Die Gezeitenzitadelle

Die Gezeitenzitadelle ist eine Festung und das ehemalige Hauptkloster des nitramischen Templerordens in Süd-Ninda. Sie wurde während der Reichsverweserschaft gegen Ende des ersten Kaiserreichs des zweiten Zeitalters unter Abt Jorman’Dhuus errichtet.

Die Gezeitenzitadelle befindet sich an der Nordspitze der Insel Milony Island vor der Küste der ehemaligen Grafschaft Dumont in Süd-Ninda. Die weiträumige, in jolantrischem Stil errichtete Anlage aus weißem und schwarzen Drachenstein, nach außen hin verkleidet mit Sandstein, setzt sich aus einem zentralen Sakralbau, dem Munasterium St. Columbin, und umlagernden militärisch-wirtschaftlichen Bauten zusammen, die alle auf einem oktogonalen Grundriss dreier ineinander verschachtelter Achtorte angeordnet sind.

Schematischer Grundriss der Gezeitenzitadelle auf Milony Island.
Schematischer Grundriss der Gezeitenzitadelle auf Milony Island.

Neben den legendären Architekten Dian Dor von Papyrien und Peledor Niamedian soll der alte Kaiser Tilias noch höchstselbst an den Plänen mitgearbeitet haben. Die Mitte bildet dabei die Klosterkirche St. Columbin. Der gesamte Bau ist auf sich kreuzenden Astrallinien und dem aurealen Mittelpunkt des Ninda-Habitates errichtet und zwar so, dass der Bau ein gewaltiges Antimaginon darstellt, das einzige übrigens, dessen Kraft nicht von einem Orakel gespeist wird. Es handelt sich also um einen von insgesamt fünf Orten innerhalb der Neu-Nitramischen Konföderation, an denen absolut keinerlei Magie gewirkt werden kann und jegliche Art von Zauber gebrochen wird. An einigen Stellen innerhalb der Zitadelle kommt es als Nebeneffekt zu Raumzeitverzerrungen, die Zeit vergeht hier langsamer oder steht in einigen Zimmern phasenweise ganz still – das führte zum Namen der Anlage. Zu den Raumzeitparadoxien gehört auch, dass die Anlage inwendig deutlich größer ist als von ihren äußeren Maßen zu erwarten wäre. Wahrscheinlich auch deshalb war die Gezeitenzitadelle in der Geschichte ein sehr wichtiger militärischer Stützpunkt der Tempelritter bis zu ihrer Ausweisung aus den Vereinigten Provinzen zu Beginn des Zeitalters der Vizekönige.

Im gesamten Zeitraum ihres Bestehens wurde die Gezeitenzitadelle niemals erobert und bot während der Bürgerkriege auf Milony Island besonders der Zivilbevölkerung Schutz. Die drei bedeutendsten Kastellane waren die Templeräbte Jorman’Dhuus, Feofan von Tristis und Tamen Elinod. Heute untersteht die Zitadelle dem amtierenden Stadtherrn von Milony Island, also dem Vizekönig der Vereinigten Provinzen. Die Garnison der Zitadelle wurde aufgelöst, den Wachdienst hat die vizekönigliche Garde und die Stadtwache übernommen. Derzeit befinden sich in den umfangreichen, zwölfstöckigen Kellergewölben der Zitadelle, die bis weit unter den Meeresgrund reichen, das provinziale Staatsgefängnis und die kaiserliche Schatzkammer, oberirdisch in den Wirtschaftsbauten das Hochgericht von Süd-Ninda und das Columbin-Krankenhaus. Die meisten Magier meiden aus den oben genannten Gründen die Gezeitenzitadelle, sofern sie nicht gegen ihren Willen im dortigen Gefängnis inhaftiert sind. Das eigentliche Kloster wird inzwischen von friedliebenden nitramischen Franziskanermönchen betrieben, die auch die Obdachlosenhospiz und eine Gewürz- und Kräutermanufaktur im Süden der Anlage unterhalten.

Die Klosterkirche ist inzwischen Hauptkirche der Pfarrei Milony Island, da sie bedeutend größer ist als die früher erbaute Schlosskirche, die Theresienkapelle im Stadthafen oder auch die neuere Kirche der benachbarten Kleinstadt Aprilis. Berühmt ist die Kirche St. Columbin für ihre Glasfenster und die Fußbodenmosaiken, die neben denen in Tims Schloss in Westland zu den schönsten in ganz Ninda zählen. Der Hauptturm der Klosterkirche enthält ein Carillon, welches das größte Glockenwerk in der Provinz Süd-Ninda, aber kleiner als das der Universität von Sanarth im Nachbarstaat Ventadorn ist. In der Krypta von St. Columbin befindet sich seit der Zeit von Vizekönig Leander von Tristis das Grabmal von König Hansibulli I., dem ersten Monarchen des ehemaligen Königreichs Medea in der alten Zeit.

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