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Prosa

Die Zeit, die bleibt…

19. August 2012 Martin Dühning 0

Es war in einem Unheilssommer, die Sonne neigte sich bereits, als D. zum ersten Mal merkte, dass sich die Zeit nicht gleichmäßig im Raum bewegt, sondern wie ein altes, eierndes Zahnrad jeweils ruckweise knarzend vorspringt.

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Ein Gleichnis

8. Juni 2011 Martin Dühning 0

In A… , einer unbedeutenden Kleinstadt am südlichen Rande des Schwarzwaldes, geschah es an einem finsteren Nachmittage, als die Hitze des Tages sich gerade in ein Gewitter umzuwandeln begann, dass eine wilde Horde von Fünftklässlern einen der ihren, einen gewissen W… , in die Ecke stellte und grundlos zusammenschlug. […]

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Prosa

Lachen ist ungesund

8. Juni 2011 Martin Dühning 0

Ausschnitt aus dem Romanfragment „Tagebuch eines Selbstmörders – das kurze Leben des Roderick T.“, verfasst anno 1993 in einigen Freistunden im alten Computerraum des KGT, heute Raum 305: Als ich eines Morgens wieder einmal einen Spaziergang […]

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Dämmrung

14. Mai 2011 Martin Dühning 0

Ist es schon soweit? Schlägt uns die Stunde? Oder können wir noch eine Runde weiterschlafen, im Karussell der Dämmerträume, die um uns sind. Sinn und Klänge, dumpf, wie Glockengeläut ganz von Ferne an unser Ohr dringt. Dann, wenn wir fast erwachen, aber noch viel zu müde sind, die scheinbare Klarheit und das hoffnungsvolle Sinnen wie verlöscht vor Ruhe, gerade noch, döst Du als kleine kindliche Kirschblüte. […]

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Das Buch der verpassten Gelegenheiten

28. Mai 2010 Martin Dühning 0

Es war kurz nach Pfingsten und D. hatte beschlossen, den kurzen Freiraum, der sich dadurch erbot, für einige längst hinfällige Recherchen zu verwenden. Insbesondere hatte er sich vorgenommen, einige Lücken in seiner Erinnerung durch Literatur zu […]

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Gyptische Kriolinblümchen!

6. Mai 2010 Martin Dühning 1

Alles war gut, bis ich auf die Idee kam, diese gyptischen Kriolinblümchen auf den Balkon zu pflanzen. Dabei hätte ich es mir doch denken können müssen: Gyptische Kriolinblümchen! Und dann noch auf dem Balkon! Das konnte […]

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Der Brieffreund

27. März 2010 Martin Dühning 0

D. hatte einen Freund, der sehr weit wegwohnte und von sich in Anspruch nahm, noch sehr viel mehr als D. zu arbeiten und auch sehr viel wichtigere Dinge. Deshalb fand er nur noch sehr selten den […]

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Frühlingsgefühle III

26. März 2010 Martin Dühning 0

Es war zunächst Sabbat, spät nachmittags schon, der Tag vor dem Palmsonntag und mindestens der dritte, nachdem jene furchtbare Erkältung über ihn gekommen war, da beschloss D., dennoch endlich einen deutlichen Fortschritt in seinem Leben zu […]

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Frühlingsgefühle II

26. März 2010 Martin Dühning 0

Als D. aber nicht mehr aus noch ein wusste und sich seine getrübten Augen über dem verbitterten Tee einer schlichten Tasse still dämpfender Kräutermischung nur gar kärglich spiegelten, besann er sich, blickte tief in sich hinein […]

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Frühlingsgefühle

24. März 2010 Martin Dühning 0

Nachdem D. das ältliche Fenster geöffnet hatte, wurde ihm verdächtig schnell bewusst, dass „Frühling“ und in gewisser, selbst durch penibles Ignorieren kaum zu leugnender Weise auch „Wärme“ doch recht relative Begrifflichkeiten waren. Jedoch war es weniger […]

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In der alten Aula

10. Februar 2010 Martin Dühning 0

Es war ein Heulen und Zähneknirschen hinter den verschlossenen Türen, aber auch ganz offen in den fahlen Gesichtern. Als D. an diesem Tage das Schulhaus betrat, wehte ihm ein eisiges Gespenst entgegen: das Gespenst der toten […]

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Perspektivität

30. Januar 2010 Martin Dühning 0

Perspektivische Gebrochenheit, spektral unterbelichtet, kaleidoskopisch betrachtet: wir. Wir, die Mittelpunkte, kosmisch, universal und doch nur halb geblendet, individualisiert. Blenderei, prismatische Illusion, Lichterspiele. Mal bläulich unterkühlt, mal rotgetünchte Nordlichter, Morgennebelschleier. Lichttheorien. Goethe und Newton im Clinch. Platon und Bacon, Sophistik. Systemtheorien. Systematisches Ausblenden. Ungerechte Verhältnisse – kein Ausgleich. […]

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Das Bääh

8. November 2009 Martin Dühning 0

Es war an einem trüben Mittwochmorgen, als D. das Bääh zum ersten Mal auffiel. Das Vieh machte sich unflätig inmitten breit, drumherum die Meute. Es sah nicht sehr ansehnlich aus, etwas aufgedunsen, teils wie Hefeteig, teils einer Wasserleiche nicht unähnlich. Auch bei nüchterner Betrachtung hatte es sehr unvorteilhafte Proportionen. Es roch sehr streng, was aber bestimmt dadurch kompensiert wurde, dass es in einem Fort allerlei zerstreuende Geräusche von sich gab. Schüler, die drumherum standen, zeigten reges Interesse und Begeisterung an diesem animalischen Wesen. Nur an einigen von ihnen bemerkte D. zunächst noch eine Weile lang die Zurückhaltung und Skepsis, die auch ihm selbst zu eigen waren. […]

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Der Schattenregent

22. Juli 2009 Martin Dühning 0

Neidvoll blickte der Schattenregent zu den Schlössern der Ferne, wo noch immer König Lothar herrschte, mit harter Hand zwar, jedoch eindeutig und wo ihm die Fürsten weniger launig und zweideutig erschienen. Der Mangel an Mehrdeutigkeit jedoch, […]

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