Schreibwerkstatt

Kreative Niarts-Literatur, selbstgebastelt

Das Buch der verpassten Gelegenheiten

Es war kurz nach Pfingsten und D. hatte beschlossen, den kurzen Freiraum, der sich dadurch erbot, für einige längst hinfällige Recherchen zu verwenden. Insbesondere hatte er sich vorgenommen, einige Lücken in seiner Erinnerung durch Literatur zu ergänzen. Weil es aber in der Provinz, in welcher er arbeitete und in seltenen Nächten auch schlief, keinerlei Buchbestände von Relevanz gab, weswegen er sich selbst eine durchaus umfangreiche Sammlung verschiedenster fiktionaler Werke, zwischenzeitlich etwas mehr als 3000, zugelegt hatte, die nun allerdings seine Wohnung dermaßen vereinnahmten, dass sie die Regale bedrohlich bogen und ihm selbst manchmal ganz bedenklich wurde ob ihrer Anzahl, musste er weiter ausgreifen.

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Gyptische Kriolinblümchen!

Alles war gut, bis ich auf die Idee kam, diese gyptischen Kriolinblümchen auf den Balkon zu pflanzen. Dabei hätte ich es mir doch denken können müssen: Gyptische Kriolinblümchen! Und dann noch auf dem Balkon! Das konnte ja nicht gut gehen. Und seither klappte auch nichts mehr. Weiterlesen

Drei Sonette zum Abschied

Bevor ich wieder in das Reich der falben Buchstabendämmerung entgleite und für die nächste Zeit weder ansprechbar, noch allenfalls vorhanden sein werde, in einer kurzen, deprimierten Pause, habe ich ein paar Gedichtlein ersonnen, die niemand braucht, die aber vielleicht auch niemandem schaden – und wenn doch, dann wohlverdient. Weiterlesen

Der Brieffreund

D. hatte einen Freund, der sehr weit wegwohnte und von sich in Anspruch nahm, noch sehr viel mehr als D. zu arbeiten und auch sehr viel wichtigere Dinge. Deshalb fand er nur noch sehr selten den Weg zurück in die Provinz und D. schrieb ihm daher dann und wann allerlei schriftliche Benachrichtigungen, um ihn auf dem Laufenden und die Freundschaft am Leben zu erhalten. Wie es aber so war im Leben, so war D.s Freund alles andere als gesprächig und schrieb ihm nie zurück, beantwortete nicht einmal eine Zeile von D.s Korrespondenz.

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Frühlingsgefühle III

Es war zunächst Sabbat, spät nachmittags schon, der Tag vor dem Palmsonntag und mindestens der dritte, nachdem jene furchtbare Erkältung über ihn gekommen war, da beschloss D., dennoch endlich einen deutlichen Fortschritt in seinem Leben zu wagen, also wieder einmal einen bewusst frühlingshaften Spaziergang anzutreten.  Da er nicht alleine in die inzwischen vielleicht zaghaft angegrünte, leider aber doch weiterhin reichlich feucht verregnete Natur hinausschreiten wollte, begab er sich zu seinem imaginären Lieblingssofa, worauf seine charmante imaginäre Freundin gerade ahndungsvoll einen weiteren imaginären Wollschal in meistenteils undefinierbaren Farben strickte, und D. erkundigte sich höflich, ob sie ihm denn beim Lustwandeln im imaginären Frühlingswetter nicht Gesellschaft leisten mochte.  Er bekam, wie allerdings schon zu erwarten gewesen war, keine Antwort. Weiterlesen

Bilderli

Verwirrte Taube Fenster von St. Stephan Shanghaier Wolkenkratzer Marktstände in Richtung Feldeck

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