Ventadorn

Wappenschild ("Coat of Arms") der Metropolis Ventadorn (Grafik: Martin Dühning)
Wappenschild ("Coat of Arms") der Metropolis Ventadorn (Grafik: Martin Dühning)

Ventadorn ist eine nitramische Freistadt und Metropole, welche sich über die ehemaligen Gebiete von Groß-Tize im Norden von Ninda erstreckt. Architektonisch entspricht sie dem jolantrisch-tyrillianischen Baustil (wie z. B. auch die Polis Julverne aus Tyndalis), allerdings ohne die üblichen Kuppelanlagen. Sie ist mit heute etwa 20.000 Einwohnern die mit Abstand größte nitramische Stadt auf dem Planeten Monte Regina VIII und war lange Zeit Verwaltungshauptsitz der Neu-Nitramischen Konföderation und Sitz der 12. Raumflotte.

Kleines Wappen der Polis von Ventadorn
Kleines Wappen der Polis von Ventadorn

Gegründet wurde Ventadorn am Beginn des Zeitalters der Reunion (324-430 a. C.) durch die Legaten Perias Alanth und Markus Julesdin als Ersatz für die bisherigen Metropolen Celestina und Kallandria auf Caledan, nachdem diese Kolonie im Theta-Quadranten im Zuge der Kontinuums-Kriege aufgegeben worden war. Benannt ist die Stadt nach einem bekannten Minnesänger. Im Vergleich mit den früheren Metropolen im Theta-Quadranten (Tristis, Kallandria, Keryssett) hat die Stadt Ventadorn trotz ihrer modernen Architektur ein eher mediterranes Flair, sie wurde in hellen Sandsteinfarben oder bunten Glasfassaden errichtet. Viele Stadtviertel verzichten auf die bis dahin üblichen Wolkenkratzer. Auch verfügt die Stadt über viele Wasser- und Grünflächen. Dies hatte zu den Vorbedingungen gezählt, welche der nindanische Adel gemacht hatte, damit er sich in der Volksversammlung mit der Gründung der Metropole und den damit verbundenen Gebietsverlusten einverstanden erklärte.

Für die Errichtung der Stadt waren massive Eingriffe in die Besitzstrukturen von Ninda nötig. Die Familie Andunika musste auf ihren gesamten Erbbesitz verzichten, auch der medeanische, papyrische und westländische Adel war betroffen, teils, um die Hajoiden für Gebietsverluste zu kompensieren, teilweise um die Familie Andunika zu entschädigen. Die entsprechenden Flurbereinigungen waren mit ein Hauptgrund für das Abkommen von Ninda zwischen den Staaten Ventadorn, Süd-Ninda und Groß-Hajoida. Bei der Errichtung von Ventadorn wurde das gesamte nordtizeanische Gebirge abgetragen und der komplette Golf von Timida und die Bucht von Tize damit aufgefüllt. Teile von Medea wurden ebenfalls komplett umgegraben. Nicht nur die ehemalige hajoidische Hauptstadt Harlikanassia wurde abgerissen, auch die medeanischen Lordschaften Klein-Gänseburg und Tivalla verschwanden von der Landkarte. Im Gegenzug erhielten die Hajoiden große Teile des ehemaligen Papyrien, die Ruine Tyrus mit Umland und die komplette südliche Provinz Nitramisch-Venezianien. Dafür erhielt die Familie Andunika Westland und Pipapunien. Für den westländischen Adel wurde eine neue Halbinsel im Meer aufgeschüttet, die formalrechtlich zu Ventadorn gehört, aber als „Neuwestland“ teilautonom ist. Viele Westländer siedelten trotzdem in die Metropole Ventadorn über, weshalb auch viele städtische Politiker Westländer sind. Die meisten anderen Bewohner sind Tyrillianer, Jolandinelben, Tizeaner oder andere Angehörige der sogenannten „kleinen Völker“.

Die Staaten des Ninda-Habitats im Jahre 471 a. C.
Die Staaten des Ninda-Habitats im Jahre 471 a. C.

Ventadorn lebt wirtschaftlich hauptsächlich vom Verwaltungswesen, der Raumflotte, der Universität und dem Verlagswesen. In der Stadt finden sich viele Buchdruckereien und Zeitungsverlage, die früher sogar den Kibur’Gate-Sektor belieferten. In der Metropole ist auch die Zentrale des planetaren Kommunikationsnetzes untergebracht und einige kleinere industrielle Replikatoranlagen. Die Universität von Sanarth gilt als führend in den Bereichen Technik, Telekommunikation und Kulturwissenschaften. Ventadorn ist Sitz des Erzbischofs von Ninda und des Templerordens von Ninda. Die Kathedrale von Ventadorn beinhaltet das vierte der ehemals sieben (heute vier) nitramischen Orakel, das Orakel der Rekonvaleszenz. Zu den Sehenswürdigkeiten zählt auch ein Siegesengel, den Generalsekretär Venanz Merân in der Stadt errichten ließ.

Die Stadtfarben von Ventadorn sind Dunkelrot-Dunkelgrün-Dunkelblau in Erinnerung an ihre Vorgängerin, die ehemalige Metropole Tristis in Neu-Ephriterea. Darüber ist ein goldenes Mithrill angebracht, mit einem feuerroten „V“ für „Ventadorn“. Das Motto der Stadt ist „Rinasce Piu Gloriosa“ – sie wird deshalb auch die „Stadt des Phönix“ genannt. Wie alle Freistädte verfügt Ventadorn über eigene Kontingente der Nationalgarde. Diese trägt auf ihren silbergrauen Uniformen blaue Abzeichen, um sie von der Nationalgarde von Ninda zu unterscheiden, die gelbe Abzeichen trägt. Außerdem unterhalten die Moreaner und die 10. Flotte in Ventadorn einen Luftwaffenstützpunkt.

In den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens florierte die Metropole Ventadorn durch die regen Handelsbeziehungen mit dem Foriensis– und später dem Kibur’Gate-Sektor, vor allem die Universität von Sanarth wurde zu einem Zentrum des Wissens. Die Einwohnerschaft stieg zeitweilig auf 41.000. In der späten Reunion und vor allem im Zeitalter der Katalysis (ab 431 a. C.) erlebte die Stadt einen massiven Niedergang, weil die zunehmenden militärischen Geplänkel im Kibur’Gate-Sektor und die damit verbundenen Wirtschaftskrisen ihren Tribut forderten und den Bewohnern teilweise schlicht der Wohnraum ausging. Gleichzeitig wurde die Metropole von den planetarischen Wirren in Mitleidenschaft gezogen und selbst politisch instabil. Die Stadt verlor daraufhin mehr als die Hälfte ihrer Einwohner, zwei Distrikte wurden komplett abgerissen. Die Folge war letztlich, dass Ventadorn der Status einer Hauptstadt und einer hohen Republik abgesprochen und sie unter Aufsicht eines Legaten gestellt wurde. Der Legat des Südens hat seither seinen ständigen Sitz in der Reichsprokuratur von Ventadorn.