Tiger, Tiger … – oder die Katze vom Edeka

In unseren technologisierten Zeiten ist die Zeit getaktet, zerhackt und gedrängt – „Entschleunigung muss nun her!“, denkt sich wohl die Katze vom Edeka.

„Tiger, Tiger, burning bright
In the forest of the night,
What immortal hand or eye
Framed thy fearful symmetry?“

– William Blake, The Tiger

Nicht brennend, trotz Hitze, und nicht nachts, sondern mitten in der Mittagssonne, streckt sich ein kleiner Tiger neuerdings beim Edeka aus – direkt vor der Hauptpforte und megamäßig gechillt. Vielleicht hat sich die kleine Katze gedacht, sie muss die hektischen Besucher des örtlichen Supermarktes etwas entschleunigen helfen. Es tut ja Not in Unterlauchringen und am Hochrhein, wenn Grenzscharen einfallen und billige Angebote abkassieren, oft sehr hektisch und mit wenig Zeit.

Die Edeka Katze - möchte lieber gestreichelt als fotografiert werden (Foto: Martin Dühning)
Die Edeka Katze – möchte lieber gestreichelt als fotografiert werden (Foto: Martin Dühning)

Nun muss es langsamer gehen, denn die Katze liegt da oft mitten im Weg und lässt sich von den Besuchern kraulen. Ein wenig lebensmüde erschien es mir aber schon, wie sich die Katze da doch recht gewagt vor dem Haupteingang auf der Straße lagert. Sie muss ein dickes Fell haben jedenfalls, denn sie ist ein Kleinkind-Magnet und die kleinen Kinder scheinen oft nicht zwischen Streicheln und Schlagen unterscheiden zu können, was die Katze aber recht wenig beeindruckt. Majestätisch liegt sie da und lässt dies über sich ergehen, genießt aber wohl die Anerkennung.

In diesem allzu heißen Sommer haben wenigstens die Katzen noch die Ruhe weg…

Über Martin Dühning 1.716 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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