Schluchseespaziergang

Lange Zeit später waren wir mal wieder am Schluchsee – der See liegt noch immer in wandelbaren Farben mitten im Schwarzwald, einiges hatte sich jedoch geändert: Ein neues Aussichtsrondell ziert die Hafeneinfahrt des gleichnamigen Ortes, die Bahnlinie wurde gerade überarbeitet und nur eine einzige Yacht wagte sich an diesem Mittwoch auf das Wasser – denn im Hintergrund rückten bereits die nächsten Gewitter an.

Der Schluchsee am 18. Mai 2016 (Foto: Martin Dühning)
Der Schluchsee am 18. Mai 2016 (Foto: Martin Dühning)

Der Schluchsee ist ein Ort den ich früher sehr oft besuchte: Immer wenn ich mir vom UNI-Studium frei nahm, meist nach geschriebener Hausarbeit oder in kurzen Ferien, schnappte ich mir mein Fahrrad, radelte von Waldkirch in Elztal bis nach Kirchzarten und stieg dort – samt Radel – in die Dreiseenbahn, mit der ich bis zum Ort Aha beim Schluchsee fuhr, wo ich wieder auf mein Fahrrad umstieg und dann zunächst den See entlang bis nach Seebrugg, von dort entlang der Bundesstraße bis zu einem Radweg weiterfuhr, der entlang der Staustufen das Tal hinab bis nach Witznau führte, von dort ging es nach Gurtweil weiter und von Gurtweil auf den Radwegen bis nach Lauchringen.

Steinige Türmchen am Schluchsee zwischen Aha und Schluchsee City (Foto: Martin Dühning)
Steinige Türmchen am Schluchsee zwischen Aha und Schluchsee City (Foto: Martin Dühning)

Seit ich nicht mehr studiere und auch kein Referendar mehr bin, hatte ich nur noch selten die Gelegenheit mit dem Rad diese Route zu fahren, zumal die alten Verbindungen nach Waldkirch gekappt sind und ich in Freiburg auch keine anderen Stützpunkte mehr besitze. So kommt es, dass ich auch nur noch selten den Schluchsee besuche – zuletzt war das 2013 gewesen. Das ist schade, denn er gibt immer noch ein sehr schönes Fotomotiv ab. So nahmen wir also die Gelegenheit wahr, und besuchten den Schluchsee mal wieder am 18. Mai 2016.

Ruhig lag der See und außer ein paar Anglern zeigte sich sonst niemand an diesem Wochentag. Das lag wahrscheinlich aber auch daran, dass die Bahnlinie gesperrt war und keine Züge fuhren, offenbar, weil man die Gleise einer Revision unterzog. Daher begegneten wir nur selten einem Wanderer, auch auf dem See waren so gut wie keinerlei Boote zu sehen, von zwei einsamen Fischern abgesehen und einer einzigen Yacht.

Ein nahezu verlassener Schluchsee im Zwilicht eines nahenden Gewitters am 18. Mai 2016 (Foto: Martin Dühning)
Ein nahezu verlassener Schluchsee im Zwilicht eines nahenden Gewitters am 18. Mai 2016 (Foto: Martin Dühning)
Frühling am Schluchsee (Foto: Martin Dühning)
Frühling am Schluchsee (Foto: Martin Dühning)

Von Aha wanderten wir meinen alten Weg entlang Richtung Schluchsee, wobei wir immer mal wieder eine Fotopause einlegten oder einfach so den See betrachteten. Viel war nicht los. Auf dem Rückweg von der Aussichtsplattform bei Schluchsee begegneten wir noch einem Eichhörnchen, dass aber viel zu hibbelig war, als dass wir es in Ruhe hätten fotografieren können.

Eichhörnchen beim Schluchsee am 18. Mai 2016 (Foto: Salome Leinarkunion)
Eichhörnchen beim Schluchsee am 18. Mai 2016 (Foto: Salome Leinarkunion)

Zudem türmte sich am Horizont Richtung Feldberg bereits bedenklich düstres Gewölk und Donnergrummel hallte über die Schwarzwaldberge, während das zuvor noch spiegelnde Gewässer sich in einen Finstersee wandelte.

Rückweg mit Gewitterhimmel (Foto: Martin Dühning)
Rückweg mit Gewitterhimmel (Foto: Martin Dühning)

Gerade noch rechtzeitig erreichten wir das Auto in Aha, als kräftige Schauer niedergingen und alles rundherum in Wasser tauchten. Doch bereits in Höhe von Häusern war von dem lokalen Unwetter nicht mehr viel zu bemerken und als wir Waldshut erreichten, lag die Stadt noch frühsommerlich im Trockenen.