Ein Mob wütender Regenwürmer marodierte durch die Provinz Nova Valentia in Südninda. Die Regenwürmer fordern von der Vizekönigin mehr Regen. Vizekönigin Luisa Amiratu versprach, sich bei nächster Gelegenheit für besseres Wetter einzusetzen.
Bei der Demonstration der Regenwürmer von Nova Valentia am Mittwoch, den 22. Juli 615 a. C. handelte es sich um die größte Kundgebung Nindas seit der Kaffeekrise im Jahre 432 a. C., als die Bürger von Ventadorn gegen die miserable Kaffeeversorgung der Metropole demonstrierten.
Die wütenden Würmer zogen nun durch die Provinz Nova Valentia zu deren Hauptstadt Jefferson und skandierten dort Schmähparolen gegen die angeblich unerträgliche Sommerhitze und „den schlimmsten Sommer ever“. Die Regenwürmer forderten von der Regierung, dass sie endlich etwas gegen den Klimawandel unternehmen solle und mehr Regen für alle sicherstellen. Dabei betonten die Würmer, dass ihre Forderungen nicht neu seien, denn schon vor Wochen wären die Schnecken in den Ausstand getreten, seien aber von der Vizekönigin nicht einmal angehört worden. Tatsächlich hatte sich die Vizekönigin damals geweigert, mit Nacktschnecken zu verhandeln, weil diese regelmäßig die kaiserlichen Plantagen plündern würden. Sie falle auch nicht auf plumpe Versuche ein, sich bei ihr „einzuschleimen“. Die Schnecken hatten sich daraufhin wieder frustriert in den Wumbelwald zurückgezogen.
Auf die Demonstration der Regenwürmer reagierte Vizekönigin Luisa Amiratu aber nun tatsächlich recht prompt und zwar mit Einsatz der Nationalgarde, die Wasserwerfer einsetzte, um die in der Mittagshitze dehydrierten Regenwürmer vor dem Vertrocknen zu bewahren. In Südninda herrschen immer noch eine Jahrhundertdürre und hochsommerliche Temperaturen. Weil sich die wütigen Würmer auch davon nicht abkühlen ließen, versprach die Vizekönigin der aufgebrachten Menge, sich bei nächster Gelegenheit für mehr Regen einzusetzen, sobald sie jemanden fände, der Regen machen könne, denn sie selbst sei weder Petrus noch eine Wetterhexe.
Es bleibt offen, ob und vor allem wie die Vizekönigin die Forderungen der erbosten Regenwürmer erfüllen wird. Tatsächlich hatte die Vizekönigin vor Wochen die weiße Luftfee Nivalis Auri lokalen Regen zaubern lassen, um die Zisternen aufzufüllen, die dabei als Nebeneffekt entstehenden Tornados hatten aber für Beschwerden bei den Anwohnern und den Hajoidischen Nachbarn geführt, sodass die Vizekönigin später von dieser Methode Abstand nahm. Die Zisternen in den kaiserlichen Plantagen sind dadurch zwar wieder aufgefüllt worden, die Böden und Wälder aber immer noch ausgedörrt und sogar im inneren Meer von Ninda herrscht ein historisches Niedrigwasser, da viele Flüsse und Bäche versiegt sind. Dies macht nicht nur den Regenwürmern zu schaffen.
Meteorologen weisen darauf hin, dass der Sommer aber irgendwann enden wird. Spätestens im Winter, so die beruhigende Prognose der Wetterauguren, würden die überlebenden Regenwürmer in ihren Winterschlaf übergehen.








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