Fragmentarisches

Schroffe Natur in einer kalten Zeit (Foto: Martin Dühning)
Schroffe Natur in einer kalten Zeit (Foto: Martin Dühning)

Düster stehen die Lande, Passion, und keine Sterne, da sucht man wieder nach Worten, findet aber keine Reime…

Habgier

Irgendwo im Lande jenseits der Sterne
Möchte ich sein, das falsche Lachen,
Nicht mehr hören, nicht mehr sehen,
Den eitlen Blick, die Überhebung.

Es ödet mich an, wie sie protzen,
Wie sie raffen und gieren,
Es ekelt mich an, wie sie die Zeichen
Ignorieren, umdeklarieren, persiflieren.

Ach Gott, lass mich nicht allein,
Mit dieser üblen Meute, mit diesen falschen
Und stolzen Leuten, die dich heute auslachen,

Morgen mit dem Messer niederstechen,
Wenn du ihnen das, was sie von dir wollen,
Nicht auch noch aus freien Stücken gibst!

 

Überlebt

Ich hab schon viel überlebt,
Auf dieser grausamen Welt,
Ich hab schon viel überstanden,
So manche Dürre, manche Flut.

Ich hab schon viel überhört,
Was man mir fluchend nachrief,
Ich hab schon viel übersehen,
Wenn üble Finger zeigten.

Doch ich bin müde und mag nicht mehr,
Mag nicht mehr sehen, hören, stehen,
Und selbst das kleine Leben,

Das man mir im Verborgnen ließ,
Wird mir oft schon zuviel,
In den Nächten, wenn Du nicht da bist.

 

Hoffnung

Dass etwas Sinn hat, wünsche ich mir,
Und einer, der höher als unser Verstand
Und Denken ist, der noch lebt,
Wenn beides, das eine wie das andere,
Nicht mehr richtig tickt, schlägt
Oder deutet, diese Zeichen, die niemand
Will, mag oder soll, weil sie im Innern
Auch ohne Geld noch gölten, immer.

Wir haben uns zu sehr entfernt,
Weil ohne Schatten auch keine Sonne,
Nicht Mond und nicht Sterne sind,
Und keine Träume mehr und keine Hoffnung,
Dass etwas Sinn hat, der mehr ist,
Als das bloße Morgen und Geld im Beutel.

* * *