Trauerspiel, reloaded

Das ganze Leben ist ein Spiel, hieß es einst bei Hape Kerkeling. Tatsächlich arten verschiedene Verzweigungen des beruflichen und privaten Lebens manchmal in Spiele aus, Trauerspiele. Periodisch wiederkehrend theatralisch gibt sich beispielsweise die Selbsteinäscherung der Schülerzeitung Phoenix, üblicherweise zu den Sommerferien hin. Diesmal allerdings könnte man fast ein Melodrama draus machen.

Brennender PhoenixEs begann damit (Prolog), dass zwei von drei Führungsmitgliedern nebenberufliche Tätigkeiten ihren Führungsqualitäten voranstellten und ihre Pflichten schleifen, wenn nicht unerfüllt ließen. Das an sich wäre ja noch kein Beinbruch, wenn der AG-Leiter nicht zum EDV-Leiter zwangsbefördert worden und am Fulltime-Fundamenteneulegen wäre (Parodos). Und selbst dann gäbe es ja eine noch eine durchaus begabte und vorbildlich fleißige dritte Führungskraft, die durchaus das Zeug hat, einige der monistischen Chefredakteursvorgänger in den Schatten zu stellen.

Doch was hilft’s, wenn andere die Artikel verschlampen? Und das gleich mehrmals (Stasimon)? Da war zunächst jene große Mittagstischumfrage in der Unterstufe, feinsäuberlich austariert, dann aber von zwei unnützen Sechstklässlern verschlampt, welche lieber mit ihrer Gang herumhängen als ihren Job ordentlich zu machen und die sich ihrem feierlichen Rauswurf nur durch Kündigung entzogen. Oder auch die wieder mal nicht funktionierende Kommunikation, welche letztlich zur Vernichtung des Endredaktionsartikelbestandes samt Fotostory führte (Katastrophe). Aber warum gibt man die gesammelten Artikel auch in die Hände von Leuten, welche die Redaktion sowieso verlassen wollen? Und wie soll der bestgewillte Layouter so ein neues Heft zusammenkriegen (Exodos)?

Soweit das Drama. Das Trauerspiel daran allerdings ist die beständige Wiederholung ohne Lerneffekt – nix ist mit Katharsis – denn es ist doch jedes Jahr dasselbe!