Mündige Bürger gegen Klimawandel!

Auch am heutigen Sonntag kam es in der Provinz Südninda wieder zu Demonstrationen gegen den Klimawandel. Auch die Veranstaltungsverbote des Vizekönigs hielten die mündigen Bürger nicht von weiteren Protestaktionen ab. Ein Bürgersprecher: „Wir wollen ein politisches Zeichen setzen!“

Die sonst als eher beschaulich geltende Provinz Südninda auf Monte Regina IV war Schauplatz eines unerhörten Bankenskandals.
Die Provinz Südninda in besseren Zeiten, als es noch ruhiger war und der allgemeine Wasserspiegel noch höher wogte. (Archivbild)

(Südninda) Die Lage in den vereinigten Provinzen von Südninda ist weiter angespannt. Da es seit Monaten kaum mehr geregnet hat, sind bereits viele Flüsse und Seen ausgetrocknet und in vielen Regionen drohen große Ernteausfälle durch die Dürre. Auch der Wasserspiegel des inneren Meeres ist bereits deutlich gesunken – viele Binnenhäfen können daher nicht mehr angefahren werden – Küstenabschnitte haben sich deutlich vorverlagert, in einigen Gebieten drohen daher auch erste Versorgungsengpässe.

Gegen den inzwischen spürbaren Klimawandel macht sich Unmut in weiten Teilen der Bevölkerung breit. Auch von Demonstrationsverboten durch Vizekönig Thomas Williams, der aufgrund des föderalen Notstandes aus dem Ruhestand zurückgerufen worden war, ließen sich viele Bürger nicht abhalten und demonstrierten in vielen Städten der Provinz. Williams hatte Demonstrationen an Feiertagen untersagen lassen, „damit zumindest an den Ruhetagen mal wieder Ruhe ist“, wie er gegenüber der Presse verlauten ließ. Außerdem bezweifelte der Vizekönig sogar öffentlich die Zweckmäßigkeit solcher Demonstrationen.

Bürgerrechtler in Ninda sind darüber entrüstet: „Hier zeigt sich wieder einmal eindeutig, dass die Vizekönige in Nitramien ein allgemeines Demokratiedefizit haben! Wir lassen uns unsere mündige Teilnahme am Gemeinwohl nicht verbieten! Die Probleme des Landes sind auch unsere Probleme! Wir sind das Volk!“, sprach zum Beispiel Dodi Daddenburg, einer der Wortführer der Nein-Zur-Dürre-2011-Bewegung auf einer Großkundgebung in der Wüste von Jerryland. „Wir fordern mehr Beteiligung des Volkes. Zu lange schon wurden wichtige Dinge über unsere Köpfe hinweg bestimmt! Wir fordern eine Volksabstimmung!“ Bei seiner Rede erhielt Daddenburg lauten Applaus von den anwesenden Demonstranten, bei denen es sich keineswegs nur um Gemüsebauern handelte.

Einen Volksentscheid fordern die Mitglieder der Nein-Zur-Dürre-2011-Bewegung, weil der Vizekönig sich seit seinem Amtsantritt in der vorigen Woche stur weigert, ein entsprechendes Landtagsgesetz gegen den Klimawandel zu unterzeichnen. Bereits Vizekönig Christopher Albin hatte das Gesetz abgelehnt, weil es seiner Meinung nach wenig zweckmäßig und nicht durchführbar sei. Für den anstehenden Volksentscheid „Gegen den Klimawandel 2011“ läuft bereits eine Unterschriftenaktion, bei der sich abzeichnet, dass das in der Landesverfassung geforderte Mindestquorum von 20% der Bevölkerung erfüllt wird. Der Volksentscheid sieht ein noch schärferes Gesetz vor, dass jegliche Art von offenen und heimlichen Klimaveränderungen innerhalb der vereinigten Provinzen von Südninda – und vor allem Dürren – in Zukunft verbietet, insbesondere in ländlichen und in Naturschutzgebieten. Analysten sagen bei einer Abstimmung eine knappe Mehrheit für den Volksentscheid voraus.

Der amtierende Vizekönig Thomas Williams ließ allerdings bereits verlauten, dass er auch einen positiven Volksentscheid in dieser Sache nicht zu akzeptieren bereit sei. Die Führer der Nein-Zur-Dürre-2011-Bewegung wollen in diesem Fall seine Absetzung erwirken und drohen sogar mit einem Generalstreik.

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Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).

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