Nationalbank will Denar nicht weiter aufwerten

Die Nationalbank von Ventadorn (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)
Die Nationalbank von Ventadorn (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)

Angesichts einer intergalaktischen Inflation von 30% wollen die Nationalbanken der Neu-Nitramischen Konföderation den nitramischen Silberdenar nicht weiter aufwerten. Verbraucher müssen mit Preissteigerungen rechnen.

Trotz der massiven Inflation im Ausland hatten die nitramischen Nationalbanken im Inland die Inflation in den vergangenen 100 Jahren faktisch bei Null gehalten, allerdings nicht ohne Folgen. Das Außenhandelsdefizit war dadurch drastisch gestiegen. Um die frappierende wirtschaftliche Stagnation innerhalb der Neu-Nitramischen Konföderation zu begrenzen, will die nitramische Nationalbank die Hauptwährungen der Konföderation, den nitramischen Silberdenar, den Junian und die moreanischen Credits nicht weiter aufwerten. In den vergangenen Jahren hatte die intergalaktische Inflation zu einer massiven Aufwertung der nitramischen Währungen von faktisch 50% geführt, was im nitramischen Binnenmarkt zwar für Preisstabilität sorgte, die Exporte aber drastisch einbrechen ließ, da sich nitramische Waren im Ausland so deutlich schlechter verkaufen ließen. Darunter litten besonders technische und agrarische Güter. Spätestens nach den großflächigen Missernten auf Ninda und den exorbitanten Kosten für die Hausrya-Übernahme ließe sich das Ziel einer absoluten Preisstabilität ohnehin nicht mehr halten. Gleichzeitig müsse man die Zinsen auf 3,5% erhöhen, da man mit regulatorischen Maßnahmen allein nicht mehr die Inflation bekämpfen könne, sofern man nicht Schwarzmärkte begünstigen wolle.

Verbraucher müssen in den nächsten Jahren mit einer Inflationsrate von 11% rechnen, so Generalsekretär und Finanzminister Mikas Raenarven, der sich von dem Schritt der Banken sichtlich nicht angetan zeigte. Man strafe hier nitramische Staatsbürger für die Sünden fremder Nationen, was er nicht gut heißen könne, wenngleich er auch verstehe, warum man angesichts der Wirtschaftslage und der drastisch gestiegenen Preise für Energieimporte die nitramischen Währungen nicht noch weiter aufwerten könne.

Moderat fällt die Reaktion des föderalen Handelsmagistrats aus. Nitramische Verbraucher müssten nicht fürchten, dass es darüber hinaus zu massiven Teuerungen käme, zumal sich die aktuellen Importe hauptsächlich auf Luxusgüter, Weizen, Energiekristalle und elektronische Komponenten beschränkten. Fast alle anderen Güter würden weiterhin im Binnenmarkt hergestellt und gehandelt – hier sei nur mit geringen Preissteigerungen zu rechnen. Insbesondere die kaiserlichen Minen würden von den drastisch gestiegenen Metallpreisen profitieren. Darüber hinaus riet der Handelsmagistrat zu einer vorsichtigeren Steigerung der Exporte, wohlwissend, dass dies nicht dem Ziel der aktuellen Regierung entspreche. In Zeiten einer intergalaktischen Inflation bedeute das derzeitige Handelsdefizit allerdings, dass die Inflation ins Land geholt würde – bei einer ausgeglicheneren Handelsbilanz schwäche sich dieser Effekt wieder ab.

Nils Kawomba
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Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).

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