Donnerstag: Bad-Morning Blues…

Heute Nacht habe ich wieder furchtbar geschlafen. Ein straffer Passatwind bließ rund um meine Wohnung und ließ Türen wie Fensterläden klappern. Dazu hatte ich einen gar scheußlichen Traum, in dem so ziemlich alles vorkam, was mich die letzten zwei Jahre gequält hat.

An manchen Tagen weht auf Lanzarote ein heftiger, fast stürmischer Passatwind über die Insel.
An manchen Tagen weht auf Lanzarote ein heftiger, fast stürmischer Passatwind über die Insel.

Da war meine kranke, alte Oma, nachts vor Schmerzen schreiend, der niemand half und auch ich konnte ihr nicht helfen, rundum das dunkle Chaos zuhause, das frühe Aufstehenmüssen zur Schule und dort rücksichtslose Lehrerkollegen, die einen nur als Lastesel missbrauchen, einem ständig Schwierigkeiten bereiten, Absprachen nicht einhalten und Überstunden einbringen. Desinteressierte Vorgesetzte, die einen im Stich lassen. Das Leid von mehreren Jahren komprimiert auf eine Albtraumnacht.

Gut, da die Protagonisten inzwischen teils tot sind, teils weggezogen und ich an einem ganz anderen Ort der Welt, weit weg zwischen Sonne und Palmen, kann das so nie mehr Realität werden. Das Gute an den Traum ist auch, dass er mir zeigt, dass ich überhaupt geschlafen habe. Der Sturm ist vorüber, die Nacht vorbei, die Sonne scheint und alles ist klar und ruhig. Aber an dieses Bett werde ich mich wohl nie gewöhnen. Vielleicht hätte ich mir einen Schlafsack mitbringen sollen? …

Heute habe ich nicht viel vor, ich will nur ein paar der obligatorischen Souvenirs für meine drei Verwandten besorgen. Dann lege ich mich vielleicht wieder hin und mache etwas Siesta. Sonne hatte ich nach dem Frühstück eigentlich auch schon genug für heute. Gut, dass mich eine Frau geweckt hat, sonst wäre ich im Sessel neben dem Pool glatt eingeschlafen und verschmort. Ich will ja keinen Sonnenbrand… Schade ist es trotzdem, dass ich die schöne warme Sonne hier nicht einfach mit nachhause nehmen kann…

Mit meinem Android-Tablet bin ich nicht so ganz zufrieden. Die Hardware ist toll, aber die Software kann auch nur genau das, was auch das Galaxy S3 Mini kann – kein Wunder, sie ist ja auch identisch. Mir fehlt ein vernünftiges E-Mail-Programm und meine gewohnten Grafikprogramme. So kann ich meine Fotos nicht wirklich bearbeiten. Für eine längere Reise ist das so nichts. Ich habe mal nachgeschaut, was es sonst noch so gibt. Inzwischen sind Convertibles von Asus mit Windows 8.1 ja auch recht erschwinglich. Mehr als 400 EUR sollte es nicht kosten. Windows 8 mag auch zwar immer noch nicht wegen seiner hässlichen Kacheln, aber der Vorteil eines Intel-Systems mit Windows wäre, dass alle meine gewohnten Programme darauf liefen, außer GuildWars 2, und vor allem, dass man nicht ständig online und „in the cloud“ sein muss, um die Anwendungen vernünftig zu nutzen. Nicht nur wegen diverser Datenschutzskandale halte ich nicht viel vom Speichern der Daten in den Wolken. Wenn man wirklich auf Reisen geht, dann hat man auch nicht ständig Internetverbindung.

Hier im Hotel gibt es übrigens eine wirklich süße kleine Katze, beige mit schwarzen Haarspitzen, die sich aber leider nicht fotografieren lässt, weil sie dann immer gleich gestreichelt werden will und mit der Fotolinse schmust. Sie trudelt gemütlich über die Plaza der Hotelanlage. Auch sonst sieht man hier recht viele gemütliche Katzen, die von den Einheimischen auch gefüttert werden. Wahrscheinlich helfen sie bei der Ungezieferbekämpfung. Ungeziefer habe ich noch kein lebendiges gesehen, nur manchmal eine tote vergiftete Schabe neben einem Mülleimer. Vielleicht deshalb putzen sie hier im Hotel auch ständig und überall. Kein Stäublein oder Krümelein bleibt lange liegen. Dass man dann besser putzen kann mag vielleicht auch der Grund dafür sein, dass hier überall die Kacheln verlegt sind, obwohl es hallt.

Beim Frühstück heute habe ich mal die Hotelgäste genauer beobachtet und festgestellt, dass hier auch viele Nichtdeutsche untergebracht sind. Neben einigen Engländern auch einige Franzosen und junge Spanier. Wenn hier jemand jung ist, sind es meistens Spanier. Der Altersdurchschnitt liegt sonst jenseits der 60. Besser als am Aussehen kann man die Hotelgäste übrigens an ihren Essgewohnheiten unterscheiden, insbesondere bei Engländern an ihrem „Englisch Breakfast“. Dafür gibt es an der Stelle im Hotel, wo mittags und abends der Grillmeister tätig ist, einen Koch, der Schinken, Speck und Rührei zubereitet, zusammen mit noch einigen Zutaten, die meist sehr schwer und fettig sind. Man kann sich so sein Menü ähnlich zusammenstellen lassen wie beim Lunch oder Dinner. Allerdings würde ich das, was da morgens gebraten wird, so früh am Tage (und wahrscheinlich auch später) nie herunterbekommen. Das wäre mir alles viel zu schwer. Da wird mir schon beim Zuschauen übel. Hoffentlich haben sie in Neuseeland morgens nicht nur sowas… bäh …