Präsident Quincey durch Misstrauensvotum gestürzt

Wenig weihnachtlich dürfte sich Wilberforce Quincey fühlen, nachdem ihn die Curia von Ventadorn in einer Dringlichkeitssitzung überraschend gestürzt hat.

Die Ratsmitglieder machten dabei von einem Passus in der Verfassung von Ventadorn Gebrauch, der bislang noch nie zur Anwendung kam. Insofern zeigte sich auch Präsident Wilberforce Quincey sichtlich fassungslos, als ihm eine Mehrheit von 76% der Ratsversammlung am Morgen des 24. Dezember völlig überraschend das Vertrauen entzog und somit des Amtes enthob. Rätselhaft bleibt, was sich die Ratsmitglieder von diesem Schritt versprechen, denn eigentlich waren ohnehin Neuwahlen vorgesehen, die wegen der herrschenden Seuche lediglich nach Weihnachten verschoben wurden. Wahlvorteile dürfte eine solch destruktive Vorgehensweise nicht haben, da die Wähler sie kaum sympathisch finden dürften. Der Präsident galt wegen frappierender infrastruktureller Missstände ohnehin als angeschlagen, eine Wiederwahl schien zuletzt eher unwahrscheinlich, zumal die Nachbarländer Südninda und Kournia wegen der zweifelhaften Müllentsorgungspolitik Anzeige beim Kaiser erhoben.

Womöglich erregte aber den Zorn der Curia die Tatsache, dass Präsident Quincey aus Kostengründen in diesem Jahr die städtische Weihnachtsdekoration strich und auch keinerlei Anstalten zeigte, den jährlichen Weihnachtsmarkt zu organisieren.

Gemäß Verfassung hat der Kaiser bis zu den nun obligatorischen Neuwahlen einen kommissarischen Bürgermeister zu ernennen. Seine Wahl fiel, wieder mal, auf Alexander Czerdano, der seinem Vorgänger bereits artig dankte und die Regierung inzwischen übernommen hat. Er wird als kommissarischer Bürgermeister wohl mindestens zwei Wochen im Amt bleiben. Czerdano obliegt es damit wohl, die alljährlichen Weihnachtsansprachen zu halten. Völlig offen ist, wer nun der nächste reguläre Präsident wird.





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Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).