Die Bundesrepublik Morea

Nju Trelanis, Hauptstadt der Bundesrepublik Morea, Neu-Nitramische Konföderation (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)
Nju Trelanis, Hauptstadt der Bundesrepublik Morea, Neu-Nitramische Konföderation (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)

Die Bundesrepublik Morea ist ein Teilstaat der Neu-Nitramischen Konföderation im Indra-Sektor mit Zentrum im Meriol-Sternensystem.

Schildemblen von Morea
Schildemblem von Morea

Morea ist einer der jüngsten nitramischen Bundesstaaten: Erst 305 a. C. schlossen sich 14 ehemals mogianische Kolonien zu diesem „neuen Mogia“ zusammen. Trotzdem ist Morea nicht Mogia (wenn das seine Bürger auch nicht gerne hören), denn in Morea lebt auch eine beachtliche Anzahl von Elben, Tyrillianern, Hajoiden und Mogimäuse.

Zunächst war Morea nur Teil der Nitramischen Epikratie. Der offizielle Beitritt als vollwertiger Bundesstaat zur Neu-Nitramischen Konföderation erfolgte im Jahr 378 a. C., dafür wurde auch die moreanische Verfassung geändert, sodass der Nitramische Dekalog nun auch in Morea gilt und der Kaiser des nitramischen Volkes nun auch hier symbolisches Staatsoberhaupt ist.

Geografie

Zur Bundesrepublik Morea gehören die Sternensysteme Luth’Eligel (Planeten: Osgilath, Niunimrais, Ered Daer), Meriol (Planeten: Lutienne, Paros Minimax, Yps) und Naguleth (Planeten: Niuforlindon, Eredanor I – VII, Nju Eregion). Kulturelles und politisches Zentrum ist der Planet Lutienne, wo sich auch die Hauptstadt Nju Trelanis befindet. Zeitweilig war auch das Planetensystem Gaidor (Planeten: Gaidor Prime, II, III und IV) Teil von Morea, inzwischen ist Gaidor aber eine kaiserliche Provinz unter der Regentschaft eines Vizekönigs.

Mit seinen 12 Millionen Einwohnern ist Morea für sich genommen der größte Teilstaat der Neu-Nitramischen Konföderation, auch wenn er insgesamt wenig nitramisch wirkt.

Politisches System

Die Bundesrepublik Morea ist eine präsidiale Räterepublik. Amtierender Präsident ist Ventikon Piräus, der 612 a. C. seinen Vorgänger Melanos Nephos ablöste, der durch seine jahrzehntelange Regierung als einer der bedeutendsten Präsidenten in der Geschichte Moreas gilt. Dieser setzte auch durch, dass Morea 594 a. C. nach nitramischen Vorbild eine subsidialpolikratische Struktur übernahm, sodass sich die einzelnen Kolonien weitgehend autonom verwalten. Der früher sehr mächtige, aber aus historischen Gründen eher unpopuläre moreanische Senat hat dadurch viel an Einfluss verloren.

Soziales

Das Sozialsystem von Morea basiert auf den Entwürfen des mogianischen Sozialpolitikers Beren Ithilya (253-289). Bergbau, Schwerindustrie, Flottenbau und Mikroelektronik sind Staatsbetriebe, der Handel orientiert sich an den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft.

Als Währung gilt der Nitramische Denar und Moreanische Credits. Der Staat zahlt jedem Bürger eine Grundrente von ca. 200 Denaren im Monat, wer mehr will, muss entsprechend hart arbeiten.

Kunst und Literatur

Die moreanische Kunst beschränkt sich auf Prosa-Literatur und Dramatik und wirkt auch heute noch ziemlich mogianisch. Doch geht von den kleinen Elben-Kolonien ein unbestreitbarer nitramischer Kultureinfluss aus. Das mag damit zusammenhängen, dass im vierten Jahrhundert lange Zeit Prokurator von Morea ein Dun-Falas-Elbe war. Sofern Musik und Bildende Kunst gepflegt werden, geschieht dies seitens der nitramischen Bevölkerungsteile (Elben, Tyrillianer).

Die Lieblingsfreizeitbeschäftigung der Moreaner besteht aus Mogian Soccer. Fast jeder Moreaner ist Passivmitglied einer der großen Mannschaften, der Demen. Die Sportbegeisterung geht sogar soweit, dass die Demen massiven Einfluss auf die Lokalpolitik nehmen. Die großen Stadien gehören zu den prächtigsten Bauten Moreas. Jede moreanische Stadt hat mindestens eines. Während der großen Soccer-Seasons bekommt die Bevölkerung Urlaub, damit sie die Spiele live verfolgen kann.

Die moreanische Musik wird durch die Gesänge und Balladen der Dun-Falas geprägt, die im vierten und fünften Jahrhundert auch eine eigene Populärmusik hervorbrachten.

Wichtiger Teil der heutigen moreanischen Populärkultur sind interaktive holografische Spiele jeder Art. In den allgegenwärtigen Gaming-Zentren verbringen Moreaner gerne ihre Freizeit und Neuerscheinungen werden in der Gesellschaft heiß diskutiert. Für besonders wichtige neue Spiele werden sogar regelmäßig einmalige, nationale Feiertage spendiert.

Religion und Philosophie

Viele Moreaner sind Atheisten, denn sie lehnen mehrheitlich personale Gotterbilder ab. Daher spielt Religion im öffentlichen Leben Moreas auch kaum eine Rolle. Allerdings glauben die Moreaner durchaus an sinnhafte metaphysische Konzepte, sodass sie die Grundsätze des Nitramischen Dekaloges erfüllen. In einigen Industriemetropolen, wo viele Arbeiter aus Beorn leben, gibt es kleinere muslimische Gemeinden. Im fünften Jahrhundert entstanden, auch unter Einfluss der elbischen und tyrillianischen Einwanderer, auf Morea naturmystische Strömungen, die vor allem in den nitramischen Gründungen und den ländlicheren Regionen eine Rolle spielen. Damit verbunden ist auch eine kosmologische Philosophie, die inzwischen an den moreanischen Universitäten Einfluss gewonnen hat. Dort vertreten wird allerdings auch ein Neo-Kantianismus.

Zwar sind auch die Moreaner keine Pazifisten, aber sie sind wesentlich unmilitärischer als der einstige mogianische Mutterstaat. Aus historischen Gründen hassen besonders die Bewohner Lutiennes und Eridanors alles, was ein Lichtschwert trägt. In der Öffentlichkeit Waffen zu tragen, ist in Morea nicht erlaubt, sofern man kein Mitglied des Militärs ist.

Technik

Im Vergleich mit dem einstigen Mutterstaat Mogia waren die Kolonien Moreas zunächst technisch unterbelichtet. Im Bürgerkrieg wurden fast alle Forschungseinrichtungen und Industriekomplexe vom Orden der Macht absichtlich zerstört. Lediglich die Industriekomplexe von Gaidor und Naguleth blieben verschont. Um den Rückstand aufzuholen hat Morea sein technologisches Knowhow daher aus Nitramien übernommen, ebenso fast die gesamten Datenbestände. Seit seiner Gründung ist Morea Teil des Nitramischen Datenverbundes. Im fünften Jahrhundert machte Moreas technische Entwicklung so große Fortschritte, dass Morea inzwischen zu den industriell hochentwickeltsten Regionen Neu-Nitramiens zählt. Insbesondere die neu gegründeten Metropolen, allen voran die Hauptstadt Nju Trelanis, sind beeindruckende Beispiele modernster Technologie.

Die moreanische Medizintechnik war dagegen ursprünglich genauso rudimentär wie die der mogianischen Heimatwelt. Die meisten Ärzte waren zunächst immigrierte Tyrillianer. Mit Mühe und Not konnten die nitramischen Mediziner im dritten Jahrhundert die durch den Orden der Macht verursachten Genmutationen in der Bevölkerung stoppen. Inzwischen entspricht die medizinische Technik dem Stand der Konföderation. Im Bereich der Nanomedizin gelten die Ärzte von Nju Trelanis sogar als führend.

Militärisch ist Morea sehr bedeutend. Schon die einstigen Rebellenstützpunkte während des mogianischen Bürgerkriegs entwickelten eigene Corvetten und Wingfighter, diese Tradition pflegen die Moreaner weiter, worauf sie sehr stolz sind. Die Flotte Moreas besteht zwischenzeitlich aus 70 großen Corvetten und 1600 Wingfightern. Viele Moreaner dienen auch in der 10. Nitramischen Raumflotte.

Wirtschaft

Moreas Wirtschaft ist industriell geprägt und exportiert auch agrartechnische Produkte und Rohstoffe, die dann beispielsweise anderen nitramischen Teilstaaten wie Beorn oder Andrasko weiterverarbeitet werden. Besonders der Wüstenplanet Beorn ist auf die Rohstoffe aus Morea angewiesen. Die eher abgelegene Lage der Bundesrepublik Morea erschwert allerdings die Exporte zu den eigentlichen industriellen Zentren der Neu-Nitramischen Konföderation, Megara und Tyndalis, sodass viele Kapazitäten ungenutzt bleiben.

Obwohl es logistisch nahe läge, da es wesentlich näher liegt als die nächste nitramische Kolonie, Beorn und Troas, spielt der Export ins verbündete Kaiserreich von Arkadien, was an die Planetensysteme von Morea angrenzt, kaum eine Rolle, da die Arkadier sich wenig für Industrieprodukte oder Rohstoffe interessieren.

Führend ist Morea im Bereich der holografischen Gaming- und Spieleindustrie. Fünf der sieben größten Unterhaltungskonzerne der Neu-Nitramischen Konföderation haben ihren Sitz in Morea und sie produzieren gut 70% aller in der Konföderation produzierten interaktiven Unterhaltungsmedien. Auch die holografische Filmindustrie in Morea ist weit über die Landesgrenzen bekannt.

Besonders Präsident Melanos Nephos unternahm während seiner Regierungszeit mehrere Versuche, Morea zu einem Touristenziel auszubauen, was nur teilweise gelang. Nitramische Touristen meiden urbane Zentren, was wegen der sehr urbanen Ausrichtung der meisten moreanischen Kolonien nicht passt, auch Hajoiden oder Arkadier waren an den sehr technologisch ausgerichteten Schauplätzen nicht interessiert und auch nicht an der Nationalsportart Mogian Soccer, sehr zum Leidwesen der Moreaner.

Kurzfristig stieg die touristische Beliebtheit Moreas, nachdem die in Neu-Nitramien sehr populäre Lokalpolitikerin Luisa Amiratu im Rahmen ihrer Jubiläumsreise 590 a. C. zusammen mit ihren Freundinnen einen sehr medienwirksamen Ausflug nach Morea unternahm.

Nordlichter über den borealen Wäldern des Planeten Eredanor VII (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)
Nordlichter über den borealen Wäldern des Planeten Eredanor VII (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)

Dauerhaft sehr beliebt als Touristenziel, hauptsächlich wegen seiner Landschaft und der beeindruckenden Nordlichter, ist allerdings der Planet Eredanor VII. Auch die von Melanos Nephos eingerichteten holografischen Gaming-Zentren auf diversen moreanischen Raumstationen ziehen größere Besucherscharen an.

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Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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