Opus: Prism Peak ist eine der Spiele, die ich mal wieder über den Soundtrack auf Youtube entdeckte – immerhin steuerte kein geringerer als Kevin Penkin Titel zu diesem bei. Aber auch das Spiel selbst überzeugt mit Grafik und Story.
Das Computerspiel „Opus: Prism Peak“ ist der jüngste Ableger der Opus-Reihe der Spiele-Schmiede Sigono und erschien am 16. April 2026 auf der Spiele-Plattform Steam. Es nutzt 3D-Cell-Shading, um einen Anime-artigen Look zu erzeugen.
Da die Story des Spiels teils von Rätseln lebt, sei zu dieser nicht zuviel verraten, nur soviel: Der Protagonist ist ein vierzigjähriger Ex-Fotograf in der Midlife-Crisis, den es in die Geisterwelt verschlägt. Dort muss er mittels seines Fotoapparates Geister vor dem Verlöschen bewahren. Begleitet wird er dabei von einem namenlosen, kranken Mädchen, deren wahre Identität ein Teil der Story ist. Augenscheinlich nutzt die Story Ghibli-typische Elemente, wenn der Protagonist durch eine Geisterwelt läuft, die ein wenig an Chihiros Reise in Zauberland erinnert und es sind auch Shinto-Elemente übernommen sowie ein Hauch Kotodama-Lehre. Die Geschichte enthält auch viele Rückblenden in die Kindheit und Jugend des Protagonisten, die im Stile einer Visual Novel gehalten sind, obwohl das Spiel insgesamt, anders als ältere Vertreter der Opus-Serie, wohl nicht mehr als Visual Novel zu bezeichnen ist, denn es enthält auch Action-Passagen und man fotografiert im Spiel sehr viel. An vielen Stellen kann die Story dennoch verzweigen, es gibt Bad Ends und – sofern man sich Zeit für ein Game-Plus nimmt, denn mit einem Durchlauf kann man noch nicht alles freischalten, mehrere Good Endings. Wenn auch das Setting: älterer Mann begleitet junges Mädchen, zunächst Befürchtungen weckt, Thema könnte nur wieder einmal mehr ein japanischer Lolita-Anime-Komplex sein, geht das Spiel doch in eine komplett andere Richtung – letztlich behandelt es, mit viel Melancholie, die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Midlife-Crisis. Je nachdem, welche Entscheidungen man trifft, lautet die Antwortet: „Es ist alles vergebens, gib auf!“ oder eher „Das Leben ist schön!“ – mehr sei aber nicht verraten.
Wie gesagt kam ich über den Soundtrack zum Spiel, der auch an sich schon sehr hörenswert ist. Er weist Titel ganz unterschiedlicher Couleur auf, teils mit Anleihen an Ghibli-Animes, wie „Pale Eyes I“ von Boxun-Lin, Triodust und KUSHIH, andere Titel erinnern an Gruppen wie Keane, beispielsweise der Titel „Mountain“ von Chia-Wei Hsu, gesungen von Martin Johnson. Absolutes Highlight ist aber Kevin Penkins Titelmelodie, die mit „I Am Farewell Itself, I Am Life“, gesungen mit einer androgynen Stimme von Sarah Àlainn, auch den krönenden Abschluss des Spieles untermalt.









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