Interview aus Veamoris mit Gräfin Veebee Hop

Karte von Veamoris (Grafik: Tina Stibbe)
Karte von Veamoris (Grafik: Tina Stibbe)

Gräfin Veebee Hop ist die Regierungschefin des unabhängigen Fledermausfürstentums Veamoris und eine weit über die Grenzen ihres Landes hinaus beliebte Politikerin. Anastratin.de konnte sie für ein Interview gewinnen.

Anastratin.de: Frau Veebee Hop, könnten Sie sich für unsere Leserschaft kurz vorstellen?

Veebee Hop: Mein Name ist Veebee Hop. Seit August 423 a.V. bin ich gewählte Gräfin des wunderschönen Zwergstaates Veamoris, welcher gleichzeitig der einzige Kontinent des Zwergplaneten Vea ist. Darüberhinaus habe ich das Amt als Ministerin für Finanzen, Wirtschaft, Handel und wirtschaftliche Zusammenarbeit inne. Ich bin 168 Jahre alt, was recht jung ist für mein Amt. Ich mag die Farbe lila, Blumen (besonders Rosen), male und tanze gerne. Zudem liebe ich Süßigkeiten, insbesondere solche mit Schokolade und Millimonenmarmelade.

Anastratin.de: Wie kamen Sie zu Ihrem jetzigen Amt?

Veebee Hop: Das ist tatsächlich eine interessante Geschichte, da meine Amtsernennung so gar nicht der veamorischen Tradition entspricht. Ich hoffe es ist in Ordnung, wenn ich einen kleinen geschichtlichen Rückblick gebe: Traditionell war das oberste Amt in Veamoris das des Königs oder der Königin. Dieses wurde per Erbfolge innerhalb der Familie Raschnuu weiter gegeben, was einige Intrigen und Erbfolgestreitigkeiten zur Folge hatte. Gleichzeitig waren die Gesundheit und die Lebensqualität des veamorischen Volkes zweitrangig. Die Ernennung Viiktor Raschnuus zum König von Veamoris hätte theoretisch in diesem Sinne weitergehen können, nur war Viiktor ganz anders gestrickt. Er fühlte sich sehr unwohl in der Rolle als König und wäre lieber Wissenschaftler, Künstler und Denker geblieben. Damals blieb ihm keine andere Wahl als das Amt anzutreten, jedoch reformierte er das Regierungssystem grundlegend, schaffte die Monarchie in ihrer bisherigen Form ab und gab sich selbst den Titel eines Grafen, was in Veamoris eher einer Art Verwalter entspricht. Denn so sah Viiktor sich, als Verwalter und Verteiler des Glückes des Volkes von Veamoris. Er führte zudem den hohen Rat von Husevie sowie die demokratische Wahl des Regierungschefs, also des Grafen, ein.
Weiter war Graf Viiktor III. mein Ziehvater, weswegen ich eine fundierte politische, wissenschaftliche und künstlerische Ausbildung genoss. Vor etwa 46 Jahren beschloss er, dass ich genug ausgebildet war und organisierte, unter Zuhilfenahme einer Übergangsregentin, die erste richtige Wahl in der Geschichte Veamoris. Natürlich hatte er sich die Jahre zuvor auch immer wieder selbst zur Wahl gestellt. Jedoch war Viiktor so beliebt, dass es nie einen Gegenkandidaten, also auch keine echten Wahlen gab. Das war bei mir allerdings anders. Meine Wahl war zunächst auch sehr umstritten, weil ich nicht in diesem Sinne auf Vea geboren wurde, aber das erzähle ich gerne ein anderes Mal. Zudem gab es tatsächlich einen Gegenkandidaten, den berühmten Backfabrikanten Seensa Priing aus dem Klan der Hampi-Sve, der sich allerdings kurz vor der Wahl in einen gebackenen Keks-Skandal verwickelte, der dann auch zum Untergang der Keksmanufakturen führte, weswegen die Wahl dann auf mich fiel.

Anastratin.de: Was ist Ihnen für Ihre Amtsführung besonders wichtig?

Veebee Hop: Kurz zusammengefasst: Die Modernisierung und die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst in Graf Viiktors Sinne weiterzuführen und die kostenlose gesundheitliche Versorgung aller Veamorianer zu gewährleisten.

Anastratin.de: Was waren Ihrer Ansicht nach bisher Ihre größten Erfolge?

Veebee Hop: Die bisher wohl größte Herausforderung war die Bewältigung der „intergalaktischen Verschiebung“. Das ist quasi ein riesiges Wurmloch, das durchs All wandert und alles auf seinem Weg um mehrere tausend Fledermauskilometer versetzt. Vor 8 Jahren traf es auch unsere Heimatgalaxie. Die Vorbereitungen dauerten etwa 5 Jahre. Es sollte ja nichts durch die Erschütterungen kaputt gehen, daher befestigten wir was möglich war und sprachen mehrere Schutzzauber. Belen Morel, Botschafterin Lucine Nyx und die neu gewonnenen Freunde vom Planeten Somniris aus dem Crispinusnebel waren uns dabei eine große Hilfe. Tatsächlich haben wir nur sehr geringfügige Verluste an unseren Bauwerken und der Planetenstruktur erfahren. Lebewesen kamen zum Glück nicht zu Schaden. Im Zuge der Schäden an der Planetenstruktur konnte auch eine alte verschüttete Quelle wieder gefunden werden, das magische Orakel von Trevalis. Zwar gab es schon einzelne magische Quellen in der Hochebene Westlich des Flusses Sulff, nur reichten diese gerade Mal für eine rudimentäre Grundversorgung der Sanguinen. Dieses ermöglicht uns auf eine ganz einzigartige Art und Weise die Zauberkraft des Planeten zu nutzen, u.a. für die magischen Fäden zur Erschaffung der Hamata und die dauerhafte Heilung der Sanguinen. Zeitgleich zur Quelle entdeckten wir ein Wesen, welches sich über Jahrhunderte verborgen und daher für ein Ammenmärchen gehalten wurde: Die Hüterin des Orakels, die bunte Fee von Trevalis. Ich durfte bereits einmal mit diesem faszinierenden Wesen in Interaktion treten, kann aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mehr darüber verraten.
Anschließend freuten wir uns zudem über die erfolgreiche Sanierung der Backmanufakturen und der Anstalten für Kunst und Kultur. Nun kann endlich wieder reger Handel und Austausch mit unseren Verbündeten getrieben werden.

Anastratin.de: Welche aktuellen Aufgaben finden Sie besonders herausfordernd?

Veebee Hop: Die aktuell wohl größte Herausforderung ist die Finanzierung unserer Modernisierungsprojekte und der Investitionen in Kunst, Kultur und Bildung. Wir Veamorianer sind ein sehr kleines Volk, welches sich zwar selbst gut über die Landwirtschaft versorgen kann, jedoch möchten wir auch Kunst, Kultur und Austausch mit unseren Verbündeten nicht missen und dies erfordert natürlich ein gewisses Maß an finanziellen Mitteln. Ebenso reißt der Kampf gegen die mannigfaltigen Seuchen, die es mittlerweile in unserem Universum gibt, immer wieder ein Loch in die Staatskasse.
Weiter sind wir ein sehr heterogenes Volk. Es leben bei uns nicht nur Fledermäuse, sondern auch Silberhasen, Zwergfeen, der Stamm der Krrrrrk, mehrere zugewanderte Lebensformen, darunter auch mittlerweile einige nitramische Gäste, sowie die Gemeinschaft der Klariden. Es ist daher ebenso wichtig die unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse unserer Bewohner unter einen Hut zu bringen. Dies bindet vor allem zeitliche Ressourcen, die dann wieder an anderer Stelle fehlen.

Anastratin.de: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Veebee Hop: Meine drei Wünsche für ganz Vea wären: Gesundheit, eine dauerhaft stabile Galaxiestruktur und eine ausreichend gefüllte Staatskasse
Meine persönlichen drei Wünsche wären: Zeit, um mal in Ruhe einen Tee zu trinken, ein Millimonentörtchen dazu und mehr Rüsselwobbel in meinem Garten. Ich liebe diese kleinen Racker.

Anastratin.de: Was erhoffen Sie sich für die Zukunft von Ihren nitramischen Bündnispartnern?

Veebee Hop: Die Nitramier sind seit jeher wertvolle und verlässliche Bündnispartner, wenn es um den Austausch von Kultur und Handelsgütern oder um Ratschläge bei diplomatischen Belangen geht. Zuletzt kam der einst blühende Handel auf beiden Seiten aufgrund diverser größerer und kleinerer Staatskrisen und Seuchen leider nahezu zum Erliegen. Wir erhoffen uns, dass dieser schnell wieder aufgenommen werden kann und wir uns vermehrt wieder an nitramischer Kunst und Musik erfreuen dürfen. Vielleicht dürfen wir ja auch bald wieder auf eine kleine Art Challenge oder mobile Bastelaktion hoffen.

Anastratin.de: Welche künftigen Projekte finden Sie besonders spannend?

Veebee Hop: Da fallen mir gleich zwei ein. Zum einen wurden unsere Keksmanufakturen endlich von Grund auf saniert, weswegen neue Keksrezepte getestet werden und wir das veamorische Nationalgebäck hoffentlich bald wieder exportieren und mit unseren Bündnispartnern teilen können. Ich persönlich freue mich auch schon auf das Testessen.
Zum anderen wurden von diversen veamorischen Künstlern in Zusammenarbeit mit der veamorischen Philharmonie mehrere veamorische Volkswaisen neu interpretiert. Es sollen drei Alben veröffentlicht werden. Ich darf schon mal verraten: So mancher Song hat Ohrwurmcharakter.

Anastratin.de: Sehr geehrte Frau Gräfin, wir danken Ihnen, dass Sie sich für uns Zeit genommen haben.

Veebee Hop: Ich danke für Ihr Interesse und wünsche Ihnen einen flattergesunden Tag!

Das Interview führte unsere Korrespondentin in Veamoris, Eri-Eris Delica im Auftrag von Nils Kawomba.

Eri-Eris Delica in Veamoris (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)
Über Eri-Eris Delica 1 Artikel
Eri-Eris Delica ist unsere Korrespondentin in Husevie (Veamoris).

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