Much Ado About Nothing – Shakespeare in der Waldshuter Stadtscheuer

Gegen das große Chilbi-Zelt nimmt sich die Stadtscheuer Waldshut vergleichsweise bescheiden aus – doch konnte man dort am Mittwoch und Donnerstag in den Genuss einer klassischen Shakespeare-Komödie kommen.

Die Drama Group des Hochrhein-Gymnasiums hatte über das Schuljahr 2011/2012 mit ihren beiden Lehrerinnen Ellen Weiss und Liliana Hahn die Shakespeare-Komödie, in aktualisierter und leicht gekürzter Fassung einstudiert. Aufgeführt wurde die berühmte Komödie am Mittwoch, den 18. und am Donnerstag, den 19. Juli 2012. Gespielt und gesprochen wurde sie über ihre Gesamtlänge von zwei Stunden in der Originalsprache Englisch, was die Akteurinnen und Akteure aus den Klassen 9 bis 12 vom Hochrhein-Gymnasium wirklich überzeugend meisterten.

Die auf der HGWT-Website angekündigte Aktualisierung fiel moderat aus – betraf letztlich nur Requisite und Kostüme. So trugen die Herren keine Tudor-Uniformen, sondern Hemd und Krawatte, die Damen legere Ballkleider, wie man sie auch beim hiesigen Abiball hätte sehen können. Die Bühne war reduktionistisch mit schwarzen Leintüchern verhängt. Ab und zu kamen kleinere Requisiten hinzu, wenn vom Hof an die Hochzeitkapelle oder zu einem Garten gewechselt wurde. Die historische Aufführungsstätte der Waldshuter Stadtscheuer – ebenso alt wie das Globe Theater – verlieh mit ihren in der Sommerhitze duftenden alten Holzbalken dem Stück quasi „a real taste of shakespeare“, trug zu einer stimmigen Gesamtatmosphäre bei. Im Gegensatz zur der beispielsweise am Klettgau-Gymnasium herrschenden Event-Technomanie reduzierten sich die Technik-Effekte erfreulicherweise auf das Wesentliche (Beleuchtung, bisweilen Toneinspielung), sodass man sich ganz auf Shakespeares Sprach- und Situationswitz sowie die schauspielerischen Leistungen der Akteure konzentrieren konnte. So muss echtes (Schüler-)Theater sein!

Insbesondere die Schauspielerinnen, die Claudio und Beatrice mimten, überzeugten und erreichten ein für Schüler beachtliches Niveau. Der Verzicht auf separate Technik- und Umbaumannschaften – stattdessen wurde die Bühne „on the fly“ während des Stücks fließend umarrangiert, versah das kleine Ensemble weiterhin mit einem Hauch Professionalität. Stellenweise hatte man fast das Gefühl, es mit Profis zu tun zu haben, so sah man dann auch über kleine technische Patzer und den einen oder anderen vereinzelten Sprach-Hänger hinweg.

Der tosende Schlussapplaus des trotz der vergleichsweise verborgenen Ankündigung zahlreich erschienenen Publikums war mehr als gerechtfertigt. Verbessern könnte man noch das Programmheft, sodass man künftig vielleicht auch die Namen der Akteure erfährt. Verdient hätten sie eine Nennung allemal. Vielleicht kann man den einen oder anderen aber noch bei Folgeaufführungen wiedersehen. Das wäre schön.