Schulbuchverlage tatsächlich bangen, insbesondere in Zeiten, wo jede Schule ein schuleigenes Curriculum mit individuellen Lehrinhalten bieten muss, was durch kein Schulbuch vernünftig abgedeckt werden kann.</p>
<p>Man muss kein Visionär sein um zu begreifen, dass neben den papiernen Schulbüchern auch die Computerräume auf der Liste der bedrohten Arten stehen. Denn sie sind zu sperrig, nehmen Schulraum weg, sind teuer in der Anschaffung und Erhaltung und zeitaufwendig in der Wartung. Selbst mit einem genialen Systemadministrator, den es in Schulen nur selten gibt &#8211; denn er muss am puren Schulalltag verzweifeln, wird ein normaler Lehrer mit der Massenabfertigung Computerraum nur mäßig glücklich, denn sie passt nicht zum pädagogischen Ziel der Individualbetreuung.</p>
<p>Zudem fühlt sich die autonom agierende Lehrkraft immer der Willkür eines Systems ausgeliefert, das sie womöglich kontrollieren will, allein dadurch, dass es sich der Kontrolle des Pädagogen entzieht, oder nicht richtig funktioniert.</p>
<p>Darum, weil die PCs letztlich so unpraktisch in der Handhabung sind wie die Schulbücher im Ranzen von Durchschnittschülern zu schwer, werden beide in absehbarer Zeit schwinden und gegen das ersetzt werden, was jetzt schon bei fast jedem Schüler vorhanden ist &#8211; eine Art Smartphone, nur etwas größer und mit Touchscreen oder Stift, leicht zugänglich, intuitiv nutzbar, interaktiv, optimalerweise mit einer Funkverbindung zu einem Projektionsgerät oder Bildschirm und einer Tauschmöglichkeit mit der Lehrkraft und für die Schüler untereinander.</p>
<p>Kleine, smarte Geräte, die jeder dabei hat und auf die er alles das kopieren und bearbeiten kann, was er gerade braucht &#8211; mehr braucht es für den Durchschnittsbetrieb an der Schule eigentlich nicht.</p>
<p>Das aber genau ist der Alptraum nicht nur der Schulbuchindustrie!</p>
<h3>Technik muss Hilfsmittel sein, kein Knebel</h3>
<p>Der neuerliche Vorstoß mit der Plagiatfindungssoftware mag aus dieser düsteren Sicht entstanden sein. Er wird diese Entwicklung dennoch nicht verhindern, sondern sogar beschleunigen, denn sie setzt das klassische Schulnetz dem Überwachungsverdacht aus und senkt seine Akzeptanz beim Nicht-Informatiklehrer (die große Mehrheit) noch weiter. Die getreuliche Befolgung von ministerialen Diktaten durch missmutige Erfüllungsgehilfen wird der klassischen Kübelinformatik daher langfristig den Rest geben und eigenverantwortlichen Lösungen und privaten Initiativen weiteren Vorschub. Schüler sind technisch inzwischen ohnehin viel weiter im Smartphone-Zeitalter angekommen, und die meisten Lehrkräfte sind es auch, ganz unabhängig vom Alter.</p>
<p>Schulen lassen sich daher nicht kontrollieren wie ein Gefängnis, und das passt auch einfach nicht zum Duktus einer demokratischen Gesellschaft, darum wird es auch nicht gelingen, zum Glück.</p>
<p>Ob man als Demokrat in einer iTunes-Monokultur glücklicher wird, die letztlich auch <a title="Heise - Wir brauchen wütende Nerds" href="http://www.heise.de/tr/artikel/Wir-brauchen-wuetende-Nerds-1397391.html" target="_blank">stark kontrollierend</a> ist, ist eine andere Frage, wenn sie sich in Schulen denn überhaupt stellen würde. Von ihrem Selbstverständnis her sind Lehrkräfte nämlich immer entweder Autokraten oder sehr kollegial gesinnt, niemals jedoch glücklich-dümmliche Untertanen, die kommentarlos Befehle ausführen. Daher sind jegliche Diktate zu einer unhinterfragten Monokultur zum Scheitern verurteilt, ebenso Abo-Modelle, denn die Schulträger können sich diese nicht leisten, zumindest nicht in dem finanziellen Rahmen, wie es sich die Verlagsindustrie mit scheelem Blick auf die Mobilfunkbranche wünscht.</p>
<p>Am ehesten Zukunft hat ein System, das dem einzelnen Pädagogen die Freiheit lässt, die Technik als das zu nutzen, was sie ist, ein optionales Werkzeug bei der didaktischen und pädagogischen Arbeit. Glücklich ist die Lehrkraft, wenn sie bei der ganzen Sache auch noch für ihr Fach kreativ sein kann. Ein System aber, was von oben herab diktiert wird und die persönliche Lehrfreiheit und Kreativität im Umgang mit den Schülern beschneidet, hat dagegen auf Dauer keine Chance, nicht einmal als Drohkulisse.</p>
<p>Das heißt nicht, dass ein solches System nicht hie und da mühsam errichtet wird, manche Schulen lieben es ja, mit teuren, wenn auch obsoleten Anschaffungen zu protzen (man erinnere sich an die Sprachlabore der 70er, manch sinnfreie Computeranschaffungen in 80ern und 90ern und neuerdings die sogenannten &#8220;Whiteboards&#8221;, teure Spielzeuge für prestigesüchtige Schulleiter und Systemadministratoren mit zuviel Freizeit). Ministerien spielen zur Not auch gerne mal die Disziplinarkarte aus und erlassen Verordnungen, ganz egal, ob diese umsetzbar sind oder nicht.</p>
<p>Aber beides wird wohl aufs Ganze gesehen ins Leere gehen. Dinge, die nicht Hand und Fuß und auch kein Herz haben, lassen sich auf Dauer nicht halten, oder nur mit unverhältnismäßig großem Energieaufwand. Beides würde in unserem Bildungssystem an den fortlaufenden Kosten von Zeit und Geld scheitern.</p>
<p>Die Zukunft der Technik ist deshalb eine, die wie von selbst zum Schulalltag passt, die sich geschmeidig anpasst, mithin eine dienende, aber sicher keine knebelnde. Und sie wird sinngemäß individualistisch sein, also vom Einzelnen ausgehen -und von ihm auch bezahlt werden müssen.</p>
<p>Je mehr man sich dagegen stemmt, desto schneller tritt es ein. Da hilft auch kein Lobbying.</p>
<p>Überfällig ist es längst. Und es wird kommen. Sehr, sehr bald &#8230;</p>
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		<title>Weihnachtsoratorium 2012 als Singalong</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 12:51:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Elias]]></category>
		<category><![CDATA[Singalong]]></category>
		<category><![CDATA[Waldshut-Tiengen]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachtsoratorium]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein neues musikalisches Großprojekt steckt in den Startlöchern: Bachs Weihnachtsoratorium . Bei Erfolg soll das als Singalong geplante Gemeinschaftsprojekt eine neue musikalische Tradition in Waldshut-Tiengen begründen. Zwei Jahre nach dem Großprojekt ELIAS, bei dem mehrere Projektchöre, ein Symphonieorchester und allerlei namhafte Regionalmusiker eine schulübergreifende Inszenierung von Mendelssohns &#8220;Elias&#8221; zu Gehör brachten, steht das nächste Großprojekt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neues musikalisches Großprojekt steckt in den Startlöchern: Bachs Weihnachtsoratorium . Bei Erfolg soll das als Singalong geplante Gemeinschaftsprojekt eine neue musikalische Tradition in Waldshut-Tiengen begründen.</p>
<p><span id="more-2660"></span>Zwei Jahre nach dem Großprojekt ELIAS, bei dem mehrere Projektchöre, ein Symphonieorchester und allerlei namhafte Regionalmusiker eine <a title="Reges Interesse trotz Novemberwetter" href="http://www.anastratin.de/2009/11/17/elias-2009-reges-interesse-trotz-novemberwetter/">schulübergreifende Inszenierung von Mendelssohns &#8220;Elias&#8221;</a> zu Gehör brachten, steht das nächste Großprojekt am Start: Diesmal soll das <strong>Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach</strong> aufgeführt werden, und zwar &#8211; das ist die Besonderheit &#8211; in Form eines <strong><a title="Was ist ein Singalong?" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Singalong" target="_blank">Singalongs</a></strong>. Bei dieser Form der Aufführung werden größere orchestrale Chorwerke mit professionellen Orchermusikern und Solisten besetzt, den Chor stellen dagegen ausschließlich die Besucher.</p>
<div id="attachment_1143" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/11/DSC_0056-480.jpg"><img class="size-medium wp-image-1143" title="Bei Elias 2009 boten HGWT und KGT Chormassen und Starbesetzung auf." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/11/DSC_0056-480-450x299.jpg" alt="" width="450" height="299" /></a><p class="wp-caption-text">Bei Elias 2009 boten HGWT und KGT Chormassen und Starbesetzung auf.</p></div>
<p>Im Falle des <a title="Webseite des Singalong-Projektes" href="http://www.wo-singalong.de" target="_blank">Weihnachtsoratorium-Singalongs</a> sind wieder bekannte Größen mit von der Partie wie Sänger und Dirigent Gerhard Nennemann, der Vorsitzende des Peter-Thumb Vereins Tiengen, Rolf Mallmann und als Leiter der Probenzentren diverse Musiklehrer der Region, organisiert von den beiden Musikfachschaften am Hochrhein-Gymnasium und Klettgau-Gymnasium. Instrumentell wird ein <em>Kammerorchester Hochrhein</em> aufgebaut, Solisten werden gerade angeworben. Als Veranstalter tritt der Verein <em>&#8220;Kooperation Musik in Tiengen&#8221;</em> in Aktion, gesponsert wird die Veranstaltung von der Stadt Waldshut-Tiengen und der Volksbank Hochrhein.</p>
<p>Vom Prinzip her ist die Praxis, Musikinteressierte für Aufführungen projektweise zu gewinnen, am Hochrhein freilich nicht ganz neu. So führt beispielsweise auch die evangelische Hochrhein-Kantorei unter Leitung von Trude Klein schon seit Jahrzehnten Musikprojekte mit Projektchören durch, neben diversen Bach-Kantaten kam auf diese Weise auch dort schon das Weihnachtsoratorium zur Aufführung wie seinerzeit auch schon eine Elias-Inszenierung.</p>
<p>In Sachen Projektgröße möchte das Singalong-Projekt aber wohl auch hier neue Maßstäbe setzen: So sind allein für die Proben sieben Probezentren vorgesehen mit den Schulchören am Hochrhein-Gymnasium und Klettgau-Gymnasium, zwei Projektchören an eben diesen Schulen, Probezentren in St. Blasien und Eiken (Schweiz) und mit dem <em>Hochrhein-Sängerbund</em>. Anders als bei üblichen Projektchören zählt zu den Teilnahmebedingungen auch, Notenpartitur und Notenkenntnisse selbst mitzubringen. Auch bei der Durchführung der Proben bis zur Aufführung gibt es merkliche Unterschiede, so finden die Proben nicht in gemeinsamen Projektwochenenden, sondern dezentral und in etwas lockererem Rahmen in Probezentren statt, was auch die höhere Anzahl derselben erklärt.</p>
<p>Interessierte können sich unter der <strong>Webadresse <a title="Webseite des Singalong-Projektes" href="http://www.wo-singalong.de" target="_blank">www.wo-singalong.de</a></strong> genauer über Proben und Teilnahmebedingungen informieren, postalisch ist  das Projekt unter folgender Postadresse erreichbar:</p>
<p style="padding-left: 30px;"><em>wo-singalong, Fachschaft Musik</em><br />
<em>Klettgau-Gymnasium</em><br />
<em>Sudetenstraße 1</em><br />
<em>79761 Waldshut-Tiengen</em></p>
<p>Am <strong>3. Advent 2012</strong> soll es dann soweit sein und das Großprojekt in der Peter-Thumb-Kirche in Tiengen aufgeführt werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Von Bagels und anderen Dingern&#8230;</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/09/10/von-bagels-und-anderen-dingern/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Sep 2011 00:01:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Bagels]]></category>
		<category><![CDATA[Brot]]></category>
		<category><![CDATA[Brotbackbuch]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Mensch lebt nicht allein, aber durchaus auch, vom Brot. Eigentlich hatte ich mich nur für eine ganz spezielle Art von Brot interessiert, auf die ich über Umwege &#8211; Sim Social&#8217;s Pizza Bagels nämlich &#8211; gestoßen war. Irgendwie verstand ich aber nicht so recht, wie das mit der Herstellung denn nun so genau funktionieren soll [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Mensch lebt nicht allein, aber durchaus auch, vom Brot. Eigentlich hatte ich mich nur für eine ganz spezielle Art von Brot interessiert, auf die ich über Umwege &#8211; Sim Social&#8217;s Pizza <strong>Bagels</strong> nämlich &#8211; gestoßen war. Irgendwie verstand ich aber nicht so recht, wie das mit der Herstellung denn nun so genau funktionieren soll und gelangte so an ein druckfrisches Buch über &#8220;Baguette, Bagels, Bauernbrot&#8221; und manches mehr.</p>
<p><span id="more-2592"></span>Ich muss gestehen, ich mag Brot, obwohl es mir meist gar nicht mal so besonders gut tut, der vielen Gluten wegen. Trotzdem geht nichts über ein körneriges Brötchen am Morgen oder ein besonderes Brot zum Brunch. Stadtbekannt in Lauchringen City ist meine sehr spezielle Vorliebe für Ciabattaherzchen, Kornquarkstangen oder Knusperfladen. Früher, als ich noch mehr Appetit hatte, habe ich mir auch gerne mal ein Focaccia, also ein schönes ligurisches Fladenbrot gegönnt. Heutzutage kaufe ich eher kleinere Brötchen. Man wird im Alter bescheidener. Doch zurück zum Thema &#8220;Bagels&#8221;:</p>
<div id="attachment_2593" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/brotbackbuch.jpg"><img class="size-full wp-image-2593" title="Das Brotbackbuch &quot;Baguette, Bagels, Bauernbrot&quot; bietet viele schöne Illustrationen zu interessanten Brotrezepten." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/brotbackbuch.jpg" alt="Das Brotbackbuch &quot;Baguette, Bagels, Bauernbrot&quot; bietet viele schöne Illustrationen zu interessanten Brotrezepten." width="250" height="295" /></a><p class="wp-caption-text">Das Brotbackbuch &quot;Baguette, Bagels, Bauernbrot&quot; bietet viele schöne Illustrationen zu interessanten Brotrezepten.</p></div>
<p>Das Buch <strong>&#8220;Baguette, Bagels, Bauernbrot &#8211; Die besten Rezepte zum Brotbacken&#8221;</strong>, verfasst von Charlotte Jenkinson und erschienen im <a title="Verlagsseite zum Buch" href="http://www.thorbecke.de/baguette-bagels-bauernbrot-p-1635.html" target="_blank">Verlag Jan Thorbecke</a> im September 2011 richtet sich offensichtlich an Brotliebhaber, zumal solche, die lieber in schön aufgemachten Büchern schmökern, als das alles dann wirklich zu backen (also an Leute wie mich). Daher sind die Rezepte äußerst anschaulich und optisch sehr ansprechend präsentiert &#8211; immer eine Seite stellt das Gebäck als Farbfoto dar, die andere gibt das Rezept wieder, dem als Präambel eine kleine Erklärung zur Brotart und ihren Eigenarten beigegeben sind. Elf Fotografen weist das Register am Schluss als Mitarbeiter auf &#8211; und diese haben sich auch sichtlich ins Zeug gelegt.</p>
<p>Das Buch enthält auf 156 Seiten also gut 75 Rezepte, vielleicht auch ein paar mehr, mit allerlei Brotkreationen, von Grundsorten über kreative Eigenentwicklungen wie &#8220;Dillschnecken&#8221;, &#8220;Rosmarinbrötchen&#8221;, &#8220;Algenbrot&#8221; oder &#8220;Brennnesselbrötchen&#8221; bis hin zu internationalen Brotsorten, wobei vom &#8220;Finnischen Schwarzbrot&#8221; über die &#8220;Lesfa&#8221;, schwedisches &#8220;Hönökaka&#8221;, &#8220;Tortillas&#8221; bis hin zum &#8220;Naanbrot&#8221; alles vertreten ist. Auch die Bagels habe ich gefunden, und sie werden doch tatsächlich zuerst in Süßwasser gekocht, und dann gebacken. Siehe da, das Rezept dahinter war gleich &#8220;Glutenfreies Brot&#8221;, was mir sicher auch nicht schaden kann. Und wenn mir mal zu wohl ist, dann kann ich mit dem entsprechenden Rezept sogar ein Focaccia backen.</p>
<p>Wahrscheinlich aber werde ich lieber den kleinen Prachtband ab und zu durchblättern und von selbstgebackenen Broten träumen, da habe ich dann viele schöne Backwaren zu betrachten, und mit der Glutenunverträglichkeit habe ich so auch keine Probleme. Printen für die Weihnachtszeit habe ich im Buch allerdings nicht gefunden, aber das sind ja eigentlich auch keine Brötchen, sondern Kuchen und letztlich habe ich dafür ja auch schon <a title="Gewürzkuchen aus aller Welt" href="http://www.anastratin.de/2011/05/09/gewurzkuchen-aus-aller-welt/" target="_blank">ein anderes Buch</a>. Für alle Brotfreunde kann ich das Buch von Charlotte Jenkinson aber nur weiterempfehlen.</p>
<p><strong>Bibliografische Angaben:</strong></p>
<blockquote>
<ul>
<li>Jenkinson, Charlotte: Baguette, Bagels, Bauernbrot &#8211; Die besten Rezepte zum Brotbacken, Thorbecke 2011, ISBN-13: 978-3799507110 (Preis: 19,90 EUR)</li>
</ul>
</blockquote>
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		</item>
		<item>
		<title>Drei Hochzeiten und ein Todesfall</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 21:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Delphi]]></category>
		<category><![CDATA[FireMonkey]]></category>
		<category><![CDATA[FreePascal]]></category>
		<category><![CDATA[MacOS]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal]]></category>
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		<description><![CDATA[Delphi XE2 ist da &#8211; und damit bricht auch für treu gebliebene Delphi-Fans endlich das 64-Bit-Zeitalter an. Nicht nur das, auch MacOS und &#8211; über Umwege &#8211; sogar iOS 4.2 können nun mit Delphi-Progrämmchen versorgt werden. Doch gibt es noch mehr überraschende Neuerungen, denn neben dem neu entwickelten Framework &#8220;Firemonkey&#8221;, das die Apple-Unterstützung erst ermöglicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Produktvorstellung von Delphi XE bei Embarcadero" href="http://www.embarcadero.com/products/delphi" target="_blank">Delphi XE2</a> ist da &#8211; und damit bricht auch für treu gebliebene Delphi-Fans endlich das 64-Bit-Zeitalter an. Nicht nur das, auch MacOS und &#8211; über Umwege &#8211; sogar iOS 4.2 können nun mit Delphi-Progrämmchen versorgt werden. Doch gibt es noch mehr überraschende Neuerungen, denn neben dem neu entwickelten Framework &#8220;Firemonkey&#8221;, das die Apple-Unterstützung erst ermöglicht, wird seitens Embarcadero gleich <a title="Webseite des freien Compilers &quot;FreePascal&quot;" href="http://freepascal.org" target="_blank">FreePascal</a> mitgeadelt, denn zur iOS-Entwicklung (über Freepascal und XCode) ist dieser Compiler nötig und FireMonkey unterstützt daher auch offenziell den OpenSource-Pascal-Compiler.</p>
<p><span id="more-2580"></span></p>
<h3>Hochzeit Nr. 1: Delphi und 64-Bit</h3>
<p>Was Windows angeht, hat der traditionelle Entwickler nun erst mal die Wahl zwischen 32-Bit und<strong> 64-Bit-VCL-Anwendungen</strong>. Letztere lassen sich über den erneuerten Projektmanager, standardmäßig rechts im Fenster der Entwicklungsumgebung, per Knopfdruck hin- und herschalten. Die Portierung auch vorhandener 32-Bit-Projekte klappt relativ problemlos. Man kann bei der selben Projektdatei jederzeit beide Executables erstellen, ohne zwei getrennte Projekte verwalten zu müssen. Im Quelltext kann man zur Not auf bedingte Kompilierung zurückgreifen, um verschiedene Ziele zu berücksichtigen &#8211; unter anderem auch MacOS.</p>
<div id="attachment_2581" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/delphixe2-demo.jpg"><img class="size-medium wp-image-2581" title="In Delphi XE kann man nicht nur wie gewohnt Steuerelemente zusammenklicken, sondern auch 3D-Oberflächen kreieren, für mehreren Plattformen und dennoch mit nur einigen Mausklicks." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/delphixe2-demo-450x261.jpg" alt="In Delphi XE kann man nicht nur wie gewohnt Steuerelemente zusammenklicken, sondern auch 3D-Oberflächen kreieren, für mehreren Plattformen und dennoch mit nur einigen Mausklicks." width="450" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">In Delphi XE kann man nicht nur wie gehabt langweilige Windowscontrols zusammenklicken, sondern auch ganz individuelle, komplette 3D-Oberflächen kreieren, für mehrere Zielplattformen und dennoch mit nur wenigen Mausklicks.</p></div>
<h3>Doppelhochzeit: Delphi, Mac und Multimedia</h3>
<p>Will man für andere Plattformen als Windows entwickeln  &#8211; MacOS und iOS stehen offiziell auf der Agenda &#8211; oder erwägt man wirkliche Multimedia, muss man dagegen ganz neu ein <strong>FireMonkey</strong>-Projekt erstellen, eine einfache Umwandlung vorhandener Projekte per Knopfdruck ist hier nicht vorgesehen und wäre wohl auch schwierig, da beide Entwicklerframeworks einen unterschiedlichen Weg gehen. Die traditionelle VCL-Bibliothek baut auf Windows-Komponenten auf, <a title="Firemonkey-Infoseite von Embarcadero" href="http://edn.embarcadero.com/article/41603" target="_blank">FireMonkey</a> ist eine Neuentwicklung, die einerseits betriebssystemübergreifend ausgelegt ist, andererseits ein <strong>hardwarebeschleunigtes Multimediaframework</strong> darstellt, das explizit von modernen GPU- und Shaderfunktionen Gebrauch macht. Zusammen mit dem neuen Konzept der &#8220;<strong>Livebindings</strong>&#8220;, die das alte Komponentenkonzept von Delphi potenzieren, war es noch nie so einfach, Multimediaanwendungen zu basteln &#8211; und das teils ohne eine einzige Zeile Quelltext!</p>
<h3>Stilistische Freiheiten</h3>
<p>Die mitgelieferten Beispiele zeigen das eindrücklich: Es ist genauso leicht möglich, Anwendungen im Stil von Windows 7, MacOS, iOS oder graphitfarben wie diverse Adobe-Produkte zu gestalten, als auch gänzlich in 3D &#8211; denn alle Komponenten kann man auch frei im Raum anordnen oder auch animieren &#8211; hardwarebeschleunigt in Echtzeit, versteht sich. Das Framework versteht sich im Umgang mit gängigen Multimediaformaten bis hin zu 3ds. Von Haus aus werden von FireMonkey auch diverse Shadereffekte zur Grafikmanipulation mitgeliefert, sodass einem schnell zusammengestrickten Photoshop-Clone nichts im Wege steht, ganz ohne dass man sich mit kniffligen Quelltexten oder kryptischen Algorithmen herumschlagen müsste.</p>
<div id="attachment_2582" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/kioskgaleriedelphixe2_1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2582" title="Ein animiertes Fotoalbum wie bei MacOS oder CoolIris - bei Delphi XE braucht man nur noch wenige Mausklicks dafür. Auch beim Stil einer Anwendung kann man aus einer ganzen Reihe vordefinierter Stile auswählen -  oder einen ganz eigenen erstellen." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/kioskgaleriedelphixe2_1024-450x286.jpg" alt="Ein animiertes Fotoalbum wie bei MacOS oder CoolIris - bei Delphi XE braucht man nur noch wenige Mausklicks dafür. Auch beim Stil einer Anwendung kann man aus einer ganzen Reihe vordefinierter Stile auswählen -  oder einen ganz eigenen erstellen." width="450" height="286" /></a><p class="wp-caption-text">Ein animiertes Fotoalbum wie bei MacOS oder CoolIris - bei Delphi XE braucht man nur noch wenige Mausklicks dafür. Auch beim Stil einer Anwendung kann man aus einer ganzen Reihe vordefinierter Stile auswählen - oder ganz eigene erstellen.</p></div>
<p>Überarbeitet wurde der Quelltexteditor dennoch und ist nun durch einige praktische Ergänzungen noch intuitiver, schon die XE-Version hatte ja einige Alltagsbedürfnisse moderner Entwickler stärker berücksichtigt (wie z. B. die Anbindung an eine Versionskontrolle wie Subversion). Embarcadero hat das Ohr offenbar deutlich näher an den Entwicklern als die Vorgängerfirmen und kaufte auch in der Vergangenheit schon mal gerne vielversprechende Delphiweiterentwicklungen von begabten Drittherstellern auf (wie z. B. bei Prism). Auch der Support machte auf mich einen recht engagierten Eindruck. Er reagierte sehr schnell und binnen Minuten auf Anfragen meinerseits, als ich Probleme mit der Installation hatte.</p>
<h3>Fazit: Interessant trotz Patchbedarf</h3>
<p>Bis zu einem vollständig ausgereiften Produkt gibt es aber noch einiges zu tun. Die Onlinehilfe ist gerade zu FireMonkey oft noch etwas arg lückenhaft und da die Fangemeinde zumindest in Deutschland stark abgenommen hat, ist es auch anderorts schwer geworden, an die nötigen Informationen zu kommen. Gute Delphi-Bücher sind genau so rar geworden wie Delphi-Entwicklerzeitschriften.</p>
<p>Insgesamt macht Delphi XE2 jedoch einen sehr vielversprechenden Eindruck, wenn einige der Neuerungen auch noch nicht ganz fertig sind. Gerade für das brandneue FireMonkey wird noch der eine oder andere Patch nötig werden, teilweise fehlen auch noch ein paar zusätzliche Funktionen in der Bibliothek, wenn man damit nicht nur multimediale Bildbetrachter oder Bildschirmschoner entwickeln soll, so z. B. eine Unterstützung für Mehrfachsprachanwendungen (die integrierte unterstützt bislang nur die VCL) oder eine Komponente, um HTML5 darzustellen. Die Entwicklung für iOS ist augenblicklich alles andere als intuitiv. Man benötigt dafür nicht nur eine Entwicklerversion(!) von FreePascal, sondern auch noch einen Mac samt installiertem <a title="Xcode-Kurzinfo auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xcode" target="_blank">XCode</a>. Das ist so noch etwas arg umständlich.</p>
<h3>Neuer Ansatz: &#8220;Graphics &amp; Style&#8221;</h3>
<p>Doch ist der Ansatz zumindest interessant und trifft vielleicht den Nerv der Pascal-Liebhaber. Sind doch viele von ihnen inzwischen in dem Alter, in dem man sich gern mit dem luxuriösen Nimbus eines Apple-Systems umgibt &#8211; und beide Nutzerkreise haben einen gewissen Hang zu EDV-Ästhetik (bei Pascal-Liebhabern ist es die alte Klarheit der Programmiersprache) und zu multimedialen Spielereien (die einst in Scharen von Delphientwicklern bebastelt wurden, aber oft am berüchtigten Windows-GDI scheiterten). Beide, Pascal wie Apple, haben notorische Fans, keine einfachen Benutzer. Vielleicht ist Delphi XE2 eine späte Dreifachhochzeit &#8211; es finden einige Dinge zusammen, die vielleicht immer schon gut zusammen gepasst hätten: Pascal, 64-Bit-Multimedia-RAD und Mac-Flair.</p>
<p>Andererseits kommt XE2 reichlich spät. Generationen vermasselter Delphiversionen, bevor Embarcadero das Ruder endlich herumriss, haben die Nutzerbasis bedenklich schwinden lassen. Fatal gerade in Deutschland war die missratene Firmenpolitik von Inprise (dem Anfang vom Ende der glücklichen Tage): fehlerhafte, schwerfällige und instabile Versionen wurden zu völlig überteuerten Preisen auf den Markt geworfen, entworfen für elitäre Entwickler in Großunternehmen, die vielen kleinen Heimentwickler dagegen wurden stiefmütterlich behandelt, der Kauf verteuert und erschwert und mitunter auch deshalb Delphi aus den Schulen vertrieben. Denn keine Version nach 7 ließ sich mehr in dortigen Netzwerken betreiben, selbst wenn man mal das Geld zusammenbekommen hätte. Dabei war Pascal von jeher eine Schulungssprache. Schade. Heute haben es dort Java, C# und Python ersetzt.</p>
<h3>Der Preis: nur für Kaltduscher</h3>
<p>Ob das neue XE2 junge Nutzerkreise wieder erreicht, ist eher fraglich. Da dürften FreePascal und Lazarus erfolgreicher sein, fristen inzwischen aber auch eher ein Nischendasein in Schulen, da sie keine aktuellen Akzente setzen. Aber durch das Multimediaframework FireMonkey und die ausbaubare Mehrplattformunterstützung gewinnt Delphi vielleicht ganz  neue Nutzerkreise in der bunten neuen Multimediawelt der Tablets &#8211; wenn die Entwicklung dafür mal intuitiver wird und vielleicht auch noch Android hinzukommt (der FreePascal-Compiler kann ja neuerdings in der Entwicklerversion verdächtigerweise auch <a title="FreePascal lernt Java-Bytecode dazu" href="http://wiki.freepascal.org/FPC_JVM" target="_blank">JAVA-Bytecode erstellen</a>). &#8220;Rapid Application Development&#8221; geht nun wirklich wieder zeitgemäß multimedial und intuitiv mit Delphi.</p>
<p>Einem plattformübergreifenden &#8220;3D &#8211; Tin Quizzy &#8211; 2012&#8243; stünde nun eigentlich damit auch nichts mehr im Weg &#8211; außer vielleicht der Preis. Denn <a title="Deutsche Preise von Delphi XE" href="http://www.edv-buchversand.de/embarcadero/catalog.php?cnt=catalog&amp;lng=&amp;gr=&amp;idx0=1&amp;cat0=750000506" target="_blank">570 EUR für das Professional-<em>Update</em></a> sind nicht gerade wenig und die mit 170 EUR deutlich billigere Starteredition kann weiterhin nur 32-Bit Windows &#8211; wohl aber immerhin mit FireMonkey.</p>
<h3>Ein Todesfall</h3>
<p>Für einen alten Weggefährten der Pascal-Welt kommt die neue, multimediale Delphi-Welt allerdings in jedem Fall zu spät: Im Juni verstarb die bei Kennern renommierte und bei treuen Pascal-Fans beliebte Computerzeitschrift &#8220;<a title="Toolbox bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Toolbox" target="_blank">Toolbox Multimedia</a>&#8220;. Sie wurde in aller Stille vom Verlag beerdigt. Möge sie in Frieden ruhen. Sie hätte sich über das neue Delphi sicherlich gefreut&#8230;</p>
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		</item>
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		<title>Daz Studio 4 Pro &#8211; erster Eindruck</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/09/05/daz-studio-4-pro-erster-eindruck/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 22:28:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[DAZ Studio 4]]></category>
		<category><![CDATA[Early Adopter]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
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		<description><![CDATA[DAZ Studio setze ich seit der Version 1 ein, auch für kleinere Animationen. Was zunächst eine eher schmächtige Dreingabe des Figurenherstellers, quasi ein kleines Mini-Poser-Figurenbastelprogramm war, mauserte sich schnell zu einem ausgewachsenen 3D-Figurenanimator mit großer Fangemeinde. Durch den integrierten Renderer Delight brauchen sich die Endergebnisse auch nicht zu verstecken. Entsprechendes Finetuning und Rechenzeit vorausgesetzt, steht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DAZ Studio setze ich seit der Version 1 ein, auch für kleinere <a title="So einfach, simpel, primitiv" href="http://www.anastratin.de/2009/06/01/ziemlich-einfach-primitiv/">Animationen</a>. Was zunächst eine eher schmächtige Dreingabe des Figurenherstellers, quasi ein kleines Mini-Poser-Figurenbastelprogramm war, mauserte sich schnell zu einem ausgewachsenen 3D-Figurenanimator mit großer Fangemeinde. Durch den integrierten <a title="http://www.3delight.com/en/" href="Delight%20Webseite" target="_blank">Renderer Delight</a> brauchen sich die Endergebnisse auch nicht zu verstecken. Entsprechendes Finetuning und Rechenzeit vorausgesetzt, steht er anderen kommerziellen Programmen in nichts nach.</p>
<p><span id="more-2549"></span></p>
<div id="attachment_2550" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynneundmedoindereiswueste1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2550" title="Das Posingwerkzeug bzw. Figurenrenderer DAZ Studio bietet nicht erst seit Version 4 recht überzeugende Ergebnisse. (© 2011 Nitramica Arts)" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynneundmedoindereiswueste1024-450x636.jpg" alt="Das Posingwerkzeug bzw. Figurenrenderer DAZ Studio bietet nicht erst seit Version 4 recht überzeugende Ergebnisse. (© 2011 Nitramica Arts)" width="450" height="636" /></a><p class="wp-caption-text">Das Posingwerkzeug bzw. Figurenrenderer DAZ Studio bietet nicht erst seit Version 4 recht überzeugende Ergebnisse - Die Beispielgrafik (© 2011 Nitramica Arts) macht von den neuen Funktionen Gebrauch: Die beiden Figuren basieren auf Genesis mit zusätzlich eingefügten Charaktermorphs, die Elfenranger-Kleidung wurde mit dem Autofit-Tool von Victoria 4 auf die beiden übertragen. Auch dem jungen Herrn sitzt die ehemalige Damengewandung so nun überall wie angegossen.</p></div>
<h3>Drei Varianten der Nummer 4</h3>
<p>Mit der Version 4 sind nun einige weitere Spezialitäten hinzugekommen, sodass sich der Hersteller DAZ dachte, es sei nun an der Zeit, auch den Preis der Konkurrenz anzugleichen. Schon in der dritten Generation gab es neben der kostenlosen eine kostenpflichtige Advanced-Variante, die entsprechend mehr bot, beispielsweise waren einige kostenpflichtige Zusatzplugins schon integriert. Die vierte Generation bietet neben der Advanced-Variante noch eine große Pro-Version an, die <a title="Versionsvergleich der vierten Generation von DAZ Studio" href="http://www.daz3d.com/i/software/daz_studio/comparison?" target="_blank">einiges mehr zu bieten</a> hat. Dennoch ist deren stolzer Preis von <a title="DAZ Studio 4 Pro im DAZ Store" href="http://www.daz3d.com/i/shop/itemdetails/?item=13176" target="_blank">430 Dollar</a>  selbst bei eingefleischten DAZ-Enthusiasten sehr umstritten. Nun gut, wer DAZ kennt und ohnehin Mitglied im hauseigenen 3D-Club ist, erhält das Paket über die üblichen Sonderaktionen auch deutlich billiger. Aber 100 EUR muss man derzeit schon mindestens berappen. Da fragt man sich natürlich, ob sich dieses Update überhaupt lohnt und was die große Version gegenüber der weiterhin kostenlosen freien überhaupt zu bieten hat.</p>
<div id="attachment_2551" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudio4pro.jpg"><img class="size-medium wp-image-2551" title="DAZ Studio 4 Pro bietet Grafikern wie auch Grafikerobjekterstellern mächtige Optionen - einige Tools weisen aber wohl noch Macken auf. So ist das Hemd des jungen Recken bei erneutem Laden stets durchlöchert. Hier stimmt was mit der automatischen Objektanpassung wohl noch nicht." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudio4pro-450x281.jpg" alt="DAZ Studio 4 Pro bietet Grafikern wie auch Grafikerobjekterstellern mächtige Optionen - einige Tools weisen aber wohl noch Macken auf. So ist das Hemd des jungen Recken bei erneutem Laden stets durchlöchert. Hier stimmt was mit der automatischen Objektanpassung wohl noch nicht." width="450" height="281" /></a><p class="wp-caption-text">DAZ Studio 4 Pro bietet Grafikern wie auch Grafikerobjekterstellern mächtige Optionen - einige Tools weisen aber wohl noch Macken auf. So ist das Hemd des jungen Recken bei erneutem Laden stets durchlöchert. Hier stimmt was mit der automatischen Objektanpassung wohl noch nicht.</p></div>
<p>Die Pro-Version richtet sich augenscheinlich vor allem an 3D-Entwickler. Sie enthält dazu eine ganze Reihe zusätzlicher Tools, beispielsweise neben der Softwarebridge zu Bryce auch solche zu Adobe Photoshop, zum Polygonmodeller Hexagon oder zum 3D-Skulptureditor ZBrush. Dabenen gibt es Werkzeuge z. B. einen Weight-Map-Brush, einen Texturenatlas zum Sammeln der verwendeten Texturen, ein Transfer und Gruppierungswerkzeug für Objekte, einen integrierten Polygoneditor, diverse zusätzliche Werkzeuge zur Erstellung von Figuren (Joint Editur, Skeleton-Editor) und zusätzliche Exportfunktionen um Figuren im Poser-Format (.cr2), im Autodesk FBX-Format oder als DAZ-Charakterpreset zu speichern.</p>
<p>Gleichzeitig enthält die Pro-Version auch die zusätzlichen Features der Advanced-Variante: 64-Bit-Unterstützung, einen Mehrebenenbildeditor, progressives Rendern und (sofern es mal fertig wird) die 64-Bit-Variante des Plugins für Dynamische Kleidung. Als in der Praxis äußert praktisch erweist sich, dass das sonst separat zu erwerbende Autofit-Plugin in der Pro-Variante gleich dabei ist.</p>
<h3>Genetische Experimente&#8230;</h3>
<p>Selbiges funktioniert nur mit den neuen &#8220;Genesis&#8221;-Figuren, welche das eigentliche Highlight aller Versionen sind. Dabei handelte es sich um eine neue generische 3D-Figur, von der sich alle anderen durch entsprechende zusätzliche &#8220;Morphs&#8221; ableiten lassen. Das &#8220;Mixen&#8221; von Unimesh-Figuren war auch schon in der Advanced-Variante von DAZ Studio 3 möglich, Genesis geht aber weiter: Auch die für Genesis erstellte Kleidung kann fließend mitgemorpht werden, sodass nunmehr ein stufenloser Wechsel möglich ist, ohne das Kleidung erst mühsam jeweils von Hand angepasst werden muss.</p>
<div id="attachment_2552" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/alterungsimulieren1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2552" title="Davon können Eltern im realen Leben nur träumen: Die Kleidung wächst (und schrumpft) mit. Per Knopfdruck lassen sich beliebige Kleidungsstücke an nahezu jede Form anpassen. Dabei gehen individuelle Regler bei den virtuellen Objekten allerdings verloren." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/alterungsimulieren1024-450x206.jpg" alt="Davon können Eltern im realen Leben nur träumen: Die Kleidung wächst (und schrumpft) mit. Per Knopfdruck lassen sich beliebige Kleidungsstücke an nahezu jede Form anpassen. Dabei gehen individuelle Regler bei den virtuellen Objekten allerdings verloren." width="450" height="206" /></a><p class="wp-caption-text">Davon können Eltern im realen Leben nur träumen: Die Kleidung wächst ganz automatisch mit. Per Knopfdruck lassen sich zudem beliebige Kleidungsstücke der DAZ4-Figurenreihe an nahezu jede Form anpassen. Bei der Umwandlung für Genesis gehen Modifikatoren der virtuellen Objekte allerdings verloren.</p></div>
<p>Das dies besonders auch Morphing-Animationen deutlich vereinfacht &#8211; manuelles Nachjustieren fällt faktisch weg &#8211; dürfte klar sein und DAZ ist darauf auch sehr stolz, wie auf vielen Youtube-Werbevideos zu betrachten ist.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=cTBBnc2SJ90">Genesis Produktvorstellung von DAZ auf YouTube</a></p>
<p>Freilich ist das für Genesis verfügbare Sortiment an Charakterschablonen wie Kleidung sowohl bei DAZ als auch sonstwo bislang recht überschaubar. Eigentlich gibt es noch kaum Inhalte, welche die eigentlichen Stärken der neuen Figur ausreizen könnten. Hier kommt dann das &#8220;Autofit-Tool&#8221; zum Einsatz, welches die Kleidungsstücke von Figuren der vierten Generation von DAZ (z. B. Victoria 4, Michael 4, Kids 4 etc&#8230;) automatisch in Genesis-Varianten konvertiert. Das funktioniert oft sogar recht gut, allerdings gehen bei der Konvertierung sämtliche individuellen Schalter zur Anpassung der Kleidung verloren, außerdem schießt das Plugin in seinem Bemühen, die Kleidungsstücke an die Grundfigur anzupassen, oft über das Ziel hinaus: Die Objekte sitzen oft &#8220;wie angegossen&#8221;, also wider jede Physik und teils auch Logik &#8211; wenn z. B. sich die Schuhsohlen beim Gehen mit den einzelnen Zehen verbiegen, ebenso wie am Körper getragene Gegenstände (z. B. Schwerter) oder sich Haare konform spitz über spitzen Ohren wölben. Hier gibt es wohl noch Nachbesserungsbedarf, wobei DAZ als Objekthersteller natürlich auch nicht unbedingt daran gelegen sein kann, eigens Software zu entwickeln, die den eigenen virtuellen Kleidungsladen überflüssig macht. (Kleidung für die neue Figur zu kaufen, wenn ich die für meine alten einfach bequem konvertieren kann, ist sicher genau so unsinnig, wie eine Figur zu erwerben, für die es keine Ausrüstung gibt.)</p>
<p>Was man dem Ansatz von Genesis zugute halten kann, ist, dass es nun deutlich leichter als zuvor ist, lebendige Menschen jenseits von Klischeevorstellungen zu kreieren &#8211; denn welcher Mensch hat schon nur weibliche oder nur männliche Merkmale. Nun sind auch vielfältige Zwischenstufen denkbar, die fließend ineinander übergehen und den Lebenden näher kommen. War dies bislang mit ein wenig Schaltergeschiebe auch so schon möglich, scheiterte man in der Praxis dann doch oft an den vorurteilsgeprägten Grenzen der Kleiderobjekthersteller. Mollige Damen oder verweichlichte Männer passten dann einfach nicht in der Kleider. Was nicht der perfektionistischen Norm entsprach, das ging nicht ohne viel Handarbeit und einen Polygoneditor. Das entfällt nun.</p>
<p>Dass die Genesis-Figuren sich auch von Haus aus schon näher am Lebensbild orientieren, gefällt aber nicht allen. So gibt es im DAZ-Forum einiges an Beschwerden, dass z. B. die Männer nicht mehr maskulin genug wirken, weil auch der Prototyp insgesamt weniger markant ausgefallen ist (kaum Muckis und mildere Gesichtszüge). Hier hat DAZ dann gleich nachgebessert, indem es die Schablonen (&#8220;Shapes&#8221;) der alten Figuren nun auch für Genesis gibt. Diese allerdings sind nicht ganz vollständig &#8211; altern lassen kann man die Figuren beispielsweise noch nicht, auch fehlen viele Hebelchen für OnTheFly-Emotionen.Vorgefertigte Posen für Genesis gibt es auch nur wenige, die alten von Victoria und Michael passen oft nicht oder führen zu eigenartigen Ergebnissen wie verdrehten Polygongittern, insbesondere bei der Kleidung.</p>
<p>Doch da das neue Genesis-Konzept Erweiterungen erleichtert, kann man mit entsprechenden Zusatztools wie z. B. Gen4 alte Morphs für z. B. Victoria 4 oder Michael 4 für Genesis konvertieren. Auch alte Charaktervorlagen kann man so weiterverwenden. Die Genesis-Kleider und auch die mit Autofit-konvertierten Objekte passen sich auch hier der Figur an. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, zumal man so nun eigentlich nicht mehr überlegen muss, ob das 3D-Inventar für dieses und jenes Thema überhaupt auf die jeweilige Figur passt. Konvertierte Kleidung passt nun jedem Charakter, ob Mann, Frau, Kind oder Monster.</p>
<div id="attachment_2553" class="wp-caption alignnone" style="width: 403px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynundmedo3_1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2553" title="Auch Körperhaltungen (Posen) passen sich wie die Kleidung bei Genesis sinnig an veränderte Größenverhältnisse an. Manuelles Nachjustieren ist auch hier kaum mehr nötig." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynundmedo3_1024-393x700.jpg" alt="Auch Körperhaltungen (Posen) passen sich wie die Kleidung bei Genesis sinnig an veränderte Größenverhältnisse an. Manuelles Nachjustieren ist auch hier kaum mehr nötig." width="393" height="700" /></a><p class="wp-caption-text">Auch Körperhaltungen (Posen) passen sich wie die Kleidung bei Genesis sinnig an veränderte Größenverhältnisse an. Manuelles Nachjustieren ist auch hier kaum mehr nötig.</p></div>
<p>Sehr praktisch ist auch die neue Contentverwaltung, die ein zielgerichtetes Suchen nach Stichworten ermöglicht. Über eine ähnliche Funktion lassen sich auch Morphschalter von Figuren gezielt finden. Nicht zu unterschätzen sind auch neue Einstellungsfunktionen beim UV-Mapping: Man kann hier nun einfach angeben, für welche Figur eine Textur erstellt wurde und einzelne Skintexturen sind untereinander somit austauschbar (so hat die Elfin der Beispielgrafiken eine Michael4-Textur, der junge Recke dagegen eine für Victoria 4). Die Gestaltungsmöglichkeiten werden dadurch auch hier enorm erweitert.</p>
<p>Grundsätzlich überarbeitet wurde auch die Benutzeroberfläche. Ähnlich wie beim Ribbon-Konzept Microsofts orientiert auch sie sich am Workflow, was in diesem Falle aber durchaus auch mehr Sinn macht: Über verschiedene Schritte kann man nun zunächst Objekte laden oder erstellen, danach posieren und umgestalten, schließlich die Beleuchtung hinzufügen und abschließend noch die Texturen bearbeiten und das Ganze rendern. Am Rendern selbst lässt sich wie gehabt nichts beanstanden &#8211; unter der Oberfläche werkelt das bewährte Delight, doch dank Multiprozessorunterstützung und 64-Bit nun teils deutlich zügiger, besonders bei umfangreichen Szenerien.</p>
<h3>Fehlerchen und Workarrounds</h3>
<p>Freilich merkt man der aktuellen Version von DAZ Studio 4 Pro (4.0.2.35) noch deutlich ihre jüngst erst erfolgte Geburt an &#8211; häufig verhält sich die Software nicht ganz wie erwartet. So führen selbst die für Genesis mitgelieferten Posen manchmal zu abstrus verworrenen Ergebnissen, insbesondere die Kleidung verschlingt sich manchmal rätselhaft. Auch vergisst DAZ Studio nach dem Abspeichern, Beenden und Neustarten schon manchmal Einstellungen bei automatisch angepassten Kleidungsstücken &#8211; die Folge sind Löcher in der Kleidung oder auch abstehende Polygongruppen. Hier hilft dann oft nur Löschen und Neuladen/Neuposieren &#8211; bis zum nächsten Öffnen der Datei, dann beginnt das Spiel von Vorne.</p>
<p>Auch mit abgespeicherten Charakterpresets erlebt man bisweilen Überraschungen. Hier wendet die Software zwar brav die Einstellungen aus den Schablonen an, setzt die internen Schalthebel beim Laden aber offenbar auf Null zurück, sodass die sich automatisch anpassende Kleidung dann teils über der Figur schwebt oder plötzlich gar nicht mehr passen will. Workarrount ist hier, auf die neuen Charakterschablonen erst mal zu verzichten (was eigentlich schade ist) und stattdessen nur Shapes oder Morphsettings zu speichern (freilich gehen dann die verwendeten Texturen verloren).</p>
<div id="attachment_2554" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudiodokumentation800.jpg"><img class="size-medium wp-image-2554" title="Das Handbuch existiert noch nicht, die Hilfe weist bislang nur dürftige Inhalte auf. Aber ein paar Tutorials und Videolehrgänge auf der Seite des Herstellers gibt es bereits." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudiodokumentation800-450x402.jpg" alt="Das Handbuch existiert noch nicht, die Hilfe weist bislang nur dürftige Inhalte auf. Aber ein paar Tutorials und Videolehrgänge auf der Seite des Herstellers gibt es bereits." width="450" height="402" /></a><p class="wp-caption-text">Das Handbuch existiert noch nicht, die Hilfe weist bislang nur dürftige Inhalte auf. Aber ein paar Tutorials und Videolehrgänge auf der Seite des Herstellers gibt es bereits.</p></div>
<p>Deutlich nach noch nicht fertig sieht auch die Dokumentation aus. Ein Handbuch fehlt ganz, auch die Programmhilfe ist lückenhaft. Oft gibt es gerade zu den interessanten Erweiterungen und neuen Funktionen nur ein &#8220;Coming Soon.&#8221; Nun, hier wie dort macht die Software den Eindruck, dass sie noch nicht ganz fertig ist. Allerdings schiebt DAZ gewöhnlich ohnehin regelmäßig kostenlose Updates nach, sodass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis Fehler behoben und noch fehlende Inhalte ergänzt sind. Gemessen am Umfang dürfte die Entwicklungsabteilung hier aber viel zu tun kriegen und man fragt sich als Kunde vielleicht auch, ob man dann den Preis nicht vielleicht noch etwas mehr hätte senken sollen, bis die Software wirklich ausgereift ist. Immerhin, die aktuellen Preisrabatte (Stichwort: &#8220;Early Adaptors&#8221;) gehen ja schon in diese Richtung. Ob 430 Dollar am Schluss aber nicht vielleicht doch etwas viel sind, sei dahingestellt. Mit <a title="DAZ Carrara Pro 8" href="http://www.daz3d.com/i/shop/itemdetails/?item=10608" target="_blank">Carrara 8 Pro</a>  existiert aus dem gleichen Hause ja auch noch eine durchaus mächtigere 3D-Umgebung, die auch nicht soviel teurer ist und mit Poser existiert immer noch ein mächtiger Konkurrent aus anderem Hause, der einige Funktionen &#8211; wie z. B. überzeugende dynamische Haare oder in der Praxis funktionierende dynamische Kleidung voraus hat.</p>
<p>Immerhin gibt einem die Pro-Variante &#8211; wenn man es dann mal mit entsprechenden Dokumentationen auch nutzen kann &#8211; eigene Inhalte zu erstellen. In den Nutzerforen wird auch schon fleißig gebastelt, um die Genesis-Grundfigur mit neuen Schablonen zu ergänzen oder Workarrounds für die Grenzen des Autofit-Tools und einiger anderer Werkzeuge zu finden. Auch diverse Shader-Vorlagen finden sich dort.</p>
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		<title>Die Online-Phoenix zieht um, erzwungenermaßen&#8230;</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/05/30/2261/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 May 2011 13:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienstberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Forentroll]]></category>
		<category><![CDATA[MyWOT]]></category>
		<category><![CDATA[Rating]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Online-Ausgabe der Schülerzeitung Phoenix zieht ein kleines bisschen um. Für die meisten ändert sich nichts, unsere Hauptdomain bleibt weiterhin http://www.kgt-schuelerzeitung.de/ &#8211; intern ändert sich allerdings unsere Domainstruktur auf http://szphoenix.mogsoft.de/. (Sobald die DNS-Server das übernommen haben.) Dieser Wechsel ist nötig geworden, nachdem man uns vom Schülerzeitungsteam darauf aufmerksam gemacht hat, dass die SZ Phoenix vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Online-Ausgabe der Schülerzeitung Phoenix zieht ein kleines  bisschen um. Für die meisten ändert sich nichts, unsere Hauptdomain  bleibt weiterhin <strong><a rel="nofollow" href="http://www.kgt-schuelerzeitung.de/" target="_blank">http://www.kgt-schuelerzeitung.de/</a></strong><strong> </strong> &#8211; intern ändert sich allerdings unsere Domainstruktur auf <strong></strong><strong><a rel="nofollow" href="http://szphoenix.mogsoft.de/" target="_blank">http://szphoenix.mogsoft.de/</a></strong>. (Sobald die DNS-Server das übernommen haben.)</p>
<p><span id="more-2261"></span>Dieser  Wechsel ist nötig geworden, nachdem man uns vom Schülerzeitungsteam darauf aufmerksam gemacht  hat, dass die SZ Phoenix vom <a title="MyWOT auf Wikipedia.org" href="http://en.wikipedia.org/wiki/MyWOT.com" target="_blank">(übrigens umstrittenen) &#8220;communitybasierten&#8221; Seitenbewertungssystem <strong>MyWOT</strong></a> als <a title="Miserables MyWOT-Rating" href="http://www.mywot.com/en/scorecard/phoenix.mogsoft.de/comment#comment" target="_blank">Malwareseite</a> geführt wird. MyWOT ist ein &#8220;Sicherheitssystem&#8221;,  unter anderem auch als Addon für diverse Browser erhältlich, welches auf  Basis von Benutzerabstimmungen Webseiten auf ihre Sicherheit hin  beurteilt. Da die alte interne Domain phoenix.mogsoft.de auf einem  <a title="&quot;FreePCSecurity&quot;" href="http://www.freepcsecurity.co.uk/2009/01/16/malicious-sites-p/" target="_blank">privat betriebenen Blog(eintrag) vom Januar 2009</a> als Malware-Seite geführt  ist, hat das der Phoenix ein ziemlich böses Ranking beschert &#8211; meistensteils  von &#8220;MyWOT-Powerusern&#8221;, also vielklickenden Leuten, welche Webseiten zu Massen allein anhand solcher Listungs bewerten und die oft des Deutschen noch nicht einmal mächtig sind. (Es wundert, wie sie dann überhaupt zu der angegebenen inhaltlichen Bewertung unserer Seite kommen wollen.)</p>
<p>Übrigens  stimmt das vernichtende Urteil auch nicht. Unsere Seite ist seit Jahren  bei Norton Websafe geführt, wird also ständig überwacht und ist von  diesem als &#8220;clean&#8221; freigegeben. Dies kann man rund um die Uhr einsehen unter:</p>
<p><a rel="nofollow" href="http://safeweb.norton.com/report/show?url=http%3A%2F%2Fphoenix.mogsoft.de%2F" target="_blank">http://safeweb.norton.com/report/show?url=http%3A%2F%2Fphoenix.mogsoft.de%2F</a></p>
<p>Im  Gegensatz zu MyWOT &amp; Co basiert Norton Websafe nicht auf  Nutzermeinungen, sondern auf echter Virenheuristik &#8211; daher ließe es sich  (anders als MyWOT) auch nicht einfach durch zwei zusätzliche Buchstaben  im Domainnamen austricksen &#8211; es wird nämlich immer die gesamte zugrunde  liegende Domain von Norton überprüft, in diesem Falle der Server  mogsoft.de. Dagegen lässt MyWOT offenbar nur jeweils für einzelne  Lautfolgen abstimmen &#8211; ob das so wirklich ein hilfreiches Mittel gegen  die echten Malwareseiten ist, die meist unter dutzenden, wechselnden  Adressen erreichbar sind, wagen wir zu bezweifeln. Mehrheitswahl ist jedenfalls nicht in jedem Fall das Beste Mittel.</p>
<p>Sei&#8217;s  drum. Wir hoffen trotzdem, dass unsere neue Subdomain auch bei MyWOT ein  besseres Rating bekommt, weil es ja auch seine Nutzer hat, die  vielleicht auch die Phoenix lesen wollen. Allerdings gibt es in Deutschland nicht allzu viele MyWOT-Nutzer, zumindest nicht am Hochrhein. Dann bleibt es auch weiterhin spannend, ob die Trolle wieder gewinnen.</p>
<p>Als kleinen  Wermutstropfen gibt es auch noch den leidlichen Umstand für unsere  Facebook-Nutzer, dass die alten internen Facebook-Links nun nicht mehr  klappen können, sofern sie nicht auf unsere echte Domain <a rel="nofollow" href="http://www.kgt-schuelerzeitung.de/" target="_blank">http://www.kgt-schuelerzeitung.de</a> lauteten. Eigentlich muss man aber nur jeweils &#8220;sz&#8221; vor phoenix.mogsoft.de setzen &#8211; SZ steht übrigens für <strong>S</strong>chüler<strong>Z</strong>eitung. <img src='http://www.anastratin.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>LibreOffice 3.4 &#8211; Ziemlich enttäuschend&#8230;</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/05/14/libreoffice-3-4-ziemlich-enttauschend/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 May 2011 11:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[LibreOffice]]></category>
		<category><![CDATA[OpenOffice]]></category>
		<category><![CDATA[StarOffice]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit nunmehr 16 Jahren setze ich hauptsächlich StarOffice/OpenOffice als Büroprogramm meiner Wahl ein. Die aktuelle Entwicklungen sind jedoch sehr ernüchternd. War es damals ein Fehler, auf dieses Programm umzusteigen? Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man die aktuellen Entwicklungen so ansieht. Prinzipiell ist ein Fork, also eine Abspaltung von einem OpenSource-Projekt ja durchaus nicht negativ. Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit nunmehr 16 Jahren setze ich hauptsächlich StarOffice/OpenOffice als Büroprogramm meiner Wahl ein. Die aktuelle Entwicklungen sind jedoch sehr ernüchternd. War es damals ein Fehler, auf dieses Programm umzusteigen?</p>
<p>Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man die aktuellen Entwicklungen so ansieht. Prinzipiell ist ein Fork, also eine Abspaltung von einem OpenSource-Projekt ja durchaus nicht negativ. Auch die Liste der Mitwirkenden las sich ja ganz gut &#8211; wenn auch manche Mitglieder, wie Novell, angezählt waren. LibreOffice hätte insofern zu einem Befreiungsschlag werden können, nachdem zunächst unter Sun, später unter Oracle die Weiterentwicklung &#8211; vom Produktivnutzen eines normalen Anwenders her gesehen &#8211; eher stagnierte.</p>
<p>Damit meine ich nicht einmal die von mir eigentlich sehr gut geheißene Entscheidung, auf &#8220;Ribbons&#8221; und andere neuere Benutzerbevormundungen zu verzichten, die in Sachen individueller Konfigurationsmöglichkeiten einen drastischen Rückschritt bedeuten. Das klassische Menü und die konfigurierbaren Symbolleisten sind mir viel sympathischer. Und das neuerlich aufgekommene Argument, Ribbons seien auf modernen Touchscreens besser zu bedienen, scheint mir mehr als zweifelhaft. Nachdem ich es selbst ausprobierte, kann ich doch sagen, dass weder Menüs mit Symbolleisten, noch Ribbons genug Fläche bieten für eine Fingerbedienung &#8211; und ohne brauchbare Tastatur ist eine Office-Suite ohnehin nicht wirklich nutzbar.</p>
<p>Bedrückender fällt die Stagnation eher in Sachen moderner Bedienfunktionen unter der Haube aus. Noch immer lassen sich Rahmen und Grafiken im Writer nicht frei drehen. Die restlichen Grafikfunktionen haben sich in den letzten Jahren kaum merklich geändert. Allein der Umstand, dass es noch immer nicht möglich ist, benutzerdefinierte Farben über eine Dropbox frei zu wählen ohne den umständlichen Umweg über Globalpaletten spricht Bände. Um Bilder drehbar zu gestalten, muss man entweder zu Skripts (wie von der Zeitschrift c&#8217;t) greifen, oder einige umständliche Umkopieraktionen in Kauf nehmen. Die Autoformen wirken im Vergleich zu Office 2003 oder gar Office 2007 geradezu vorsintflutlich, ebenso die restlichen Grafikfähigkeiten. Die Web-Funktionen sind völlig veraltet, die Filter für Mobilgeräte obsolet und Austauschmöglichkeiten mit der schönen neuen Welt der Smartphones trotz offenem ODT-Format minimal. Zudem schwinden in jeder neuen Version die Austauschfilter dahin.</p>
<p>Nun hegte ich bislang ja doch Hoffnung, dass durch Libreoffice einiges besser würde. Doch was muss man in den Beta-Versionen von 3.4 sehen? Anders als angekündigt hat man auf die alten StarOffice-Formate (*.sdw &amp; Co) nicht bloß lediglich Nur-Lese-Zugriff, sie können GAR NICHT MEHR eingelesen werden! Hallo?! Als jahrzehntlanger treuer Stammnutzer habe ich hunderte (!) alter, teils wichtiger Dokumente in diesem Format verfasst. Eine Möglichkeit wenigstens zur Migration, ähnlich wie beim MS-Office-Assistenten, scheint nicht vorgesehen zu sein. Andererseits rühmt man sich mit MS-Office-Kompatibilität &#8211; bis zurück zu den Formaten der 90er. Eigene Stammkunden und Archivsicherheit scheinen den LibreOffice-Machern nicht am Herzen zu liegen. Warum sonst entfernt man vorhandene und äußerst praktische Funktionen? Irgendwas läuft hier doch falsch&#8230;</p>
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		<title>Gewürzkuchen aus aller Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 09 May 2011 15:06:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Gewürzkuchen]]></category>
		<category><![CDATA[Rezepte]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt nicht viele Kuchen, die besser schmecken als Gewürzkuchen. Gewürzkuchenrezepte kann man folglich nie genug haben, zumal fertige Backmischungen die meiste Zeit des Jahres ja leider nicht mehr erhältlich sind. Also her mit einem Gewürzkuchen-Rezeptebuch!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt nicht viele Kuchen, die besser schmecken als Gewürzkuchen. Gewürzkuchenrezepte kann man folglich nie genug haben, zumal fertige Backmischungen die meiste Zeit des Jahres ja leider nicht mehr erhältlich sind. Also her mit einem Gewürzkuchen-Rezeptebuch!<br />
<span id="more-2183"></span></p>
<div id="attachment_2184" class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/05/gewuerzkuchenausallerwelt.jpg"><img class="size-full wp-image-2184" title="Cover zum Backrezeptebuch &quot;Gewürzkuchen aus aller Welt&quot;" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/05/gewuerzkuchenausallerwelt.jpg" alt="Cover zum Backrezeptebuch &quot;Gewürzkuchen aus aller Welt&quot;" width="350" height="455" /></a><p class="wp-caption-text">Cover zum Backrezeptebuch &quot;Gewürzkuchen aus aller Welt&quot;</p></div>
<p>Der Backrezepteband &#8220;Gewürzkuchen aus aller Welt. Über 100 klassische Gewürzkuchenrezepte&#8221; von  Valerie Barrett, erschienen bei Könemann 2001, stapelt etwas hoch mit seinem deutschsprachigen Titel &#8211; denn auf den 96 Seiten des großformatigen Bandes finden sich keineswegs 100, sondern &#8220;nur&#8221; 57 Einzelrezepte (die Rezepturen für verschiedene Kuchenglasuren dabei mitgezählt). Der englische Originaltitel: &#8220;The complete book of Gingerbread&#8221; trifft den Inhalt besser.</p>
<p>Dennoch gefallen die vorhandenen Rezepte auch in der deutschen Fassung, zumal es sich keineswegs nur um Gewürzkuchen im engeren Sinne handelt &#8211; auch Gewürzplätzchen, Pfefferkuchen und Lebkuchenrezepte finden sich, ebenso einige Tipps für das Erstellen von Lebkuchenfiguren bei allerlei Festivitäten und Anlässen im Jahreskreis. Reichhaltige Farbillustrationen unterstützen den angehenden Gewürzkuchenbäcker bei der Arbeit, insbesondere die Bildanleitungen sind sehr eingängig und leicht verständlich.</p>
<p>Mit dem Buch kann die Backseason beginnen &#8211; rund um das Jahr gibt es nun allerlei Gewürzgebäck aus der ganzen Welt. Das Buch selbst scheint bei den Großhändlern aber schon vergriffen, diverse Buchhandlungen und Antiquariate aber führen es noch.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=niartanast-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3895081914&#038;ref=qf_sp_asin_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Von Werbung, Desinformation und falschen Freunden</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/04/09/von-werbung-desinformation-und-falschen-freunden/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 17:02:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Netzwerke]]></category>
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		<description><![CDATA[Inwiefern &#8220;soziale Netzwerke&#8221; wirklich so wichtig sind, wie sie weiland geredet werden, wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Dass sie nicht nur eitel Sonnenschein und kostenloser Altruismus zur Weltverbesserung sind, wie ihre Macher beteuern, versucht unter anderem Sascha Adameks Sachbuch &#8220;Die facebook-FALLE, Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft&#8221; aufzuzeigen. Auf 328 Seiten Text [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inwiefern &#8220;soziale Netzwerke&#8221; wirklich so wichtig sind, wie sie weiland geredet werden, wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Dass sie nicht nur eitel Sonnenschein und kostenloser Altruismus zur Weltverbesserung sind, wie ihre Macher beteuern, versucht unter anderem Sascha Adameks Sachbuch &#8220;Die facebook-FALLE, Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft&#8221; aufzuzeigen.<br />
<span id="more-2123"></span></p>
<div id="attachment_2124" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/04/facebookfallecover450.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2124" title="Die facebook-FALLE - Cover des Sachbuchs" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/04/facebookfallecover450-150x150.jpg" alt="Die facebook-FALLE - Cover des Sachbuchs" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die facebook-FALLE - Cover des Sachbuchs</p></div>
<p>Auf 328 Seiten Text plus Anhang mit Begriffslexikon und Fußnotenapparat setzt sich der Autor mit dem Phänomen Facebook, aber auch seinen Anverwandten auseinander. Von Anfang an schreibt Adamek aus dem kritischen Blickwinkel des klassischen Journalisten. Die Klassiker der Medienkritik im Hinterkopf beschreibt er nicht nur Erscheinungsbild und manche Ungereimt- und Frechheiten der bekannten Medienplattform, zeigt viele skandalöse Vorkommnisse in Sachen Datenschutz auf und geht auch den grauen Emminenzen im Hintergrund des Konzerns nach und deren Verstrickung in durchaus zielstrebige parteipolitische und wirtschaftliche Kreise.</p>
<p>Stilistisch nähert sich der Autor in seinen Ausführungen manchmal der Skandalpresse, schreibt jedoch technisch fundiert. Facebook-Nutzer werden viele der beschriebenen Vorfälle aus ihrer eigenen Erfahrung wiedererkennen und bei ihnen wird sich manch bereits vorhandendes mulmiges Gefühl gegenüber den großen Werbeplattformen dabei bestärken.</p>
<p>Das Ende 2010 verfasste und im Februar 2011 erschienene Buch wurde dabei in seinen politischen Teilen zwar bereits von der Gegenwart überholt, allerdings würde sich der Guttenberg-Skandal wie auch manch andere Aktivitäten der deutschen Medienpolitik dennoch fast nahtlos in die Argumentation des Autors einpassen. Der vom Autor beschriebene Gesamteindruck einer verflachenden und oft zu naiv positiv betrachteten, teils auch definitiv überschätzten Daten- und Kommunikationsstruktur bleibt ebenso aktuell wie sein Plädoyer für eine echte zwischenmenschliche Interaktion statt vorgetäuscht altruistischer virtueller Selbst- und Werbeinszenierung per Softwarealgorithmus.</p>
<p>Das Buch ist im Heyne-Verlag erschienen (ISBN 978-3-453-60180-2) und in Deutschland broschiert für 16,99 EUR erhältlich.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=niartanast-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3453601807&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ultramontanismus 2.0</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2010/12/27/ultramontanismus-2-0/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 00:37:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Religion & Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Papstbuch]]></category>
		<category><![CDATA[Papstinterview]]></category>
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		<description><![CDATA[Vorsichtig-zustimmende Kommentare zu suggestiven Fragen und Feststellungen eines bürgerlichen Mitterechts-Katholiken und Benedikt-Fans &#8211; so könnte man das Buch &#8220;Benedikt XVI. &#8211; Licht der Welt, Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit &#8211; ein Gespräch mit Peter Seewald&#8221;, kurz aber unfreundlich zusammenfassen. Da ein Interviewter letztlich immer nur soweit erhellt wird, wie die Fragen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vorsichtig-zustimmende Kommentare zu suggestiven Fragen und Feststellungen eines bürgerlichen Mitterechts-Katholiken und Benedikt-Fans &#8211; so könnte man das Buch &#8220;Benedikt XVI. &#8211; Licht der Welt, Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit &#8211; ein Gespräch mit Peter Seewald&#8221;, kurz aber unfreundlich zusammenfassen.</p>
<p><span id="more-1936"></span></p>
<div id="attachment_1937" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2010/12/zeichenderzeit-cover.jpg"><img class="size-full wp-image-1937 " title="Licht der Welt - Cover des Papstinterview-Buches, erschienen im Herderverlag 2010" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2010/12/zeichenderzeit-cover.jpg" alt="Licht der Welt - Cover des Papstinterview-Buches, erschienen im Herderverlag 2010" width="200" height="324" /></a><p class="wp-caption-text">Licht der Welt - Cover des Papstinterview-Buches, erschienen im Herderverlag 2010</p></div>
<p>Da ein Interviewter letztlich immer nur soweit erhellt wird, wie die Fragen helle sind, ist man als gemäßigter deutscher Katholik dann vom Ergebnis eher enttäuscht bis frustriert: Es ist ein altbekanntes Phänomen gesättigten und zu gut situierten Bürgertums, dass es den eigenen und den Untergang des Abendlandes vorher sieht und teils auch geradezu herbeisehnt. Wenn es sich beim Befrager dann noch  um einen römisch-katholischen, gutbürgerlichen Intellektuellen handelt (die Betonung liegt deutlich auf &#8220;römisch&#8221; und &#8220;bürgerlich&#8221;), dann bekommt das Ganze eine unterschwellig antimodernistisch-ultramontane Note. Insgesamt verdient Papst Benedikt XVI. dabei großes Lob, dass es ihm aufgrund seines aufrichtigen und klaren Denkens <em>bisweilen </em>gelingt, sich aus den doch einzäunenden Fragen und gewinkten Sprachzaunpfählen (in Form teils seitenlanger Vorfeststellungen) seines Interviewers gekonnt zu befreien und sie teils moderat richtig zu stellen.</p>
<p>Wenn man in einem Buch-Interview, die Länge macht es da eigentlich nur noch schlimmer, allerdings fast ausschließlich Fragen gestellt bekommt, bei denen die Wertung meist schon eindeutig vorgegeben ist, verwundert auch nicht das Ergebnis &#8211; die &#8220;konservativ-katholische Anti-Abendland-Apokalypse&#8221;, die Seewald spätestens damit heraufbeschwört, dass er zum Ende hin neben der Johannes-Apokalypse die mystischen (übrigens aus dem Kontext gerissenen) Visionen einer Faustina Kowalska dem päpstlichen Gesprächpartner so zwischen die erwarteten Gänsefüßchen keilt, dass dieser, in Wahrung päpstlich-toleranter Contenance, nur mit Mühe verhindern kann, nicht vor platt-spekulativem Spiritualfundamentalismus in die Knie zu gehen. (Glücklicherweise ist Benedikt XVI. Rationalist, nicht Mystiker und daher zumindest so nicht zu Fall zu bringen).</p>
<p>Angesichts der sichtlich tendenziösen Interviewvorgaben, die einem katholischen Laientheologen teils Verwunderung, teils pures Grausen abnötigen, muss man sich wirklich fragen, was der Frager (Seewald) mit solchen Fragen beim Befragten (Papst Benedikt) eigentlich erreichen wollte. Ja was nur? Ganz augenscheinlich wollte er ihm schmeicheln und ein (aus seiner Sicht) möglichst positives Bild von ihm ermöglichen.</p>
<p>So allerdings funktioniert das nicht wirklich. Denn das Bild des Papstes, das Seewald in seinem Großinterview malt, wird durch die kurzsichtigen Fragestellungen weitgehend vorgegeben &#8211; meist nicht wirklich zugunsten seines weitsichtigen Gesprächpartners: Es ist das Bild von Benedikt als eines konservativen, wertebewussten Traditionsverwahrers, der den unausweichlich nahenden Untergang des modernen Westens rechtzeitig vorhergesehen und erkannt hatte, die staatliche Schuldenfalle wie die durch die bös-egoistischen Altachtundsechziger verursachten Kulturverirrungen konkret benannte und der Alternativen anzubieten gehabt hätte für all jene, die guten Willens gewesen und die nicht auf ihr eigenes Ego gepocht hätten. Joa, recht gschiehts denen!</p>
<p>Verdächtigerweise  ist das genau jenes Bild &#8211; diesmal allerdings ernsthaft positiv gezeichnet &#8211; das die Journalistenkaste gewisser großer deutscher Zeitungen, mit denen der Interviewer womöglich auch noch eine Rechnung offen hat, sonst allzu düster an die Wand malt. Sehr genau merkt man den Fragen gründliche journalistische Recherche, aber mangelndes theologisches Tiefenwissen an.</p>
<p>Allein durch die Raffinesse des Gesprächspartners (Papst) erscheint das Interview doch nicht ganz so hoffnungslos antimodern und zukunftspessimistisch, wie Interviewer Seewald das vielleicht gerne gehabt hätte. Immerhin lässt sich Benedikt auf einige Spielchen nicht ein. Dass Peter Seewald allerdings definitiv ein Fan des Papstes ist, dürfte es diesem womöglich auch nicht leichter gemacht haben, sich aus dessen kommunikativen Zwangsvorstellungen zu befreien. Ja, man muss Benedikt bedauern dafür, dass seine größten Unterstützer sich doch einen viel konservativeren und mithin weniger rational-denkenden Papst wünschen, als Benedikt alias Joseph Ratzinger nun mal ist. Jedenfalls ist das Papstbild schon zu sehr von Seewalds Vorannahmen über seinen Wunschpapst vorgeprägt (der, wenn schon nicht ein wahrer Johannes Paul III., so doch wenigstens so ähnlich oder mit ihm eng befreundet wäre). Das Ergebnis fällt dann wohl unter die Kategorie &#8220;Self-fulfilling Prophecy&#8221;.</p>
<p>Seewalds selbst-erfüllende Vorannahmen, die in einigen Fragen deutlich mitschwingen, wären:</p>
<ul>
<li>Das Zweite Vatikanische Konzil sei ein notgedrungenes Zugeständnis an die (böse) Moderne, ließ sich halt leider nicht vermeiden.</li>
<li>Der Papst tut letztlich nur seine Pflicht und hält sich an das Kirchenrecht.</li>
<li>Die biblischen Texte seien besonders zeitnah und in &#8220;beispielloser Texttreue&#8221; überliefert (S. 202), historisch-kritische Exegese daher zumindest fragwürdig.</li>
<li>Die katholische Kirche, besonders die in Rom, würde immer missverstanden und selbst von innen heraus durch liberale gallikanische Kräften bedroht.</li>
<li>Dass die katholische Kirche in Deutschland durch Kirchensteuern gestützt wird und dass es staatliche Religionslehrer gibt, sei dem römischen Glauben eher abträglich.</li>
<li>Eine innere Reinigung tue Not, die Kirche sei wie eine Arche Noah (für die wenigen aufrichtigen Katholiken).</li>
<li>Die moderne Welt sei dem Untergang geweiht, die Apokalypse könne (oder sollte am Besten) kurz bevorstehen, am besten noch in diesem Pontifikat.</li>
</ul>
<p>Demgegenüber zeigt sich Papst Benedikt sehr konziliant, wissend und vorsichtig, berichtigt meist auch die allzu tendenziösen Teile, lässt sich oft aber auch von romtreuen Lob einlullen. Teils liegen Berichtigungen womöglich auch nicht in seinem bewussten Interesse. Es bleibt dann beim doch eher konservativ-antimodernen Bild, was durchaus schade ist. Letztlich gelingt es Seewald somit nicht, den Papst für den Leser wirklich als einen Brücken bauenden, intellektuell erhabenen Menschen zu erhellen, der über ein eher rückwärtsgewandtes katholizistisches Milieu weitsichtig hinaus blickt oder es zumindest könnte.</p>
<p>Des Papstes Antworten sind allesamt sehr klug, aber bleiben allzu artig. So verharrt man zweisam in Selbstverteidigung, bei theologischen Lieblingsthemen des ehemaligen Theologieprofessors, wie z. B. Wiedervereinigung der Christen unter dem Primat des Papstes, die rechte(!) Liturgie und die besonderen Vorteile, Aufgaben und Schwierigkeiten des geistlichen Standes. Aus intellektueller Korrektness spielt auch das Ökologische und die Kapitalismuskritik jeweils eine Gastrolle. Ja, man erfährt auch, dass der Papst ein (gutbürgerlicher) Mensch ist und ein bisschen sowas wie ein Privatleben hat, dass er Zeitungen liest, Fernsehen guckt und manchmal auch DVDs von Don Camillo und Peppone, d.h., dass er auch Humor hat. Aber die Gedanken sind dann dennoch eingekreist. Viel bleibt in altbekannter Topologie stecken.</p>
<p>Schade eigentlich. Man erahnt zwar, dass vielleicht doch noch mehr möglich gewesen wäre. Dass manche Fragen einfach fehlen und dass die übrigen ein klares Raster erzwingen. Warum eigentlich? War es insgeheim so vorgegeben, absprochen und sollte es indirekt ermöglichen, sich zu rechtfertigen oder intellektuelles Niveau zu zeigen?</p>
<p>Das wäre dann nur teils gelungen, allein, weil für die eigentlichen Antworten meist zu wenig Raum bleibt. Zwar liest man durchaus Brillianz in den Antworten. Doch bleibt der Papst in bewusster Wahrung seiner Rolle bei vorsichtigen und eher vagen Ausbruchsversuchen und besonders der Interviewer weiß mit dem durchaus vorhandenen Optimismus des Gesprächspartners nicht so recht etwas anzufangen &#8211; bleibt seinem eher kulturpessimistischen Denken bis zum Schluss treu und verschiebt das Reich Gottes auf das Jenseits.</p>
<p>Das Buch insgesamt verharrt so weithin in Verteidigung aus romtreuer Perspektive gegen die bösen modernen Medien und Systeme, gießt letztlich damit aber nur weiteres Öl ins ewig brennende Lamento gutsituierter, konfessionstreuer Bürgerlichkeit, produziert pseudo-eschatologisches Endzeitdenken, welches wie auch sein atheistisch-säkulares Pendant eigentlich nur das eigene Ableben und das des abendländischen Kulturkreises herbeiredet bzw. -sehnt, statt wirklich zu neuer Hoffnung aufzubrechen und wirklich Christsein in der Gegenwart zu wagen.</p>
<p>Nein, Untergangsapologetik brauchen wir nicht noch mehr! &#8220;Licht der Welt&#8221;-Sein, das bedeutet doch etwas mehr als das. Wahres Licht ist nicht nur ein perspektivischer Spiegel, sondern es leuchtet und strahlt auch aus sich heraus. Dazu braucht es aber deutlich mehr Zuversicht und Weitsicht und Kreativität &#8211; Kreativität im eigentlichen Sinne als Teilhabe an der Schöpfung.</p>
<p>Um dies zu ermöglichen im Interview, hätte man aber offenere Fragen stellen müssen, mithin selbst Aufbruch und Offenheit wagen. Dieser ist so allenfalls ein hypothetisch erdachter. Es wäre daher womöglich deutlich klüger gewesen, wenn statt Seewald ein Nicht-Katholik das  Papst-Interview geführt hätte, vielleicht sogar ein Nicht-Christ. Dies hätte einen echten Dialog erzeugt. So aber bestätigt sich lediglich ein Vertreter eines  bestimmten katholischen Milieus selbst und gibt seinem Idol die Ehre.</p>
<h3>Literatur</h3>
<ul>
<li>Seewald, Peter (Hg.): Benedikt XVI. &#8211; Licht der Welt, Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit, Ein Gespräch mit Peter Seewald, &#8211; 2. Aufl., Herder-Verlag, Freiburg; Basel; Wien 2010.</li>
</ul>
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