Der Oktober im Computerspiel Pax Dei stand unter dem Zeichen des Updates R49, „Saddle Up“ – mit den Pferden führt das Spiel ein Jahr nach seinem Release wieder eine nennenswerte spielische Neuerung ein.
Es war schon sehr lange ein Spielerwunsch, nun wurde er erfüllt: Es gibt endlich Pferde im Spiel, „Mounts“ – womit die großen Entfernungen im Spiel etwas besser passierbar werden auch ohne das Porten. Zudem hat man ein automatisches Wegesystem eingeführt, sodass man die Pferde auch automatisch auf den Straßen reiten lassen kann. Das passt erstaunlich gut, was die Pferde angeht, die ja auch in Wirklichkeit (vielleicht) von alleine laufen würden. Ein wenig seltsam mutet es an, dass man die Pferde „beschwört“ und an Sättel bindet, statt umgekehrt. Das man gewöhnt sich an diese Absonderlichkeit wie an so vieles in Pax Dei. Für Reitanfänger gibt es bereits ein recht passables „Bauernreitpferd“, was auch Plätze zusätzliches Inventar bietet und eine moderate Geschwindigkeit, die glücklicherweise auch merklich höher ist als die, wenn man im Spiel zu Fuß läuft. Exorbitant hoch sind die Kosten für ein Reittier: Die unterste Stufe kostet schon 500 Gnade, wofür man mindestens eine Woche im Spiel schuften muss. Die höchstrangigen Pferde kosten das doppelte. Immerhin können Pferde nicht getötet werden, sie verbrauchen sich nur. Man kann sie, gebunden an den Sattel, auch in den Märkten weiterverkaufen, was insofern Sinn macht, als dass jedes Pferd eine per Zufall zugewiesene Farbe und Schattierung besitzt. Pferde mit besonderen Farben könnten im Spiel lukrative Handelsware werden.



In höheren Stufen kann man sich dann entweder für schnellere Pferde mit weniger Sattelplätzen oder Lasttieren mit exorbitantem Inventar, aber langsamerer Geschwindigkeit entscheiden. Bis diese aber erreichbar sind, ist wieder das in Pax Dei wie immer unglaublich mühsame Leveln angesagt. Es dauert Echtzeittage, bis man allein die Stufe 10 erreicht und wohl echte Monate bis zu den Stufen 20 und 30. Hier hat man dann wohl wieder einmal mehr auf die Masochisten-Fraktion unter den Spielern gehört, denen das Spiel „viel zu leicht“ und „zu einfach“ ist und die immer unzufrieden sind, wenn andere Spieler auch Erfolge erringen können.
In diese Richtung geht dann auch, dass mit dem Update unter der Haube die Ressourcenanforderungen an diversen Rezepten in die Höhe geschraubt wurden. Das wird in den Patchnotes verschwiegen, doch man merkt recht schnell, dass manches wieder teurer geworden ist. Das wird teilweise dadurch kompensiert, dass die Crafter-Stationen wie Mühle, Schmelzofen oder Köhlerofen in den höheren Ausbaustufen nun 12 statt 8 Plätze bieten, allerdings wird die nervige Grindfaktor nun ebenfalls wieder höher. Vielleicht ist auch ein Hintergedanke, die Spieler möglichst lange mit allerlei Grind- und Levelaktivitäten im Spiel zu halten. Man wird sehen, ob diese Taktik aufgeht.
Anlässlich des einjährigen Release-Jubiläums gibt es in den Tagen um den Monatswechsel eine Sonderaktion, durch die man etwas schneller das Reitlevel steigern kann, außerdem Bonus-Punkte bei Kampfaktiväten und beim Erwerb der Gnade erhält.
Die Liste der unerfüllten Fan-Liste bleibt auch mit dem neuen Release R49 sehr lang: Das Berechtigungsmanagement ist weiterhin unzureichend für die Verwaltung von Clans in vernünftiger Größe, es gibt weiterhin keine Möglichkeit, Spieler, die offline sind, per spielinternem Message-System eine Nachricht zuzusenden, hier herrscht Discord-Zwang, was die Immersion des Spieles immens stört. Und die Entwickler neigen weiterhin dazu, den Masochisten im Spiel Gehör zu schenken und das Spiel unter der Haube immer schwieriger zu machen, statt dass sie das Spiel mit neuen Inhalten attraktiver machen.









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