Revisoren zeigt sich ein Bild systematischen Versagens

Die kaiserlichen Revisoren sind entsetzt (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)
Die kaiserlichen Revisoren sind entsetzt (Grafik: Martin Dühning, KI-bearbeitet)

Den kaiserlichen Revisoren, die vom Ostlegat zur Finanzprüfung des ehemaligen Kaiserreichs Wyrtenberga eingesetzt wurden, offenbart die vorläufige Buchprüfung ein Bild systematischen Versagens.

Nach dem Sturz der alten Kaiserin durch eine Sklavenrevolte vor 48 Jahren hatte der intergalaktische Rat in Hausrya einen externen Markgrafen eingesetzt, um das Planetensystem kommissarisch zu verwalten. Nach Ansicht der kaiserlichen Revisoren, die Legat Ian Delessian nach der Übernahme von Hausrya vor einigen Wochen zur Buchprüfung eingesetzt hat, hat dieser Markgraf aber weitgehend dabei versagt, das ehemalige Kaiserreich vor Plünderungen zu schützen. Stattdessen sei er von den aufständischen Sklaven und Nachbarreichen systematisch an der Nase herumgeführt worden, habe aber auch selbst nichts aktiv gegen die Ausplünderung der Planetensysteme unternommen und meist durch Abwesenheit geglänzt.

Kaiser Jitro Messalinas zeigte sich nach Durchsicht des vorläufigen Finanzberichts öffentlich entsetzt über das Ausmaß der Untätigkeit des Markgrafen. Er habe weggeschaut, als die Güter einer verarmten, kranken Frau dreist geplündert wurden. Kaiser Jitro bezeichnete die Vorgänge als Akt von Barbarei und Herzlosigkeit, was man schon aus ethischen Erwägungen heraus nicht dulden dürfe. Durch jahrelange Misswirtschaft habe er die ohnehin zerrütteten Reste des Reichs vollständig nieder gewirtschaftet. Schon zuvor hatte Generalsekretär Mikas Raenarven in einem Interview mit Anastratin seinen Unmut geäußert über die Hinhaltetaktik des Markgrafen, der die Übergabe Hausryas in die nitramische Verwaltung über ein Jahr verzögert hatte, was lange Zeit auch eine Buchprüfung unmöglich machte.

Derzeit versuchen die kaiserlichen Revisoren, gestohlene Güter auf juristischem Wege zurückzufordern. Einige Erfolge konnten sie dabei schon verbuchen. Allerdings dürfte ein Großteil der ehemaligen Reichtümer bleibend verloren sein, sodass besonders die Hajoiden leer ausgehen, denen nach Testament der Kaiserin die Goldbestände zustünden. Der hajoidische Großkönig Richard von Torrent hat sich allerdings noch nicht öffentlich zu der Sache geäußert.

Angesichts der problematischen Sicherheitslage von Hausrya drängen Militärs darauf, den militärischen Schutz der neuen Provinz noch einmal deutlich zu verstärken. Angesichts des dreisten Ausmaßes der vergangenen Raubzüge könne man nicht ausschließen, dass es künftig nicht wieder zu Übergriffen komme. Außerdem forderten Politiker der Opposition ein deutlich härteres Auftreten von Legat Ian Delessian gegenüber den Mächten, welche sich an der Gütern der exilierten Kaiserin vergriffen hatten. Bislang hatte das Ostlegat versucht, die Situation diplomatisch zu beschwichtigen.

Der Legat des Ostens, Ian Delessian, erwiderte gegenüber den Forderungen, dass es in Hausrya außer haltlosen Gebietsansprüchen, die man einfach abweisen könne nichts mehr zu plündern gebe in den verwüsteten Stätten und dass Priorität habe, den Sektor zu befrieden, damit eine nitramische Administration vor Ort mit der archäologischen Rettung der Kulturüberreste beginnen könne. Was gestorben sei, könne man ohnehin nicht mehr lebendig machen.

Nils Kawomba
Über Nils Kawomba 252 Artikel
Nils Kawomba, ehemals Chefredakteur der NNZ (Neue Nitramische Zeitung), ist unser nitramischer Korrespondent in Ventadorn (Ninda).

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