David Richter und Peter Gregson haben es vorgemacht: Barock klingt zeitlos und doch modern, wenn man ihn zeitgenössisch aufpeppt. Mit ihrem Album „Colors of Bach“ stellt die norwegische Violinistin Eldbjørg Hemsing ihre Variante der Erneuerung vor.
Das Album „Colors of Bach“ erschien bereits 2025, darauf stellt Eldbjørg Hemsing 23 bekannte Melodien und Sätze von Johann Sebastian Bach vor in Variationen vor, die sie mit dem Norwegian String Quintett im Studio der Oslo Opera eingespielt hat. Die Stücke klingen durchweg professionell eingespielt. Im Unterschied zu David Richter liegt die Erneuerung weniger in markanten Bachlinien als in einer etwas sanfteren Reform der Akkordsequenzen, viele Stücke sind zudem Medleys, die Bachs originalle Melodieführung in moderner Manier umwandeln. Dabei gehen die Arrangements von Tim Allhoff, Jan-Peter Klöpfel und Jarkko Riihimäki weniger progressiv vor als der Cellist Peter Gregson auf seinem Album, auch die Spielweise von „Colors of Bach“ ist eher traditionell im Vergleich zu den experimentellen Obertonphasen von Gregsons Neuinterpretation. Positiv formuliert lässt sich aber sagen, dass somit auch weniger verfälschend in Bachs Original eingegriffen wird wie bei David Richter oder Peter Gregson, deren Kompositionen oft eher Pastiches als Variationen sind. Dadurch ist Hemsings Album auch leichter hörbar, allerdings vorhersehbarer und – wenn man es arg überspitzt, hat man stellenweise auch das Gefühl, die Komposition hätte so auch eine KI wie Suno hinbekommen, eben, weil es konventionell verläuft.
Was allerdings in jedem Fall über virtuelle Gegenwartsmusik erhaben ist, ist die Spielweise und der sehr professionelle Klang – hier spielt eben eine Profiviolinistin, die auch professionell begleitet wird.
Vor allem Bachliebhaber werden das Album lieben, denn viele bekannte Stücke kommen zum Zug und werden aufgefrischt präsentiert, nicht zu schwer und nicht zu optimistisch und auf einem durchweg sehr hörenswerten Niveau.







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