State of the Art bei Nitramica Arts Anfang Juli 2026

Die neue Nitramica Arts Webseite im August 2025 (Screenshot)
Die neue Nitramica Arts Webseite im August 2025 (Screenshot)

Es folgt der Bericht zur Lage von Nitramica Arts Anfang Juli 2026, dem vierten Jahr der KI-Blase, die nun langsam zu platzen beginnt.

Wir schreiben Sommer 2026, es ist ein sehr heißer Sommer und ein sehr stressiger und krankheitshalber ließ die menschliche Kreativität stark nach, während auch die KI-Nutzung abebbte, weil es des guten im Web sowieso zuviel geworden ist. Dafür wurde gelegentlich wieder etwas mehr fotografiert, was auch seinen Weg in die Anastratin.de-Fotoalben gefunden hat.

Illustrationen und KI

Aufmerksamen Beobachtern wird ohnehin nicht entgangen sein, dass die illustrative KI-Nutzung auf Anastratin.de in den letzten Monaten sehr stark nachgelassen hat. Texte wurden hier ja schon immer von Hand geschrieben (samt der vielen authentischen Tipp-Fehler), bei Bildern sind wir wieder zu Fotos übergegangen und – wo es möglich war – zu handgezeichneten Bilderlein, wo wir doch nun auch wieder so viele schöne Buntstifte und Aquarellfarben haben. Ziel ist es bei den meisten unserer Illustrationen, einen Großteil der KI-Bilder von 2022-2025 sukzessive auszutauschen, nicht nur, aber auch, weil ab dem 2. August 2026 in Europa eine neue KI-Kennzeichnungspflicht gilt für alle ab da veröffentlichten Inhalte in Text, Bild und Musik, die vor allem bei Illustrationen zu vielen unschönen Hinweisschildern führen würde, wenn unsere künstlerischen Fantasyportraits eigentlich auch nicht unter deren Maxime fallen. „Deepfakes“ im eigentlichen Sinne gibt es bei Nitramica Arts eigentlich nicht, weil wir KI nie nutzen, um Fotos vorzutäuschen (wozu auch, wo wir doch 30 GB an echten Naturfotografien haben, die viel schöner sind?) Die fiktiven Welten von Nitramien und ihre fiktiven Bewohner sehen gemalt ohnehin hübscher aus und wir hoffen auch, dass keiner unsere schöne kleine Ninda-Welt mit der Realität verwechselt.

Außerdem sind wir der massenhaft das Web flutenden generischen KI-Gesichter langsam überdrüssig, auch wenn sie in gemaltem Stile erscheinen. Wir haben damit in der Anfangszeit gerne gespielt, sowie wir immer gerne Neues ausprobieren, aber diese Art von Kunst hat sich doch stark abgenutzt durch den Hype im Web.

Musik und KI

Ändern werden wir wohl auch die Praxis unserer Musikveröffentlichungen, wo wir notgedrungen auf KI-Instrumente und KI-Stimmen zurückgreifen müssen, weil das Niarts Hausorchester realer Musiker ermangelt. Tatsächlich ist die KI-Nutzung da aber nicht ganz neu, weil auch Programme wie Tonica Fugata oder Ludwig neuronale Netze nutzen und das bereits seit 25 Jahren. Qualitativ neu und besser sind lediglich die durchaus beachtlich klingenden Simulationen menschlicher Stimmen, aber auch die einiger Instrumente – wenn auch gute Klaviersamples wie das Lighthouse Piano den meisten KI-Derivaten haushoch überlegen sind. Bei unserer Musik werden wir noch überlegen, ob wir diese Kompositionen künftig nur noch unöffentlich dem erlauchten Kreise unserer registrierten Anastratin-Benutzer zur Verfügung stellen. Dann wären insbesondere die Ninda Home Charts künftig nicht mehr öffentlich, aber die große weite Welt wird diese wohl auch nicht vermissen.

Was unsere Besucher tatsächlich anschauen…

Denn interessanterweise werden sowohl die selbst komponierten Songs als auch KI-Illustrationen von unseren Webseitenbesuchern ohnehin eher selten angesteuert. In den Top-Ten der im Jahre 2026 meistgelesenen Beiträge sind weiterhin ganz oben

  • die Gebete, allen voran das Frühlingsgebet,
  • diverse Frühlingsfotos,
  • Beiträge über Buntstifte, Aquarell- und Gouachefarben,
  • Artikel zu Python- und Pascal-Programmierung,
  • diverse philosophische Essays und
  • zeitgeschichtliche Artikel wie der über Pfarrer Josef Ruby, das Theater in der Geschichte des Klettgau-Gymnasiums,
  • Reiseberichte aus Wales, Polen, Sizilien und Spanien,
  • sowie diverse Erzählungen um die Zwergfee Luisa Amiratu, Publikumsliebling ist hier „Im Turm des Zauberers“ und
  • die Erzählungen aus Veamoris von Tina Stibbe und
  • Rezensionen und Kritiken zu Computerprogrammen und Spielen.

Erst danach folgt mit deutlichem Abstand mit „Songs from the Fairy Forest“ ein Musikalbum, wofür wir KI-Stimmen und Instrumente (in diesem Falle Suno Premier) genutzt haben – und dieses Album beruht hauptsächlich auf selbst gedichteten Gedichten und eigenen Melodien passend zur fiktionalen Welt des Feenreiches auf Ninda.

Der langen Rede kurzer Sinn: KI-Produkte haben auf Anastratin.de ohnehin nie nennenswerte Nutzerzahlen angezogen, sodass es nicht schaden wird, wenn wir da künftig deutlich weniger produzieren und außerdem spart uns das Geld für teure KI-Abos, die wir dann lieber in Malmaterialien und Bücher investieren können.

Betreffend KI-Bots haben wir übrigens nicht vor, welche in unsere Webseiten zu integrieren – wer das braucht, der kann ja die Google Web-KI nutzen, die unsere Webseiten meist recht moderat passend zusammenfasst (wobei dabei meistens die politische Bedeutung von Luisa Amiratu in der fiktiven Welt von Nitramien überschätzt wird, was allerdings daran liegt, dass hier über sie am meisten geschrieben wird).

Webseitenstatistisches

Was den Erfolg unserer Webseiten angeht haben wir zum Halbjahr bereits wieder den Besucherstand des vergangenen Jahres, allerdings könnte es durchaus sein, dass einige dieser Besucher auch nur KI-Bots waren, die sich als Menschen tarnen. Was die Quote an Artikeln angeht, sind 2026 krankheitsbedingt weniger entstanden, weil viele Projekte gerade in einer Warteschleife rotieren – wir hoffen da auf bessere Zeiten.

Aufrufe und Besucher der Webseite Anastratin.de von April 2008 bis Anfang Juli 2026
Aufrufe und Besucher der Webseite Anastratin.de von April 2008 bis Anfang Juli 2026
Veröffentlichte Beiträge auf Anastratin.de nach Jahr von 2008 bis Juli 2026
Veröffentlichte Beiträge auf Anastratin.de nach Jahr von 2008 bis Juli 2026

Ganz dramatisch war es allerdings auch nicht – es werden im Jahr 2026 wohl insgesamt mehr sein als im Jahr 2021, was mit nur 74 Artikeln der historische Tiefsstand von Anastratin.de war. Das Jahr hat noch sechs Monate und 2026 haben wir bereits schon 62 Artikel veröffentlicht – einige zusätzliche sind bereits in Arbeit.

Hoffen auf ein Platzen der KI-Blase

Davon abgesehen wünschen wir uns dringend, dass die weltweite KI-Blase bald platzt. Warum? Weil als Nebeneffekt des KI-Hypes IT-Hardware völlig unerschwinglich geworden ist. Glücklicherweise haben wir eine neue Workstation noch letzten Sommer angeschafft, vor der Speicher-Krise, denn aktuell sind sämtliche Komponenten am Markt völlig überteuert – Schuld daran ist die überhitzte Nachfrage aufgrund gigantischer KI-Server-Projekte. Abgesehen davon sind viele dieser KI-Projekte energie- und umwelttechnisch eine gigantische Ressourcenverschwendung. Es wäre dringend anzuraten, wenn sich hier wieder ein vernünftiges und marktrationales Gleichgewicht herstellen würde. Bis dahin aber können wir keine neue Hardware anschaffen, sodass der technische Fortschritt bei Nitramica Arts erst einmal zum Erliegen gekommen ist.

Über Martin Dühning 1.695 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*