Auf den Hund gekommen

Es gibt Menschen, die ziehen das Unglück magisch an. Selbiges Unglück, das in Verstrickung besteht, nicht in Schicksalsschlägen. Und wenn es allein schlimmer nicht mehr kommen könnte, dann kaufen sich diese Leute noch einen Hund, einen Schäferhund meistens.

Ist es das Verlangen, aufzufallen? Der versagte Wunsch nach gehorsamen Kindern oder nach Anerkennung und Autorität? Erhoffen sich die Leute dadurch vielleicht, geliebt zu werden? Oft ist es ja so eine typische Weihnachtsidee, sich so einen putzigen Welpen zuzulegen, gänzlich unsinnig zwar in einer mit Hunden längst überfüllten Wohnsiedlung und wenn man ohnehin keine Zeit dafür hat, dem Tier ab und zu den nötigen Auslauf zu besorgen oder gar artgemäße Haltung. Aber wer denkt an Weihnachten schon vernünftig oder gar an seine Nachbarn, die in ihrem Gärtlein nun auch keine Ruhe mehr haben. Auch so kann man Mit-Leid erzwingen…

Nun ist es immerhin noch Winter und der Sommer ist noch weit. Doch keine paar Wochen ist es her und das Tier wird schon ausgesperrt, da es in der Wohnung wohl schon auf die Nerven geht, setzt nun zunächst den armen Katzen zu, welche unlängst auf unser Grundstück fliehen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es eine plärrende, ruhestörende Seele im Konzert mehr gibt, das morgens, mittags und abends Vögel und Bundesstraße übertönt. Ein unglückseliges Wettrennen unter unseren meistenteils frühpensionierten Nachbarrumpelwichten: Wer hat den größten Garten, wer mäht seinen Rasen am häufigsten, wer baut die meisten Geräteschuppen, pflanzt die niveaulosesten Gartenzwerge, die nervigsten Hunde…

Irgendwann, wenn das Tierlein dann aber doch nur noch stört, sich auch nicht zu den Zwerglein in eine Ecke verbannen lässt wie einstmals die Meerschweinchen, wird es erst in einen Zwinger und dann wohl in ein Tierheim abgeschoben – und das ist noch die kulante Variante. Frohes neues Jahr! …