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	<title>Niarts Anastratin &#187; Medienkritik</title>
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	<description>Anastratin - das Online-Kulturdings von www.niarts.de</description>
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		<title>Von Werbung, Desinformation und falschen Freunden</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 17:02:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Sachbuch]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Netzwerke]]></category>
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		<description><![CDATA[Inwiefern &#8220;soziale Netzwerke&#8221; wirklich so wichtig sind, wie sie weiland geredet werden, wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Dass sie nicht nur eitel Sonnenschein und kostenloser Altruismus zur Weltverbesserung sind, wie ihre Macher beteuern, versucht unter anderem Sascha Adameks Sachbuch &#8220;Die facebook-FALLE, Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft&#8221; aufzuzeigen. Auf 328 Seiten Text [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inwiefern &#8220;soziale Netzwerke&#8221; wirklich so wichtig sind, wie sie weiland geredet werden, wird sich wohl erst noch zeigen müssen. Dass sie nicht nur eitel Sonnenschein und kostenloser Altruismus zur Weltverbesserung sind, wie ihre Macher beteuern, versucht unter anderem Sascha Adameks Sachbuch &#8220;Die facebook-FALLE, Wie das soziale Netzwerk unser Leben verkauft&#8221; aufzuzeigen.<br />
<span id="more-2123"></span></p>
<div id="attachment_2124" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><a href="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/04/facebookfallecover450.jpg"><img class="size-thumbnail wp-image-2124" title="Die facebook-FALLE - Cover des Sachbuchs" src="http://www.anastratin.de/wp-content/uploads/2011/04/facebookfallecover450-150x150.jpg" alt="Die facebook-FALLE - Cover des Sachbuchs" width="150" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die facebook-FALLE - Cover des Sachbuchs</p></div>
<p>Auf 328 Seiten Text plus Anhang mit Begriffslexikon und Fußnotenapparat setzt sich der Autor mit dem Phänomen Facebook, aber auch seinen Anverwandten auseinander. Von Anfang an schreibt Adamek aus dem kritischen Blickwinkel des klassischen Journalisten. Die Klassiker der Medienkritik im Hinterkopf beschreibt er nicht nur Erscheinungsbild und manche Ungereimt- und Frechheiten der bekannten Medienplattform, zeigt viele skandalöse Vorkommnisse in Sachen Datenschutz auf und geht auch den grauen Emminenzen im Hintergrund des Konzerns nach und deren Verstrickung in durchaus zielstrebige parteipolitische und wirtschaftliche Kreise.</p>
<p>Stilistisch nähert sich der Autor in seinen Ausführungen manchmal der Skandalpresse, schreibt jedoch technisch fundiert. Facebook-Nutzer werden viele der beschriebenen Vorfälle aus ihrer eigenen Erfahrung wiedererkennen und bei ihnen wird sich manch bereits vorhandendes mulmiges Gefühl gegenüber den großen Werbeplattformen dabei bestärken.</p>
<p>Das Ende 2010 verfasste und im Februar 2011 erschienene Buch wurde dabei in seinen politischen Teilen zwar bereits von der Gegenwart überholt, allerdings würde sich der Guttenberg-Skandal wie auch manch andere Aktivitäten der deutschen Medienpolitik dennoch fast nahtlos in die Argumentation des Autors einpassen. Der vom Autor beschriebene Gesamteindruck einer verflachenden und oft zu naiv positiv betrachteten, teils auch definitiv überschätzten Daten- und Kommunikationsstruktur bleibt ebenso aktuell wie sein Plädoyer für eine echte zwischenmenschliche Interaktion statt vorgetäuscht altruistischer virtueller Selbst- und Werbeinszenierung per Softwarealgorithmus.</p>
<p>Das Buch ist im Heyne-Verlag erschienen (ISBN 978-3-453-60180-2) und in Deutschland broschiert für 16,99 EUR erhältlich.</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=niartanast-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3453601807&#038;ref=tf_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
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		<title>Warum das Buch wohl nicht so schnell sterben wird&#8230;</title>
		<link>http://www.anastratin.de/2009/04/25/warum-das-buch-wohl-nicht-so-schnell-sterben-wird/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Apr 2009 22:38:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Medium]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitung]]></category>
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		<description><![CDATA[Zeitungen, oder besser gesagt, Medienhäuser, sind in der Krise. Die gedruckte Tagespresse will - so heißt es - niemand mehr kaufen, immer weniger Abonnenten finden sich - die Leser jedoch brechen nicht weg, sie verlagern sich lediglich, ins Internet. Was liegt da also näher, als dem Medium Buch sein Ende auszusprechen, seine Ära schwinden sehen. Sprechen doch Studien und Zahlen für sich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8220;Es war einmal&#8221; &#8211; &#8220;Die Ära des gedruckten Buches geht zu Ende.&#8221;, kann man neuerdings in einem <a title="Die Ära des gedruckten Buches geht zuende" href="http://www.zeit.de/2009/18/L-Buch" target="_blank">Artikel von Jürgen Neffe</a> auf &#8220;Zeit Online&#8221; nachlesen. Ich denke nicht, dass der Redakteur recht hat. Bücher wird es wohl noch ziemlich lange geben.</strong></p>
<p><span id="more-799"></span>Zeitungen, oder besser gesagt, Medienhäuser, sind in der Krise. Die gedruckte Tagespresse will &#8211; so heißt es &#8211; niemand mehr kaufen, immer weniger Abonnenten finden sich &#8211; die Leser jedoch brechen nicht weg, sie verlagern sich lediglich, ins Internet. Was liegt da also näher, als dem Medium Buch sein Ende auszusprechen, seine Ära schwinden sehen. Sprechen doch Studien und Zahlen für sich.</p>
<p>Bloß: Bücher sind keine Zeitungen oder Zeitschriften. Bücher sind gedruckte Ganzschriften, meistenteils doch auf Dauer angelegt und mithin widerstandsfähiger, als vielen forschrittsfreudigen Medienwissenschaftlern lieb ist. Viele Gründe sprechen dagegen, dass die Ära des gedruckten Wortes zu Ende geht, dass Bücher gar nur noch lebende Tote sein werden, ja das sie überhaupt &#8220;sterben&#8221; werden.</p>
<p>Erstens ist das Totsagen des Buches als Untergangsprophetie  ja nicht ganz neu. Schon in den 1990ern, als ich mich im Studium mit Medienethik und -wissenschaft beschäftigte, sagte so mancher dem Buch den nahen Tod voraus. Viele glaubten das sogar wirklich! Das war lange vor Verlagserfolgen wie Harry Potter &amp; Co, die völlig unvorhergesehen ganz neue Käuferschichten erschlossen. Und lange vor den 90ern bangte man bereits in den 60ern, als das Fernsehen aufkam, um die Zukunft der Schriftkultur, lange, lange bevor solche Dinge wie das Internet nur erahnbar wurden. Nun dauert die Internetära schon wenig länger als zehn Jahre, aber verdrängt hat sie die Bücher keineswegs.</p>
<p>Absatzprobleme von angestammten Buchhandlungen oder Verlagen zeigen da keine Krise des Mediums Buch an, denn zweitens ist die aktuelle Wirtschaftskrise nicht gleichzusetzen mit einer Krise des Mediums Buch, also des guten alten Pappbandes mit Papierinhalt. Bücher sind Bücher, Kommerz ist etwas anderes. Schon möglich, dass die althergebrachte Verlagswirtschaft, entstanden als Wirtschaftsform im Spätmittelalter, nun langsam dem Ende entgegen geht. Aber die Produktionsform ist nicht das Medium.</p>
<p>Und ich denke, es spricht gerade auch die aktuelle globale Krise eher für den Fortbestand des althergebrachten Buches als dagegen, denn man mag ja von den neuen Medien erhoffen, was man mag, zugeben muss man doch: Das gute alte Buch ist als Medium immer noch wesentlich nachhaltiger als der ganze multimediale Gerätezoo. Ob es sich nun um Handys oder andere digitale Lesegeräte handelt und von welcher noblen Marke sie auch stammen werden, in drei Jahrzehnten, das hat uns die jüngste technische Entwicklung doch gezeigt, da sind die ganzen schnuckeligen Dinger nur noch ein Haufen Altmetall. Und die Frage, ob man deren Inhalte dann noch auslesen können wird, die stellt sich kaum einer.</p>
<p>So ein altbackenes Buch aus Papier und Tinte dagegen wird noch lange lesbar bleiben und die Chancen stehen nicht schlecht, dass es dann auch noch gelesen werden wird von einem künftigen Publikum. Denn in drei Jahrzehnten könnte auch die multimediale Wegwerfgesellschaft längst in die Mülltonne der Geschichte geworfen worden sein mitsamt der selten nachhaltig konzipierten Kostenloskultur.</p>
<p>Web 2.0 &#8211; ein tolles Ding, insbesondere der Kostjanix-Effekt. Aber wer zahlt eigentlich die ökologische Zeche für die ganzen Server, die da so munter Strom verbrauchen und sich in weniger als fünf Jahren in der Regel wie von selbst in Schrott verwandeln und ersetzt werden müssen? Wer stellt die Sicherung und Archivierung sicher? Die Nutzer selbst etwa? Wenn sich etwas gezeigt hat in der digitalen Welt, dann doch das, dass sich mit immer mehr Inhalten immer weniger verdienen lässt in der schönen neuen Welt &#8211; ob Geld oder Ruhm, ist zweitrangig. Das kapitale Grundgesetz auch in der digitalen Welt ist Fortschritt und Maximierung. Ohne das passende Schmiermittel aber ist der ganze technische Aufwand, der hinter den vielen bunten Multimediaerlebnissen steckt, kaum mehr haltbar und auch die ganze orbitale Infrastruktur nicht, die die man zum Betreiben der Dienste und Netze benötigt. Von den realen Produktionskosten ganz zu schweigen.</p>
<p>Das Buch ist zur Speicherung günstiger, dauerhaft. Es weist selten Defekte auf, selbst nach Jahren nicht und bei guter Behandlung hält es ein Leben lang &#8211; und genau deshalb wird es die aktuelle Kulturphase viel eher überleben als die vielen digitalen Inhalte, wenn sie auch noch so viele multimediale Dimensionen eröffnen wollen. Zugegeben: Die armen Inhalte können nichts dafür, digital ist nicht schlecht! Wie so manche gute Idee werden sie aber am unvollkommenen Material zugrunde gehen, auf das sie angewiesen sind, an der Hardware, die profanerweise immer recht schnell verschlissen ist und teuer zu ersetzen. Soviel dann zur Idee von der &#8220;erlösten Seele des Buches&#8221;&#8230;</p>
<p>Zu guter Letzt darf man eines nicht vergessen: Medientechnische Möglichkeiten ersetzen nicht das Individuum, das die Medien nutzt und seine jeweiligen medientechnischen Fähigkeiten. Fantasie und Intelligenz sind zur Benutzung von Buch wie Internet oder Handy nötig und auch nötig, um an Inhalten überhaupt Gefallen zu finden. Lesekompetenz braucht man bei den neuen Medien nicht weniger, sondern sogar mehr, hier kommen sogar noch eine Menge technischer Kenntnisse dazu, die erschlossen werden müssen, ob intuitiv oder nicht, spielt da keine Rolle &#8211; bislang, zumindest wenn Zeichensequenzen ins Spiel kommen, ist das Buch mit einen simplen Papierseiten immer noch ungeschlagen. Weder braucht es Batterien, noch eine Bootsequenz oder Betriebssystembedienungswissen, Sicherheitsupdates, kryptische Eingabecodes oder gar die vorherige Aktivierung durch ellenlange Lizenznummern. Man schlägt es einfach auf und liest darin und wenn man keine Lust hat, legt man es einfach weg. Das ist ziemlich simpel. Aber es ist gut.</p>
<p>Daher wird die Bedienung von Büchern auch künftigen Generationen nicht so schwer fallen, dass es überholt wäre, zumal es, wie erwähnt, trotz allen technischen Möglichkeiten immer noch nachhaltiger ist und wohl bleiben wird, zumindest was Inhalte angeht, die von bleibendem Wert sind. Für die Tagespresse mag anderes gelten, doch auch hier ist das letzte Wort noch nicht gedruckt worden.</p>
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		<title>Gezwitscher und hohles Geschwätz</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Mar 2009 14:26:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Dühning</dc:creator>
				<category><![CDATA[Glossen und Kommentare]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur und Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Gottlob sind die schlimmsten Befürchtungen aus dem letzten Jahrhundert ausgeblieben und es gibt noch so etwas wie eine Lesekultur, auch, wenn sich diese zunehmend ins Internet verlagert und es mit deren Ökonomie wie Tragweite so eine Sache ist. Populärer ist ja anderes. Weiß man aber zu lesen, so findet man bei den großen Zeitungsportalen beispielsweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gottlob sind die schlimmsten Befürchtungen aus dem letzten Jahrhundert ausgeblieben und es gibt noch so etwas wie eine Lesekultur, auch, wenn sich diese zunehmend ins Internet verlagert und es mit deren Ökonomie wie Tragweite so eine Sache ist. Populärer ist ja anderes. Weiß man aber zu lesen, so findet man bei den großen Zeitungsportalen beispielsweise oft noch sehr lesenswerte Feuilletons und Kommentare, unter anderen den von Sebastian Beck mit dem Titel <a title="Sebastian Beck: Die Stunde der Sterndeuter" href="http://www.sueddeutsche.de/panorama/19/461643/text/" target="_blank">&#8220;Die Stunde der Sterndeuter&#8221;</a>.</p>
<p><span id="more-632"></span>Mangels Fakten im Falle des Amoklaufs von Winnenden, so die Essenz seines Kommentars, habe die große Stunde der -ologen diverser Fachrichtungen geschlagen. Erklärungen seien gefragt, ihr Wahrheitsgehalt dagegen zweitrangig. Tatsächlich kann man an kaum einem anderen aktuellen Beispiel derzeit so gut beobachten, wie Fakten und Spekulationen in einen Topf geworfen werden. Da ist sehr viel Betroffenheit, aber wenig an Essenz, viel an Sinnerklärungen, doch oft wenig Wahrheit dahinter.</p>
<p>Sicherlich hat daran einen großen Anteil das Internet, Gerüchteküchen und Spontanbetroffenheitsmaschinen wie Foren und Microblogs, die je nach Altersgruppe sogar dem Fernsehen längst den Rang abgelaufen haben. In ihnen hatte Geschwindigkeit und Gefühlsstärke immer schon oberste Priorität &#8211; und gerade beim aktuellen Fall mögen sie sicherlich viel beigetragen haben zur Gefühlspräsens des Ereignisses, besonders aber zu diversen Undurchsichtigkeiten. Seit eh und je gibt es dort kaum Unterscheidung zwischen persönlicher Meinung und objektiver Wahrheit. Schließlich lässt sich virtuell alles fälschen, nur man selbst scheint, wer man zu sein glaubt. Was überwiegt, ist Meinung, im Plural: Meinungsmache.</p>
<p>Blickt man allerdings in die traditionelleren Medien, und hier setzt auch Becks Kritik an, sieht es keinesfalls besser aus. Selbst in gemäßigteren Nachrichtenredaktionen, die nicht einfach aus dem Internet abschreiben, mussten schnell Infos her. Die Lösung heißt hier dann: &#8220;Experteninterview&#8221;. Kaum war der letzte Schuss gefallen, überbot man sich schon mit Lösungen und eindimensionalen Antworten auf existentielle Fragen, die oft doch keine Antwort haben. Selbsternannte oder fremdbestimmte Experten wurden befragt, als wäre eine Masse von Interviews Garant für die Lösung aller Probleme. Noch bevor überhaupt irgendetwas über das Privatleben des Täters bekannt war, wusste man gleich Begründungen und Komplettlösungen: Härtere Waffengesetze, Internetwarnsysteme und das in konservativeren Kreisen hochgeschätzte, weil medienwirksame Verbot von &#8220;Killerspielen&#8221;. Viele Berühmtheiten und Unbekannte wurden befragt und jeder hatte natürlich etwas zu sagen. Schweigen wäre ja ein Zeichen von Inkompetenz. Und die Lösungen sind auch immer so einfach: Ein neues Verbot hier, oder ein neuer Schuldiger da, was nicht passt, wird passend gemacht. Es schlägt die Stunde der Schwätzer.</p>
<p>Man muss nun nicht ein waffennärrischer Sportschütze oder besonderer Freund von Internetwahn oder gewaltverherrlichenden Computerspielen sein, um zu erkennen, dass solcherlei Wichtigtuerei und Wahlkampfparolen, wie sie in diversen Verbots- und Kontrolldebatten immer durchscheinen, letztlich am Problem vorbeigehen; dass Beschuldigungen und Spekulationen jetzigen wie künftigen Opfern kaum gerecht werden, ja auf diese übelst hämisch wirken müssen.</p>
<p>Tatsächlich: Ein medial-politisches Possenspiel, in dem man sich die Fakten passend zu den eigenen Antworten beliebig zurechtbiegt, statt reflektiert und überlegt nach Ursachen und Konsequenzen der komplexen gesellschaftlichen Probleme zu suchen, die hier zugrunde liegen &#8211; das spricht von einer Menschenverachtung, die man in einer humanitären Gesellschaft so eigentlich nicht mehr dulden darf; weder von den Medienmachern und Politikern, aber auch nicht durch ein Publikum, für das dieses ganze Spektakel veranstaltet wird und das sich daran in Betroffenheitswahn ergötzt und alles, was kommt, ob Wahrheit oder Lüge, vorbehaltslos in sich hineinschlürft oder selbst noch breit tritt.</p>
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