Magie in Nitramien

Magier verbrennt Schicksalskarten (Grafik: Martin Dühning)
Magier verbrennt Schicksalskarten (Grafik: Martin Dühning)

Magie wird in der nitramischen Zauberkunde in sieben Arten aufgeteilt: Weiße Magie, Astralmagie, Grüne Magie, Rote Magie, Blaue Magie, Schwarze Magie und Antimagie.

Von diesen sieben Magiearten ist die schwarze Magie unter hohen Strafen verboten, die anderen Magietypen sind bei allen Praktizierenden, sofern es sich nicht um Naturmagiewesen handelt, registrierungspflichtig. Von der Magie unterscheidet man in Nitramien die Zauberei dadurch, dass letztere nur mit vorhandenen magischen Artefakten Zauber wirkt, ohne dass der Anwender selbst magiefähig zu sein braucht. In der Neu-Nitramischen Konföderation sind alle Arten magischer Artefakte registrierungspflichtig, allerdings im Alltag dennoch fast allgegenwärtig.

Allgemeine Definition von „Magie“

Nach nitramischer Auffassung wird wie folgt definiert:

„Magie ist die Fähigkeit dazu, die Wahrscheinlichkeiten des Zusammenspiels von kosmologischen Konstanten gezielt willentlich zu verändern, um z. B. physikalische Zustände abzuschwächen, zu verstärken oder in einer anderen Weise zu modifizieren, die unter regulären Umständen so unwahrscheinlich bis fast unmöglich erscheint. Von Technologie unterscheidet sie sich Magie dahingehend, dass sie dabei nicht einer physischen kausallogischen Verknüpfung folgt und vom sporadischen Spuk-Effekt oder synergetischen Zufall dadurch, dass sie willentlich herbeigeführt wird. Dabei ist es unerheblich, ob der willentliche Akt bewusst oder unbewusst erfolgt.“ – Tamen Elinod im „Parma Vala“, dem Standardwerk über Magie, S. 1.

Weiße Magie

Neben der Astralmagie gilt die weiße Magie in Nitramien als die theoretisch mächtigste bekannte Magie. Ihre Quelle ist himmlischer Natur. Weiße Magie wird nach allgemeiner Ansicht als Gnadengabe verliehen. Der berühmteste historische Weißmagier war der legendäre Kaiser Tilias Andune. Heute beherrschen nur noch Templerabt Tamen Elinod und in geringerem Maße weiße Feen wie Nivalis Auri oder Belen Morel diese besondere Magie.

Typische Anwendungen für weiße Magie sind Exorzismen, Heilzauber und Lebenswiederherstellung sowie Anwendungen, wie sie auch mit Astralmagie möglich sind. Mit weißer Magie lassen sich auch Zauber aller anderer Magiearten negieren. Von allen Arten der Magie ist weiße Magie am resistentesten gegen die Magieauflösung durch Antimagie.

Obwohl weiße Magie als sehr mächtig und gewisser Weise auch als himmlisch angesehen wird, hat sie ihre Grenze, wo die Sphäre zum göttlichen Wunder hin überschritten würde. Nur durch ein Wunder wäre es möglich, Leben substanziell zu vermehren oder gar neu zu erschaffen und nach nitramischer Auffassung geht das weit darüber hinaus, was mit Magie zu leisten wäre.

Astralmagie

Unter Astralmagie versteht man in Nitramien alle Magiearten, deren Kraftquelle kosmische Kräfte sind, dazu zählen Solar, Mond- oder Sternenmagie aber auch Magie, die sich aus Leylinien speist. Astralmagie ist eine in Nitramien aktuell sehr verbreitete Magie, alle aktuellen Erzmagier nutzen sie als Primärmagie, besonders bekannt sind Tilias Vitruvin, Miraz der Grüne (Ninda) und Sirion Janadira (Sindralla). Auch Dunkelelben nutzen in Nitramien oft Astralmagie, meist Mondmagie. Astralmagie lässt sich gut mit magischen Kristallen und Artefakten kombinieren und wird daher in der Regel für Zaubergegenstände genutzt.

Typische Anwendungen für Astralmagie sind Elementarmagie, Telekinese, Illusionszauber, Bann- und Schutzzauber, Transformationszauber, Teleportationszauber und Lichtmagie. Auch Zeit- und transdimensionale Zauber zählen zur Astralmagie, können aufgrund ihres extremen Kräfteverbrauchs aktuell aber so gut wie nicht gewirkt werden. Möglich sind mit Astralmagie auch Zauber, welche die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, wobei diese nur von wenigen beherrscht werden.

Grüne Magie

Unter grüner Magie versteht man natürlich angeborene Magie, meist die von naturmagischen Wesen wie Feen, Kobolden, Trollen, Fabelwesen. Diese Art der Magie, obwohl angeboren und nicht erlernbar, ist in Nitramien sehr verbreitet und eigentlich die am häufigsten praktizierte Form der Magie.

Zu den bekanntesten Anwendern grüner Magie gehören in Nitramien die Lichtelben, Feen – hier beispielsweise die Grünfeen Shae Aldys oder Telia Atanavi, aber auch Kobolde. Auch Weißhexen wirken (anders als der Name vermuten lässt), grüne Magie, weil Weißhexen naturmagische Wesen sind. Die bekanntesten aktuell praktizierenden Weißhexen sind die amtierende Legatin des Nordens, Eliane von Ellesmere sowie die nitramische Botschafterin in Veamoris, die Mondhexe Lucine Nyx vom Brombeerbusch.

Typische Anwendungen für grüne Magie sind Gestaltwandlung, Wachstumszauber, Schutzzauber, Elementarmagie, Wettermagie und Heilmagie.

Rote Magie

Unter roter Magie versteht man in Nitramien Beschwörungsmagie, die zur Ausübung ihrer Kraft die Dienste von Geistern der Astralsphäre oder magischen Begleitern benutzt. Da dazu entweder ein schützender Beschwörtungskreis, eine aufwendige Herbeirufung oder gar ein Pakt notwendig ist, wird sie in Nitramien als nicht hochwertig angesehen und aktuell von keiner der Zauberfakultäten verfolgt. Sofern die Magiequelle schwarzmagischer Natur ist, ist diese Art der Magie auch verboten.

Ob die Magieausübung mittels naturmagischen Begleittieren oder Totemtieren, wie sie von vielen Dunkelelben oder auch den Ginon aktuell praktiziert wird oder in den Legenden der Grünfeen über die Matugener erwähnt wird, der roten oder eher der grünen Magie zuzuordnen ist, ist bei Zauberkundigen in Nitramien umstritten.

Die möglichen Anwendungen für rote Magie hängen von der Art des Paktwesens ab, beschränken sich aber typischerweise auf Elementarmagie wie Feuer-, Wasser-, Luft-, Erde-, Naturmagie und seltener Astralmagie.

Blaue Magie

Unter blauer Magie versteht man die Umwandlung der eigenen Lebenskraft in magische Energie (Mana). Dies zählt nicht als schwarze Magie, solange es freiwillig und bewusst geschieht, gilt aber als grenzwertig und ist aktuell offiziell verboten. Von Magiern wird sie oft in Notlagen als letzter Ausweg gewählt, wenn andere Magiequellen versiegt sind. Da das Erzeugen von magischer Energie alleine noch keine Zauberkraft gewährt, benötigt blaue Magie noch die Befähigung zu einer der anderen Magiearten, um anwendbar zu sein.

Schwarze Magie

Als schwarze Magie wird in Nitramien jede Art von Magie bezeichnet, welche magische Kraft oder Lebensenergie anderer Wesen raubt und solche, die gegen die karmische Ordnung verstößt, insbesondere Blutmagie, die in Nitramien als extrem unehrenhaft gilt und verpönt ist, unabhängig von ihrem Anwendungszweck.

Typische und strikt verbotene Anwendungen von Schwarzmagie sind Blutmagie (Lebensraub bei anderen Lebewesen), Nekromantie (Totenmagie), Dämonenbeschwörung (Sonderfall von roter Magie) und unkarmische Flüche (z. B. Todesflüche – nicht aber Verwünschungen durch grünmagische Wesen).

Die Anwendung von Schwarzmagie hat in aller Regel den Ausstoß aus der Gemeinschaft und die Bannung zur Folge. Aufgrund ihrer allgemeinen Ächtung gibt es in der nitramischen Geschichte nicht viele bekannte Fälle von Schwarzmagiern – Ausnahme ist der tyrillianische Nekromant Kyrill Kanderake, der von Templerabt Tamen Elinod seinerzeit in den Nemeischen Felsen auf Tyrill gebannt wurde und der (namenlose) Dungeonkeeper von Milony Island, der durch Templerabt Feofan von Salis besiegt wurde.

Antimagie

Als Antimagie werden in Nitramien meist klerikale Formen von Magieauflösung bezeichnet, wie sie vor allem von den kaiserlichen Paladinen oder dem nitramischen Templerorden praktiziert werden. Antimagie wirkt gegen alle Formen von Magie, indem sie Zauber jeder Art negiert und Magie auflöst – wobei weiße Magie gegen Antimagie noch am resistentesten ist, weil sie ebenfalls himmlischer Natur ist. Der bekannteste Theoretiker und Praktiker von Antimagie ist aktuell der Erzbischof von Ventadorn, Templerabt Tamen Elinod. Auch seine beiden Kollegen, die Äbte Jorman D’hus und Feofan von Salis sind sehr begabte Anwender von Antimagie. Die Templer verwalten drei der vier großen Orakel der Neu-Nitramischen Konföderation, die auch eine starke antimagische Kraft besitzen: Das Orakel der Restitution in Andrasko, das Orakel der Rekonvaleszenz in Ventadorn und das Orakel von Agoratzo in Südninda. Auch die kaiserlichen Legaten besitzen in der Regel eine hohe Affinität zu Antimagie, ebenso die Warlocks der Dunkelelben, die deshalb gerne als Bodyguards engagiert werden.

Hauptanwendungszweck von Antimagie sind Exorzismen, antimagische Schutzkreise, antimagische Konter und Auflösungszauber sowie Immunität gegen Magie.

Sonstige metaphysische Begabungen

Einige Spezies innerhalb der Neu-Nitramischen Konföderation besitzen paranormale Fähigkeiten, die meist angeboren sind und nicht im Magiesystem klassifiziert werden. Dazu zählen die telekinetischen Fähigkeiten der Moreaner oder der Ginon von Con Amour, die Telepathiefähigkeiten, wie sie viele Tyrillianer, aber auch manche Andraskaner oder die Baumwesen Solinori besitzen oder die in Nitramien nicht ganz selten verbreiteten seherischen Gaben.

Umgekehrt gibt es auch Selbstverteidigungstechniken einiger Kampfschulen, die sich auf die Abwehr magischer Angriffe spezialisiert haben und deren Kenntnis bei manchen Berufen vorausgesetzt werden, beispielsweise, wenn man als Advisor oder Tribun beim Civinat arbeiten will.

Ausbildung zum Magier

Drei nitramische Hofmagier des dritten Ranges.
Drei nitramische Hofmagier des dritten Ranges.

Von naturmagischen Wesen (wie Feen und Kobolden) abgesehen ist für Magieanwender in der Neu-Nitramischen Konföderation eine Zertifizierung und damit Ausbildung verpflichtend.

Dazu gibt es ein magisches Schulsystem für alle Praktizierenden, das mit dem Titel „Magister/Magistra der arkanen Künste“ sowie zusätzlich und – für alle Interessierten offen, auch Nichtmagier – das Fach Zauberkunde, dieses schließt mit einem Diplom oder Doktortitel ab.

Die nötige magische Kraft, Begabung und Gelehrtheit vorausgesetzt kann man – einmalig – auch die Prüfung zum Erzmagier versuchen, dabei fallen die meisten Prüflinge allerdings durch. Daher besitzen aktuell nur Miraz der Grüne und Sirion Janadira den Titel „Erzmagier“.
Der Abschluss „Magister der arkanen Künste“ wird nach Rängen eingeteilt:

1. Rang: Erzmagier (mit Sonderprüfung)
2. Rang: Hoher Magier (Zertifikat: „Sehr gut“ in den magischen Künsten und in Zauberkunde)
3. Rang: Magier (bestanden)

Es gibt für Magier in Nitramien keine Kleiderordnung, bei Bestehen der Magisterprüfung wird allerdings ein Magierhut und eine Robe verliehen, die man dann zu tragen berechtigt ist, wenn man das möchte.

Die bekanntesten magischen Schulen befinden sich in Theleseste (Planet Andrasko), Partingur (Planetensystem von Megara) und natürlich in der Hauptstadt Julverne, wo die berühmte Magische Universität von Tyndalis ihren Sitz hat. Auf dem Planeten Ninda bietet die ansonsten breit gefächerte Universität von Sanarth (Ventadorn) nur das Fach Zauberkunde an – für eine vollwertige Ausbildung zum Magier muss man also nach Andrasko, Megara oder Tyndalis umziehen.

Anwendung von magischen Artefakten (Zauberei)

Ähnlich einer Art Führerscheinprüfung gibt es in Nitramien auch Prüfungen für die Anwendung regulärer magischer Artefakte als Zaubergegenstände durch Nichtmagier, wie z. B. bei Zauberstäben. Die Prüfungspflicht entfällt, wenn die Anwendbarkeit des Zauberartefakts nicht selbstbestimmbar und nicht waffenfähig ist. Eine von Lichtmagie betriebene Handlampe darf man also ohne Prüfung anwenden.

Typische und in nitramien sehr beliebte prüfungspflichtige Zauberartefakte sind:

  • Zauberstäbe mit magischem Kern und freier Spruchwahl oder Astralzauberstäbe
  • Fluggeräte wie fliegende Teppiche oder Besen (Flugprüfung)
  • Zauberringe mit magischem Kern und freier Spruchwahl oder Astralzauberringe
  • Artefakte, die Gestaltwandlung ermöglichen

Solche Prüfungen werden durch dafür zertifizierte Magier oder das Civinat in jeder größeren nitramischen Stadt durchgeführt.

Über Martin Dühning 1690 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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