Staatsfinanzen weiter auf Talfahrt

Trotz rigidem und in verschiedenen Ressorts durchaus äußerst erfolgreichem Sparkurs steigt das Staatsdefizit der Neu-Nitramischen Konföderation im Jahr 444 a. C. voraussichtlich um weitere  200.000 Denare an. Die Regierung verhängte bereits die inzwischen traditionelle Haushaltssperre zur Jahresmitte.

Auf den ersten Blick konnten im Vergleich zum Vorjahr (blau) in vielen Bereichen Ausgaben eingespart werden. Doch insgesamt ist der nitramische Staatshaushalt im Jahr 444. a. C. (rot) weiterhin defizitär.
Auf den ersten Blick konnten im Vergleich zum Vorjahr (blau) in vielen Bereichen Ausgaben eingespart werden. Doch insgesamt ist der nitramische Staatshaushalt im Jahr 444. a. C. (rot) weiterhin defizitär.

Man kann Generalsekretär Jantor Dolordurantas nicht vorwerfen, dass er nicht alle Register gezogen hätte. Die Prognosen der Hausressorts im diesjährigen Finanzhaushalt der Konföderation lesen sich äußerst vielversprechend – in allen Bereichen, die im Vorjahr unangenehm ins Gewicht gefallen waren, konnten deutliche Einsparungen erzielt werden – bei den Staatsbetrieben sanken die Ausgaben sogar auf ein Viertel. Gleichzeitig brauchten die Staatsbürger nicht das Gefühl haben, dass „per Rasenmähermethode“ Kultur oder Sozialstaat vernichtet würden, denn alle laufenden Projekte wurden weitergeführt und neue wie geplant initiiert. Dem kam der Umstand entgegen, dass sowohl Nitramica Arts sehr produktiv war, als auch alle diplomatischen oder militärischen Interaktionen des Jahres 444 mehr als nur erfolgreich verliefen.

Genutzt hat es freilich nichts, denn das Staatsdefizit stieg im Vergleich zum Vorjahr um weitere 200.000 Denare an, was einerseits an exorbitant gestiegenen Ausgaben im Gesundheitssektor, andererseits an deutlich höheren Militärausgaben liegt, letztlich aber auch daran, dass die außernitramische Flottenalimentation für die Dienste der Konföderation im KiburGate-Sektor wieder einmal gekürzt wurden und somit insgesamt weniger Devisen zur Verfügung standen. Obwohl einige Rückzahlungen für vorgestreckte Militäranschaffungen im KiburGate-Sektor noch ausstehen ist absehbar, dass das Ziel, Rücklagen zu bilden, auch dieses Jahr nicht erreicht werden kann. Nach den Prognosen der nitramischen Finanzexperten ist dies wohl frühestens wieder 448 möglich, da die Neu-Nitramische Konföderation ihr LordMarshall-Statut im KiburGate-Sektor für Ende 447 gekündigt hat und die Flotte dann endlich verkleinert werden kann, was die Militärausgaben dauerhaft senken dürfte und sich auch positiv auf die Gesundheitsausgaben auswirken wird, da weniger Truppen zu versorgen sind. Kritisch beäugen die Strategen dagegen die Entwicklung in Eildryn oder Upper Dunia, wo die Regierungen bedenklich schwanken. Nach den eiligen militärischen Eingriffen durch kaiserliche Militärlegate im Frühjahr, um die dortigen Staaten zu stabilisieren, fürchten Kritiker, dass steigende Militärausgaben innerhalb der Nitramischen Epikratie auf Dauer die Einsparungen im KiburGate-Sektor annulieren könnten.

Generalsekretär Jantor Dolordurantas will sich allerdings noch nicht geschlagen geben und kündigte an, im Folgejahr einige finanztechnische Projekte abzuschließen, die noch aus der Vergangenheit offen stünden und die einmalig Zusatzeinnahmen ermöglichen. Sollte auch dies fehlschlagen, stehen der Nitramischen Konföderation aber wohl schwere Zeiten bevor.

Über Nils Kawomba 57 Artikel
Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).