Historisches Evangeliar in Gezeitenzitadelle eingetroffen

Festakt bei der Überreichung des Evangeliars in der Kirche St. Martin (Foto: Rosa Dudelspru)
Festakt bei der Überreichung des Evangeliars in der Kirche St. Martin (Foto: Rosa Dudelspru)

In einem feierlichen Festakt und im Beisein von Abt Benedikt, Bischof Nicholas, Pastor Friedrichsen und König Miloni überreichte Vizekönigin Luisa das „Holy Book of Kal“ an das Kloster in Südninda.

Wäre es nach Vizekönigin Luisa Amiratu gegangen, hätte man die feierliche Übergabe des Evangeliars bereits einen Monat früher vorgenommen, doch die Historiker der Universität von Sanarth in Ventadorn unterzogen das Dokument noch genauen Untersuchungen. Nach Angaben der Historiker stammt das Schriftstück aus dem zweiten Jahrhundert nach nitramischer Zeitrechnung. Der Kodex umfasst das komplette neue Testament. Es war vom Volk der Kal an Nitramien geschenkt worden.

Luisa Amiratu präsentiert die erste Seite des Evangeliars (Foto: Rosa Dudelspru).
Luisa Amiratu präsentiert die erste Seite des Evangeliars (Foto: Rosa Dudelspru).

Pater Benedikt, der Abt des Klosters der Gezeitenzitadelle und König Miloni von Kournia zeigten sich äußerst erfreut über den Neuzugang für die Klosterbibliothek. Auch Vizekönigin Luisa schien sehr zufrieden, sei doch „…gerade in diesen schwierigen Zeiten geistlicher Trost unerlässlich“, wie sie betonte. 

In seiner Festpredigt unterstrich Weihbischof Nicholas die Bedeutung gedruckter Schrift auch in der heutigen Zeit:

„Es gibt Leute, die verlassen sich lieber auf digitale Nebelschwaden und technische Götzen als auf das Reich der Himmel. Aber nur die Worte der Wahrheit geben uns Sicherheit und Trost. So manche heutige Mode ist nur Schall und Rauch, Blitzgewitter in einem binären Kosmos. Davon bleibt nichts übrig, wenn man den Stecker zieht. Aber die Worte der Schrift haben bleibenden Wert, wenn auch manch anderes sich wandelt und vergehen wird. Diese geschriebenen Worte gehen ins Herz und schaffen dort Licht und Wärme, wenn wir es zulassen. Wir sollten sie achten und in Ehren halten.“

Besucher können das Evangeliar als Teil des Klosterschatzes im Rahmen der Klosterbesichtigung nun auf Anfrage einsehen. In der Messe wird das Evangeliar wohl nicht verwendet werden, weil es in englischer Sprache verfasst ist, die lokale Bevölkerung von Südninda aber nur Nindanisch, Altnitramisch und Neulatein versteht.

Über Nils Kawomba 116 Artikel
Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).