Die vielgelobte Violinistin Eldbjørg Hemsing hat mit dem Arctic Philharmonic Orchestra nordische Winterklänge intoniert. Allein schon Jacob Sheas „Artic Suite“, was die ersten sechs Stücke vorgibt, machen das Album lohnenswert.
Vielleicht macht der Klimawandel für nordische Winterwelten sensibel, vielleicht sind es aber auch die melancholisch stressbefreiten Landschaften, eisige Stille, wonach sich der moderne Mensch sehnt. Jedenfalls haben nordische Klänge in der Gegenwartsmusik Konjunktur. Irgendwo zwischen Unterhaltung und Klassik angesiedelt, findet auch Eldbjørg Hemsings Album „Arctic“ seinen Platz. Darauf versammeln sich bei der CD-Fassung 15 Titel, darunter Jacob Sheas „Artic Suite“ (1-6) sowie zeitgenössische Stücke von Henning Sommerro, Frode Fjellheim, Ola Gjeilo, Einojuhani Rautavaara, Selim Palmgren, Ole Bull, James Newton Howard und als Klassiker Edvard Grieg. Daneben gibt es bei Amazon als digitaler Download noch eine Extended-Fassung, die acht weitere Titel enthält, neben anderen zeitgenössischen Stücken auch Variationen zu Gabriel Fauré und eine sehr freie Adaption des Winters aus Vivaldis Vier Jahreszeiten.
Alle Stücke, von denen viele von Ben Palmer für die Aufnahmen re-arrangiert wurden, zeichnen sich durch eine professionelle Tonqualität aus und hören sich überaus konzertant an. Allerdings variiert die Lautstärke zwischen den Stücken teils recht stark. Positiv ist auch zu erwähnen, dass sich Starviolinistin Eldbjørg Hemsing akkustisch durchaus einzupassen weiß, also nicht das Orchester überstrahlt, was gerade bei den oft meditativen Stillephasen verhängnisvoll gewesen wäre.








