Emolas war ein Staat, der im fünften Jahrhundert kurzfristig ein sehr wichtiger Bündnispartner der Neu-Nitramischen Konföderation war. Er ist die ursprüngliche Heimat der Grünfeen und der Emolas-Drachen. Im Jahr 524 brach der diplomatische Kontakt komplett ab.
Geschichte und Geografie
Gegründet wurde Emolas im 1. Jahrhundert nitramischer Zeitrechnung, etwa um das Jahr 97 a. C. in den sogenannten „Altlanden“ auf einem Sumpfplaneten im Jestiton-Sternensystem, was jenseits des Gryssan-Sektors liegt. Die Emolaner waren zunächst Teil der Kunionischen Völkergemeinschaft und hatten erstaunlich lange kein selbstständiges Staatswesen, obwohl sie eine relativ hohe Zivilisationsstufe erreichten und unbestritten über starke militärische Fähigkeiten verfügten. Dies änderte sich um das Jahr 470 a. C., als der neu gegründete Regierungsrat, der sogenannte Olvenias von Emolas, einen Richtungswechsel in der Außenpolitik anordnete und nach neuen Bündnispartnern außerhalb der Kunionischen Gemeinschaft suchte. Als Teil dieser Bemühungen nahm der Olvenias im Jahr 480 a. C. Kontakt mit der Neu-Nitramischen Konföderation auf.
Im Zuge des neuen diplomatischen Austauschs wurde 483 a. C. die emolanische Grünfee Luisa Amiratu als neue Botschafterin nach Nitramien geschickt und nahm dort in der Villa Mondia ihre Arbeit als Botschafterin auf. Über die folgenden 24 Jahre entstand, vor allem auf Initiative der damaligen nitramischen Legaten Jitro Messalinas und Keto Celladin, eine kurzlebige, aber sehr intensive Bündnispolitik, die 492 a. C. in der Emolanisch-Nitramischen Symmachie gipfelte. Im Zuge der angestrebten Autarkie verlegte der Olvenias aber die Hauptstadt aus den umstrittenen kunionischen Altlanden in die neu gegründete Kolonie Deersborough, die in einer weit entfernten Galaxie lag. Dort versuchte der Olvenias unter seinem damaligen Vorsitzenden Jamal die Giraffe1Jamal die Giraffe war ein sogenannter „Seelenwandler“ und – wie sein Name schon vermuten lässt – Wortführer der weltoffenen Partei der „Giraffen“ im Olvenias bis zu seinem Ende im Rahmen der bei Seelenwandlern üblichen Selbstaufopferung bei einem Schattenläufer. Nach seinem Ende gewannen die Isolationisten im Olvenias die Führung. ein vollständig neues, weltoffenes Reich zu errichten, stieß dabei aber auf starken außenpolitischen und später auch innenpolitischen Widerstand.
Im Zuge der außenpolitischen Schwierigkeiten und durch die weiten Entfernungen entfremdeten sich die Bündnispartner Emolas und Nitramien sodass nach einem Regierungswechsel in Emolas die neue isolationistische Regierung 498 a. C. einseitig das Bündnis aufkündigte. In den folgenden Jahren verschlechterte sich die Beziehung weiterhin, was in einem diplomatischen Eklat im Jahre 524 a. C. gipfelte, sodass der Kontakt komplett abbrach. Nach Berichten des nitramischen Geheimdienstes gaben die Emolaner ihre frühere Kultur später nach außen schließlich weitgehend auf und starteten, nach Vorlage ihrer Volkslegenden über die Matugener, eine Karriere als Kriegsmeister.
Politik und Kultur
Die emolanische Kultur betont die Harmonie zwischen Natur und Kultur. Einen großen Wert besitzt Ungebundenheit und Freiheit. Daher gilt Bindung durch Besitz und zivilisatorischer Luxus als verachtenswert, ihre Behausungen gestalten die Emolaner betont einfach und im Einklang mit der Natur. Gleichzeitig wird Literatur in Emolas hochgeschätzt, sofern sie mit den kulturellen Eigenheiten übereinstimmt. Das Kulturwissen gilt als schützenswertes Mysterium, welches in Form von Heldengesängen und Liedern mündlich weitergegeben wird und nicht an Außenstehende verraten wird. Eine wichtige Bedeutung spielen in der emolanischen Kultur die sogenannten „Schattenläufer“ – mächtige Bestien, die als Seelenhüter und magische Begleiter dienen. Sie besitzen in Emolas weitgehende Rechte.
Politisch war Emolas in seiner Geschichte stets von Grabenkämpfen zwischen Isolationisten (den „Hyänen“) und weltoffenen progressiven Kräften (den „Giraffen“) bestimmt. Obwohl die Emolaner Bürokratie ablehnen, neigen sie selbst dazu, stark dualistische Kategorienmuster anzuwenden, was immer wieder zu internen Spannungen führte. Dazu trug auch die in der Praxis oft wenig handlungsfähige Ratsversammlung des Olvenias bei, der nach dem Vorbild nordischer Thing aktuelle Belange diskutierte, dabei aber oft nicht zu dauerhaft tragfähigen Entscheidungen kam, da sich die beiden Parteien gegenseitig matt setzten.
Wirtschaft und Handel
In Emolas gibt es, anders als in anderen Kunionischen Völkerschaften, kaum nennenswerte künstlerische Produktion, worunter die Emolaner auch selbst sehr leiden und auch keine Industrie. Stattdessen sind viele Emolaner als reisende Händler und Entdecker tätig oder vermitteln in internationalen Konflikten als Mediatoren. In jüngster Zeit haben viele Emolaner Kampfschulen gegründet, wo sie nach dem Vorbild der matugenischen Kriegerlehre zum Selbstkostenpreis Schüler in Kampfkunst ausbilden oder das Leben mit Schattenläufern lehren.
Diplomatie
In der Vergangenheit unterhielten die Emolaner diplomatische Beziehungen auch zu einigen Völkern, die traditionell den Austausch mit Nitramien pflegen. Die ehemalige nitramische Botschafterin in Deersborough, Kara Delica, berichtet in ihrem Memoiren über eine Vielzahl diplomatischer Empfänge. Über die aktuellen diplomatischen Tätigkeiten von Emolas ist nichts bekannt, da Kaiser Jitro den nitramischen Legaten und Diplomaten die strikte Anweisung gab, sich aus allen emolanischen Belangen herauszuhalten. Im sechsten Jahrhundert erlebte Emolas allerdings eine Menge sehr schwerer Krisen, die den Staat erschütterten, wovon bis nach Nitramien Kunde getragen wurde.
Die Bedeutung von Emolas für Neu-Nitramien blieb auch nach dem diplomatischen Bruch 524 a. C. bestehen, da aus Emolas sehr wichtige Persönlichkeiten der nitramischen Zeitgeschichte eingewandert sind, allen voran Luisa Amiratu, die nach ihrer Zeit als emolanische Botschafterin zu einer sehr wichtigen Politikerin in Nitramien wurde und als die inzwischen bedeutendste Vizekönigin in der Geschichte von Südninda gilt.
Auch Telia Atanavi, eine berühmte Heilerin auf Ninda, stammt aus Ninda. Der Initiative von Telia Atanavi und dem emolanischen Ratsherrn Voret Andumnognos2Voret Andumnognos war ein Mitglied der berühmten emolanischen Familie Andumnognos, die zur weltoffenen Partei der „Giraffen“ zählte. Als der Bruch mit Neu-Nitramien absehbar wurde, verhalf er der abtrünnigen Grünfee Telia Atanavi und dem Zwergtroll Vladimir dazu, ihre Verwandten aus den Altlanden von Emolas nach Ninda zu überführen. Einige hundert Grünfeen und Zwergtrolle wechselten so das Land. Dies führte später zur Gründung des autonomen Feenwaldes von Neu-Emolas im Königreich Kournia auf Ninda. ist es zu verdanken, dass viele Grünfeen, die zuvor in den Altlanden von Kunion lebten, inzwischen nach Ninda umgesiedelt sind, wo sie mit „Neu-Emolas“ eine neue Gemeinschaft gegründet haben, die teilweise weiter emolanische Traditionen weiterführt.
Eine weitere wichtige Persönlichkeit ist der Zwergelch Alke Sedosar, der heute in Ninda vor allem als Musiker bekannt ist, der seine Karriere aber in der Verwaltung von Emolas startete. Er war der letzte offizielle Botschafter von Emolas und setzt sich bis heute offenherzig für Emolas ein, auch gegen den Widerstand der eher isolationistischen Grünfeen des Atanavi-Clans.








