Endlich ist es rum!

Das Jahr 2016 hat mir, weltpolitisch gesehen, wenig Freude bereitet. Es war ein Jahr vieler Abschiede und großer zivilisatorischer Ent-Täuschungen. Ein Affen-Jahr halt.

Die erste Abendsonne im neuen Jahr 2017 leuchtet über dem Kloster Altenburg (Foto: Martin Dühning)
Die erste Abendsonne im neuen Jahr 2017 leuchtet über dem Kloster Altenburg (Foto: Martin Dühning)

Bleibt die Hoffnung, dass 2017 nicht noch schlimmer wird, wenn sie faktenbasisch auch wenig fundiert erscheint.

Viele, viele charaktervolle Persönlichkeiten verließen uns im Jahr 2016 und gleichzeitig übernahmen fast weltweit retrospektive Populisten das Ruder, in Generationen mühsam geschaffenes wurde von der Allianz alter weißer Männer niedergeschmettert. Die Welt wurde wieder in Schwarz und Weiß geteilt und der bunte Farbenreigen weitgehend als Verirrung negiert. Toleranz wurde zum Unding erklärt. Die Aufklärung scheint hinzuschwinden, besonders aber die Aufklärung der Herzen. Denn offensichtlich hat man zwischenzeitlich nur noch die Wahl zwischen emotionsbasierten Umkehrern und herzlosen Technokraten. Wo bleiben die herzvollen Charaktere? Wo die Menschen, die Mut und Verstand zusammenbringen?

Ich muss sagen, diese sind 2016 hingeschwunden, auch im privaten Leben. Der Überdruss wurde so groß – am Ende sollte 2016 nur einfach vorbei sein! Weg damit in den Rumpelkeller der Vergangenheit! Daher entfällt auch das diesjährige Neujahrsorakel.

Nun stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt, oft wüsste ich aber nicht, wo die beherzten Charaktere denn plötzlich herkommen sollen, haben sie sich doch 2016 offenbar gut versteckt. Noch immer aber steigt die Sonne auf über allen Menschen, und vielleicht findet sich 2017 ja doch noch die eine oder andere Seele, die dem Leben im Großen wie im Kleinen wieder etwas mehr Farbe und Gerechtigkeit zurückgibt.