Im Sommerinterview verrät Kara Anaïs Delica, Gräfin von Helianthe und eine der größten Verlegerinnen Nindas, ihre neuesten Pläne für Handel und Wirtschaft.
Anastratin.de: Hochverehrte Gräfin Kara Delica, wie geht es Ihnen?
Kara Delica: Wie viele Bewohner Nindas bin ich momentan etwas angeschlagen. Die furchtbare Hitze setzt uns allen schwer zu. Allerdings ist es die letzten paar Tage ja wieder etwas besser geworden. Außerdem hat es auch ein wenig geregnet, auch in meiner Grafschaft Helianthe.
Anastratin.de: Wie sieht es dieses Jahr mit der Ernte aus in Helianthe, dem Sonnenblumenland?
Kara Delica: Wie nicht anders zu erwarten war, sieht es mit der Ernte sehr schlecht aus. In Helianthe sind alle Sonnenblumen verbrannt. Wir haben auf Ninda überhaupt nur in der Plantage von Verdenz noch ein paar wenige, die aber nicht in meine Zuständigkeit fallen, insofern wird die Ölmühle von Helianthe dieses Jahr nichts zu tun haben. Auch sonst gibt es nicht viel zu ernten und somit für meine Handelsgesellschaft auch nichts zu handeln.
Anastratin.de: Wie ernst ist die Lage, droht eine Hungersnot?
Kara Delica: Nein, das ist sicher nicht zu befürchten, es gibt in der Neu-Nitramischen Konföderation ja noch andere Produktionsstätten, wo die Ernte gut ausgefallen ist, von dort können wir alles Nötige importieren. Damit machen wir zwar keinen Gewinn, aber niemand muss hungern. Vielleicht entwickelt sich das Wetter auch wieder etwas erträglicher hier, dann können wir wenigstens noch ein wenig Gemüse ernten in dieser Saison.
Anastratin.de: Das Kara Delica Verlagshaus hat den Ursulinenmarkt aktuell geschlossen. Liegt das an den Ernteausfällen?
Kara Delica: Nein, das liegt nicht an den Ernteausfällen, aber an der Wirtschaftskrise und am furchtbar heißen Wetter. Es kommen keine Touristen und unsere Waren drohen in der Hitze auch in Ventadorn zu verderben, deshalb haben wir die Märkte geschlossen. Marmelade wurde in Ninda in dieser Saison auch nicht produziert, vor allem, weil inzwischen die Abnehmer fehlen. Auch bei Blaubeeren haben wir in diesem Jahr nicht sehr viele, wobei es da vielleicht noch in geringerem Maße Blaubeermarmelade geben wird.
Anastratin.de: Wie sieht es mit dem Handel von Kunst aus?
Kara Delica: Allen ist es hier zu heiß, auch den Künstlern, daher wurde nichts produziert. Ähnlich sieht es auch bei unseren Handelspartnern aus. Selbst die Feen im etwas kühleren Feenwald von Kournia haben sich zurückgezogen. Wir alle hoffen auf eine mildere Regenperiode.
Anastratin.de: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?
Kara Delica: Wir wollen im August in Athena, der Hauptstadt meiner Grafschaft, mit dem Bau eines Alchemistenhauses beginnen. Ich konnte bereits ein paar Leute gewinnen, welche den Laden dann betreiben. Wir brauchen in Ninda dringend mehr Heiltränke, Telia Atanavi kommt mit der Produktion nicht mehr nach und der Hofalchemist von Luisa auch nicht. Da wir in Athena ohnehin einen Kräuterladen haben lag es nahe, dort auch einen Alchemisten anzusiedeln.
Anastratin.de: Warum reicht der Kräuterladen von Athena alleine nicht aus?
Kara Delica: Im Kräuterladen werden nur Kräuter gehandelt, keine fortgeschrittenen Elixiere produziert. Wir brauchen mehr Heiltränke! In Ninda gefragt sind derzeit besonders Rejuvenationstränke, das sind Heilmittel, welche kurzfristig das Qi, also die Lebenskraft wiederherstellen, was sie besonders bei der furchtbaren Hitze überaus nützlich macht. Auch Kühltränke oder Tränke zur Manawiederherstellung setzen einen Alchemisten voraus und natürlich gibt es immer auch Bedarf an Gebrauchsgütern anderer Art, beispielsweise magische Artefakte oder auch Farben. Mein neuer Alchemist hat auch einige sehr vielversprechende Experimente mit Limonadenessenz gemacht. Generell sehe ich hier als Verlegerin auch ein höheres Potential als bei Süßwaren oder Kunstgegenständen, weil wir hier eine sehr hohe Binnennachfrage haben.
Anastratin.de: Wird dieser Alchemist dann Telia Atanavi, der größten Tränkeherstellerin, nicht Konkurrenz machen?
Kara Delica: Ich denke nicht, dass wir damit den Bedarf auch nur annähern decken können, insofern wäre es vermessen, von Konkurrenz zu sprechen. Ziel ist es, den Import etwas zu reduzieren, weil solche Waren im Einkauf sehr teuer sind und es unglaublich praktisch ist, wenn wir sie selber herstellen können.
Anastratin.de: Haben Sie noch andere laufende Projekte?
Kara Delica: Momentan bin ich mit diesem Projekt gut ausgelastet, zudem habe ich auch noch viele ausstehende Lieferaufträge nach Veamoris, wo wir demnächst, wenn es etwas kühler geworden ist, tätig werden wollen. Allerdings sind die Fertigungsstätten in Cair Kastanejis noch nicht fertig – denn auch dort ist es viel zu heiß – weshalb die Werkhöfe dort nicht liefern konnten. Wir sind Nivalis Auri ja sehr dankbar, dass sie ein paar mächtigere Regenzauber gewirkt hat, die zumindest lokal Erfrischung brachten, aber sie ist eine Luft- und keine Wasserfee. Kaiser Jitro hat uns zwar einen sehr mächtigen Wasserzauberstab geschenkt, doch Auri ist als weiße Fee die einzige, die genug Geschick sowie Macht besitzt, ihn anzuwenden und da sie eine Luftfee ist, verursacht das meist Stürme. Der Regen war überaus nützlich, die Windböen haben aber Schäden in Cair Kastanejis angerichtet. Das war nicht schlimm und wir konnten das schnell beheben, es ist aber keine Lösung auf Dauer. Deshalb möchte ich das in Helianthe so nicht einsetzen. Wir brauchen echten Regen und kühleres Wetter.
Anastratin.de: Wie laufen die Handelsbeziehungen mit Veamoris?
Kara Delica: Wie gesagt habe ich da sehr viele noch ausstehende Lieferungen, aber die Nachfrage dort ist weiterhin hoch. Veamoris hat aktuell aber sehr große Umbrüche erlebt, der ganze Zwergplanet Vea ist in eine neue Galaxis umgesiedelt, deshalb sind die Fledermäuse sehr beschäftigt. Sie haben uns vor einiger Zeit mit Mavi Angabluu einen neuen Staatsbürger geschickt. Weil es wirklich sehr, sehr heiß ist auf Ninda zur Zeit haben wir auf einen Staatsakt verzichtet, Nuuba Hop, die veamorische Botschafterin übernahm stellvertretend für ihre Tante, der veamorischen Staatschefin Veebee Hop, zusammen mit Luisa und mir die Begrüßung. Es war ein wirklich sehr heißer Tag, deshalb haben wir auf einen Staatsakt verzichtet und Mavi lebt inzwischen recht glücklich im etwas kühleren Feenwald bei Pina, Nuuba, Polly und Belion.
Anastratin.de: Haben Sie schon einmal erwogen, selbst in den Feenwald umzusiedeln, wo es dort doch kühler ist?
Kara Delica: Ich habe lange Zeit in Wäldern gelebt, als ich noch Botschafterin in Emolas war. Eigentlich mag ich lieber Orte mit Aussicht und nicht ganz so dichten Bäumen. Der Feenwald ist nicht kühler als Milony Island, wo ich wohne. Hier auf der Insel haben wir eigentlich immer etwas kühlen Wind aus dem Sund von Dumont, insofern ist es nicht nötig, umzuziehen. Außerdem können wir ja auch nach Azurea, wo Luisa, Nuri, Ninifee und ich meist die Sommerferien verbringen, für die es aktuell aber noch zu früh ist. Azurea, die Seenlande, sind eigentlich auch recht angenehm wegen des Meeres. Wirklich heiß wird es auf dem Land, in den Kronlanden, aber eben auch in Helianthe – wobei beides immerhin keine Wüsten sind.
Anastratin.de: Was wünschen Sie sich für die kommende Sommerzeit?
Kara Delica: Natürlich wünsche ich mir etwas Regen und ein wenig milderes Wetter, aber natürlich auch viel Gesundheit für uns, unsere Bürger und auch alle unsere Freunde und Verbündeten. Viel Gesundheit können wir wirklich gut gebrauchen, dann haben wir auch mehr Kraft für die vielen Projekte, die alle noch laufen. Wünschen Sie uns da also Glück und Erfolg, dann habe ich bei unserem nächsten Interview vielleicht auch darüber zu berichten.
Anastratin.de: Dann wünschen wir Ihnen viel Glück und Erfolg und Gesundheit! Vielen lieben Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Nils Kawomba.









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