Keine Preise, aber deutlicher Aufwärtstrend

Der Spiegel-Schülerzeitungswettbewerb ist gelaufen und in diesem Schuljahr geht die Phoenix leider leer aus. Dennoch hat sich viel getan – mit den Schülerzeitungen in Deutschland geht es wieder deutlich aufwärts.

Der Abwärtstrend in Sachen Schülerzeitung scheint endgültig gebrochen zu sein – trotz bundesweitem G8 geht es mit Schülerzeitungen wieder aufwärts. Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man sich so ansieht, was die Redaktion des Spiegelwettbewerbes so alles zusammengetragen hat in diesem Jahr: 742 Redaktionen nahmen am diesjährigen Wettbewerb teil, insgesamt 1429 Hefte gingen in Hamburg ein, daraus wurden 80 Preise für die jeweiligen Top Ten ausgewählt. Unsere eigene Schülerzeitung ist in diesem Jahr nicht unter den Preisträgern, aber das Niveau der Beiträge ist auch mächtig gestiegen.

Internet-Klickibunti und Google-Copy-Paste-Syndrom sind nicht mehr, die neue Generation der Schülerzeitungen und Schülerzeitungsredakteure ist kreativ und fühlt am Puls der Zeit. Schaut man sich die Preisträger und ihre Beiträge an, muss man sagen: Die Gewinne sind alle restlos verdient, es wird wieder gut und gerne geschrieben – und das nicht nur an Gymnasien.

Zur besten Schülerzeitung 2008 wurde „Meuterei“ gekürt. Sie erscheint am Gymnasium Nordenham an der Unterweser, womit erstmals nach längerer Zeit wieder der Norden triumphieren darf.

Doch auch aus dem Süden kommen einige Preisträger. Beispielsweise die beste Online-Schülerzeitung, die in diesem Jahr „Provokant“ heißt und vom Kant-Gymnasium in Weil stammt. „Provokant“, aber auch die anderen Online-Preisträger zeigen, dass sich in Sachen Online-Layout in den letzten zwei Jahren mächtig was getan hat. (Jaja, wird wohl auch mal wieder Zeit für ein größeres Phoenix-Update.)

Auch in Sachen Layout gibt es viele neue Ansichten. Der Trend geht hin zum Magazinstil. Inhaltlich schreiben Schülerzeitungen nun wieder kritischer, aber dabei authentisch, wie man auch an der Sieger-Reportage „Der Feind auf meinem Teller“ von der 8Klässlerin Corinna Huber sehen kann, aber auch politische Themen sind wieder im Kommen.

Insgesamt und ganz im Gegensatz zum verbreiteten Foren-Wischiwaschi zeichnen sich viele Beiträge durch ausgesprochen hohes Niveau aus. Und qualitative Schülerzeitungsarbeit findet man in Deutschland wieder an vielen Orten. Die Zeiten, wo man das Ende der Schülerzeitungen herannahen sah, sind wohl vorbei. G8 hat der Schülerzeitung auch nicht geschadet, im Gegenteil: Womöglich gibt das achtjährige Gymnasium mit all seinen Alltagsmacken vielen erst wieder Anlass zu kritischer Auseinandersetzung mit der Schulgegenwart.

Wer die 80 weiteren Gewinner sind und was sie alles geboten haben, könnt ihr auf den Wettbewerbsseiten von SchulSpiegel nachlesen.

Herzlichen Glückwunsch allen Gewinnern! 🙂