Schreibwerkstatt

Fasnacht auf der KGT-Webseite

11. Februar 2010 | Von Martin Dühning | Kategorie: Lyrik

Für die KGT-Webseite haben wir nun ein kleines Fasnachtsgedicht geschrieben, stilecht in Hochalemannisch. Freilich ist die Mundart nicht mehr weit verbreitet und am Klettgau-Gymnasium zweimal nicht. Den “Eliten” fehlen heimatliche Worte, scheints. Die Alemannische Version lautet so:



In der alten Aula

10. Februar 2010 | Von Martin Dühning | Kategorie: Schreibwerkstatt

Es war ein Heulen und Zähneknirschen hinter den verschlossenen Türen, aber auch ganz offen in den fahlen Gesichtern. Als D. an diesem Tage das Schulhaus betrat, wehte ihm ein eisiges Gespenst entgegen: das Gespenst der toten Ganztagesschule. Es schwebte nicht ganz ungerade, aber ziemlich ziellos über die unglücklichen Treppenstufen herab, auf denen schon mancher arglose [...]



Perspektivität

30. Januar 2010 | Von Martin Dühning | Kategorie: Schreibwerkstatt

Perspektivische Gebrochenheit, spektral unterbelichtet, kaleidoskopisch betrachtet: wir. Wir, die Mittelpunkte, kosmisch, universal und doch nur halb geblendet, individualisiert. Blenderei, prismatische Illusion, Lichterspiele. Mal bläulich unterkühlt, mal rotgetünchte Nordlichter, Morgennebelschleier. Lichttheorien. Goethe und Newton im Clinch. Platon und Bacon, Sophistik. Systemtheorien. Systematisches Ausblenden. Ungerechte Verhältnisse – kein Ausgleich.



Novembergedichte

22. November 2009 | Von Martin Dühning | Kategorie: Lyrik

Nr. 1
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Der Sommer, er ist hin, da hilft’s auch nichts zu maulen,
Die Bäume fallen um, das Obst beginnt zu faulen,
Am Fenster sterben dumm, wie blöd, Marienkäfer,
Es regnet auch nur rum und draußen steht ein Schäfer.
Die Schafe werden nass, sein Pudel wird noch nasser,
Der Nebel wabert grau, die Welt steht unter Wasser,
Es weht kein [...]



Das Bääh

8. November 2009 | Von Martin Dühning | Kategorie: Schreibwerkstatt

Es war an einem trüben Mittwochmorgen, als D. das Bääh zum ersten Mal auffiel. Das Vieh machte sich unflätig inmitten breit, drumherum die Meute. Es sah nicht sehr ansehnlich aus, etwas aufgedunsen, teils wie Hefeteig, teils einer Wasserleiche nicht unähnlich. Auch bei nüchterner Betrachtung hatte es sehr unvorteilhafte Proportionen. Es roch sehr streng, was aber bestimmt dadurch kompensiert wurde, dass es in einem Fort allerlei zerstreuende Geräusche von sich gab. Schüler, die drumherum standen, zeigten reges Interesse und Begeisterung an diesem animalischen Wesen. Nur an einigen von ihnen bemerkte D. zunächst noch eine Weile lang die Zurückhaltung und Skepsis, die auch ihm selbst zu eigen waren.