Das Imperium von Mogia

Das Imperium von Mogia, davor „Föderation Mogianischer Planeten“ , war eine historische hochentwickelte Zivilisation im Gryssan-Sektor, die in der nitramischen Geschichte zeitweilig ein bedeutender Verbündeter Nitramiens war.

Das Volk der Mogianer lebte einst im Gryssan-Sektor in der Nähe des heutigen Kaiserreichs Arkadien. Zentrum der mogianischen Kultur war der Planet Mogia Prime mit seiner Hauptstadt Trelanis. Dort schufen die Mogianer im 2. und 3. Jahrhundert nitramischer Zeitrechnung eine technisch sehr hochentwickelte Zivilisation. In dieser Zeit Bestand zeitweilig ein Bündnis mit dem damaligen ersten Kaiserreich von Neu-Nitramien unter der Regentschaft von Kaiser Tilias. Es kam zu einem regen kulturellen Austausch, besonders im Bereich der Technologie, aber auch Kunst und Philosophie. Die Bedeutung mogianischer Techniker für die Entwicklung der modernen nitramischen Raumfahrt darf nicht unterschätzt werden. Umgekehrt waren nitramische Kunstwerke in Mogia einst sehr beliebt.

Da die Mogianer vom Gryssan-Syndikat, einer intergalaktischen Verbrecherorganisation, und von der Verulanischen Allianz bedroht und erfolgt wurden, schloss das Kaiserreich Neu-Nitramien zusammen mit dem Volk der Outianer einer Beistandspakt. Dieser sicherte für zwei Jahrzehnte den Frieden, doch kam es immer wieder zu Verfolgungen, infolge dessen sich die mogianische Kultur zunehmend militärischer ausrichtete. Als sich zu Beginn des Zeitalters der Tristis die nitramische Politik in den Theta-Quadranten verlagerte, kam es in Mogia durch die Verfolgungen zu einem Umsturz. Mit dem „Orden der Macht“ übernahm in Mogia eine militärisch ausgerichtete Extremistengruppe die Macht. Infolgedessen verfolgte Mogia nun eine – nur mäßig erfolgreiche – imperialistische Agenda, die zu einer deutlichen Entfremdung mit Neu-Nitramien führte. Der Orden der Macht führte genetische Experimente an der mogianischen Bevölkerung durch, um deren Machtaffinität zu steigern und ersetzte die ursprünglich egalitäre Gesellschaftsordnung durch eine Klassengesellschaft, in der zwischen mächtigen Helden und einfachem Volk unterschieden wurde. Gleichzeitig wurde die Technologie zunehmend militärisch ausgerichtet. Die Rolle Mogias bei den Indrakriegen ist umstritten, da die Chaosbruderschaft, die hier maßgeblich als Kriegstreiber im Indra-Sektor tätig war, nur eine radikale mogianische Splittergruppe war und sich andere mogianische Kolonien von ihr deutlich distanzierten oder teilweise selbst ihr Opfer waren. Letztlich zerbrach das Mogianisch-Nitramische Bündnis mit dem Ende der Regierungszeit von Kaiser Tilias 260 a. C., als das nitramische Kaiserreich kollabierte, denn die verbliebenen nitramischen Teilstaaten verurteilten die imperiale Politik Mogias.

Zur Zeit des Dominions der Pronitramischen Nationen, dem Nachfolgestaat des ersten nitramischen Kaiserreichs (260-277 a. C.) gab es keinerlei diplomatischen Kontakt zu Mogia mehr bis zur Rückeroberung des Indra-Sektors durch allierte pronitramische Truppen im Jahr 278 a. C., als auch die heutige Neu-Nitramische Konföderation gegründet wurde. Der neue nitramische Generalsekretär Celestin Andrian schloss 279 a. C. nach dem Sieg der nitramischen Truppen mit allen in die Kriege involvierten Parteien Friedensverträge, darunter war neben den Mitgliedern der Verulanischen Allianz auch Mogia, das inzwischen in einem Bürgerkrieg einen Teil seiner eigenen Kolonien eingebüßt hatte, als sich die Kolonien von Solus und Morea vom Mutterstaat lossagten. Daraufhin verlegte das Imperium von Mogia seinen Schwerpunkt in den Theta-Quadranten, wo die Mogianer zunächst große politische und vor allem technologische Erfolge verzeichneten.

Im späten dritten und frühen vierten Jahrhundert kam es unter den nitramischen Generalsekretären Tiro Valera und Alexander Velar mit Unterstützung des Volkes der Smella zu einer diplomatischen Annäherung zwischen Mogia und der Neu-Nitramischen Konföderation, die einige Jahrzehnte währte. In dieser Zeit orientierte sich die mogianische Kultur zu einer pazifistischen Kultur um. Der Orden der Macht wurde faktisch aufgelöst und durch ein feudales System ersetzt. Die vormalige Vormacht der Militärtechnologie wurde zugunsten einer deutlich künstlerischeren Ausrichtung aufgegeben. Danach wurde es um Mogia aber sehr ruhig, was auf interne Probleme des Volkes zurückzuführen war.

Seit dem sechsten Jahrhundert gelten die Mogianer als ausgestorben. Von Nitramischer Seite gab es im sechsten und siebten Jahrhundert mehrere Versuche, mit ihren Rechtsnachfolgern, den Maranern, engere Kontakte zu knüpfen, jedoch kam kein tiefer gehender diplomatischer Austausch mehr zustande, da die Maraner die mogianische Kultur nicht weiterführten und auch nicht sehr viel Sinn in einem kulturellen Austausch mit der Neu-Nitramischen Konföderation sahen.

Über Martin Dühning 1.700 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.