Klabund: Ballade des Vergessens

Soldaten (Foto: Miles Rothoerl via Pexels)
Soldaten (Foto: Miles Rothoerl via Pexels)

Der Dichter Klabund alias Alfred Georg Hermann Henschke ist in Deutschland inzwischen fast vergessen. Eindringlich mahnen seine Worte aber noch heute.

Es ist mir in meinen zwanzig Jahren als Deutschlehrer kein größeres Lehrwerk untergekommen, indem die Gedichte des Schriftstellers Klabund (1890-1928) noch vertreten sind, obwohl er seinerzeit durchaus geachtet und in der deutsch-schweizer Literaturszene beachtlich vernetzt war. Zu seinen Bekannten zählten beispielsweise Hermann Hesse und Elsa Lasker-Schüler. Sein Drama „Der Kreidekreis“ und seine Berliner Inszenierung beeinflusste maßgeblich Bertold Brechts spätere Adaption.

Zu Klabunds noch bekannteren Gedichten zählt die „Ballade des Vergessens“, ein sehr eindrückliches Plädoyer gegen den Krieg, seine Gräuel – und das Vergessen derselben. Er schrieb sie 1927, ein Jahr vor seinem Tod. Sein früher Tod verhinderte, dass seine Stimme sich gegen das spätere Nationalsozialistische Regime erheben konnte – es hätte Deutschland und Europa vielleicht gut getan.

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Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau, arbeitet am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.