Dämmrung

Ist es schon soweit? Schlägt uns die Stunde? Oder können wir noch eine Runde weiterschlafen, im Karussell der Dämmerträume, die um uns sind. Sinn und Klänge, dumpf, wie Glockengeläut ganz von Ferne an unser Ohr dringt. Dann, wenn wir fast erwachen, aber noch viel zu müde sind, die scheinbare Klarheit und das hoffnungsvolle Sinnen wie verlöscht vor Ruhe, gerade noch, döst Du als kleine kindliche Kirschblüte.

Schlafmaus im Mai 2011
Schlafmaus im Mai 2011

Träumst Du? Träumt die Haselmaus unter der Wurzel? Träumen die alten Weiden? Träumen nur die wonnigen Rosen am Holder, wenn kleine Bienchen über Blüten blinzeln wie die Sonnenstrahlen eines späten Maientages durch duftigen Schleier? Ist es doch soviel, diese eine, heimliche Natur.

Ferner Regen, fein wie Tränen und ein kristallener Eisbogen am Horizont da glimmt schon, kündet Nahen, wie der helle Klang der Amseln; irgendwann macht Er uns ganz wach. Wer hat sie geschickt? Kleine Störenfriede, die schwarzen Kobolde, auf Dächern hüpfend vertreiben sie derbe die Schlummerelben, wischen den Sand der Träume achtlos beiseite. Was bleibt, sind nur wir, hindämmern. Wenn es soweit ist, reiben wir uns auf – und scheinbar wieder ganz allein im dunklen Raum.

Oh Welt. War es das gewesen?