Seit der Regierungszeit Kaiser Nuriels spielen kaiserliche Legaten in der Tagespolitik und bei der Durchführung kaiserlicher Aufgaben eine wichtige Rolle.
Das Legatenamt gab es bereits im alten Kaiserreich unter Kaiser Tilias, dort hatten Legaten allerdings nur innerhalb des Militärs Befugnisse. In der demokratischen Zwischenzeit des „Dominions der Pronitramischen Nationen“ bürgerte sich das Legatenamt für hohe Gesandte der nitramischen Volksversammlung ein. Während „Notabler“ die Bezeichnung für allgemeine Mitglieder der Volksversammlung ist und Volkstribune als Emissäre hauptsächlich Kontrollfunktionen wahrnehmen, waren Legaten der Volksversammlung auch für die Durchführung spezifischer Grundaufgaben zuständig, insbesondere in Krisengebieten. Kaiser Nuriel übernahm dieses Verständnis des Legatenamtes nach seinem Amtsantritt und ernannte kaiserliche Legaten als seine direkten Stellvertreter. Klassischerweise gab es vier kaiserliche Legaten: der „Legat des Westens“, der „Legat des Ostens“, der „Legat des Südens“ und der „Legat des Nordens“. Die Himmelsrichtungen waren nie geografisch gemeint, sondern haben symbolische Bedeutung, die sich auf die Hauptaufgaben des Legaten bezieht. Wie auch kaiserliche Vizekönige vertreten Legaten direkt den Kaiser, werden also protokollarisch wie dieser behandelt und mit „Euer kaiserliche Majestät“ angesprochen, sofern der Kaiser nicht selbst zugegen ist. Kaiserliche Legaten sind berechtigt, an seiner Stelle Edikte zu erlassen, Ernennungen vorzunehmen und Gericht zu führen. In Anwesenheit des Kaisers sind kaiserliche Legaten protokollarisch einem Markgrafen gleichgestellt. Daneben gibt es immer auch noch Legaten der Volksversammlung, die politisch allerdings heute keine Rolle mehr spielen, im Gegensatz zu den Volkstribunen, die als Stimme des Volkes immer noch sehr wichtig sind.
Zur Amtstracht eines Legaten gehört bei allen Legaten eine Robe in seiner Farbe, ein Diadem, was seine kaiserliche Würde veranschaulicht sowie ein Marschallsstab als Symbol seiner militärischen Vollmachten. Als Symbol der Volkvertretung tragen sie überdies wie Volkstribune oder alle kaiserlichen Stellvertreter ein silbernes Mitrill, also silberfarbige Kette mit einem Nautilus-Emblem, dem Wappentier Nitramiens.
Das Ostlegat
Der kaiserliche Legat des Ostens ist das heute einflussreichste und mächtigste politische Amt, weil der Legat des Ostens den Kaiser nach außen hin vertritt. Wie der Legat des Westens ist der Ostlegat gleichzeitig oberster Admiral und Truppenführer, er befehligt die 12. nitramische Raumflotte. Er kommt besonders in Konfliktfällen zum Einsatz und vertritt das Reich gegenüber Nationen, die keine Friedens- oder Handelsverträge mit der Konföderation haben. Gleichzeitig ist er hoher Senator des hohen Rats des Foriensis-Völkerbundes. Dementsprechend finden sich in der Historie in diesem Amt die berühmtesten Generäle der Geschichte, die oft auch die Außenpolitik maßgeblich geprägt haben, unter anderem Markus Julesdin, der mit seinen Siegen die Kontinuumskriege beendete, Camille Ezren, der weit über Nitramien hinaus den Kibur’Gate-Sektor ein halbes Jahrhundert lang entscheidend mitprägte und später Jitro Messalinas. Aktueller kaiserlicher Legat des Ostens ist der Evalan-Elbe Ian Delessian. Sein Amtssitz ist die nitramische Außenkolonie Saint Andrea im Foriensis-Sektor. Die symbolische Farbe des Ostlegaten ist Bordeauxrot, sein Symbol ist der Phönix, seine Amtstracht ist dunkelblau gefärbt.
Das Westlegat
Der kaiserliche Legat des Westens war der zweite kaiserliche Außenlegat, sein Hauptaufgabenbereich war der Kontakt mit befreundeten Nationen und die wissenschaftliche Erforschung fremder Galaxien. Als solcher unterstand ihm die inzwischen aufgelöste 8. nitramische Raumflotte (Forschungsflotte), nach deren Auflösung teilte er sich mit dem Legaten des Ostens das Kommando der 12. Raumflotte. Berühmte historische Legaten des Westens waren Helder Garél oder Timon-Prias Kalandreae, die beachtliche Erfolge in den Kontinuumskriegen erzielen konnten, letztlich aber beide militärisch scheiterten und abgesetzt wurden. Später verlor das Amt mehr und mehr seine militärische Bedeutung. Letzter kaiserlicher Legat des Westens war der Evalan-Elbe Keto Celladin, die in einem skandalösen Akt von der Nitramischen Volksversammlung abgesetzt wurde, weil er nach Ansicht der Notablen zu wenig gegen die antinitramische Politik der Isolationisten in Emolas unternahm. Nach seiner Absetzung setzte Kaiser Nuriel nie wieder einen Legaten des Westens ein und auch unter seinem Nachfolger, Kaiser Jitro, bleibt das Amt vakant, auch weil Kaiser Jitro der Meinung ist, dass er sich bei der Kommunikation von Freunden nicht durch einen Stellvertreter vertreten lassen muss. Faktisch übernahm viele ursprüngliche Aufgaben des kaiserlichen Legaten des Westens inzwischen das nitramische Generalkonsulat unter Generalkonsul Sebastian Sebastienne, welcher Formal dem Legat des Südens unterstellt ist. Die symbolische Farbe des Westlegaten war ein silberner Greif, seine Symbolfarbe war Dunkelgrün, seine Amtstracht ist dunkelblau gefärbt.
Das Südlegat
Der kaiserliche Legat des Südens ist wie sein Kollege, der Legat des Nordens, ein Legat für innenpolitische Belange. Traditionell ist der Legat des Südens für Minderheitenschutz und Fragen sozialer Gerechtigkeit verantwortlich, er vermittelt auch bei ethnischen Konflikten innerhalb des Reichs. Das Amt gilt traditionell als sehr schwierig, zumal der Legat des Südens aufgrund seiner eher diplomatischen Aufgaben keine eigenen Truppen zur Verfügung hat, wenngleich er auch berechtigt ist, der 10. nitramischen Raumflotte Weisungen zu erteilen, die allerdings durch Strategen im Auftrag des Föderalen Rats verwaltet wird. Aktueller Legat des Südens ist der Medeaner Christopher Albin. Sein Sitz ist die kaiserliche Reichsprokuratur in der Metropolis Ventadorn. Seine Symbolfarbe ist Weiß-Gold, ebenso die seiner Robe und er trägt einen Achterstern als Symbol.
Das Nordlegat
Der kaiserliche Legat des Nordens ist für den medizinischen und metaphysischen Schutz der Bevölkerung zuständig. Er tritt bei Seuchen, Pandemien und potentiellen Fällen von Magiemissbrauch und Flüchen in Aktion. Aufgrund dieser Tatsache ist der Legat des Nordens fast immer Mediziner und Bannmagier und nimmt auch die Funktionen eines Inquisitors war. Bei der Bevölkerung wird sein Auftreten und das seiner Spezialtruppen, der Inquisitionsritter, allerdings als Unglücksomen gewertet. Das liegt daran, dass der Legat des Nordens nur bei massiven Notfällen zum Einsatz kommt, wenn die örtlichen Behörden, wie beispielsweise das Civinat, mit der Lage überfordert sind. Einer der berühmtesten kaiserlichen Legaten des Nordens war der Jatan-Lichtelbe Juniper Stratian, der beispielsweise das ganze Volk der Altdunier vor dem Untergang rettete, bevor er im Einsatz selbst einer Seuche erlag. Aktuelle Legatin des Nordens ist die Weißhexe Elaine von Ellesmere. Symbolfarbe des kaiserlichen Legaten des Nordens ist Schwarz, er trägt als Symbol den Nordstern. Amtssitz ist die Festung Fornost in Norderland (Tyndalis).









Hinterlasse jetzt einen Kommentar