Freitagsabenteuer im Schnee

Kaiserstraße in Waldshut im Schneetreiben (Foto: Martin Dühning)
Kaiserstraße in Waldshut im Schneetreiben (Foto: Martin Dühning)

Am Freitag, den 10. Dezember 2021 war in Waldshut-Tiengen Schneetag: Es schneite vom Vormittag an unaufhörlich, was mal wieder zu abenteuerlichen Zuständen am Hochrhein führte.

Dabei hatte es am Morgen noch recht harmlos ausgesehen – kein Schnee lag in Lauchringen, als ich das Haus verließ. Und auf dem Hinweg zur Schule schien auch verkehrstechnisch die Welt noch in Ordnung – der 8:46er Bus verkehrte ordnungsgemäß bis Waldshut-Busbahnhof und ohne die üblichen Lonza-Stau-Verzögerungen. In Waldshut allerdings setzt schon ein leichtes Schneetreiben ein, was mir auf dem Schulweg allerdings nur ein paar adventlich verschneite Fotos von der Kaiserstraße einbrachte.

Das Obere Tor in weihnachtlicher Ausschmückung (Foto: Martin Dühning)
Das Obere Tor in weihnachtlicher Ausschmückung (Foto: Martin Dühning)

So richtig los mit dem Schnee ging es dann erst in den folgenden Schulstunden. Meine reguläre Coronapausenaufsicht verbrachte ich schon auf dem leidlich eingeschneiten Schulhof, wo ich den K2ern erklären musste, dass man laut Schulordnung keine Schneebälle werfen darf, aber Schneemänner bauen. Die jungen Männer wollten dann wissen, ob sie denn auch Schneefrauen bauen dürften. Wir einigten uns dann politisch korrekt auf Schneepersonen. Eine solche, schulrechtlich sicher nicht zu beanstandende Schneeperson wurde dann auch mit dem Segen der Aufsicht gebastelt.

Schneeidyll in Waldshut (Foto: Martin Dühning)
Schneeidyll in Waldshut (Foto: Martin Dühning)

Während der nächsten paar Schulstunden schneite dann Waldshut ein und der komplette innerstädtische Verkehr kam zum Erliegen – auf der B500 ging erst mal nichts mehr, und auch in der kompletten Innenstadt und zwischen Waldshut und Tiengen blieb für die nächsten Stunden Totalstau. Das führte dazu, dass viele Busse nicht mehr fuhren und als ich die Schule nach der allfreitaglichen Informatik-AG in der Dämmerung verlassen wollte, traf ich auf frustrierte und frierende Schülerinnen, die entmutigt vom Busbahnhof zurückkamen und mich flehend fragten, ob sie nicht in der Schule übernachten dürften, da keine Busse mehr fahren würden. (Ich verwies sie dann an die Schulleitung weiter, die um diese Zeit ja auch meist noch im Haus ist).

Mein eigener Schulheimweg gestaltete sich erfreulich unkompliziert – denn die Regionalbahn von Basel nach Oberlauchringen fuhr diesmal erstaunlich pünktlich – und so konnten wir Fahrgäste aus den Fenstern schauend auf den endlosen Verkehrs-Gau zwischen Waldshut und Tiengen – erstaunt feststellen, dass diesmal sogar der Zug pünktlicher war als die Straße – ein besonderer Tag also, den man sich im Kalender anstreichen sollte!

Zuhause entfernte ich dann etwas Schneebruch im Garten und räumte die Straße, dann allerdings ging der Schnee bereits in Regen über und beendete die Schneepracht – vorerst.

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Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau, arbeitet am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.