Südninda droht Ausfall der Quittenernte

Ein Baum voller goldener Quitten (Foto: Martin Dühning)
Ein Baum voller goldener Quitten (Foto: Martin Dühning)

Nach einer eher mauen Apfelernte droht den Vereinigten Provinzen von Südninda jetzt sogar der Ausfall der Quittenernte. Wanzenzerbiss und Quittenfäule haben einen Großteil der Ernte zerstört.

„Das größte Problem ist die monatelange Trockenheit“, erläutert der Präfekt der Kronlande, McLeeKirk, die Situation: „Unsere Quittenbäume stehen unter Dauerstress und können so nicht genug Pektin produzieren, um die Früchte vor Schädlingen zu schützen. Außerdem ist es für die Jahreszeit viel zu warm, sodass die Quitten nicht ordentlich reifen können, bevor sie verderben. Es sieht nach einem Ernteausfall aus.“

Die Missernte trifft die Vereinigten Provinzen von Südninda schwer, nachdem schon die Apfelernte der Saison eher ein Reinfall war. Mit der guten Blaubeerernte allein lassen sich die Verluste der kaiserlichen Plantagen nicht ausgleichen. Auch viele Obstbauern stehen nun vor finanziellen Problemen. In Folge der zu erwartenden Missernte stiegen die Lebensmittelpreise in den Vereinigten Provinzen von Südninda noch einmal deutlich an. Zwar ist keine Hungersnot zu befürchten, wie Vizekönigin Luisa Amiratu betonte, doch durch die vielen Ausfälle gerät der Haushalt der Vereinigten Provinzen in Schieflage. Nicht umsonst werden Quitten als „das Gold von Ninda“ bezeichnet. Steuererhöhungen schloss die Vizekönigin dennoch kategorisch aus: „Wir können mit Steuern ohnehin nicht ansatzweise ersetzen, was durch die Ernteausfälle unserer Plantagen verloren geht.“ Südninda ist auf den Export aus den kaiserlichen Plantagen angewiesen, um die ohnehin nötigen Getreideimporte zu finanzieren.

Die aktuelle Misere ist nicht die erste in der Geschichte Südnindas. Tatsächlich war schon in der Vergangenheit nur jede dritte Quittensaison gut. Allerdings reiht sich die aktuelle Missernte in eine längere Reihe wenig ertragreicher Jahrgänge. Auch, wie in der Vergangenheit, ersatzweise Quitten aus dem Kaiserreich Wyrtenberga einzuführen, scheidet nun aus, da das Kaiserreich Wyrtenberga gefallen ist. Damit die Produktionskapazitäten nicht brach liegen, plant der Präfekt der Kronlande nun stattdessden auf andere Marmeladenprodukte umzusteigen, wie beispielsweise Malve, Hibiskus, Ingwer oder Zitrusfrüchte, die aus Andrasko oder Solus importiert werden können. „Außerdem“, so Vizekönigin Luisa, „haben wir ohnehin noch Vorräte von Quittenmarmelade aus den Vorjahren“. Dieser werden nun aber weiter weniger werden, sodass sich die Vizekönigin nach anderen Einnahmemöglichkeiten umsehen muss.

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Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).