In Zeiten von KI haben es traditionelle Sampling-Anbieter schwerer: Wozu teure Profisoftware vorhalten, wenn Suno & Co auf Knopfdruck ganze Songs ausspucken? Die Antwortet lautet: Des tieferen Klangerlebnisses wegen!
Professionelle Musik besteht nicht nur aus tonalen Folgen, sondern auch aus individuellen Instrumentalfarben und Klangtexturen. Tatsächlich hat sich die Klangsynthese seit den 1980ern deutlich verbessert und in den vergangenen 20 Jahren nochmals sehr merkliche Fortschritte gemacht. Fast alle Musikproducer auch für Film und Computermedien greifen daher auf professionelle Klangbibliotheken zurück. Das hat sich auch in Zeiten von KI (noch) nicht ganz geändert, auch wenn KI-Software den Markt zu erodieren beginnt. Der renommierte Sampling-Anbieter Native Instruments hat daher im Januar 2026 Insolvenz anmelden müssen.
Das hat uns sehr betroffen gemacht, weil auch das (virtuelle) Niarts Hausorchester sehr intensiv Gebrauch von deren Kontakt Library und dem Kontakt Player macht, den wir sicherheitshalber auf die neueste Version Komplete 15 aktualisiert haben. Die umfangreiche Bibliothek bietet von sich aus schon ein reichhaltiges Arsenal von orchestralen Klängen, im März sind wir aber auch noch auf die sehr interessanten Instrumente von Fracture Sounds gestoßen. Diese bieten neben symphonischen Instrumenten auch für Folk- und Fantasymusik geeignete Bibliotheken sowie einige sehr ansprechende Soloinstrumente im Streicher- und Bläserbereich. Angetan waren wir beispielsweise von den Bläserklängen von „Brass Band Soloists“ und „Majestic Brass Soloists„, von „Dulciano„, einem in Art und Weise eines Dulcimers gehämmerten Pianos und besonders aber vom neuen Lighthouse Piano.

Das Lighthouse Piano ist eine virtuelle Sample-Bibliothek auf Grundlage eines Blüthner Version VII Pianos von 1907, was Eigner Marcus Warner 2021 für seine persönliche Verwendung renovieren und nun digitalisieren ließ. Die fast 25 GB umfassende Sample-Bibliothek nutzt den Kontakt Player von Native Instruments und bietet eine Fülle von Einstellungen, mit denen man den Klang des Pianos variieren kann, von einem gedämpften „Felted Piano“ bis hin zum Konzertflügel. Insbesondere eignet sich das Piano damit für zeitgenössische Neoklassik.
Um die Sample-Bibliothek zu testen habe ich meine Komposition „A Celebration for Luisa Amiratu“ von 2025 in eine Klavierfassung umgestaltet und die neue Version mit dem Lighthouse Piano eingespielt:
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Die klare, dezente und leicht meditative Klangfarbe des Pianos gefällt mir sehr und ich überlege mir daher, dieses Klavier dem zweiten Teil von „Una Plays Piano“ zugrundezulegen.









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