Mein Apfel

Am Sonntag, den 28. September 2014 war es soweit – ich wollte nicht länger warten: Apfelernte. Die Altweibersommersonne strahlte – zu spät für das Sabbatjahr, aber immerhin noch warm. An meinem kleinen Bäumchen lachte ein roter Apfel.

Drei lange Jahre ist es nun her, als wir 2011 – damals lebte meine Oma Sophie Jester noch – den kleinen Apfelbaum in den Garten setzten. Wie ich inzwischen weiß, war es leider nicht die spezielle Sorte blutrot-blauer Äpfel, die ein Mitadministrator einst auf eine Netzwerkfortbildung nach Waldshut und mich damit hellauf begeistert hatte und deren Namen ich bis heute nicht weiß. Drei Jahre sind dennoch eine lange Zeit wenn man darauf wartet und in diesem Jahr trug das Bäumchen endlich einen einzigen roten Apfel der Sorte Liberty.

Es mag für einen normalen Apfelbaumplantagenbesitzer geradezu lächerlich wirken, wenn man sich auf einen einzigen, zudem eher klein ausgefallenen Apfel freut – und der große Quittenbaum nebenan brachte – wie jedes Jahr – auch gut sieben Körbe Quitten zustande – doch im Unterschied zum Quittenbaum, der Familieneigentum ist, gehört der kleine Apfelbaum speziell mir. Darum ist sein Äpfelchen auch etwas besonderes gegenüber all den Äpfeln, die es auf der restlichen Welt sonst noch gibt. Und außerdem wird man ja im Alter bescheiden.

Der erste Apfel am kleinen Apfelbaum im September 2014 (Foto: Martin Dühning)
Der erste Apfel am kleinen Apfelbaum im September 2014 (Foto: Martin Dühning)

Womöglich wäre der kleine Apfel noch etwas roter und süßer geworden, wenn ich noch eine Woche gewartet hätte, aber angesichts dessen, dass am Bäumchen ja nur dieser eine kleine Apfel hing und ich nicht noch ein weiteres Jahr warten wollte für den Fall, dass ihm etwas zustößt, pflückte ich ihn am Sonntag zur Teezeit.

Was tut man nun mit einem einzigen kleinen Apfel, dem ersten seiner Art?

Na, man isst ihn einfach auf, bevor es jemand anderes tut… 😉