Der Aufstieg der Phoenixseite und ihr Verwehen

Phoenix im Cyberspace - Geschichte der Phoenix, Teil 7

Dieses Schuljahr könnte die KGT-Webseite eigentlich ihr zwanzigjähriges Bestehen feiern, und die Phoenix-Webseite mit ihr.

Im KGT-Jahrbuch des Schuljahres 1996/1997 konnte man nachlesen:

„Die Schülerzeitung Phoenix konnte das vergangene Jahr [1996] mit einem schönen Erfolg abschließen: Die redaktionseigene Homepage im Internet wurde von der bundesweit erscheinenden Zeitschrift „Puncto!“ mit einem zweiten Preis sowie einem Geldpreis ausgezeichnet. Zu verdanken hat die Phoenix-Redaktion diese Auszeichnung vor allem dem Schüler Manfred Renner, der in diesem Jahr sein Abitur bestanden hat. Als begeisterter Surfer bastelte er in den vergangenen Monaten an einer eigenen KGT-Homepage, zu der auch die Homepage der Schülerzeitung zählt. Der Puncto!-Jury gefiel die gelungene Einbindung in die Internet-Aktivitäten der ganzen Schule, das ansprechende Design der Seiten, die vielen informativen Artikel und nicht zuletzt das Engagement der Redakteure […]“ (KGT Jahrbuch 1996/1997, S. 80)

Viel aus dieser Zeit der Legenden ist nicht geblieben, aber immerhin ein statisches Abbild der allerersten Phoenix-Webseite, die vielleicht schon vor, jedenfalls aber mit der KGT-Webseite entstand und bis Sommer 2016 am KGT einfach dazugehörte. In der Zeit danach hatte das Schülerzeitungsteam einen eigenen kleinen Bereich auf der KGT-Webseite, den der große KGT-Webmaster Markus Hable mitpflegte.

1997 ging die erste Phoenix-Webseite online - zeitgleich mit der ersten KGT-Webseite. Beide wurden von Technik-Pionier Manfred Renner erschaffen.
1996/97 ging die erste Phoenix-Webseite online – zeitgleich mit der ersten KGT-Webseite. Beide wurden von Technik-Pionier Manfred Renner erschaffen.
Das etwas aufgefrischte Layout der Phoenix-Webseite im Jahr 2004 (Foto: Martin Dühning)
Das etwas aufgefrischte Layout der Phoenix-Webseite im Jahr 2004 (Foto: Martin Dühning)

Ihre größte Zeit hatte die Phoenix-Webseite allerdings erst ab 2005, als sie sich vom Schattendasein des KGT-Servers trennte und zu einer mächtigen Onlineplattform heranwuchs. Ich brachte sie auf dem mondänen Linuxserver eines Freundes unter, der mit Geschwindigkeit und Features glänzte, wie sie der alte Schulserver nicht bieten konnte. Dort wuchs die CMS-Betriebene Installation über sich hinaus und bot tagesaktuelle Infos, Bildergallerien, ein Forum und zeitweilig auch andere Gimmics, wie beispielsweise Online-Spielchen.

Blick auf die preisgekrönte Joomla-Webseite der Schülerzeitung Phoenix, wie sie sich von 2005-2007 präsentierte (Foto: Martin Dühning)
Blick auf die preisgekrönte Joomla-Webseite der Schülerzeitung Phoenix, wie sie sich von 2005-2007 präsentierte (Foto: Martin Dühning)

In ihren Hochzeiten verbuchte die Phoenix-Webseite den zehnfachen Traffic der KGT-Website und war spätestens seit Gewinnen des Spiegel-Schülerzeitungswettbewerbs 2006 überregional bekannt. Von 2006-2010 glänzte sie durch konkurrenzlos umfangreiche Fotobestände zu den meisten großen KGT-Veranstaltungen. Die Phoenix-Webseite war so erfolgreich, dass sie 2008 auch als Blaupause für die Erneuerung der KGT-Webseite benutzt wurde – beide Webseiten liefen seither lange Zeit mit dem CMS Joomla.

Bezahlt wurde die Phoenix-Webseite übrigens nie von der Schule, sondern privat. Daher war sie auch wirklich finanziell unabhängig vom Wohlwollen schulischer Gremien. Andererseits verzichtete sie bewusst auf Werbung und Anzeigen, obwohl es viele Angebote gegeben hätte.

Die Phoenix-Webseite im Jahr 2009 – auf dem Höhepunkt ihres Erfolges (Foto: Martin Dühning)
Das neue Design der Phoenix-Webseite ist schon deutlich weiter gediehen.
Das neue Design der Phoenix-Webseite im Herbst 2010 (Foto: Martin Dühning)
Das Outfit der Phoenix-Webseite variierte saisonal: Zur Weihnachtszeit sah es entsprechend festlich aus - bis hin zum virtuellen Schneefall (Foto: Martin Dühning)
Das Outfit der Phoenix-Webseite variierte saisonal: Zur Weihnachtszeit sah es entsprechend festlich aus – bis hin zum virtuellen Schneefall (Foto: Martin Dühning)
Die Webseite der Schülerzeitung Phoenix, wie sie sich am 29. Juni 2013 präsentierte. Die inzwischen dritte Inkarnation der Großwebsite basiert wie die beiden Vorgänger auf dem CMS Joomla, verfügte Dank Niarts aber über einen wesentlich schnelleren Server und technisch mehr Möglichkeiten als die staatlich gehostete KGT-Webseite.
Die Webseite der Schülerzeitung Phoenix, wie sie sich am 29. Juni 2013 präsentierte. Die inzwischen dritte Inkarnation der Großwebsite basiert wie die beiden Vorgänger auf dem CMS Joomla, verfügte Dank Niarts aber über einen wesentlich schnelleren Server und technisch mehr Möglichkeiten als die staatlich gehostete KGT-Webseite.

Neben der KGT-Webseite kopierten auch andere Webseiten die Phoenix-Webseite, so beispielsweise die wenig beachtete Website zu den „Perforierten Lyrixx“ am KGT, oder auch ihr inzwischen erfolgreichster Sproß – die Webseite hier, Anastratin.de.

Die perforierten Lyrixx in neuem Glanz: Statt Baby-Rosa nun in bekannt markanten Theaterbühnenrot gehalten – die offizielle Webseite der Perforierten Lyrixx am KGT 2009.
Die Anastratin-Webseite setzt nun auf eine Kombination von Palatino und Biolinum.
Die Anastratin-Webseite konnte optisch die Elternschaft der Phoenix-Webseite über viele Jahre nicht leugnen.

Bei allem Erfolg, als Diskussionsplattform kam die hauseigene Schülerzeitungswebseite am KGT zu spät. Die Schülerschaft war längst zu großen kommerziellen Anbietern wie SchülerVZ oder Hochrhein.Biz abgewandert, mit denen die Phoenix-Webseite natürlich nicht mithalten konnte und wollte. Dafür nutzte die Phoenix-Redaktion selbst die internen Foren intensiv für ihre Arbeit, was sie durchaus beschleunigte.

Tatsächlich nutzte die Redaktion nebenher natürlich auch selbst „soziale“ Netzwerke, allen voran Facebook – und die späte Phoenix-Webseite vernetzte deshalb auch quer zum dortigen Onlineauftritt der SZ Phoenix. Doch für die Schülerzeitung selbst war das eine zweischneidige Sache, denn man lieferte sich damit auch dem US-Riesen aus. Letztlich, und das dürfte auch anderen kleinen Anbietern so gehen, profitierte davon weniger die Online-Schülerzeitung, sondern nur Facebook selbst.

Mit meinem Weggang vom KGT ersetzte ich die komplexe CMS-Struktur der Phoenix-Webseite durch ein modernes WordPress-Blog. Auf das beliebte individuelle Design musste die Redaktion aber verzichten – WordPress unterstützte keine Customdesigns auf ihrer kostenlosen Blogseite.

Die Probeversion der neuen Phoenix-Webseite auf wordpress.com. Die Webseite ist schlichter als die alte, technisch allerdings moderner und über die Blogging-Plattform besser vernetzbar.
Die neue Phoenix-Webseite auf wordpress.com. Die Webseite ist schlichter als die alte, technisch allerdings moderner und über die Blogging-Plattform besser vernetzbar.

Die WordPress-Seite fand in der Phoenix-Redaktion nach 2013 jedoch keine Freunde, weshalb die Webseite zwar noch existiert, ebenso ihre alte Domain www.kgt-schuelerzeitung.de, aber doch ungenutzt langsam ins Nirwana verweht, weshalb die Webmaster am KGT die Seite schließlich auch aus dem Menü ihrer Website entfernten.

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  1. Die Kritik in der Schülerzeitung – Niarts Anastratin

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