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	<title>Niarts Anastratin &#187; Computer &amp; Technik</title>
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	<description>Anastratin - das Online-Kulturdings von www.niarts.de</description>
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		<title>Digitalisate und ihre Zukunft &#8211; eine Prophezeiung</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 19:10:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisate]]></category>
		<category><![CDATA[Schule]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Angst muss tief stecken, so tief, dass man sogar zum Äußersten bereit ist. Das Äußerste in diesem Fall war ein Vertrag, der es den Schulbuchverlagen ermöglichen soll, eine Abhörsoftware in Schulnetzen zu installieren, um die Lehrer, jene berüchtigten Raubkopierverbrecher, zur Strecke zu bringen. Ein neues Verbrechen wurde dazu geschaffen: Digitalisate! Vorzeichen einer geplanten Verwüstung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Angst muss tief stecken, so tief, dass man sogar zum Äußersten bereit ist. Das Äußerste in diesem Fall war ein Vertrag, der es den Schulbuchverlagen ermöglichen soll, eine <a title="Schultrojaner" href="http://blog.zdf.de/hyperland/2011/11/schultrojaner-paedagogisch-kontraproduktives-spitzelmodell/" target="_blank">Abhörsoftware in Schulnetzen zu installieren</a>, um die Lehrer, jene berüchtigten Raubkopierverbrecher, zur Strecke zu bringen. Ein neues Verbrechen wurde dazu geschaffen: Digitalisate!</p>
<p><span id="more-2880"></span></p>
<h3>Vorzeichen einer geplanten Verwüstung</h3>
<p>Zwar wird &#8211; nach berechtigter Entrüstung in den Medien darüber &#8211; der sogenannte <a title="Nachbehandlung der Causa Schultrojaner" href="http://www.taz.de/!82173/" target="_blank">Schultrojaner nachbehandelt</a>, vom Tisch ist er aber keinesfalls, auch nicht beim Kultusministerium in Baden-Württemberg. So flatterte z. B. allen Lehrkräften am Klettgau-Gymnasium vor Weihnachten Post ins Haus &#8211; dass sie jene schrecklichen Dinge, <em>Digitalisate</em> nämlich, natürlich nicht besitzen dürfen und keinesfalls je erstellen dürfen. Wie immer, wenn man Angst schüren und einschüchtern will, wurde der Sachverhalt nur unzureichend erläutert. Nun denn, soviel kann ich als verschwiegener Obersystemadministrator ja verraten: In den Schulnetzen des Klettgau-Gymnasiums gab es nicht mal welche!</p>
<p>Jedenfalls keine <em>Digitalisate</em> aus Schulbüchern, und nur jene dürften fraglich sein. Dass man dagegen im digitalen Zeitalter Informationen digitalisiert, das ist durchaus erwartbar und zudem &#8211; je nach Zweck und Art der Vorlage in unterschiedlicher Weise &#8211; nach geltendem Recht sogar erlaubt. Nicht zuletzt deswegen gibt es ja Urheberrechtsabgaben inzwischen auf alle Geräte, die dazu auch nur im Entferntesten verwendet werden könnten.</p>
<p>Ausgenommen davon sind in besonderer Weise hauptsächlich Schulbücher. Und genau darum war eine Software angedacht, um digitale Kopien derselben, jene &#8220;zweifelhaften Digitalisate&#8221; aufzuspüren und zu vernichten und jene bekanntermaßen üblen Gesellen, die Lehrer, auf disziplinarischem Wege zu bannen.</p>
<p>Die erste Maßnahme war jetzt jedenfalls eine Verwarnung. Je weniger eine Schuldzuweisung aber zutreffend ist, desto größer ist die Wut und Entrüstung darüber.  Momentan entrüsten sich hauptsächlich die Systemadministratoren, weil sie sowas üblicherweise wieder als Erste auszubaden haben.</p>
<h3>Wie man vollautomatisch zum Verbrecher abgestempelt wird</h3>
<p>Als Administrator, aber auch als Autor eigener &#8220;Lehrwerke&#8221; habe ich dagegen einiges einzuwenden. Nicht nur, dass in manchen anderen Schulen in überzogenem Maße nun jeder Scanner als &#8220;Mordwaffe&#8221; gebrandmarkt wird und es sogar andernorts Schulleiter geben soll, die sämtliche Nutzungsmöglichkeiten (inklusive Laufwerke und Netzverbindung) von PCs rigide verhindern möchten.</p>
<p>He, wenn man sie dann sowieso nicht mehr nutzen soll, außer als überdimensionierten Taschenrechner, wozu hat man in den vergangenen 10 Jahren das ganze Gerümpel für unmäßig viel Geld angeschafft und zwischenzeitlich nahezu jede Lehrkraft gezwungen, sich mit Computern zu beschäftigen &#8211; ob sie wollte oder nicht?</p>
<p>Wozu verbrennt man wochenweise Manneskraft mit der Instanthaltung einer ganzen Armee von Rechnern, wenn man umgekehrt jegliche produktive Betätigung damit verhindern möchte? Denn darauf läuft es ja wohl hinaus, wenn man gleich alle &#8220;Digitalisate&#8221; verhindern will!</p>
<h3>Was ist ein &#8220;Digitalisat&#8221;?</h3>
<p>Ein <em>Digitalisat</em>, so erklärt es beispielsweise auch die <a title="Digitalisat auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitalisat#Endprodukt" target="_blank">allwissende Wikipedia</a>, ist ja letztlich nichts anders als eine mittels technischer Hilfsmittel wie Scanner oder Digitalkamera angefertigte digitale Kopie eines analogen Werkes, also das Endprodukt einer Digitalisierung. Folglich muss sie entweder als Bild oder als per OCR umgewandeltes Textdokument vorliegen. Die Möglichkeiten im Einzelnen sind da enorm, womit dann auch die technischen Probleme beginnen. Mit simplen &#8220;Wasserzeichen&#8221; wie bei Musikdaten (Mp3 etc.)  ist es in diesem Falle nämlich nicht getan. Nötig wäre ein enorm aufwendiger Abgleich mit einer gemischten Text/Bilddatenbank mit entsprechendem Traffic im System. Falscher Alarm wäre an der Tagesordnung.</p>
<p>Denn wie bitte schön soll jede noch so geniale Software rechtmäßig erstellte digitale Inhalte von unrechtmäßigen unterscheiden, besonders dann, wenn es noch nicht einmal die Verlage selbst sauber trennen?</p>
<p>Zwei Beispiele: Sowohl eine Glosse der Schülerzeitung Phoenix hat es in ein Lehrbuch geschafft als auch einige Unterrichtsmaterialien aus meinem Religionsunterricht. Im ersten Fall ist es weniger dem Verlag, als der VG Wort zu verdanken, dass der Urheber (ich) ordnungsgemäß vergütet und als solcher geführt wird, wie man dann auf S. 49 der neuen Ausgabe des Cornelsen Deutschbuchs <em>Orientierungswissen Deutsch</em> im Kapitel über Satirisches Schreiben auch nachlesen kann. Übrigens bin ich durchaus stolz darauf, es als Autor in ein bundesweit vertriebenes Schulbuch geschafft zu haben.</p>
<p>Im zweiten Fall hatte ich weniger Glück. Zwar fragte auch hier der Kösel-Verlag artig nach, als er meine Arbeitsblätter zu Utopia von Thomas Morus für seinen Lehrerkommentar zu Mittendrin 9/10 verwendete, und ich gab sie ihm wie immer &#8211; ganz der Creative Commons verpflichtet &#8211; freiwillig und mit besten Wünschen, sodass man auf S. 52 des Lehrerkommentars zu Mittendrin 3 als Material 1.8 mein passendes Arbeitsblatt fast wörtlich übernommen findet, aber im ganzen Lehrerkommentar findet sich kein einziger Hinweis auf die verwendeten Quellen. Wie bitteschön soll eine noch so genial konzipierte Plagiatsoftware da auf einen anderen Schluss kommen, als dass der um sein Urheberrecht gebrachte Autor nun zum Plagiator gebranntmarkt werden muss?</p>
<p>Darf ich jetzt also künftig meine eigenen Arbeitsblätter nicht mehr in der Schule einsetzen? Oder nur noch mit Schützenhilfe meines Anwalts? Genau danach sieht es aus!</p>
<p>Das ist schon ziemlich schlimm und hat dazu geführt, dass ich mit Arbeitsblättern inzwischen weit weniger freigiebig geworden bin, als ich das früher war, als alle meine Schüler meine selbsterstellten Arbeitsblätter auch auf der Niarts-Webseite herunterladen konnten. Fast könnte man meinen, dass es die Schulbuchverlage bestimmt auch nicht sehr schmerzt, wenn unliebsame Konkurrenz aus dem Netz schwindet. Vielleicht ist das ja sogar gewollt.</p>
<h3>Der Staat misstraut seinen Angestellten</h3>
<p>Härter trifft mich die Digitalisate-Propaganda aber als Administrator, denn dann muss ich künftig womöglich (natürlich mal wieder ganz unentgeltlich) als Erfüllungsgehilfe der Rechteverwertungsindustrie dabei helfen, Lehrerkollegen auszuspionieren.</p>
<p>Das geht mir nun wirklich gegen den Strich: Hier wird eine Saat des Misstrauens gesät, die &#8211; einmal mehr &#8211; recht wenig für den Dienstherrn spricht. Dieser misstraut offenbar seinen eigenen Beamten, die neben zwei Staatsexamen immerhin eine lange Probezeit hinter sich haben und dabei auch mehrfach auf die rechtsstaatliche Verfassung schwören mussten.</p>
<p>Das reicht aber offensichtlich nicht. Sonst müsste man sie ja nicht dauerüberwachen. Es sind ja offenbar alles potentielle Verbrecher. Schlimm, dass wir solchen Übeltätern unsere Kinder anvertrauen müssen, die freilich, weil sie ja ebenfalls potentielle Verbrecher sind, gleich mitüberwacht werden&#8230;</p>
<h3>Die Zukunft ist trotzdem digital</h3>
<p>Freilich, die Paranoia, die hier ganz offensichtlich am Werk ist, wird gegen die technische Entwicklung nicht viel ausrichten. Sieht man sich die Entwicklung in anderen Teilen der Welt an, wo es keine Buchpreisbindung gibt und verbindet den blühenden digitalen Buchmarkt mit der neue Gerätekategorie der Tabletrechner und mit den Notwendigkeiten des Schulalltags, dann braucht man kein großer Prophet sein, um zu erkennen, dass hier nichts so bleiben kann wie es gerade ist. Nicht nur der immer noch präsente Visionär Steve Jobs <a title="Spiegel.de: Schulbücher per iTunes?" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,807093,00.html" target="_blank">hielt überfüllte Schulranzen im 21. Jahrhundert für veraltet</a> und war noch ganz am Schluss dabei, das iTunes-Prinzip und die Tablets in die Schulen zu tragen.</p>
<p>Projekte wie <a title="Projekt Gutenberg" href="http://gutenberg.spiegel.de/" target="_blank">Gutenberg.de</a>, aber auch die <a title="Zeno - ein Projekt der Digitalen Bibliothek" href="http://www.zeno.org/" target="_blank">Digitale Bibliothek</a> haben schon viel früher erkannt, dass das digitale Zeitalter angebrochen ist. Als Student, also vor mehr als 10 Jahren,  habe ich selbst aktiv dabei mitgeholfen, alte seltene Texte zu digitalisieren, um sie überhaupt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dafür hatte ich mich auch über das Regelstudium hinaus mit vergessenen Autoren beschäftigt wie Danziger Barockdichtern (Stichwort: <a title="Johannes Plavius - digitalisiert" href="http://www.niarts.de/plavius/index.html" target="_blank">Plavius</a>) oder mit dem oberrheinischen Dichterkreis um Johann Georg Jacobi. Beides war kein Verbrechen, sondern wissenschaftliche Arbeit und kulturschaffende Tätigkeit!</p>
<p>Nicht alle Digitalisate sind schlecht, wie es uns die Verlagsindustrie nun glauben machen will, indem sie den Begriff propagandistisch negativ besetzt!</p>
<p>Unabhängig davon bin ich auch heute immer noch der Überzeugung, dass uns das papierne Buch in Literaturkreisen <a title="Anastratin.de: Warum das Buch wohl nicht so schnell sterben wird..." href="http://www.anastratin.de/2009/04/25/warum-das-buch-wohl-nicht-so-schnell-sterben-wird/" target="_blank">noch lange erhalten bleiben</a> wird. Denn es hat in Sachen Nachhaltigkeit durchaus bleibende Vorzüge. Aber Gebrauchstexte, wie sie außer in Zeitungen auch in Schulbüchern zu finden sind, lassen sich problemlos durch digitale Inhalte ersetzen.</p>
<p>Damit meine ich <em>nicht</em>, dass man in plumper Manier Schulbücher einscannt, wie das jetzt von Verlagsvertretern, aber auch Teilen der Kultusministerien unterstellt wird. Denn das tut kein Lehrer, der halbwegs etwas von sich hält. Lehrer, zumindest die am Gymnasium, sind fachlich qualifizierte Hochschulabsolventen, die ihre Texte und Arbeitsblätter durchaus selbst schreiben können. Und wenn sie auch nur ein bisschen was auf sich halten, dann tun sie das auch.</p>
<p>Neben den Schulbüchern gibt es dank der modernen Referendariatsausbildung in jeder Fachschaft verborgene Schätze von Lernzirkeln, individuell zugeschnittenen Arbeitsblättern und gute Lehrer haben ganze Schrankwände bei sich zuhause gefüllt mit eigenem Unterrichtsmaterial.</p>
<p>Das einzige, was sie in Schulen bislang davon abhielt, ihre Werke in größerem Ausmaß zu verbreiten, sind die immensen Kopier- und Druckkosten, die schon immer ein besserer Kopierschutz waren als es jede Überwachungssoftware jemals sein könnte.</p>
<h3>Künftig: Tablets als Schulbuch &#8211; und PC-Ersatz</h3>
<p>Und genau diese Druckkosten fallen mit Ebookreadern und Tablets aber mittelfristig weg. Sobald eine Schule nur auf die Idee kommt, solche als Lehrmittel anzuschaffen, müssen die Schulbuchverlage tatsächlich bangen, insbesondere in Zeiten, wo jede Schule ein schuleigenes Curriculum mit individuellen Lehrinhalten bieten muss, was durch kein Schulbuch vernünftig abgedeckt werden kann.</p>
<p>Man muss kein Visionär sein um zu begreifen, dass neben den papiernen Schulbüchern auch die Computerräume auf der Liste der bedrohten Arten stehen. Denn sie sind zu sperrig, nehmen Schulraum weg, sind teuer in der Anschaffung und Erhaltung und zeitaufwendig in der Wartung. Selbst mit einem genialen Systemadministrator, den es in Schulen nur selten gibt &#8211; denn er muss am puren Schulalltag verzweifeln, wird ein normaler Lehrer mit der Massenabfertigung Computerraum nur mäßig glücklich, denn sie passt nicht zum pädagogischen Ziel der Individualbetreuung.</p>
<p>Zudem fühlt sich die autonom agierende Lehrkraft immer der Willkür eines Systems ausgeliefert, das sie womöglich kontrollieren will, allein dadurch, dass es sich der Kontrolle des Pädagogen entzieht, oder nicht richtig funktioniert.</p>
<p>Darum, weil die PCs letztlich so unpraktisch in der Handhabung sind wie die Schulbücher im Ranzen von Durchschnittschülern zu schwer, werden beide in absehbarer Zeit schwinden und gegen das ersetzt werden, was jetzt schon bei fast jedem Schüler vorhanden ist &#8211; eine Art Smartphone, nur etwas größer und mit Touchscreen oder Stift, leicht zugänglich, intuitiv nutzbar, interaktiv, optimalerweise mit einer Funkverbindung zu einem Projektionsgerät oder Bildschirm und einer Tauschmöglichkeit mit der Lehrkraft und für die Schüler untereinander.</p>
<p>Kleine, smarte Geräte, die jeder dabei hat und auf die er alles das kopieren und bearbeiten kann, was er gerade braucht &#8211; mehr braucht es für den Durchschnittsbetrieb an der Schule eigentlich nicht.</p>
<p>Das aber genau ist der Alptraum nicht nur der Schulbuchindustrie!</p>
<h3>Technik muss Hilfsmittel sein, kein Knebel</h3>
<p>Der neuerliche Vorstoß mit der Plagiatfindungssoftware mag aus dieser düsteren Sicht entstanden sein. Er wird diese Entwicklung dennoch nicht verhindern, sondern sogar beschleunigen, denn sie setzt das klassische Schulnetz dem Überwachungsverdacht aus und senkt seine Akzeptanz beim Nicht-Informatiklehrer (die große Mehrheit) noch weiter. Die getreuliche Befolgung von ministerialen Diktaten durch missmutige Erfüllungsgehilfen wird der klassischen Kübelinformatik daher langfristig den Rest geben und eigenverantwortlichen Lösungen und privaten Initiativen weiteren Vorschub. Schüler sind technisch inzwischen ohnehin viel weiter im Smartphone-Zeitalter angekommen, und die meisten Lehrkräfte sind es auch, ganz unabhängig vom Alter.</p>
<p>Schulen lassen sich daher nicht kontrollieren wie ein Gefängnis, und das passt auch einfach nicht zum Duktus einer demokratischen Gesellschaft, darum wird es auch nicht gelingen, zum Glück.</p>
<p>Ob man als Demokrat in einer iTunes-Monokultur glücklicher wird, die letztlich auch <a title="Heise - Wir brauchen wütende Nerds" href="http://www.heise.de/tr/artikel/Wir-brauchen-wuetende-Nerds-1397391.html" target="_blank">stark kontrollierend</a> ist, ist eine andere Frage, wenn sie sich in Schulen denn überhaupt stellen würde. Von ihrem Selbstverständnis her sind Lehrkräfte nämlich immer entweder Autokraten oder sehr kollegial gesinnt, niemals jedoch glücklich-dümmliche Untertanen, die kommentarlos Befehle ausführen. Daher sind jegliche Diktate zu einer unhinterfragten Monokultur zum Scheitern verurteilt, ebenso Abo-Modelle, denn die Schulträger können sich diese nicht leisten, zumindest nicht in dem finanziellen Rahmen, wie es sich die Verlagsindustrie mit scheelem Blick auf die Mobilfunkbranche wünscht.</p>
<p>Am ehesten Zukunft hat ein System, das dem einzelnen Pädagogen die Freiheit lässt, die Technik als das zu nutzen, was sie ist, ein optionales Werkzeug bei der didaktischen und pädagogischen Arbeit. Glücklich ist die Lehrkraft, wenn sie bei der ganzen Sache auch noch für ihr Fach kreativ sein kann. Ein System aber, was von oben herab diktiert wird und die persönliche Lehrfreiheit und Kreativität im Umgang mit den Schülern beschneidet, hat dagegen auf Dauer keine Chance, nicht einmal als Drohkulisse.</p>
<p>Das heißt nicht, dass ein solches System nicht hie und da mühsam errichtet wird, manche Schulen lieben es ja, mit teuren, wenn auch obsoleten Anschaffungen zu protzen (man erinnere sich an die Sprachlabore der 70er, manch sinnfreie Computeranschaffungen in 80ern und 90ern und neuerdings die sogenannten &#8220;Whiteboards&#8221;, teure Spielzeuge für prestigesüchtige Schulleiter und Systemadministratoren mit zuviel Freizeit). Ministerien spielen zur Not auch gerne mal die Disziplinarkarte aus und erlassen Verordnungen, ganz egal, ob diese umsetzbar sind oder nicht.</p>
<p>Aber beides wird wohl aufs Ganze gesehen ins Leere gehen. Dinge, die nicht Hand und Fuß und auch kein Herz haben, lassen sich auf Dauer nicht halten, oder nur mit unverhältnismäßig großem Energieaufwand. Beides würde in unserem Bildungssystem an den fortlaufenden Kosten von Zeit und Geld scheitern.</p>
<p>Die Zukunft der Technik ist deshalb eine, die wie von selbst zum Schulalltag passt, die sich geschmeidig anpasst, mithin eine dienende, aber sicher keine knebelnde. Und sie wird sinngemäß individualistisch sein, also vom Einzelnen ausgehen -und von ihm auch bezahlt werden müssen.</p>
<p>Je mehr man sich dagegen stemmt, desto schneller tritt es ein. Da hilft auch kein Lobbying.</p>
<p>Überfällig ist es längst. Und es wird kommen. Sehr, sehr bald &#8230;</p>
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		</item>
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		<title>Drei Hochzeiten und ein Todesfall</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 21:43:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Delphi]]></category>
		<category><![CDATA[FireMonkey]]></category>
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		<category><![CDATA[MacOS]]></category>
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		<description><![CDATA[Delphi XE2 ist da &#8211; und damit bricht auch für treu gebliebene Delphi-Fans endlich das 64-Bit-Zeitalter an. Nicht nur das, auch MacOS und &#8211; über Umwege &#8211; sogar iOS 4.2 können nun mit Delphi-Progrämmchen versorgt werden. Doch gibt es noch mehr überraschende Neuerungen, denn neben dem neu entwickelten Framework &#8220;Firemonkey&#8221;, das die Apple-Unterstützung erst ermöglicht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Produktvorstellung von Delphi XE bei Embarcadero" href="http://www.embarcadero.com/products/delphi" target="_blank">Delphi XE2</a> ist da &#8211; und damit bricht auch für treu gebliebene Delphi-Fans endlich das 64-Bit-Zeitalter an. Nicht nur das, auch MacOS und &#8211; über Umwege &#8211; sogar iOS 4.2 können nun mit Delphi-Progrämmchen versorgt werden. Doch gibt es noch mehr überraschende Neuerungen, denn neben dem neu entwickelten Framework &#8220;Firemonkey&#8221;, das die Apple-Unterstützung erst ermöglicht, wird seitens Embarcadero gleich <a title="Webseite des freien Compilers &quot;FreePascal&quot;" href="http://freepascal.org" target="_blank">FreePascal</a> mitgeadelt, denn zur iOS-Entwicklung (über Freepascal und XCode) ist dieser Compiler nötig und FireMonkey unterstützt daher auch offenziell den OpenSource-Pascal-Compiler.</p>
<p><span id="more-2580"></span></p>
<h3>Hochzeit Nr. 1: Delphi und 64-Bit</h3>
<p>Was Windows angeht, hat der traditionelle Entwickler nun erst mal die Wahl zwischen 32-Bit und<strong> 64-Bit-VCL-Anwendungen</strong>. Letztere lassen sich über den erneuerten Projektmanager, standardmäßig rechts im Fenster der Entwicklungsumgebung, per Knopfdruck hin- und herschalten. Die Portierung auch vorhandener 32-Bit-Projekte klappt relativ problemlos. Man kann bei der selben Projektdatei jederzeit beide Executables erstellen, ohne zwei getrennte Projekte verwalten zu müssen. Im Quelltext kann man zur Not auf bedingte Kompilierung zurückgreifen, um verschiedene Ziele zu berücksichtigen &#8211; unter anderem auch MacOS.</p>
<div id="attachment_2581" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/delphixe2-demo.jpg"><img class="size-medium wp-image-2581" title="In Delphi XE kann man nicht nur wie gewohnt Steuerelemente zusammenklicken, sondern auch 3D-Oberflächen kreieren, für mehreren Plattformen und dennoch mit nur einigen Mausklicks." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/delphixe2-demo-450x261.jpg" alt="In Delphi XE kann man nicht nur wie gewohnt Steuerelemente zusammenklicken, sondern auch 3D-Oberflächen kreieren, für mehreren Plattformen und dennoch mit nur einigen Mausklicks." width="450" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">In Delphi XE kann man nicht nur wie gehabt langweilige Windowscontrols zusammenklicken, sondern auch ganz individuelle, komplette 3D-Oberflächen kreieren, für mehrere Zielplattformen und dennoch mit nur wenigen Mausklicks.</p></div>
<h3>Doppelhochzeit: Delphi, Mac und Multimedia</h3>
<p>Will man für andere Plattformen als Windows entwickeln  &#8211; MacOS und iOS stehen offiziell auf der Agenda &#8211; oder erwägt man wirkliche Multimedia, muss man dagegen ganz neu ein <strong>FireMonkey</strong>-Projekt erstellen, eine einfache Umwandlung vorhandener Projekte per Knopfdruck ist hier nicht vorgesehen und wäre wohl auch schwierig, da beide Entwicklerframeworks einen unterschiedlichen Weg gehen. Die traditionelle VCL-Bibliothek baut auf Windows-Komponenten auf, <a title="Firemonkey-Infoseite von Embarcadero" href="http://edn.embarcadero.com/article/41603" target="_blank">FireMonkey</a> ist eine Neuentwicklung, die einerseits betriebssystemübergreifend ausgelegt ist, andererseits ein <strong>hardwarebeschleunigtes Multimediaframework</strong> darstellt, das explizit von modernen GPU- und Shaderfunktionen Gebrauch macht. Zusammen mit dem neuen Konzept der &#8220;<strong>Livebindings</strong>&#8220;, die das alte Komponentenkonzept von Delphi potenzieren, war es noch nie so einfach, Multimediaanwendungen zu basteln &#8211; und das teils ohne eine einzige Zeile Quelltext!</p>
<h3>Stilistische Freiheiten</h3>
<p>Die mitgelieferten Beispiele zeigen das eindrücklich: Es ist genauso leicht möglich, Anwendungen im Stil von Windows 7, MacOS, iOS oder graphitfarben wie diverse Adobe-Produkte zu gestalten, als auch gänzlich in 3D &#8211; denn alle Komponenten kann man auch frei im Raum anordnen oder auch animieren &#8211; hardwarebeschleunigt in Echtzeit, versteht sich. Das Framework versteht sich im Umgang mit gängigen Multimediaformaten bis hin zu 3ds. Von Haus aus werden von FireMonkey auch diverse Shadereffekte zur Grafikmanipulation mitgeliefert, sodass einem schnell zusammengestrickten Photoshop-Clone nichts im Wege steht, ganz ohne dass man sich mit kniffligen Quelltexten oder kryptischen Algorithmen herumschlagen müsste.</p>
<div id="attachment_2582" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/kioskgaleriedelphixe2_1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2582" title="Ein animiertes Fotoalbum wie bei MacOS oder CoolIris - bei Delphi XE braucht man nur noch wenige Mausklicks dafür. Auch beim Stil einer Anwendung kann man aus einer ganzen Reihe vordefinierter Stile auswählen -  oder einen ganz eigenen erstellen." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/kioskgaleriedelphixe2_1024-450x286.jpg" alt="Ein animiertes Fotoalbum wie bei MacOS oder CoolIris - bei Delphi XE braucht man nur noch wenige Mausklicks dafür. Auch beim Stil einer Anwendung kann man aus einer ganzen Reihe vordefinierter Stile auswählen -  oder einen ganz eigenen erstellen." width="450" height="286" /></a><p class="wp-caption-text">Ein animiertes Fotoalbum wie bei MacOS oder CoolIris - bei Delphi XE braucht man nur noch wenige Mausklicks dafür. Auch beim Stil einer Anwendung kann man aus einer ganzen Reihe vordefinierter Stile auswählen - oder ganz eigene erstellen.</p></div>
<p>Überarbeitet wurde der Quelltexteditor dennoch und ist nun durch einige praktische Ergänzungen noch intuitiver, schon die XE-Version hatte ja einige Alltagsbedürfnisse moderner Entwickler stärker berücksichtigt (wie z. B. die Anbindung an eine Versionskontrolle wie Subversion). Embarcadero hat das Ohr offenbar deutlich näher an den Entwicklern als die Vorgängerfirmen und kaufte auch in der Vergangenheit schon mal gerne vielversprechende Delphiweiterentwicklungen von begabten Drittherstellern auf (wie z. B. bei Prism). Auch der Support machte auf mich einen recht engagierten Eindruck. Er reagierte sehr schnell und binnen Minuten auf Anfragen meinerseits, als ich Probleme mit der Installation hatte.</p>
<h3>Fazit: Interessant trotz Patchbedarf</h3>
<p>Bis zu einem vollständig ausgereiften Produkt gibt es aber noch einiges zu tun. Die Onlinehilfe ist gerade zu FireMonkey oft noch etwas arg lückenhaft und da die Fangemeinde zumindest in Deutschland stark abgenommen hat, ist es auch anderorts schwer geworden, an die nötigen Informationen zu kommen. Gute Delphi-Bücher sind genau so rar geworden wie Delphi-Entwicklerzeitschriften.</p>
<p>Insgesamt macht Delphi XE2 jedoch einen sehr vielversprechenden Eindruck, wenn einige der Neuerungen auch noch nicht ganz fertig sind. Gerade für das brandneue FireMonkey wird noch der eine oder andere Patch nötig werden, teilweise fehlen auch noch ein paar zusätzliche Funktionen in der Bibliothek, wenn man damit nicht nur multimediale Bildbetrachter oder Bildschirmschoner entwickeln soll, so z. B. eine Unterstützung für Mehrfachsprachanwendungen (die integrierte unterstützt bislang nur die VCL) oder eine Komponente, um HTML5 darzustellen. Die Entwicklung für iOS ist augenblicklich alles andere als intuitiv. Man benötigt dafür nicht nur eine Entwicklerversion(!) von FreePascal, sondern auch noch einen Mac samt installiertem <a title="Xcode-Kurzinfo auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xcode" target="_blank">XCode</a>. Das ist so noch etwas arg umständlich.</p>
<h3>Neuer Ansatz: &#8220;Graphics &amp; Style&#8221;</h3>
<p>Doch ist der Ansatz zumindest interessant und trifft vielleicht den Nerv der Pascal-Liebhaber. Sind doch viele von ihnen inzwischen in dem Alter, in dem man sich gern mit dem luxuriösen Nimbus eines Apple-Systems umgibt &#8211; und beide Nutzerkreise haben einen gewissen Hang zu EDV-Ästhetik (bei Pascal-Liebhabern ist es die alte Klarheit der Programmiersprache) und zu multimedialen Spielereien (die einst in Scharen von Delphientwicklern bebastelt wurden, aber oft am berüchtigten Windows-GDI scheiterten). Beide, Pascal wie Apple, haben notorische Fans, keine einfachen Benutzer. Vielleicht ist Delphi XE2 eine späte Dreifachhochzeit &#8211; es finden einige Dinge zusammen, die vielleicht immer schon gut zusammen gepasst hätten: Pascal, 64-Bit-Multimedia-RAD und Mac-Flair.</p>
<p>Andererseits kommt XE2 reichlich spät. Generationen vermasselter Delphiversionen, bevor Embarcadero das Ruder endlich herumriss, haben die Nutzerbasis bedenklich schwinden lassen. Fatal gerade in Deutschland war die missratene Firmenpolitik von Inprise (dem Anfang vom Ende der glücklichen Tage): fehlerhafte, schwerfällige und instabile Versionen wurden zu völlig überteuerten Preisen auf den Markt geworfen, entworfen für elitäre Entwickler in Großunternehmen, die vielen kleinen Heimentwickler dagegen wurden stiefmütterlich behandelt, der Kauf verteuert und erschwert und mitunter auch deshalb Delphi aus den Schulen vertrieben. Denn keine Version nach 7 ließ sich mehr in dortigen Netzwerken betreiben, selbst wenn man mal das Geld zusammenbekommen hätte. Dabei war Pascal von jeher eine Schulungssprache. Schade. Heute haben es dort Java, C# und Python ersetzt.</p>
<h3>Der Preis: nur für Kaltduscher</h3>
<p>Ob das neue XE2 junge Nutzerkreise wieder erreicht, ist eher fraglich. Da dürften FreePascal und Lazarus erfolgreicher sein, fristen inzwischen aber auch eher ein Nischendasein in Schulen, da sie keine aktuellen Akzente setzen. Aber durch das Multimediaframework FireMonkey und die ausbaubare Mehrplattformunterstützung gewinnt Delphi vielleicht ganz  neue Nutzerkreise in der bunten neuen Multimediawelt der Tablets &#8211; wenn die Entwicklung dafür mal intuitiver wird und vielleicht auch noch Android hinzukommt (der FreePascal-Compiler kann ja neuerdings in der Entwicklerversion verdächtigerweise auch <a title="FreePascal lernt Java-Bytecode dazu" href="http://wiki.freepascal.org/FPC_JVM" target="_blank">JAVA-Bytecode erstellen</a>). &#8220;Rapid Application Development&#8221; geht nun wirklich wieder zeitgemäß multimedial und intuitiv mit Delphi.</p>
<p>Einem plattformübergreifenden &#8220;3D &#8211; Tin Quizzy &#8211; 2012&#8243; stünde nun eigentlich damit auch nichts mehr im Weg &#8211; außer vielleicht der Preis. Denn <a title="Deutsche Preise von Delphi XE" href="http://www.edv-buchversand.de/embarcadero/catalog.php?cnt=catalog&amp;lng=&amp;gr=&amp;idx0=1&amp;cat0=750000506" target="_blank">570 EUR für das Professional-<em>Update</em></a> sind nicht gerade wenig und die mit 170 EUR deutlich billigere Starteredition kann weiterhin nur 32-Bit Windows &#8211; wohl aber immerhin mit FireMonkey.</p>
<h3>Ein Todesfall</h3>
<p>Für einen alten Weggefährten der Pascal-Welt kommt die neue, multimediale Delphi-Welt allerdings in jedem Fall zu spät: Im Juni verstarb die bei Kennern renommierte und bei treuen Pascal-Fans beliebte Computerzeitschrift &#8220;<a title="Toolbox bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Toolbox" target="_blank">Toolbox Multimedia</a>&#8220;. Sie wurde in aller Stille vom Verlag beerdigt. Möge sie in Frieden ruhen. Sie hätte sich über das neue Delphi sicherlich gefreut&#8230;</p>
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		<title>Daz Studio 4 Pro &#8211; erster Eindruck</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2011 22:28:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[DAZ Studio 4]]></category>
		<category><![CDATA[Early Adopter]]></category>
		<category><![CDATA[Test]]></category>
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		<description><![CDATA[DAZ Studio setze ich seit der Version 1 ein, auch für kleinere Animationen. Was zunächst eine eher schmächtige Dreingabe des Figurenherstellers, quasi ein kleines Mini-Poser-Figurenbastelprogramm war, mauserte sich schnell zu einem ausgewachsenen 3D-Figurenanimator mit großer Fangemeinde. Durch den integrierten Renderer Delight brauchen sich die Endergebnisse auch nicht zu verstecken. Entsprechendes Finetuning und Rechenzeit vorausgesetzt, steht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>DAZ Studio setze ich seit der Version 1 ein, auch für kleinere <a title="So einfach, simpel, primitiv" href="http://www.anastratin.de/2009/06/01/ziemlich-einfach-primitiv/">Animationen</a>. Was zunächst eine eher schmächtige Dreingabe des Figurenherstellers, quasi ein kleines Mini-Poser-Figurenbastelprogramm war, mauserte sich schnell zu einem ausgewachsenen 3D-Figurenanimator mit großer Fangemeinde. Durch den integrierten <a title="http://www.3delight.com/en/" href="Delight%20Webseite" target="_blank">Renderer Delight</a> brauchen sich die Endergebnisse auch nicht zu verstecken. Entsprechendes Finetuning und Rechenzeit vorausgesetzt, steht er anderen kommerziellen Programmen in nichts nach.</p>
<p><span id="more-2549"></span></p>
<div id="attachment_2550" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynneundmedoindereiswueste1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2550" title="Das Posingwerkzeug bzw. Figurenrenderer DAZ Studio bietet nicht erst seit Version 4 recht überzeugende Ergebnisse. (© 2011 Nitramica Arts)" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynneundmedoindereiswueste1024-450x636.jpg" alt="Das Posingwerkzeug bzw. Figurenrenderer DAZ Studio bietet nicht erst seit Version 4 recht überzeugende Ergebnisse. (© 2011 Nitramica Arts)" width="450" height="636" /></a><p class="wp-caption-text">Das Posingwerkzeug bzw. Figurenrenderer DAZ Studio bietet nicht erst seit Version 4 recht überzeugende Ergebnisse - Die Beispielgrafik (© 2011 Nitramica Arts) macht von den neuen Funktionen Gebrauch: Die beiden Figuren basieren auf Genesis mit zusätzlich eingefügten Charaktermorphs, die Elfenranger-Kleidung wurde mit dem Autofit-Tool von Victoria 4 auf die beiden übertragen. Auch dem jungen Herrn sitzt die ehemalige Damengewandung so nun überall wie angegossen.</p></div>
<h3>Drei Varianten der Nummer 4</h3>
<p>Mit der Version 4 sind nun einige weitere Spezialitäten hinzugekommen, sodass sich der Hersteller DAZ dachte, es sei nun an der Zeit, auch den Preis der Konkurrenz anzugleichen. Schon in der dritten Generation gab es neben der kostenlosen eine kostenpflichtige Advanced-Variante, die entsprechend mehr bot, beispielsweise waren einige kostenpflichtige Zusatzplugins schon integriert. Die vierte Generation bietet neben der Advanced-Variante noch eine große Pro-Version an, die <a title="Versionsvergleich der vierten Generation von DAZ Studio" href="http://www.daz3d.com/i/software/daz_studio/comparison?" target="_blank">einiges mehr zu bieten</a> hat. Dennoch ist deren stolzer Preis von <a title="DAZ Studio 4 Pro im DAZ Store" href="http://www.daz3d.com/i/shop/itemdetails/?item=13176" target="_blank">430 Dollar</a>  selbst bei eingefleischten DAZ-Enthusiasten sehr umstritten. Nun gut, wer DAZ kennt und ohnehin Mitglied im hauseigenen 3D-Club ist, erhält das Paket über die üblichen Sonderaktionen auch deutlich billiger. Aber 100 EUR muss man derzeit schon mindestens berappen. Da fragt man sich natürlich, ob sich dieses Update überhaupt lohnt und was die große Version gegenüber der weiterhin kostenlosen freien überhaupt zu bieten hat.</p>
<div id="attachment_2551" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudio4pro.jpg"><img class="size-medium wp-image-2551" title="DAZ Studio 4 Pro bietet Grafikern wie auch Grafikerobjekterstellern mächtige Optionen - einige Tools weisen aber wohl noch Macken auf. So ist das Hemd des jungen Recken bei erneutem Laden stets durchlöchert. Hier stimmt was mit der automatischen Objektanpassung wohl noch nicht." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudio4pro-450x281.jpg" alt="DAZ Studio 4 Pro bietet Grafikern wie auch Grafikerobjekterstellern mächtige Optionen - einige Tools weisen aber wohl noch Macken auf. So ist das Hemd des jungen Recken bei erneutem Laden stets durchlöchert. Hier stimmt was mit der automatischen Objektanpassung wohl noch nicht." width="450" height="281" /></a><p class="wp-caption-text">DAZ Studio 4 Pro bietet Grafikern wie auch Grafikerobjekterstellern mächtige Optionen - einige Tools weisen aber wohl noch Macken auf. So ist das Hemd des jungen Recken bei erneutem Laden stets durchlöchert. Hier stimmt was mit der automatischen Objektanpassung wohl noch nicht.</p></div>
<p>Die Pro-Version richtet sich augenscheinlich vor allem an 3D-Entwickler. Sie enthält dazu eine ganze Reihe zusätzlicher Tools, beispielsweise neben der Softwarebridge zu Bryce auch solche zu Adobe Photoshop, zum Polygonmodeller Hexagon oder zum 3D-Skulptureditor ZBrush. Dabenen gibt es Werkzeuge z. B. einen Weight-Map-Brush, einen Texturenatlas zum Sammeln der verwendeten Texturen, ein Transfer und Gruppierungswerkzeug für Objekte, einen integrierten Polygoneditor, diverse zusätzliche Werkzeuge zur Erstellung von Figuren (Joint Editur, Skeleton-Editor) und zusätzliche Exportfunktionen um Figuren im Poser-Format (.cr2), im Autodesk FBX-Format oder als DAZ-Charakterpreset zu speichern.</p>
<p>Gleichzeitig enthält die Pro-Version auch die zusätzlichen Features der Advanced-Variante: 64-Bit-Unterstützung, einen Mehrebenenbildeditor, progressives Rendern und (sofern es mal fertig wird) die 64-Bit-Variante des Plugins für Dynamische Kleidung. Als in der Praxis äußert praktisch erweist sich, dass das sonst separat zu erwerbende Autofit-Plugin in der Pro-Variante gleich dabei ist.</p>
<h3>Genetische Experimente&#8230;</h3>
<p>Selbiges funktioniert nur mit den neuen &#8220;Genesis&#8221;-Figuren, welche das eigentliche Highlight aller Versionen sind. Dabei handelte es sich um eine neue generische 3D-Figur, von der sich alle anderen durch entsprechende zusätzliche &#8220;Morphs&#8221; ableiten lassen. Das &#8220;Mixen&#8221; von Unimesh-Figuren war auch schon in der Advanced-Variante von DAZ Studio 3 möglich, Genesis geht aber weiter: Auch die für Genesis erstellte Kleidung kann fließend mitgemorpht werden, sodass nunmehr ein stufenloser Wechsel möglich ist, ohne das Kleidung erst mühsam jeweils von Hand angepasst werden muss.</p>
<div id="attachment_2552" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/alterungsimulieren1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2552" title="Davon können Eltern im realen Leben nur träumen: Die Kleidung wächst (und schrumpft) mit. Per Knopfdruck lassen sich beliebige Kleidungsstücke an nahezu jede Form anpassen. Dabei gehen individuelle Regler bei den virtuellen Objekten allerdings verloren." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/alterungsimulieren1024-450x206.jpg" alt="Davon können Eltern im realen Leben nur träumen: Die Kleidung wächst (und schrumpft) mit. Per Knopfdruck lassen sich beliebige Kleidungsstücke an nahezu jede Form anpassen. Dabei gehen individuelle Regler bei den virtuellen Objekten allerdings verloren." width="450" height="206" /></a><p class="wp-caption-text">Davon können Eltern im realen Leben nur träumen: Die Kleidung wächst ganz automatisch mit. Per Knopfdruck lassen sich zudem beliebige Kleidungsstücke der DAZ4-Figurenreihe an nahezu jede Form anpassen. Bei der Umwandlung für Genesis gehen Modifikatoren der virtuellen Objekte allerdings verloren.</p></div>
<p>Das dies besonders auch Morphing-Animationen deutlich vereinfacht &#8211; manuelles Nachjustieren fällt faktisch weg &#8211; dürfte klar sein und DAZ ist darauf auch sehr stolz, wie auf vielen Youtube-Werbevideos zu betrachten ist.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=cTBBnc2SJ90">Genesis Produktvorstellung von DAZ auf YouTube</a></p>
<p>Freilich ist das für Genesis verfügbare Sortiment an Charakterschablonen wie Kleidung sowohl bei DAZ als auch sonstwo bislang recht überschaubar. Eigentlich gibt es noch kaum Inhalte, welche die eigentlichen Stärken der neuen Figur ausreizen könnten. Hier kommt dann das &#8220;Autofit-Tool&#8221; zum Einsatz, welches die Kleidungsstücke von Figuren der vierten Generation von DAZ (z. B. Victoria 4, Michael 4, Kids 4 etc&#8230;) automatisch in Genesis-Varianten konvertiert. Das funktioniert oft sogar recht gut, allerdings gehen bei der Konvertierung sämtliche individuellen Schalter zur Anpassung der Kleidung verloren, außerdem schießt das Plugin in seinem Bemühen, die Kleidungsstücke an die Grundfigur anzupassen, oft über das Ziel hinaus: Die Objekte sitzen oft &#8220;wie angegossen&#8221;, also wider jede Physik und teils auch Logik &#8211; wenn z. B. sich die Schuhsohlen beim Gehen mit den einzelnen Zehen verbiegen, ebenso wie am Körper getragene Gegenstände (z. B. Schwerter) oder sich Haare konform spitz über spitzen Ohren wölben. Hier gibt es wohl noch Nachbesserungsbedarf, wobei DAZ als Objekthersteller natürlich auch nicht unbedingt daran gelegen sein kann, eigens Software zu entwickeln, die den eigenen virtuellen Kleidungsladen überflüssig macht. (Kleidung für die neue Figur zu kaufen, wenn ich die für meine alten einfach bequem konvertieren kann, ist sicher genau so unsinnig, wie eine Figur zu erwerben, für die es keine Ausrüstung gibt.)</p>
<p>Was man dem Ansatz von Genesis zugute halten kann, ist, dass es nun deutlich leichter als zuvor ist, lebendige Menschen jenseits von Klischeevorstellungen zu kreieren &#8211; denn welcher Mensch hat schon nur weibliche oder nur männliche Merkmale. Nun sind auch vielfältige Zwischenstufen denkbar, die fließend ineinander übergehen und den Lebenden näher kommen. War dies bislang mit ein wenig Schaltergeschiebe auch so schon möglich, scheiterte man in der Praxis dann doch oft an den vorurteilsgeprägten Grenzen der Kleiderobjekthersteller. Mollige Damen oder verweichlichte Männer passten dann einfach nicht in der Kleider. Was nicht der perfektionistischen Norm entsprach, das ging nicht ohne viel Handarbeit und einen Polygoneditor. Das entfällt nun.</p>
<p>Dass die Genesis-Figuren sich auch von Haus aus schon näher am Lebensbild orientieren, gefällt aber nicht allen. So gibt es im DAZ-Forum einiges an Beschwerden, dass z. B. die Männer nicht mehr maskulin genug wirken, weil auch der Prototyp insgesamt weniger markant ausgefallen ist (kaum Muckis und mildere Gesichtszüge). Hier hat DAZ dann gleich nachgebessert, indem es die Schablonen (&#8220;Shapes&#8221;) der alten Figuren nun auch für Genesis gibt. Diese allerdings sind nicht ganz vollständig &#8211; altern lassen kann man die Figuren beispielsweise noch nicht, auch fehlen viele Hebelchen für OnTheFly-Emotionen.Vorgefertigte Posen für Genesis gibt es auch nur wenige, die alten von Victoria und Michael passen oft nicht oder führen zu eigenartigen Ergebnissen wie verdrehten Polygongittern, insbesondere bei der Kleidung.</p>
<p>Doch da das neue Genesis-Konzept Erweiterungen erleichtert, kann man mit entsprechenden Zusatztools wie z. B. Gen4 alte Morphs für z. B. Victoria 4 oder Michael 4 für Genesis konvertieren. Auch alte Charaktervorlagen kann man so weiterverwenden. Die Genesis-Kleider und auch die mit Autofit-konvertierten Objekte passen sich auch hier der Figur an. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, zumal man so nun eigentlich nicht mehr überlegen muss, ob das 3D-Inventar für dieses und jenes Thema überhaupt auf die jeweilige Figur passt. Konvertierte Kleidung passt nun jedem Charakter, ob Mann, Frau, Kind oder Monster.</p>
<div id="attachment_2553" class="wp-caption alignnone" style="width: 403px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynundmedo3_1024.jpg"><img class="size-medium wp-image-2553" title="Auch Körperhaltungen (Posen) passen sich wie die Kleidung bei Genesis sinnig an veränderte Größenverhältnisse an. Manuelles Nachjustieren ist auch hier kaum mehr nötig." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/elfynundmedo3_1024-393x700.jpg" alt="Auch Körperhaltungen (Posen) passen sich wie die Kleidung bei Genesis sinnig an veränderte Größenverhältnisse an. Manuelles Nachjustieren ist auch hier kaum mehr nötig." width="393" height="700" /></a><p class="wp-caption-text">Auch Körperhaltungen (Posen) passen sich wie die Kleidung bei Genesis sinnig an veränderte Größenverhältnisse an. Manuelles Nachjustieren ist auch hier kaum mehr nötig.</p></div>
<p>Sehr praktisch ist auch die neue Contentverwaltung, die ein zielgerichtetes Suchen nach Stichworten ermöglicht. Über eine ähnliche Funktion lassen sich auch Morphschalter von Figuren gezielt finden. Nicht zu unterschätzen sind auch neue Einstellungsfunktionen beim UV-Mapping: Man kann hier nun einfach angeben, für welche Figur eine Textur erstellt wurde und einzelne Skintexturen sind untereinander somit austauschbar (so hat die Elfin der Beispielgrafiken eine Michael4-Textur, der junge Recke dagegen eine für Victoria 4). Die Gestaltungsmöglichkeiten werden dadurch auch hier enorm erweitert.</p>
<p>Grundsätzlich überarbeitet wurde auch die Benutzeroberfläche. Ähnlich wie beim Ribbon-Konzept Microsofts orientiert auch sie sich am Workflow, was in diesem Falle aber durchaus auch mehr Sinn macht: Über verschiedene Schritte kann man nun zunächst Objekte laden oder erstellen, danach posieren und umgestalten, schließlich die Beleuchtung hinzufügen und abschließend noch die Texturen bearbeiten und das Ganze rendern. Am Rendern selbst lässt sich wie gehabt nichts beanstanden &#8211; unter der Oberfläche werkelt das bewährte Delight, doch dank Multiprozessorunterstützung und 64-Bit nun teils deutlich zügiger, besonders bei umfangreichen Szenerien.</p>
<h3>Fehlerchen und Workarrounds</h3>
<p>Freilich merkt man der aktuellen Version von DAZ Studio 4 Pro (4.0.2.35) noch deutlich ihre jüngst erst erfolgte Geburt an &#8211; häufig verhält sich die Software nicht ganz wie erwartet. So führen selbst die für Genesis mitgelieferten Posen manchmal zu abstrus verworrenen Ergebnissen, insbesondere die Kleidung verschlingt sich manchmal rätselhaft. Auch vergisst DAZ Studio nach dem Abspeichern, Beenden und Neustarten schon manchmal Einstellungen bei automatisch angepassten Kleidungsstücken &#8211; die Folge sind Löcher in der Kleidung oder auch abstehende Polygongruppen. Hier hilft dann oft nur Löschen und Neuladen/Neuposieren &#8211; bis zum nächsten Öffnen der Datei, dann beginnt das Spiel von Vorne.</p>
<p>Auch mit abgespeicherten Charakterpresets erlebt man bisweilen Überraschungen. Hier wendet die Software zwar brav die Einstellungen aus den Schablonen an, setzt die internen Schalthebel beim Laden aber offenbar auf Null zurück, sodass die sich automatisch anpassende Kleidung dann teils über der Figur schwebt oder plötzlich gar nicht mehr passen will. Workarrount ist hier, auf die neuen Charakterschablonen erst mal zu verzichten (was eigentlich schade ist) und stattdessen nur Shapes oder Morphsettings zu speichern (freilich gehen dann die verwendeten Texturen verloren).</p>
<div id="attachment_2554" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudiodokumentation800.jpg"><img class="size-medium wp-image-2554" title="Das Handbuch existiert noch nicht, die Hilfe weist bislang nur dürftige Inhalte auf. Aber ein paar Tutorials und Videolehrgänge auf der Seite des Herstellers gibt es bereits." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/09/dazstudiodokumentation800-450x402.jpg" alt="Das Handbuch existiert noch nicht, die Hilfe weist bislang nur dürftige Inhalte auf. Aber ein paar Tutorials und Videolehrgänge auf der Seite des Herstellers gibt es bereits." width="450" height="402" /></a><p class="wp-caption-text">Das Handbuch existiert noch nicht, die Hilfe weist bislang nur dürftige Inhalte auf. Aber ein paar Tutorials und Videolehrgänge auf der Seite des Herstellers gibt es bereits.</p></div>
<p>Deutlich nach noch nicht fertig sieht auch die Dokumentation aus. Ein Handbuch fehlt ganz, auch die Programmhilfe ist lückenhaft. Oft gibt es gerade zu den interessanten Erweiterungen und neuen Funktionen nur ein &#8220;Coming Soon.&#8221; Nun, hier wie dort macht die Software den Eindruck, dass sie noch nicht ganz fertig ist. Allerdings schiebt DAZ gewöhnlich ohnehin regelmäßig kostenlose Updates nach, sodass es wohl nur eine Frage der Zeit ist, bis Fehler behoben und noch fehlende Inhalte ergänzt sind. Gemessen am Umfang dürfte die Entwicklungsabteilung hier aber viel zu tun kriegen und man fragt sich als Kunde vielleicht auch, ob man dann den Preis nicht vielleicht noch etwas mehr hätte senken sollen, bis die Software wirklich ausgereift ist. Immerhin, die aktuellen Preisrabatte (Stichwort: &#8220;Early Adaptors&#8221;) gehen ja schon in diese Richtung. Ob 430 Dollar am Schluss aber nicht vielleicht doch etwas viel sind, sei dahingestellt. Mit <a title="DAZ Carrara Pro 8" href="http://www.daz3d.com/i/shop/itemdetails/?item=10608" target="_blank">Carrara 8 Pro</a>  existiert aus dem gleichen Hause ja auch noch eine durchaus mächtigere 3D-Umgebung, die auch nicht soviel teurer ist und mit Poser existiert immer noch ein mächtiger Konkurrent aus anderem Hause, der einige Funktionen &#8211; wie z. B. überzeugende dynamische Haare oder in der Praxis funktionierende dynamische Kleidung voraus hat.</p>
<p>Immerhin gibt einem die Pro-Variante &#8211; wenn man es dann mal mit entsprechenden Dokumentationen auch nutzen kann &#8211; eigene Inhalte zu erstellen. In den Nutzerforen wird auch schon fleißig gebastelt, um die Genesis-Grundfigur mit neuen Schablonen zu ergänzen oder Workarrounds für die Grenzen des Autofit-Tools und einiger anderer Werkzeuge zu finden. Auch diverse Shader-Vorlagen finden sich dort.</p>
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		<title>Die Online-Phoenix zieht um, erzwungenermaßen&#8230;</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/05/30/2261/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 May 2011 13:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Geheimdienstberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Forentroll]]></category>
		<category><![CDATA[MyWOT]]></category>
		<category><![CDATA[Rating]]></category>
		<category><![CDATA[reputation]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Online-Ausgabe der Schülerzeitung Phoenix zieht ein kleines bisschen um. Für die meisten ändert sich nichts, unsere Hauptdomain bleibt weiterhin http://www.kgt-schuelerzeitung.de/ &#8211; intern ändert sich allerdings unsere Domainstruktur auf http://szphoenix.mogsoft.de/. (Sobald die DNS-Server das übernommen haben.) Dieser Wechsel ist nötig geworden, nachdem man uns vom Schülerzeitungsteam darauf aufmerksam gemacht hat, dass die SZ Phoenix vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Online-Ausgabe der Schülerzeitung Phoenix zieht ein kleines  bisschen um. Für die meisten ändert sich nichts, unsere Hauptdomain  bleibt weiterhin <strong><a rel="nofollow" href="http://www.kgt-schuelerzeitung.de/" target="_blank">http://www.kgt-schuelerzeitung.de/</a></strong><strong> </strong> &#8211; intern ändert sich allerdings unsere Domainstruktur auf <strong></strong><strong><a rel="nofollow" href="http://szphoenix.mogsoft.de/" target="_blank">http://szphoenix.mogsoft.de/</a></strong>. (Sobald die DNS-Server das übernommen haben.)</p>
<p><span id="more-2261"></span>Dieser  Wechsel ist nötig geworden, nachdem man uns vom Schülerzeitungsteam darauf aufmerksam gemacht  hat, dass die SZ Phoenix vom <a title="MyWOT auf Wikipedia.org" href="http://en.wikipedia.org/wiki/MyWOT.com" target="_blank">(übrigens umstrittenen) &#8220;communitybasierten&#8221; Seitenbewertungssystem <strong>MyWOT</strong></a> als <a title="Miserables MyWOT-Rating" href="http://www.mywot.com/en/scorecard/phoenix.mogsoft.de/comment#comment" target="_blank">Malwareseite</a> geführt wird. MyWOT ist ein &#8220;Sicherheitssystem&#8221;,  unter anderem auch als Addon für diverse Browser erhältlich, welches auf  Basis von Benutzerabstimmungen Webseiten auf ihre Sicherheit hin  beurteilt. Da die alte interne Domain phoenix.mogsoft.de auf einem  <a title="&quot;FreePCSecurity&quot;" href="http://www.freepcsecurity.co.uk/2009/01/16/malicious-sites-p/" target="_blank">privat betriebenen Blog(eintrag) vom Januar 2009</a> als Malware-Seite geführt  ist, hat das der Phoenix ein ziemlich böses Ranking beschert &#8211; meistensteils  von &#8220;MyWOT-Powerusern&#8221;, also vielklickenden Leuten, welche Webseiten zu Massen allein anhand solcher Listungs bewerten und die oft des Deutschen noch nicht einmal mächtig sind. (Es wundert, wie sie dann überhaupt zu der angegebenen inhaltlichen Bewertung unserer Seite kommen wollen.)</p>
<p>Übrigens  stimmt das vernichtende Urteil auch nicht. Unsere Seite ist seit Jahren  bei Norton Websafe geführt, wird also ständig überwacht und ist von  diesem als &#8220;clean&#8221; freigegeben. Dies kann man rund um die Uhr einsehen unter:</p>
<p><a rel="nofollow" href="http://safeweb.norton.com/report/show?url=http%3A%2F%2Fphoenix.mogsoft.de%2F" target="_blank">http://safeweb.norton.com/report/show?url=http%3A%2F%2Fphoenix.mogsoft.de%2F</a></p>
<p>Im  Gegensatz zu MyWOT &amp; Co basiert Norton Websafe nicht auf  Nutzermeinungen, sondern auf echter Virenheuristik &#8211; daher ließe es sich  (anders als MyWOT) auch nicht einfach durch zwei zusätzliche Buchstaben  im Domainnamen austricksen &#8211; es wird nämlich immer die gesamte zugrunde  liegende Domain von Norton überprüft, in diesem Falle der Server  mogsoft.de. Dagegen lässt MyWOT offenbar nur jeweils für einzelne  Lautfolgen abstimmen &#8211; ob das so wirklich ein hilfreiches Mittel gegen  die echten Malwareseiten ist, die meist unter dutzenden, wechselnden  Adressen erreichbar sind, wagen wir zu bezweifeln. Mehrheitswahl ist jedenfalls nicht in jedem Fall das Beste Mittel.</p>
<p>Sei&#8217;s  drum. Wir hoffen trotzdem, dass unsere neue Subdomain auch bei MyWOT ein  besseres Rating bekommt, weil es ja auch seine Nutzer hat, die  vielleicht auch die Phoenix lesen wollen. Allerdings gibt es in Deutschland nicht allzu viele MyWOT-Nutzer, zumindest nicht am Hochrhein. Dann bleibt es auch weiterhin spannend, ob die Trolle wieder gewinnen.</p>
<p>Als kleinen  Wermutstropfen gibt es auch noch den leidlichen Umstand für unsere  Facebook-Nutzer, dass die alten internen Facebook-Links nun nicht mehr  klappen können, sofern sie nicht auf unsere echte Domain <a rel="nofollow" href="http://www.kgt-schuelerzeitung.de/" target="_blank">http://www.kgt-schuelerzeitung.de</a> lauteten. Eigentlich muss man aber nur jeweils &#8220;sz&#8221; vor phoenix.mogsoft.de setzen &#8211; SZ steht übrigens für <strong>S</strong>chüler<strong>Z</strong>eitung. <img src='http://www.anastratin.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		</item>
		<item>
		<title>LibreOffice 3.4 &#8211; Ziemlich enttäuschend&#8230;</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2011/05/14/libreoffice-3-4-ziemlich-enttauschend/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 May 2011 11:17:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[LibreOffice]]></category>
		<category><![CDATA[OpenOffice]]></category>
		<category><![CDATA[StarOffice]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit nunmehr 16 Jahren setze ich hauptsächlich StarOffice/OpenOffice als Büroprogramm meiner Wahl ein. Die aktuelle Entwicklungen sind jedoch sehr ernüchternd. War es damals ein Fehler, auf dieses Programm umzusteigen? Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man die aktuellen Entwicklungen so ansieht. Prinzipiell ist ein Fork, also eine Abspaltung von einem OpenSource-Projekt ja durchaus nicht negativ. Auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit nunmehr 16 Jahren setze ich hauptsächlich StarOffice/OpenOffice als Büroprogramm meiner Wahl ein. Die aktuelle Entwicklungen sind jedoch sehr ernüchternd. War es damals ein Fehler, auf dieses Programm umzusteigen?</p>
<p>Dieser Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man die aktuellen Entwicklungen so ansieht. Prinzipiell ist ein Fork, also eine Abspaltung von einem OpenSource-Projekt ja durchaus nicht negativ. Auch die Liste der Mitwirkenden las sich ja ganz gut &#8211; wenn auch manche Mitglieder, wie Novell, angezählt waren. LibreOffice hätte insofern zu einem Befreiungsschlag werden können, nachdem zunächst unter Sun, später unter Oracle die Weiterentwicklung &#8211; vom Produktivnutzen eines normalen Anwenders her gesehen &#8211; eher stagnierte.</p>
<p>Damit meine ich nicht einmal die von mir eigentlich sehr gut geheißene Entscheidung, auf &#8220;Ribbons&#8221; und andere neuere Benutzerbevormundungen zu verzichten, die in Sachen individueller Konfigurationsmöglichkeiten einen drastischen Rückschritt bedeuten. Das klassische Menü und die konfigurierbaren Symbolleisten sind mir viel sympathischer. Und das neuerlich aufgekommene Argument, Ribbons seien auf modernen Touchscreens besser zu bedienen, scheint mir mehr als zweifelhaft. Nachdem ich es selbst ausprobierte, kann ich doch sagen, dass weder Menüs mit Symbolleisten, noch Ribbons genug Fläche bieten für eine Fingerbedienung &#8211; und ohne brauchbare Tastatur ist eine Office-Suite ohnehin nicht wirklich nutzbar.</p>
<p>Bedrückender fällt die Stagnation eher in Sachen moderner Bedienfunktionen unter der Haube aus. Noch immer lassen sich Rahmen und Grafiken im Writer nicht frei drehen. Die restlichen Grafikfunktionen haben sich in den letzten Jahren kaum merklich geändert. Allein der Umstand, dass es noch immer nicht möglich ist, benutzerdefinierte Farben über eine Dropbox frei zu wählen ohne den umständlichen Umweg über Globalpaletten spricht Bände. Um Bilder drehbar zu gestalten, muss man entweder zu Skripts (wie von der Zeitschrift c&#8217;t) greifen, oder einige umständliche Umkopieraktionen in Kauf nehmen. Die Autoformen wirken im Vergleich zu Office 2003 oder gar Office 2007 geradezu vorsintflutlich, ebenso die restlichen Grafikfähigkeiten. Die Web-Funktionen sind völlig veraltet, die Filter für Mobilgeräte obsolet und Austauschmöglichkeiten mit der schönen neuen Welt der Smartphones trotz offenem ODT-Format minimal. Zudem schwinden in jeder neuen Version die Austauschfilter dahin.</p>
<p>Nun hegte ich bislang ja doch Hoffnung, dass durch Libreoffice einiges besser würde. Doch was muss man in den Beta-Versionen von 3.4 sehen? Anders als angekündigt hat man auf die alten StarOffice-Formate (*.sdw &amp; Co) nicht bloß lediglich Nur-Lese-Zugriff, sie können GAR NICHT MEHR eingelesen werden! Hallo?! Als jahrzehntlanger treuer Stammnutzer habe ich hunderte (!) alter, teils wichtiger Dokumente in diesem Format verfasst. Eine Möglichkeit wenigstens zur Migration, ähnlich wie beim MS-Office-Assistenten, scheint nicht vorgesehen zu sein. Andererseits rühmt man sich mit MS-Office-Kompatibilität &#8211; bis zurück zu den Formaten der 90er. Eigene Stammkunden und Archivsicherheit scheinen den LibreOffice-Machern nicht am Herzen zu liegen. Warum sonst entfernt man vorhandene und äußerst praktische Funktionen? Irgendwas läuft hier doch falsch&#8230;</p>
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		<title>Kindleln für Deutschländer</title>
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		<pubDate>Sat, 25 Sep 2010 11:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[E-Ink]]></category>
		<category><![CDATA[EBook]]></category>
		<category><![CDATA[elektronische Tinte]]></category>
		<category><![CDATA[Kindle DX]]></category>
		<category><![CDATA[PDF-Bücher]]></category>
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		<description><![CDATA[Man macht es dem deutschen Konsumenten nicht gerade leicht, auf elektronischem Wege zu lesen. Sowohl die Verlage, als auch die Hersteller versperren selbst dem willigen und kaufkräftigem Leser den einfachen Weg zur elektronischen Tinte. Das geht sogar soweit, das Produkte, wie Samsungs durchaus interessanter E60 oder E100 komplett vom deutschen Markt abgeschirmt werden &#8211; angeblich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man macht es dem deutschen Konsumenten nicht gerade leicht, auf elektronischem Wege zu lesen. Sowohl die Verlage, als auch die Hersteller versperren selbst dem willigen und kaufkräftigem Leser den einfachen Weg zur elektronischen Tinte. Das geht sogar soweit, das Produkte, wie Samsungs durchaus interessanter E60 oder E100 <a title="Kein Samsung E60 in deutschen Landen" href="http://www.lesen.net/ereader/samsung-e60-macht-bogen-um-deutschland-3540/" target="_blank">komplett vom deutschen Markt abgeschirmt werden</a> &#8211; angeblich, weil die Deutschen auf Ergonomie, augenfreundliche Produkte und Ästhetik weniger Wert legen würden als auf den Daddelfaktor. So wird es hier wohl auch weiterhin nur schummerige, nicht entspiegelte Multimedia-Tablets geben für die Klickibunti-Generation, während lesende Normalanwender älterer Semester oder Bibliophile weiterhin dem klassischen Buch treu bleiben müssen, wenn sie halbwegs Sinn für Ästhetik bei Tageslicht haben und Mitleid mit ihren Augen.</p>
<p><span id="more-1678"></span></p>
<p>Oder aber sie müssen zumindest deutliche Kompromisse in Kauf nehmen. Wem ein sehr lesefreundliches, auch draußen problemlos entzifferbares und solide verbautes &#8220;EBook&#8221; lieb ist, der kann beispielsweise auf Amazons Kindle zurückgreifen, wenn er im Gegenzug auf Touchscreen, Stifteingabe (und damit Markierfunktion) sowie deutsche Eingabesymbole verzichten will und mit der reinen US-Version vorlieb nimmt. Denn bestellbar ist es, aber nur über Amazon.com in den USA und auch nur in einer US-Variante für den europäischen Markt. Will der Leser einigermaßen bebilderte elektronische Büchlein lesen, sollte es dann aber schon die größere 9,7&#8243;-Variante, also der <a title="Kindle DX Graphit 2.5 auf Amazon.com" href="http://www.amazon.com/Kindle-DX-Wireless-Reader-3G-Global/dp/B002GYWHSQ/ref=amb_link_353596242_4?pf_rd_m=ATVPDKIKX0DER&amp;pf_rd_s=auto-sparkle&amp;pf_rd_r=0V898M7KYSFP0SX50DA5&amp;pf_rd_t=301&amp;pf_rd_p=1271631942&amp;pf_rd_i=kindle%20dx" target="_blank">Kindle DX</a> sein. Dieser liegt allerdings noch nicht in der dritten Generation vor, nur in einer überarbeiteten Version 2 mit verbessertem Kontrast und neuerer Software und schlägt noch mit etwa 380 US-Dollar zu Buche &#8211; Preis tendenziell fallend. (Warum auch immer &#8211; die verbesserte Version ist nur wieder einmal in Schwarz zu haben, während es die perlweißen DX-Varianten nur mit älterem, kontrastärmeren Display gibt. Schade eigentlich, aber der Zwang zum Schwarz scheint ja neuerdings überall in der EDV oktroiert zu werden.)</p>
<h3>Amazon Kindle DX</h3>
<p>Das Display des Kindle DX ist auch in Generation 2.5+ bemerkenswert. Hat man zuvor noch nie ein Gerät mit E-Ink in der Hand gehabt, glaubt man zunächst, die Schriftzüge und Grafiken seien aufgeklebt. Gerade auch draußen und im Sonnenschein ist das Display bemerkenswert klar und konstrastreich, selbst mit seinen nur 16 Graustufen werden auch Fotos und Grafiken detailreich und nuanciert abgebildet. Man muss es selbst gesehen haben, um es zu glauben. Schade, dass man damit nicht auch zeichnen kann. Der Bildaufbau vollzieht sich freilich deutlich sichtbar vor den Augen des Lesers ab, aber wen kümmert&#8217;s: Das Gerät ist zum reinen Lesen von Texten da, nicht zum Videospielen. Insofern stört der Seitenaufbau im Viertelsekundentakt in der Praxis nicht sonderlich.</p>
<div id="attachment_1688" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2010/09/kindledraussen450.jpg"><img class="size-full wp-image-1688" title="Auch im Freien prima lesbar: Dank E-Ink-Display braucht das Kindle DX auch vor sonnigem Wetter keine Angst zu haben." src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2010/09/kindledraussen450.jpg" alt="Auch im Freien prima lesbar: Dank E-Ink-Display braucht das Kindle DX auch vor sonnigem Wetter keine Angst zu haben. Je heller die Umgebung, umso besser ist das Display lesbar." width="450" height="629" /></a><p class="wp-caption-text">Auch im Freien prima lesbar: Dank E-Ink-Display braucht man mit dem Kindle DX auch vor sonnigem Wetter keine Angst zu haben. Je heller die Umgebung, umso besser ist das Display sogar ablesbar.</p></div>
<p>Über die 3G-Schnittstelle kann auch der deutsche Leser von fast überall direkt auf den Kindle-Store und immerhin die englische Wikipedia direkt vom Gerät aus zugreifen. Alle anderen Seiten, selbst Google, sind in deutschen Landen gesperrt. Über die Schnittstelle werden bestellte Bücher automatisch heruntergeladen und auch Patches und Updates vollziehen sich im Hintergrund. Im tiefen Südschwarzwald, wo die Verbindung nicht astrein ist, zerrt die Funkfunktion freilich enorm an der geräteeigenen Batterie, die sonst bis zu zwei Wochen durchhalten soll. Deshalb ist es praktischer, den Funk in der Regel zu deaktivieren.</p>
<p>Der interne Speicher des Kindle DX, bespielbar per USB-Anschluss, bietet mit mehr als 3GB Speicher für diverse elektronische Bücher in den Formaten Kindle, Mobi und PDF &#8211; letztere beiden werden allerdings nur in den unverschlüsselten Varianten unterstützt. Eine Speicherkartenschnittstelle fehlt. Vom experimentellen, Webkit-basierten Webbrowser haben deutsche Benutzer wegen des restriktiven Internetzugriffs nicht sonderlich viel, der sehr rudimentäre MP3-Player ist eine nette Zugabe und eher Nebeneffekt der Hörbuchfunktion &#8211; lassen sich so neben Audible-Büchern doch auch MP3-Hörtexte abspielen und eben auch Musik, wenn mans braucht. Als Easter-Egg sind noch ein Mindsweeper-Game und ein Bildbetrachter versteckt, letzterer scheint aber noch nicht ganz ausgegoren zu sein, denn er hat deutliche Probleme mit dem Bildaufbau und ist auch sonst nicht mehr als ein Geheimgoodie. Eigentlich schade, denn von seiner technischen Konzeption hätte man problemlos auch noch einen richtigen Bildbetrachter sowie Notizblock und Terminkalender unterbringen können. (Im Hintergrund läuft ein Linuxkernel, darauf eine javabasierte GUI). Amazon hat hier aber wohl bewusst auf alles verzichtet, was die Bedienung verkomplizieren könnte. Das Gerät soll für einen technisch nicht sonderlich interessierten Leser möglichst einfach und intuitiv zu bedienen sein, was im Großen und Ganzen auch gelingt.</p>
<h3>Wenig Deutsch im Kindle-Store</h3>
<p>Die eigentliche Stärke liegt denn auch beim Darstellen von Bücherware. Ziemlich deutlich wird der Leser dahingelenkt, das eigene Kindle-Format und den Kindle-Store zu benutzen und dort einzukaufen. Beim deutschsprachigen Leser dürfte dies aber nicht so ganz funktionieren, da die deutschsprachigen Bücher im amerikanischen Store insgesamt rar und meist zweite Wahl oder hoffnungslos veraltet sind. Dass es sich dann meist um Klassiker handelt, hilft auch nichts, wenn die Editionen professionellen Ansprüchen nicht genügen. Für deutschsprachige Leser ist das Angebot an Monographien im Kindle-Store insgesamt enttäuschend. Besser sieht es schon bei elektronischen Zeitungen aus, die man sich per Abo auf den Kindle laden lassen kann. An deutschsprachiger Presse ist dort zurzeit aber nur Frankfurter Allgemeine Zeitung und Handelsblatt zu finden, dafür international noch eine Menge anderer renommierter Zeitungen. Die Vorstellung, frühmorgens beim Frühstück statt großflächig knisterndem Blätterwald (der in der Provinz oft gar nicht rechtzeitig bis zum Postempfänger vordringt) die aktuellen Inhalte auf das handliche Lesepad zu laden, ist natürlich schon verlockend. Aber meine Lieblingszeitungen fehlen und amerikanische Hauspresse interessiert den Germanisten nicht sonderlich.</p>
<h3>Mangelhafte Mangagrafik</h3>
<p>Bleibt dann noch die Möglichkeit, den Kindle für Comics oder grafische Novellen zu verwenden. Hier tritt die Sprache in den Hintergrund und die Auswahl im Amazon-Store sieht schon deutlich besser aus. Gerade bei den klassischen amerikanischen Comics oder bei Mangas sollte die herausragende optische Qualität des Kindle-Displays doch zum Tragen kommen! Doch nichts da: Die Grafiknovellen des Kindlestores scheinen oft eher lieblos eingescannte Varianten der Druckausgaben zu sein mit teils deutlich sichtbaren Kompressionsartefakten, besonders bei den Sprechblasen, aber auch sonst bei Zeichnungen.</p>
<p>Hier hat man dann wohl etwas zu sehr bei der Dateigröße für die Funkübertragung gespart und damit eine Menge Chancen verschenkt &#8211; gerade die Konsumenten, die aus Qualitätsgründen zum Ebook-Reader statt zum LCD-Tablett gegriffen haben, dürften sich damit überhaupt nicht zufrieden geben &#8211; zumal bei den Preisen, die den qualitativ meilenweit überlegenen Druckausgaben nicht wirklich nachstehen. Dabei scheitert es an der Umsetzung, nicht an der Technik!</p>
<h3>Beachtlicher PDF-Reader</h3>
<p>Dass das Gerät selbst es nämlich deutlich besser kann, sieht man nicht nur an den beeindruckenden Grafiken, die bei längerer Nichtbenutzung als Bildschirmschoner eingegeblendet werden, sondern auch überraschend schnell, wenn man sich vorhandene PDF-Handbücher oder PDF-Books per USB vom Computer auf den Kindle-DX lädt. Überraschend hochstechend werden selbst die feinabgestuften Zeichnungen z. B. des elektronischen Bilderhandbuchs von CorelDraw X5 dargestellt, neben dem Layout werden auch sämtliche Schriftarten bei PDF korrekt dargestellt &#8211; was bei Kindle-Büchern nicht in allen Fällen klappt (Sonderzeichen!). Lediglich bei Transparenzeffekten neuerer PDF-Bauart stößt der interne Reader im Kindle an seine Grenzen. Dafür, dass er Skripts nicht ausführen kann, sollte man in der heutigen Zeit aus Sicherheitsgründen sogar dankbar sein.</p>
<div id="attachment_1689" class="wp-caption alignnone" style="width: 460px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2010/09/kindlephoenix1450.jpg"><img class="size-full wp-image-1689" title="Phoenix 54 im Kindle DX" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2010/09/kindlephoenix1450.jpg" alt="Phoenix 54 im Kindle DX: PDF-Dokumente lassen sich im größerformatigen Kindle prima betrachten, optimal dafür geeignet sind DinA5-Druckerzeugnisse. Schriftarten, Spaltensatz und auch Grafiken kommen gut heraus." width="450" height="299" /></a><p class="wp-caption-text">Phoenix 54 im Kindle DX: PDF-Dokumente lassen sich im größerformatigen Kindle prima betrachten, optimal dafür geeignet sind DinA5-Druckerzeugnisse. Schriftarten, Spaltensatz und auch Grafiken kommen gut heraus.</p></div>
<p>Wirklich praktisch nutzbar ist der Kindle DX damit, wenn man ihn als mobile PDF-Handbuchsammlung oder als Voranzeige fürs Drucklayout von A5 und sogar A4-Texten benutzt, zumal er sich auch bei PDF die jeweils aufgeschlagene Seite in allen vorhandenen Dokumenten merken kann und die Autorotation auch hier funktioniert. Zwar muss man dann auf freie Schriftgrößenwahl und die Notizfunktion verzichten, da diese allerdings mit der recht kleinen US-Tastatur ohne jegliche Umlaute ohnehin von sehr begrenztem Wert ist, scheint das verzichtbar.</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Allem Unken zum Trotz, was die begrenzten multimedialen Fähigkeiten von Ebook-Readern angeht, ist die Qualität, die sie über E-Ink-Displays erreichen, doch beachtlich. Für Menschen, die viele Texte ständig parat haben müssen, seien es Wörterbücher, Literatur oder gerade auch Handbücher, ist das leichte und handliche Pad eine äußerst lesefreundliche Alternative. Wesentlich kontrastreicher und augenfreundlicher als alle anderen Displays, die mir bislang untergekommen sind, laden sie wirklich zu ausgiebigerer Detailbetrachtung ein, selbst im Freien. Momentan fehlen allerdings noch die Farben, die beispielsweise bei komplexen Karten, Organigrammen oder Schaltplänen nützlich wären. Bei Texten und selbst bei Zeichnungen und S/W-Fotos stört dies allerdings nicht.</p>
<p>Das Kindle-Ebook von Amazon ist ein materiell durchaus wertiger Vertreter seiner Geräteklasse, macht insgesamt einen gediegenen und qualitativen Eindruck, die Hardware ist durchdacht, die Bedienungssoftware etwas spartanisch, aber funktionell ausgelegt. Was einem Lesearbeiter aber dennoch fehlt, ist eine intuitive Methode, Textstellen zu markieren &#8211; gerade auch in PDF-Dokumenten, denn das Kindle-Format nutzt einem Leser in Deutschland faktisch nichts. Ein regulärer Markierstift, der über das Display benutzbar ist adäquat zum papiernen Original, der muss noch her, ebenso eine Notizfunktion für PDF. Fingermalen, Blätter- und Flackereffekte müssen dagegen nicht sein &#8211; dafür können Daddelkids und solche, die es noch werden wollen, ja die bereits vorhandenen Multimediadisplays wie IPad &amp; Co benutzen &#8211; drinnen freilich, nicht draußen, denn dafür sind selbige noch zu duster.</p>
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		<title>Ein paar Worte zu Windows 7</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2009/10/18/ein-paar-worte-zu-windows-7/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Oct 2009 22:33:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Windows 7]]></category>
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		<description><![CDATA[Neben vielen Nachteilen hat es auch einen Vorteil, Systemadministrator zu sein. Man kommt zeitiger an neue Hard- und Software. Dadurch hat man dann freilich länger Zeit, sich mit beidem herumzuärgern. Ab und zu ist aber doch auch ein Lichtblick dabei. Inzwischen habe ich mein Vista durch Windows 7 ersetzt. Zu Windows 7 gibt es nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neben vielen Nachteilen hat es auch einen Vorteil, Systemadministrator zu sein. Man kommt zeitiger an neue Hard- und Software. Dadurch hat man dann freilich länger Zeit, sich mit beidem herumzuärgern. Ab und zu ist aber doch auch ein Lichtblick dabei. Inzwischen habe ich mein Vista durch Windows 7 ersetzt.</p>
<p><span id="more-1055"></span></p>
<p>Zu Windows 7 gibt es nicht nur erfreuliches zu berichten &#8211; die Ribbons breiten sich weiter aus, hier bleibt Microsoft wohl sturr &#8211; doch macht das neue Windows insgesamt einen geschwinderen und durchaus ausgefeilteren Eindruck als sein Vorgänger Vista, und zwar deutlich. Für altgediente PCs mit Windows XP gibt es zwar trotzdem keinen Grund, umgerüstet zu werden. Vista-PCs dürften aber in den Genuss gewisser Vorteile kommen.</p>
<p>Da wäre bleistiftsweise die neue, verbesserte Stift- bzw. Fingerbedienung. Sie dürfte ihre größten Vorteile allerdings erst mit der neuen Generation berührungsempfindlicher Bildschirme ausspielen &#8211; und auch nur, wenn die Anwendungssoftware entsprechend vorbereitet ist. Mehr Praxisnutzen bringt da schon der weiterentwickelte Desktop mit allerlei pfiffigen kleinen Verbesserungen. Das bringt im Alltag einiges, das Betriebssystem fühlt sich trotzdem schneller und schlanker an als Vista. Die Benutzerkontenkontrolle nervt nicht mehr ganz so oft wie früher, spürbar ist sie allerdings immer noch.</p>
<p>Nett ist, dass die meisten Programme klaglos oder teils sogar fehlerfreier ihren Dienst verrichten als unter dem Vorgänger. Der Windows-XP-Modus soll dafür sorgen, dass auch ältere zickige Progrämmlein dies tun. Das kleine Windows im Windows ist recht praktisch, besonders in den 64-Bit-Versionen, die von Haus aus keine 16Bit-Programme verstehen. Ist man allerdings VMWare gewöhnt, enttäuscht die Virtualisierung etwas. Dafür ist Microsofts Virtual PC allerdings auch kostenlos. Es steht auch zu vermuten, dass Microsoft die Funktionen in künftigen Versionen noch weiter verfeinert. Wünschenwert wäre beispielsweise eine Integration von Systemschutzprogrammen auch in der virtuellen Umgebung, sonst dürften sich dort neben ältlichen Programmen auch Viren einnisten. Etwas umständlich ist auch die doppelte Installation von Sicherheitspatches. Die virtuelle Hardware bietet auch eher ein Grundsystem.  Bislang hat VMWare hier aber wohl noch die Nase vorn mit Hardwarebeschleunigung und diversen Konfigurationsmöglichkeiten.</p>
<p>Einige mitgelieferte Dienstprogramme haben in der aktuellen Version deutlich hinzugelernt. Das wird insbesondere bei Paint augenfällig, dürfte dann aber wohl eher Laien nutzen, die nicht ohnehin schon ein größeres Grafikprogramm besitzen. Ob PC-Laien diverse Programme allerdings überhaupt finden werden, sei dahingestellt. Denn das neue Startmenü verlangt einem schon eine gewisse Erfahrung oder zumindest Experimentierfreude ab. Auf Anhieb findet man dort erst mal kein vernünftiges Programm.</p>
<p>Zwar kann man in einem geeigneten Eingabefeld auch Namen eintippen. Das setzt allerdings voraus, dass man auch weiß, was überhaupt findbar wäre. Der deutsche Nutzer ist hier aufgeschmissen. Gibt er unbedarft &#8220;Malprogramm&#8221; oder &#8220;Malen&#8221; ein, tut sich nichts. Erst das englische &#8220;paint&#8221; führt zum Ziel. Ganz dumm ist die Suchfunktion allerdings auch nicht &#8211; so findet sie sowohl &#8220;Editor&#8221; als auch &#8220;notepad.exe&#8221;. Bei &#8220;Kommandozeile&#8221; bleibt sie allerdings ebenso stumm wie bei &#8220;command&#8221;. Der Nutzer muss schon wissen, dass er eigentlich die &#8220;Eingabeaufforderung&#8221; suchen müsste. Bei so langen Wörtern wird dann auch klar, dass das Argument, man komme durch das Eintippen schneller zum Ziel als durch das Herumhangeln im Menü grob in die Irre geht. Beides dauert mit dem neuen Startmenü viel zu lange! Als Ausweg bleibt einem nur, entweder diverse benötigte Software einfach mit der neuen Funktion im Startmenü &#8220;anzuheften&#8221; oder abzuwarten, bis man sich oft genug durch Menüs gehangelt hat und sich das Startmenü die eigenen Gewohnheiten gemerkt hat. Bei Anwendern, die täglich sehr viele verschiedene Programme bedienen müssen, bleibt fraglich, ob das wirklich schneller geht.</p>
<p>Ach, es bleibt dabei: Einen alten Mann stimmt der Verlust des schönen, klassischen Startmenüs traurig. Doch lässt es sich immerhin weitgehend emulieren &#8211; und das leichter, als gedacht. Das gleiche gilt auch für die Schnellstartleiste, in welche bei Softwareinstallationen weiterhin brav verknüpft wird, die in der Realität allerdings spurlos verschwunden scheint. Doch ist sie schnell durch eine eigene Symbolleiste ersetzt und man muss so auch nicht ständig wieder freche Programme aus der Leiste entfernen, die man dort gar nicht haben wollte &#8211; das ist ein deutlicher Vorteil. Auch die Taskleiste verhält sich durchaus intelligent, wenn man sie vorab etwas zähmt. Programme in ihr &#8220;anzuheften&#8221; kann allerdings etwas zu Verwirrung führen, da gestartete Programme dann von Verknüpfungen schwer zu unterscheiden sind. Insbesondere mit der Reihenfolge kommt man schnell durcheinander.</p>
<p>Das Fensterverhalten insgesamt ist anfangs etwas ungewohnt. Die Fenster vergrößern oder positionieren sich automatisch, wenn man sie an den Rand schiebt. Teils ist das durchaus praktisch. Die Animationen sind noch etwas verspielter und werden bei der Taskleiste mit Leuchteffekten verstärkt, wenn man mit der Maus darüber fährt. Wer es braucht, kann diverse Miniapplikationen wie die Uhr nun relativ frei auf dem Desktop positionieren.</p>
<p>Insgesamt kann man sagen, dass das Arbeiten mit Windows 7 &#8211; zumal unter 64-Bit &#8211; deutlich mehr Spaß bereitet als unter Vista. Ja, es kommt in Sachen Geschwindigkeit und Stabilität sogar fast an das ausgereifte, klassische Windows XP SP3 heran. Hier hat sich seit der letzten Vorversion noch mal deutlich etwas in die richtige Richtung bewegt. Weiter so, Microsoft!</p>
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		<title>Wenigstens wieder ein Lichtblick</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2009/09/05/wenigstens-wieder-ein-lichtblick/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Sep 2009 15:57:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[Delphi]]></category>
		<category><![CDATA[Pascal]]></category>
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		<description><![CDATA[Delphi 2010 ist da, und ein wenig anders als seine Vorgänger. Nun heißt es nicht nur endlich nach seinem aktuellen Besitzer &#8211; Embarcadero Delphi &#8211; auch unter der Oberfläche bemerkt man kleinere ideologische Änderungen. Man wird ja sonst immer mehr gegängelt als Computerbenutzer. Vorbei die Zeiten, in denen man sich den Computer wirklich noch nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Delphi 2010 ist da, und ein wenig anders als seine Vorgänger. Nun heißt es nicht nur endlich nach seinem aktuellen Besitzer &#8211; Embarcadero Delphi &#8211; auch unter der Oberfläche bemerkt man kleinere ideologische Änderungen. Man wird ja sonst immer mehr gegängelt als Computerbenutzer. Vorbei die Zeiten, in denen man sich den Computer wirklich noch nach eigenem Ermessen gestalten konnte, nicht nach dem fremdbestimmter Möchtegerndesigner. Vorbei auch die Zeiten, als sich Programme mit kleinen Dingen begnügten: Wenig RAM, wenig Plattenspeicher, wenig Fensterfläche.</p>
<p><span id="more-1024"></span></p>
<h3>Turbo Pascal &#8211; ein Programmierertraum</h3>
<div id="attachment_1030" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-1030" title="Turbo Pascal" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/09/turbopascal7.jpg" alt="Das gute, alte Turbo Pascal: Damals ein Traum an Geschwindigkeit und Schlankheit, heute leider total veraltet." width="500" height="267" /><p class="wp-caption-text">Das gute, alte Turbo Pascal: Damals ein Traum an Geschwindigkeit und Schlankheit, heute leider total veraltet.</p></div>
<p>Große und breite Programme sind nicht neu, es gab sie immer schon. Und sie waren auch meist für großspurige Leute mit großen Geldbeutel oder zumindest überschüssiger Freizeit gemacht. Doch daneben gab es immer hübsche kleine Programme und auch Programmierumgebungen, die für solche gedacht waren, die lieber schnell und einfach zum Ziel kamen und protziges Gehabe nicht mögen. Einer dieser netten Compiler, die lieber klein und schnell statt groß und schwer waren, war vor Unzeiten <a title="Zur Geschichte von Turbo Pascal und Delphi" href="http://www.bernd-leitenberger.de/turbo-pascal-history.shtml" target="_blank">Turbo Pascal</a>, später auch seine Nachfahren Borland Delphi 1, 2, 3, 4 und 5. Und bis zur Version 5 erfreute sich diese Programmierumgebung auch größter Beliebtheit.</p>
<h3>Der kommerzielle Niedergang</h3>
<p>Dann allerdings wagten die Macher zuviel. Man geriet in den Sog der Featuritis, orientierte sich zu sehr am allzu großen Vorbild Microsoft und ihrer Net-Umgebung und so ist bis heute die Version 7, inzwischen bald 10 Jahre alt, immer noch die letzte, auf welche die einstigen Fans schwören. Alles was danach kam, war größer, schwerfälliger, microsoftiger und leider kaum zu gebrauchen.</p>
<p>Nun ist ja Microsoft nicht unbedingt schlecht und auch die <a title=".Net-Plattform" href="http://de.wikipedia.org/wiki/.NET" target="_blank">Dot.Net-Platform</a> hat ihre Vorzüge und Fähigkeiten. Warum aber sollte ein vernünftiger Programmierer dann zu einer Drittherstellerlösung greifen, die sich nach Kräften bemüht, Microsoft zu emulieren, ihre Entwicklungsumgebung <a title="Visual Studio" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Visual_Studio" target="_blank">MS Visual Studio</a> zu kopieren und das mit allerhand Bugs und immer ein Jahr in der Entwicklung hinterher? Warum sollte man sich ein mehrere Gigabyte großes, träges Paket installieren, welches diverse Microsoft-Runtimes zu installieren vorverlangt? Warum sollte man einen Tausender hinblättern für ein scheinbar nicht formvollendetes Produkt, wenn es das Ganze bei Microsoft genauso groß, breit, schwer, allerdings mit deutlich weniger Fehlern und dazu noch völlig umsonst gibt? Nein, weil auch Programmierer zumindest teilweise zu den vernünftigen Menschen zählen, gibt es eigentlich, außer Traditionsbewusstsein und schönen Erinnerungen, wirklich keinen besonderen Grund &#8211; und daher ging es auch drastisch bergab mit der Programmiersprache Pascal in der kommerziellen Welt.</p>
<p>In der nicht-kommerziellen Welt machten sich frustrierte Pascal-Fans daran, ihre eigenen Compiler zu bauen und schufen mit <a title="Virtual Pascal" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Virtual_Pascal" target="_blank">VirtualPascal</a> und <a title="FreePascal" href="http://www.freepascal.org" target="_blank">FreePascal</a> zwei würdige Erben für das legendäre Turbo Pascal.</p>
<h3>Delphi 2010</h3>
<p>Viele Äonen später, gemessen nach Computerzeit, hat sich <a title="Embarcadero Webseite" href="http://www.embarcadero.com/de/" target="_blank">Embarcadero</a>, welche die &#8220;Ruinen von Delphi&#8221; vor einiger Zeit erwarben, nun endlich wieder auf alte Stärken besonnen, zumindest teilweise. Darauf nämlich, dass eingefleischte Pascal-Fans nicht bloß .Net mit einem Visual-Studio-Klon programmieren wollen (das kann man nämlich mit C# viel besser), sondern mit ihrem vertrauten Delphi in ObjectPascal &#8211; und so wurde der eigentliche Windows-Compiler wieder aufgewertet und das alte Layout hat wieder Einzug gehalten, zumindest als zusätzliche Option, die aber als großes Feature beworben wird. Aktiviert man es, siehe da, der Bildschirm wirkt gleich viel größer und aufgeräumter, wie in den guten, alten Zeiten&#8230;</p>
<div id="attachment_1025" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-1025" title="IDE Delphi 2009" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/09/delphi2009-500.jpg" alt="Ein Niarts-Progrämmli in Codegear Delphi 2009 - die IDE füllt immer den ganzen Bildschirm." width="500" height="313" /><p class="wp-caption-text">Ein Niarts-Progrämmli in Codegear Delphi 2009 - die IDE füllt immer den ganzen Bildschirm aus, was nicht freundlich gegenüber anderen Programmen ist.</p></div>
<div id="attachment_1026" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-1026" title="Embarcadero Delphi 2010" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/09/delphi2010-500.jpg" alt="In Embarcadero Delphi 2010 gibt es die Option, wieder zur alten, platzsparenden IDE mit der Komponentenleiste oben zurückzukehren, was wesentlich praxistauglicher ist für die meisten Hobbyprogrammierer." width="500" height="313" /><p class="wp-caption-text">In Embarcadero Delphi 2010 gibt es die Option, wieder zur alten, platzsparenden IDE mit der Komponentenleiste oben zurückzukehren, was wesentlich praxistauglicher ist für die meisten Hobbyprogrammierer.</p></div>
<p>Auch sonst wurde in der neuen Version einiges überarbeitet. Nicht nur dass man die Compilerversion 13 übersprungen hat (der Compiler meldet sich stattdessen mit Version 14 &#8211; da war wohl jemand abergläubisch), nein, auch Multitouch- und Gestenfähigkeit haben nun nativ in die Visual-Component-Library Einzug gehalten, ebenso die obligatorischen Windows7-Erweiterungen sowie einige interessante Erweiterungen, u. A. auch endlich eine zeitgemäße, objektorientierte I/O-Bibliothek. Die IDE ist trotz zusätzlicher Funktionen nicht spürbar träger geworden, doch hat sich der Platzbedarf leider nochmal kräftig erweitert: 3 GB verlangt Delphi 2010 nun für die Installation. Auch ein inhaltsleeres Grundprogramm mit VCL legt nun satte 900 KB auf die Festplatte. Das sind mehr als die 700 KB von Delphi 2009 und deutlich mehr als die 200 KB von Delphi 7. Selbst der Exe-Kompressor <a title="UPX" href="http://de.wikipedia.org/wiki/UPX" target="_blank">UPX</a> holt da nicht mehr viel raus &#8211; es bleibt groß und breit.</p>
<p>Aber neue Funktionen fordern wohl ihren Tribut. Immerhin, auch die freie Alternative FreePascal glänzt nicht gerade durch schlanke Endprodukte und das sagenhafte VirtualPascal gibt es ja leider nicht mehr. Im Gegensatz zu FreePascal versteht sich der Delphi-Compiler allerdings noch nicht auf 64-Bit oder gar alternative Plattformen (Linux, MacOS), sieht man einmal davon ab, dass es mit <a title="Delphi Prism" href="http://www.embarcadero.com/products/delphi-prism" target="_blank">Delphi Prism</a> ein zusätzlich zu erwerbendes Pascal-Derivat auf .Net-Basis gibt, welches sich auch auf die <a title="Mono-Projekt" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mono-Projekt" target="_blank">freie .Net-Version Mono</a> versteht.</p>
<div id="attachment_1028" class="wp-caption alignnone" style="width: 510px"><img class="size-full wp-image-1028" title="IDE von Lazarus 0.9.7" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/09/lazarusfreepascal2009-500.jpg" alt="Lazarus für FreePascal macht seinem Namen alle Ehre: Äußerlich betrachtet scheint hier das gute alte Delphi gänzlich auferstanden, dank FreePascal auch mit einem fähigen Compiler unter der Haube. Lazarus-Produkte sind allerdings kaum als &quot;schlank&quot; zu bezeichnen - gut 10 MB (!) legt eine leere Anwendung auf die Festplatte. Da ist noch viel Raum für Optimierungen." width="500" height="313" /><p class="wp-caption-text">Lazarus für FreePascal macht seinem Namen alle Ehre: Äußerlich betrachtet scheint hier das gute alte Delphi 1-7 gänzlich auferstanden, dank FreePascal auch mit einem fähigen Compiler unter der Haube. Lazarus-Programme sind allerdings kaum als &quot;schlank&quot; zu bezeichnen - gut 10 MB (!) legt eine leere Anwendung auf die Festplatte. Da ist noch viel Raum für Optimierungen.</p></div>
<h3>Fazit</h3>
<p>Sei&#8217;s drum. Immerhin kann man sagen, dass Embarcadero Delphi 2010 einen deutlich ausgereifteren Eindruck macht als manch katastrophale Vorversion und auch als die freie RAD-Konkurrenz (sieht man mal von der Beschränkung auf 32-Bit Windows ab). Vielleicht sollte man herstellerseitig das restriktive Lizenzmanagement aber noch etwas lockern. Denn neue Kunden gewinnt man sich nicht damit, wenn ein Produkt im günstigsten Fall 400 EUR kostet und dann immer noch mit allerlei Fußangeln versehen ist, die eine Virtualisierung (die heute eigentlich zum Standard gehört) unnötig erschweren. Zumal es die Konkurrenzprodukte bei Microsoft immer noch wesentlich einfacher und günstiger zu erwerben gibt, nebst aktueller Einführungs- und Vertiefungsliteratur im Buchhandel, die für Delphi mangels Publikum inzwischen leider fast ausgestorben ist.</p>
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		<title>Do, what we want&#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Aug 2009 10:12:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
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		<description><![CDATA[D3*W, oder &#8220;Do what we want&#8221;, so spottete man seinerzeit über das Betriebssystem OS/2, sei das GUI-Prinzip von IBM. Grund für diese wenig freundlich gesinnte Annahme waren die augenfälligen Schwierigkeiten, welche viele Benutzer mit der &#8220;Workplace Shell&#8221; hatten, dem Fenstermanager von OS/2. Dieser wies ein für Anfang der 90er geradezu revolutionäres Konzept einer objektorientierten Arbeitsoberfläche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>D3*W, oder &#8220;Do what we want&#8221;, so spottete man seinerzeit über das Betriebssystem <a title="OS/2 auf Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/OS/2" target="_blank">OS/2</a>, sei das GUI-Prinzip von IBM. Grund für diese wenig freundlich gesinnte Annahme waren die augenfälligen Schwierigkeiten, welche viele Benutzer mit der &#8220;<a title="WPS bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Workplace_Shell" target="_blank">Workplace Shell</a>&#8221; hatten, dem Fenstermanager von OS/2. Dieser wies ein für Anfang der 90er geradezu revolutionäres Konzept einer objektorientierten Arbeitsoberfläche auf. Doch Objektorientierung hin oder her, die meisten normalsterblichen Anwender kamen mit dem Konzept nicht zurecht und flüchteten sich zum Konkurrenten Microsoft (dessen offizielles Motto war damals: &#8220;<a title="Microsoft-Kampagne 1995" href="http://en.wikipedia.org/wiki/Where_do_you_want_to_go_today%3F" target="_blank">Where do YOU want to go today?</a>&#8220;). Microsoft bot zunächst mit Windows 3.11, dann mit Windows 95 ein zwar wesentlich primitiveres, aber auch eingängigeres Konzept der Benutzerführung. Besonders Windows 95 setzte mit seinem schlichten Startmenü und dem individualisierbarem Desktop und Windows Explorer einen Standard, der sich über die Jahre als äußerst tragfähig erwies und der viele Benutzeroberflächen bis heute geprägt hat.</p>
<p><span id="more-1002"></span></p>
<p>Diesen Standard gibt Microsoft mit Windows 7 endgültig auf &#8211; denn das klassische Startmenü soll es nun nicht mehr geben. Zwar lässt es sich auf Umwegen noch <a title="Klassisches Menü emulieren" href="http://www.unawave.de/windows-7/win7-classic-menue.html" target="_blank">emulieren</a>. Doch das, was Windows auszeichnete, nämlich die primitive Eingängigkeit, die einfache individuelle Passung, sie ist nicht mehr zu haben. Statt dessen scheint man auch in Microsoftgefilden nunmehr zum alten Motto &#8220;Do what WE want!&#8221; übergegangen zu sein. Begründung: Um das Wahre und Richtige durchzusetzen darf man den Anwender auch nötigen. Es ist das gleiche Konzept, was schon bei Vista und Office 2007 nicht funktioniert hat und viel früher bei OS/2, dessen indirekte Nachfolger alle NT-basierten Windowsversionen ja sind &#8211; bislang allerdings nur, was den Kernel betrifft, nicht die Benutzerführung.</p>
<p>Doch da hat man inzwischen kräftig nachgeholt. Es begann bereits im wenig beliebten Windows ME, als das Betriebssystem den Benutzern erstmals nachdrücklich nahelegte, in welche Ordner er seine Dateien gefälligst zu speichern habe. In den Folgeversionen wurde dieses Verhalten kräftig ausgebaut. In Vista gängelt das Betriebssystem den Nutzer nicht nur mit einem weitgehend entpersonalisiertem Windows Explorer, sondern auch mit seinen endlosen Berechtigungsanfragen und bestrafte ihn damit für schlecht programmierte Anwendungssoftware. Microsoft muss man dabei zu Gute halten, dass zwischen dem Betriebssystem und der darauf laufenden Anwendungssoftware ein kleiner Unterschied besteht und dass es mehr als berechtigt ist, vor allzu selbstherrlich agierenden Anwendungsprogrammen zu warnen. Doch an der Verärgerung der Benutzer änderte dies genauso wenig wie am schlechten Ruf, den sich Microsoft mit den in Vista integrierten und damals schon anachronistischen Zugeständnissen an die Rechteverwertungsindustrie machte.</p>
<p>Office 2007 beraubte den Benutzer nicht nur der altvertrauten Oberfläche, sondern jeglicher Möglichkeiten, dem neuen Ribbonkonzept auszuweichen. Der Schönheit der Benutzeroberfläche wurde die langjährige Erfahrung der Office-Kenner geopfert und die Folgen waren katastrophal: Hier waren es besonders die langjährigen Getreuen, welche die neue Version verteufelten, weil die Oberfläche Kennern zuviel an brachialer Umgewöhnung abverlangte. Nun hat das Ribbon-Konzept durchaus gewisse Vorteile in der Benutzerführung. Doch der Erfolg dürfte weitergehend begrenzt sein. Begründet liegt das in einer Verwechslung von Ästhetik und Adäquanz, wie sie in der Geschichte der Menschheit regelmäßig vorgenommen wurde und wie sie nicht nur in einigen apfelfreudigen Computerkreisen stark verbreitet ist. Nun gut, zwischen einfachen Freaks und professionellen Designern muss man vielleicht unterscheiden. Aber wie auch immer, hier wie dort ist die Verehrung der Schönheit nur begrenzt angemessen, nämlich dann, wenn sich die Ästhetik in den Dienst des Benutzers stellt und nicht dazu übergeht, sich dem Benutzer anzubiedern oder gar &#8211; wie bei Office 2007 der Fall: aufzuzwingen.</p>
<p>Leider geht auch Windows 7 bei all den Vorteilen, die es gegenüber seinem traurigen Vorgänger Vista hat, immer noch den gleichen Weg, da einer Hauptgrundsätze zu sein scheint: Einfache Menüs sind OUT und die Benutzer müssen IN sein, notfalls zwingt man sie dazu. Drum gibt es auch keine Möglichkeiten mehr, dem zu entgehen. Diktat der Mode, nicht mehr und nicht weniger. Denn dass bei gleichen Bedienungsbedingungen inhomogene Mischungen von Menü und Tabs mehr taugen sollen als die altbewährten Konzepte, ist doch äußerst fraglich. Tatsächlich wurden die Möglichkeiten, die Anwendungsprogramme an persönliche Vorlieben oder Barrierefreiheit anzupassen, dadurch deutlich eingegrenzt. Das Traurige an der Geschichte ist, dass die knubbeligen neuen Bedienelemente nicht mal hinreichend an aktuelle &#8220;Netbooks&#8221; oder die kommende Touchscreenmania angepasst sind und damit schon heute wieder hinfällig. Was jetzo ein Diktat ist, wird morgen schon schrecklich anachronistisch wirken. Dann werden für die Benutzer die Zwangsumschulungen noch ärgerlicher sein, weil sie sich als völlig überflüssig erweisen. Nun könnte man den Benutzern ja raten: Gefällt euch das Fenstermanagement aus Redmond nicht, verzagt nicht, denn es gibt ja noch Alternativen.</p>
<p>Gibt es die Alternativen aber tatsächlich? Als ich vor einiger Zeit zu neueren Versionen der Linux-Derivate OpenSuse und Ubuntu wechselte, erlitt ich einen Kulturschock &#8211; denn offenbar kopierte man so manches, was mich schon an Vista unheimlich gestört hatte. Und auch Firefox und <a title="OpenOffice mit Ribbons" href="http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/0908/68880.html&amp;wort[]=openoffice&amp;wort[]=ribbon" target="_blank">OpenOffice</a> sind gerade dabei, das Redmonder Rad neu zu erfinden, indem man Menüzwangsverzicht und Ribbons mehr oder weniger kopiert. Verfechter der Szene werden nun einwenden, dass es doch ganz lieb gemeint sei, sich jeweils ganz anders nennt und dass es auch deutliche Detailunterschiede gebe &#8211; und doch, es zwingt dem Benutzer die gleiche Bedienungsweise auf wie die Microsoft-Pendants. Verzeihung, aber es muss offen gesagt werden: Mal wieder weiß man seine Möglichkeiten nicht besser zu nutzen, als anderer Leute Konzepte mehr schlecht als recht zu kopieren!</p>
<p>Am programmiertechnischen Können und dem guten Willen der OpenSource-Szene gibt es nichts zu zweifeln, aber in ästhetischer Hinsicht weisen viele Projekte doch eine deutliche Einfallslosigkeit auf. Immerhin, in den Anfangszeiten von <a title="Windowmanager GNOME" href="http://www.gnome.org" target="_blank">Gnome</a> gab es einige recht gute neue Wege, aber sie wurden wohl aufgegeben, weil sie nicht standardkonform genug waren. Und Standards sind ein mächtiger Faktor in der EDV-Welt, oft auch wichtiger als Ästhetik. Mit der viel beschworenen Intuition ist es dagegen hier wie dort nicht weit her. Intuitiv und schön sind nicht das gleiche: Intuitiv ist eine Bedienung erst dann, wenn sie auch nützlich ist und dem Benutzer und seinen Vorlieben entgegenkommt, statt ihn zu überfahren.</p>
<p>Gerade weil hier bei kommerziellen Anbietern so viel Nachholbedarf besteht und die Ohren der OpenSource-Szene eigentlich geöffneter für individuelle Benutzerwünsche sein sollten als die kommerzieller Anbieter mit Prestige und damit verbundenem Stolz, sollte man doch eigentlich hoffen dürfen. Doch entweder sind auch die freien Programmierer mit gewissem hinderlichen Stolz versehen, oder aber die Benutzer selbst sind fantasie- und ideenlos, wenn sie befragt werden. Drum kommt allenthalben überall das gleiche heraus &#8211; Cupertino und Redmond lassen grüßen.</p>
<p>Dabei gibt es akut ein Konzept, was seinen durchschlagenden Erfolg großer Intuition verdankt: Touchscreens. Die Apfel-Handys haben es vorgemacht: Statt kryptische Tastenkombinationen einzutippen und sich dabei die Finger zu verknoten, zieht man einfache Gesten auf dem Bildschirm. <a title="Dell Studio 19 - Touchscreen All-In-One-PC" href="http://www1.euro.dell.com/de/de/heimburo/Desktops/desktop-studio-one-19/pd.aspx?refid=desktop-studio-one-19&amp;s=dhs&amp;cs=dedhs1" target="_blank">Erste Computer mit diesem Konzept</a> gibt es bereits &#8211; und diesmal ist gar nicht Apple zuerst. Es dürfte aber klar sein, dass Apple mit ihrem Benutzerkonzept, was Software angeht, den Konkurrenten voraus sind. Denn sowohl die alten Menüs, als auch die neuen Ribbons taugen nicht für Fingerbedienung, dazu sind sie zu feinteilig, zudem gibt es bei Fingerbedienung keine rechte Maustaste, mit dem sich versteckte Optionen finden ließen &#8211; der Todesstoß für das Redmonder Konzept. Nun ist aber auch Apples Betriebssystem noch nicht gänzlich an Fingerbedienung angepasst und auch Microsoft ist mit Windows 7 da noch keineswegs am Ziel. Damit gäbe es für freie Betriebssysteme und Anwendungen gerade jetzt große Chancen, mal wirklich innovativ zu sein um ein neues und innovatives Konzept zu entwickeln, das dem Benutzer wirklich nützt und das gefällig ist.</p>
<p>Die Chancen waren nie größer als jetzt &#8211; denn es besteht Handlungsbedarf &#8211; aber ob man sie auch nutzen wird? Ich habe da so meine Zweifel&#8230;</p>
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		<title>Fotografischer Quantensprung</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 17:32:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer & Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[D90 Nikon Kurztest]]></category>
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		<description><![CDATA[QuantensprÃ¼nge sind selten geworden, auch in der Welt der digitalen Fotografie. Ich hÃ¤tte nicht gedacht, dass ich sobald noch mal einen erleben wÃ¼rde: Doch tatsÃ¤chlich, die Nikon D90 ist einer...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ich hätte nicht gedacht, dass ich es sobald noch mal erleben würde: Einen fotografischen Quantensprung. Doch tatsächlich, die Nikon D90 ist einer&#8230;</strong></p>
<p><span id="more-809"></span>Quantensprünge sind selten geworden, auch in der Welt der digitalen Fotografie. Seit bei den meisten Digitalkameraherstellern das Mehr-Megapixel-Syndrom ausgebrochen ist, ging das extrem zulasten der Qualität. Großflächiges Rauschen hielt Einzug, oder verwackelte Bilder, ganz nach Wunsch und oft auch beides. Auf andere interessante Features, beispielsweise eine Art automatische HDR-Funktion, wartet man stattdessen immer noch vergebens. Stattdessen bauen Kamerahersteller Lächelerkennungen, Filmchenfunktione und anderen Unsinn in ihre Kompaktkameras ein. Ein Grund mehr, ihnen langsam den Rücken zu kehren. Seit dem Sprung auf die Ixus 400 vor 5 Jahren jedenfalls hatte ich da größeres Aha-Erlebnis mehr, was die eigentliche fotografische Qualität angeht &#8211; und zwischenzeitlich hatte ich doch wirklich einige Reihe neuerer Kameras ausprobiert.</p>
<p>Doch die Nikon D90 ist anders. Es ist zwar weder meine erste Spiegelreflexkamera, noch die erste Nikon, aber sie vereint einige höchst interessante Features und macht schlichtweg deutlich bessere Fotos, ganz ohne große Anstrengung. Praktisch ist, dem großen CMOS-Sensor sei Dank, hier sogar die gesteigerte Megapixelanzahl &#8211; denn zoomt man in Fotos, erhält man tatsächlich auch brauchbare Ausschnitte, selbst bei zweifelhafter Belichtung und mit dem kleineren der beiden mitgelieferten Objektive, dem Nikkor 18-105, wie man an den beiden folgenden Fotos ersehen kann, einmal das Original, dann der unbehandelte Ausschnitt mit dem Buchfink im Detail.</p>
<div id="attachment_810" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-810" title="Buchfink auf Tannenzweig" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/04/voegelchenklein-400.jpg" alt="Buchfink auf Tannenzweig" width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Bild 1: Misstrauischer Buchfink auf einem Tannenzweig bei nicht gerade perfekten Belichtungsbedingungen.</p></div>
<div id="attachment_811" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-811" title="Buchfink - Ausschnitt" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/04/voegelchengross-400.jpg" alt="Buchfink - Ausschnitt" width="400" height="549" /><p class="wp-caption-text">Bild 1 / Original-Ausschnitt: Für eine unbehandelte Aufnahme ohne Tele- oder Blitz können sich Rauschen und Detailzeichnung immer noch sehen lassen.</p></div>
<p>Da sind doch auch ohne Blitz und Nähe noch viele Details erkennbar. Auch Verwackler im dunklen Wald sind selten bei der Nikon D90. Das ist auch den beiden mitgelieferten VR-Objektiven mit Bildstabilisation der zweiten Generation zu verdanken. Da geht doch einiges mehr als mit den alten. Auch die Blenden ermöglichen mehr, gerade beim größeren der beiden Objektive, dem Nikkor 70-300 VR. Damit macht selbst die alte D50 deutlich bessere Aufnahmen. Praktisch, dass die Objektive der Nikon-Reihe untereinander austauschbar sind.</p>
<div id="attachment_812" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-812" title="Ginkgo Biloba" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/04/ginkobiloba400.jpg" alt="Ginkgo Biloba" width="400" height="266" /><p class="wp-caption-text">Ginkgo Biloba, fotografiert mit Nikon D90</p></div>
<p>Auch die eingebaute Belichtungskorrektur erscheint durchaus intelligent, wenn sie auch manchmal zu etwas starken Kontrasten neigt. Eine neue Funktion namens D-Lighting verschafft hier etwas Abhilfe. HDR ist das sicher noch nicht, aber die schlimmsten Totalkontrastierungen werden damit noch etwas abgefedert. Womöglich lässt sich auch noch einiges mehr herausholen mit etwas mehr Übung.</p>
<div id="attachment_813" class="wp-caption alignnone" style="width: 410px"><img class="size-full wp-image-813" title="Sehr grüner Wald" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2009/04/verygreenforest122_by_ofthedunes-400.jpg" alt="Sehr grüner Wald, fotografiert mit der Nikon D90" width="400" height="602" /><p class="wp-caption-text">Sehr grüner Wald, fotografiert mit der Nikon D90</p></div>
<p>Was viele andere Funktionen, beispielsweise die Möglichkeiten zur Aufnahme von Videos in HDMI-Qualität angeht, muss sich noch zeigen, ob sie in der Praxis etwas bringen, ebenso, was die Live-Anzeige angeht. Aber die Kamera ist ja auch noch ziemlich neu.</p>
<p>Einige weitere Aufnahmen kann man allerdings schon auf <a title="OfTheDunes Galerie bei deviantArt" href="http://ofthedunes.deviantart.com/gallery/" target="_blank">meiner Galerie bei DeviantArt</a> betrachten.</p>
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