Schule ist Leben, kein Ponyhof

In letzter Zeit kommen häufiger Eltern auf mich zu, denen man eingeredet hat, Schule sei dazu da, Freude und Spaß zu machen. Schule ist aber kein Freizeitpark, der zur Bespaßung dient. Sie soll Schülern helfen, erwachsen zu werden und das Leben zu meistern, hauptsächlich durch den Erwerb von Bildung und sozialen Erfahrungen.

Dazu braucht es verschiedenster Anlässe und Herausforderungen, an denen man wachsen kann. Man muss dabei auch im Kleinen hinfallen können, bevor es irgendwann ganz ernst wird. Auch ist es eine kindische Zumutung für pubertierende Jugendliche, wenn man ihnen auch noch vorschreiben will, was sie zu fühlen haben, worauf der Anspruch, Schüler müssen sich jederzeit auf Schule freuen, in der Praxis letztlich hinausläuft.

Letztendlich ist es eine Lebenslüge von Erwachsenen, sich Schule als heile Welt einzurichten, gut gemeint sicher, aber ich möchte sie nicht mittragen und kein vernünftiger Jugendlicher will das. Denn meine Schüler sind keine Babys mehr, lassen sich nicht bemuttern. Sie wollen ernst genommen werden.

Was wir in Schulen viel eher brauchen ist Ehrlichkeit, Offenheit und die Fähigkeit, den Problemen der Realität ins Auge zu sehen, um sie ändern zu können. Wir brauchen keine Kuschelschule ohne Ecken und Kanten, wir brauchen eine, die viel Mut und Kraft und Fähigkeiten mitgibt, denn „das Leben ist kein Ponyhof“.