Mehr braucht man wirklich nicht…

Netbook E1210 von Medion

Wenn des Lobes vorab zuviel ist, werde ich in der Regel immer misstrauisch. Andererseits – das Potential der neuen Geräteklasse war kaum zu übersehen. Selbst im Schulnetzbetrieb räume ich diesen Geräten eine große Zukunft ein, was mich auch sehr neugierig machte und dazu brachte, mir eines dieser vielumworbenen Medion Akoya zuzulegen.

Kurz gesagt, ich habe es bislang nicht bereut. Genau genommen ist das kleine Ding sogar das, wovon ich schon seit 15 Jahren geträumt habe: Ein handliches mobiles Gerät mit halbwegs vernünftiger Akkulaufzeit, möglichst geringem Gewicht und dabei trotzdem mit brauchbarem Display und einer Tastatur, die man auch als Erwachsener ohne Lupe oder Pinzette benutzen kann. Die Tastatur des Akoya E1210 gefällt mir, ebenso gibt es am Display nichts auszusetzen – es ist genau groß genug für alle vernünftigen Anwendungen und auch genügend lichtstark für einen Sommernachmittag im Garten. Die offiziellen Kritiken auf Heise Online oder Golem.de haben nicht übertrieben: Selbst im Sonnenlicht kann man noch einigermaßen erkennen, was auf dem Bildschirm ist, da habe ich schon ganz anderes erlebt.

Die Linux-Freunde unter meinen Bekannten werden wohl muckieren, dass das Gerät von Haus aus nur mit Microsoft Windows XP Home bestückt ist, aufgrund von Hardwarebesonderheiten auch einiges an Handwerksarbeit erforderlich ist, um das Stück reibungslos mit Linux einzusetzen. Aber es dürfte nicht lange dauern, bis die ersten Linux-Distributionen das Gerät aufnehmen, zu schnell dürfte es sich verbreiten. Außerdem bin ich mit dem mitgelieferten XP nebst SP3 sehr zufrieden. Erstens bin ich es gewohnt, zweitens läuft auch die Standardsoftwareausstattung problemlos damit. Ich habe gleich diese lästig knubbelige Luna-Oberfläche deaktiviert und dafür die Schriftartenglättung auf „Cleartype“ umgestellt, was die Lesbarkeit nochmal deutlich erhöht.

Akoya im Freien

Die 3D-Leistungsfähigkeit der integrierten Grafik dürfte eher gering sein, doch für alle normalen Anwendungen reicht sie vollkommen aus. Wer lieber Vista und Kunterbunteffekte präferiert, sollte ohnehin besser zu einem Multimedia-Notebook greifen. Zum Textetippen im Freien oder unterwegs oder für kleine Fotoretuschierarbeiten taugt das Netbook aber allemal, ebenso, dank WLAN und Webcam für Redaktionelles. Die 80GB-Festplatte kann auch mal ein paar Fotos oder Filmschnippsel zwischenspeichern, der integrierte SD-Cardreader ermöglicht einen recht flinken Datentransfer.

Bewunderswert finde ich immer noch die Ausdauer des Geräts trotz des kleinen Akkus. Aber auch die 2,5 Stunden Laufzeit sind nicht untertrieben. Vermutlich ist der kleine eingebaute Atom-Prozessor doch ein Stromsparriese. Langsam kam mir das kleine Gerät auch nicht vor und die Kompromisse, die man für die kompakte Bauweise in Kauf nehmen soll, halten sich in Grenzen. Lediglich die Schutzmappe, die man beim Transport auf die Tastatur legen soll, um das Display vor Beschädigung zu schützen, finde ich etwas ungewöhnlich. Ich hoffe nur, dass ich sie nicht gleich verliere, dusselig wie ich bin. Letztlich darf man sich aber bei diesem Preis (399 EUR) nicht beschweren, zumal als Zubehör gleich die Tasche inbegriffen war.

Schön, dass es endlich brauchbare kleine Notebooks gibt, die viel für wenig Geld bieten und auch genau das, was ich mir schon immer gewünscht habe. Schade nur, dass ich so lange darauf warten musste. Was hätte dieses Gerät mein Studium erleichtert – ich hätte dutzende von Büchern und Diskettenstapeln weniger herumschleppen müssen. Aber was lange währt, wird vielleicht endlich gut.

PS: Dieser Artikel wurde auf dem kleinen Ding getippt, was nicht viel länger dauerte als auf dem großen Desktop-PC. Die auf dem Display bei Foto Nr. 2 angezeigte, draußen getippte Erzählung folgt bei Gelegenheit nach, sobald die ebenfalls im Bild befindlichen Klassenarbeiten fertig korrigiert sind… 😉