Abgang – neu vertont

Abgang - Coverbild (Grafik: Martin Dühning)
Abgang - Coverbild (Grafik: Martin Dühning)

Das Gedicht „Abgang“ (Über die Planke) stammt aus meinem Gedichtzyklus „Tränen eines toten Kindes“ und entstand schon 1999. Nun wurde es, im Rahmen von Una Nivas kommendem Klavieralbum, neu vertont.

Den Gesangspart steuert Junia Dee bei (die mit einigen englischen Songs schon auf Unas erstem Album zu hören war).

* * *

ABGANG
(Über die Planke)

Stell mich auf ein schmales Brett,
Hinter mir die Wand. Vor mir
Liegt die weite See,
Ohne Hoffnung auf Wiederkehr,
Ohne Land.

Wie das Leben ist dieser schmale
Steg. Auf den man mich geschickt.
Habe die Dinge alle falsch
Gemacht. Ist mir nicht geglückt.

Fall ich jetzt in das tiefe
Meer. Tauche ein und versink.
Hoffe, dass mich Leviathan
Frisst. Oder ich ertrink.

Stell mich auf ein schmales Brett,
Hinter mir die Wand. Vor mir
Liegt die weite See,
Ohne Hoffnung auf Wiederkehr,
Ohne Land.

Tauche tief in das tiefste
Nass. Mittenrein in die
Flut. Das Leben macht
Einem keinen Spaß, und
Davon hab ich genug.

Auf dem Schiff jubelt der
Kapitän, und die Mannschaft
Die schreit. Wollten meinen
Untergang sehn.
Keine Gerechtigkeit.

Stell mich auf ein schmales Brett,
Hinter mir die Wand. Vor mir
Liegt die weite See,
Ohne Hoffnung auf Wiederkehr,
Ohne Land.

* * *

Über Martin Dühning 1676 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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