Die verlorne Generation

Und blutrot steigt die Sonne auf im Osten, und senkt im Westen sich hernieder, und neues Leben wird erneut verbogen und diese lügenhafte Sage eingeimpft vom heldenhaften Siegen.

Und wo schon kaum vergessen Gräber liegen,
Sinnt neu auf Ruhm man, sehnt herbei sich Helden
Und strebt mit falschem Stahl dem Götzendienst entgegen,
Vergessend, dass der Tod der einz’ge Meister ist,
Dem jeder Sieg gebührt, den man in Waffen gründet.

Ach, gülte mehr die Ehre, die der Frieden
Im Stillen birgt! Der sanft die Felder grünen
Und die Blumen blühen lässt, geduldig wartend,
Der ohne laute Pauken und Trompeten
In leiser Fruchtbarkeit der kleinen Gesten
Die bessren Früchte einfährt.

Das aber lernt man nicht mehr in den Zeiten,
Wo schnelles Geld und schnelle Siege gelten,
Und auch nicht bei des Alltags großen Bildern,
Die diesen Kindern morgens, mittags, abends
In ihren unverblümten Spielen als Nahrung dienen.
Die später mächt’ger Fürsten Kriege sollen führen,
Diese Kinder, Kanonenfutter hehrer Ideale,
Bis unsre seelenlosen Golems sie zermähen,
Die in den düstren Hallen großer Technokraten,
Schon längst ersonnen und in fernen Landen
Ganz unbeachtet eingesetzt und ausgetestet,

Sodass die tumben kriegsverzognen Gören,
Dann nur noch unsren Ahnen die Gemeinschaft leisten,
Der Toten Brüder werden, statt zu Helden,
Die verlor’ne
Generation.

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