Das Kaisertum im nitramischen Staatsverständnis

Staatsflagge der Neu-Nitramischen Konföderation seit dem dritten Jahrhundert a. C.
Staatsflagge der Neu-Nitramischen Konföderation seit dem dritten Jahrhundert a. C.

Als „Kaiser“ werden nach nitramischem Verständnis alle Landesherrscher tituliert, die ein politisch und religiös unabhängiges Staatswesen regieren. Traditionell ist das Amt in Nitramien symbolisch bedeutend, während der politische Einfluss schwankte.

Das Amt des Kaisers

Der Begriff „Kaiser“ wird vor allem in Übersetzungen für Außenstehende benutzt, in Nitramien gebräuchlicher ist die geschlechtsneutrale Bezeichnung „Kaja“, die aus dem Tyrillianischen stammt und von den anderen Völkerschaften übernommen wurde: In elbischen Landen lautet der Titel „Tar Kaja Ingarar“. Obwohl in der heutigen Neu-Nitramischen Konföderation mit dem Amt der Kaja auch der Oberfehl über die Bundestruppen verbunden ist, wird der Kaiser nie als Imperator tituliert. Dies liegt daran, dass nach aktuellen nitramischem Rechtsverständnis das Amt vor allem auf Frieden ausgelegt ist. Auch dies ist auf Einflüsse der tyrillianischen Kultur zurückzuführen, wo zwischen der zivilen „Kaja“ und dem militärischen Kriegskönig („Basilios“) unterschieden wird.

Nach heutigem Verständnis ist das Kaiseramt wie alle anderen nitramischen Ämter ein Mandat auf Zeit – in diesem Falle auf Lebenszeit. Tritt ein Kaiser vorzeitig zurück, hat er keinen Anspruch mehr auf diesen Titel. Entscheidungen eines Kaisers werden in Form sogenannter Edikte veröffentlicht, die wie entsprechende Verordnungen von Königen oder anderen Fürsten nur so lange rechtliche Gültigkeit beanspruchen können, wie das Mandat des Kaisers aktiv ist. Auch mit dem Tod eines Kaisers erlöschen dessen Edikte. Üblicherweise erfolgt bei Amtantritt eines neuen Kaisers als Erstes ein sogenanntes Übernahmeedikt, in dem der neue Kaiser angibt, welche Entscheidungen seines Vorgängers weiter Gültigkeit beanspruchen sollen. Um politische Instabilitäten zu vermeiden, werden wichtige Entscheidungen von den Kaisern meist der Nitramischen Volksversammlung vorgelegt, deren Dekrete unabhängig von Mandaten dauerhaft gültig sind.

Historisch entstand das heutige Kaisertum aus dem astorianischem Kaisertum, das seinerzeit noch strikt erblich war. Diese Vorstellung wurden allerdings aufgegeben, nachdem der letzte Vertreter der Familie Andune/Andunika den Kaisertitel verlor. Lediglich in elbischen Kreisen besteht noch die Vorstellung von Geblütsheiligkeit, weshalb der aktuell amtierende Kaiser des Nitramischen Volkes, der mit den vorigen Kaisern nicht verwandt ist, bei den nitramischen Elben auch den Titel „Lord Andune“ trägt, um seinen Rechtsanspruch zusätzlich durch den Vorsitz vor allen anderen Elbenhäusern zu untermauern.

Protokollarisch sieht man in Nitramien auch alle monarchischen Staatsoberhäupter im Ausland, die einem politisch und religiös unabhängigem Staatswesen vorstehen, als Kaiser an. Dementsprechend lautet die protokollarische Anrede „Euer kaiserliche Majestät“, sofern die ausländischen Majestäten nicht explizit eine andere Anrede wünschen.

Politische Bedeutung des Kaisers

Nominell ist der Kaiser des Nitramischen Volkes Oberhaupt aller Teilstaaten der Neu-Nitramischen Konföderation. Politisch spielt in den meisten Teilstaaten allerdings oft nur eine rein symbolisch-repräsentative Rolle. Ausnahme sind die kaiserlichen Provinzen, meist Krisengebiete, wo der Kaiser imperative Vollmachten besitzt.

Der Kaiser erhält keine Steuern, sondern finanziert seinen Hofstaat oder seine Politik vollständig durch seinen Grundbesitzt, hauptsächlich den Abbau von Ressourcen in kaiserlichen Provinzen oder nicht habitablen Planeten, die dem Kaiser unterstehen.

Gemäß Verfassung ist es Aufgabe des Kaisers, den Generalsekretär der Neu-Nitramischen Konföderation zu benennen, welche mit Gegenkontrolle durch den Föderalen Rat die zivile Tagespolitik bestimmt. Dabei kann der Kaiser auch Minderheitsregierungen bilden, die keine Mehrheit im Föderalen Rat haben, was unter Kaiser Nuriel die Regel war, seit Kaiser Jitro aber seltener vorkommt.

Der Kaiser ernennt traditionell bis zu vier kaiserliche Legaten, die als seine Stellvertreter durch das Reich reisen, in Konflikten vermitteln, Edikte erlassen oder ihn im Ausland vertreten. Zu den traditionellen vier kaiserlichen Legaten zählt der „Legat des Ostens“, der für die Verteidigung nach außen zuständig ist, der „Legat des Westens“, der für die Bündnispolitik zuständig ist, der „Legat des Südens“, der für Sozialpolitik und Minderheitenschutz zuständig ist und der „Legat des Nordens“, der für Seuchenbekämpfung und Exorzismen zuständig ist. In den sieben kaiserlichen Provinzen ernennt der Kaiser Vizekönige als seine stationären Stellvertreter.

Kaiserliche Stellvertreter wie Legaten oder Vizekönige gelten als „Abbilder des Kaisers“ und werden in Abwesenheit des Kaisers wie der Kaiser selbst angeredet mit der protokollarischen Anrede „Euer kaiserliche Majestät“. Ist der Kaiser dagegen anwesend oder befindet sich ein Vizekönig außer seines Landes so ist der Stellvertreter protokollarisch dem Rang eines Freigrafen gleichgestellt und die Anrede lautet „Euer Excellenz“.

Den Kaiser selbst oder einen seiner Stellvertreter zu beleidigen gilt als Beleidigung des gesamten nitramischen Volkes und hat in der Regel schwere diplomatische Folgen.

Die religiöse Bedeutung des Kaisers

Nach Nitramischem Verständnis darf Religion nicht durch politische Macht verunreinigt werden. In diesem Sinne wird auf Trennung von Religion und Staat Wert gelegt und religiöse Instanzen dürfen keine politische Macht ausüben. Allerdings sieht man in der Nitramische Ethik Religion gesellschaftlich auch als besonders schützenswert an. Demgemäß gehört es zu den Aufgaben des Kaisers, oberster Beschützer und Behüter der Religionen innerhalb des Staates zu sein. Daraus leitet sich umgekehrt auch die Oberhoheit des Kaisers in allen Religionsgemeinschaften ab.

Nach Nitramischer Überlieferung besitzt der Kaiser wie auch Könige auch sakrale Vollmachten, kann also Sakramente spenden. Dies wird in der Praxis aber nur bei der Einsetzung von Bischöfen in christlichen Religionsgemeinschaften praktiziert. Ansonsten war es in den vergangenen Jahrhunderten, anders als in der Astorianischen Zeit, unüblich, dass der Kaiser kultische Handlungen vollzieht.

Worauf man allerdings in Nitramien sehr viel Wert legt ist ein auch in religiöser Hinsicht vorbildliches Verhalten des Kaisers in der Öffentlichkeit und privat.

Amtsinsignieren

Die legendären kaiserlichen Amtsinsignien von Kaiser Tilias Andune, meist mächtige magische Artefakte, gingen in der Geschichte größtenteils verloren: Dazu zählten seine silberne, mit Blautopazen besetzte Krone, sein kristallines Zepter und das Schwert der Wahrheit.

Zu den heutigen Amtsinsignien, die teils auch kaiserliche Legaten und Vizekönige tragen, zählt das silberne Mithrill – ein Amulett mit stilisiertem Nautillus, der kaiserliche Siegelring mit dem kaiserlichen Achtort und das silberne kaiserliche Zepter. Seit Zeiten von Kaiser Nuriel ist es außer Mode geraten, dass Kaiser Waffen tragen – dies wird nur von den kaiserlichen Legaten praktiziert, die meist Schwerter oder Stäbe tragen. Ähnliches gilt für die kaiserlichen Vizekönige.

Kaiser in der nitramischen Geschichte

Heute werden als „nitramische Kaiser“ nur die drei Kaiser anerkannt, deren Mandat sich auf das Gesamtreich ersteckte: Kaiser Tilias I., Kaiser Nuriel II. und der derzeit amtierende Kaiser Jitro III. Wie üblich wird dem Namen des Kaisers noch die Mandatsnummer zugeteilt.

Daneben gibt es noch das tyrillianische Kaisertum mit etwa 30 Mandatsträgern, deren erster Kaiser Felix Andune letzter Kaiser Nuriel war, der das Kaiserreich wiedervereinte. Auch einige andunische Prinzen trugen während der Indrakriege, als das Reich zerteilt war, kurzfristig den Kaisertitel, beispielsweise Timotheus Andune, genannt Prinz Tim.

Tilias I. Andune (-3720 bis 266 a. C.)

Kaiser Tilias I. aus dem Haus Andune, der schon im legendären mystischen ersten Zeitalter (-3720 – 0 a. C.) regierte, gilt als Begründer des nitramischen Staatswesens. Er gehörte dem potentiell unsterblichen Volk der Astorianer an, die nicht altern. Er war Gestaltwandler, firmierte aber meist in Gestalt eines Kindes mit elbischen Zügen. Sein Name „Tilias“ (Jolantrisch: „der Lindenbaumige“) ist dabei ein elbischer Ehrentitel und nicht sein wahrer Name, da dieser aus Ehrerbietung bis heute nicht an Außenstehende verraten wird. Tilias war nicht nur Feldherr und Politiker, sondern gilt auch als einer der mächtigsten Weißmagier der nitramischen Geschichte, trat als Musiker und Künstler in Erscheinung und war ein bedeutender Rhetor und Gelehrter. Da Astorianer keine leiblichen Kinder haben können, adoptierte er viele Prinzen und Prinzessinnen, die meist auch Astorianer waren und die bis heute noch leben, aber oft unpolitisch sind.

Tilias gilt als Begründer des Nitramischen Dekalogs und war der Ansicht, dass die inneren Werte und die Würde einer Person wichtiger sind als ihre nationale oder ethnische Abstammung. Unter Kaiser Tilias entwickelte sich das Staatswesen von einer nationalen Erbmonarchie hin zu einem föderalen, universalistischen Staatsverständnis, nachdem jeder ein nitramischer Staatsbürger ist, der die Werte Nitramiens teilt. Im Zuge der Umdeutung wandelte sich auch das Selbstverständnis des Kaisertums weg von dem eines leitenden Staatsführers zu dem eines weisen Philosophenkaisers – daher wurden die Regierungsgeschäfte in der Spätzeit von Kaiser Tilias an ein kaiserliches Kabinett unter Leitung eines Generalsekretärs delegiert.

Mit dem Tod (bzw. Verschwinden) von Kaiser Tilias kam es zu einer schweren Staatskrise, da sich kein Nachfolger fand. Daher gründeten die verbleibenden Teilstaaten das Dominion der Pro-Nitramischen Nationen und Leitung eines Präsidenten.

Ikonografisch ist Kaiser Tilias in Form von stark stilisierten Abbildungen überall in der Neu-Nitramischen Konföderation gegenwärtig. Er wird meist als blonder, blauäuiger Knabe in weißer Kleidung dargestellt, oft mit einer Harfe unter einem Lindenbaum sitzend. Tilias trug als Mitglied der dunischen Adelsfamilie das dunische Wappen und die Farben Scharlachrot und Ultramarinblau. Seine persönliche Wappenfarbe war Ultramarinblau, sein Wappenstein ist ein Blautopaz.

Nuriel II. Andunika (278-500 a. C.)

Kaiserliches Feiertagsbanner
Kaiserliches Feiertagsbanner

Nuriel Aleksis Paidebirelu Andunika gilt auch als der letzte Teilkaiser Tyrills, der nach der Zerstörung des Planeten Tyrill während der Herrschaft seiner Mutter, Kaiserin Debirel, mit seinem älteren Bruder Venturis ins Exil floh. Nuriel wurde auf Tyrill geboren. Er war über seinen Vater, einen Dunkelelbenfürsten der Dun’Falas, gleichzeitig auch „Tar Ingarar“ der jolantrischen Elben. Tristan Quaestitorial, der letzte Präsident des Dominions der Pronitramischen Nationen und Begründer der Neu-Nitramischen Konföderation, schlug ihn noch vor seinem kriegsbedingten Tod als neuen Gesamtkaiser vor. Dies wurde auch von Censor Cyrill unterstützt. Im Jahr 278 a. C. wurde Nuriel von der Nitramischen Volksversammlung als „Kaiser des Nitramischen Volkes“ eingesetzt.

In den Indrakriegen zeichnete sich Nuriel durch sein militärisches Geschick aus, musste sich vor seinem Amtsantritt aber erst noch gegen eine Elbenrebellion in Tyndalis durchsetzen, die seinen Herrschaftsanspruch als „Tar Ingarar“ infrage stellte. Die Elbenrebellion wurde von Nuriel erfolgreich niedergeschlagen, das Herzogshaus der rebellierenden Dunkelelben unter dem Haus de Junicorne aufgelöst und an die mit ihm verwandten Dun’Falas Elben neu zugeteilt.

Obwohl er zeitlebens unbestreitbar sehr erfolgreich als Kriegsfürst war, sah sich Nuriel selbst eher als Philosophen und Künstler. Nuriel machte während seiner Regierung immer wieder deutlich, dass er Kaiser Tilias als Vorbild ansah, nicht seine eher militärischen tyrillianischen Vorgänger im Kaiseramt. Legendär ist Nuriels Spiel auf der tyrillianischen Guqin, einer Tischharfe. Auch sind von ihm eine Reihe philosophischer Schriften überliefert, die Zurückhaltung und Machtverzicht sowie das Thema „Vanitas“ thematisieren.

Schon in den Kriegsjahren hatte Kaiser Nuriel seine Regierungsgewalt oft an seine kaiserlichen Legaten delegiert. Nach den Kriegen zog er sich zunehmendganz aus der Tagespolitik zurück und nahm nur noch symbolische Aufgaben wahr, bedingt auch durch seine lange verheimlichte schwere Erkrankung. In seinen letzten Jahren hatte er sich weitgehend in die abgelegene Kaiserstadt „Nuria über den Wolken“ zurückgezogen und trat nur noch selten öffentlich auf. Nuriel hatte nur ein Kind, Prinz Valeris, das aber kurz nach Nuriels Tod starb. Da sämtliche andere Verwandte Nuriels bereits zuvor verstorben waren, erlosch das Kaiserhaus Andunika mit Nuriels Tod im Dezember 500 a. C.

Kritiker monieren heute, dass Nuriels Entscheidungen zwar hohe idealistische Werte vertraten, faktisch aber oft keine Wirkung erzielten, weil sie dem einfachen Volk zu hoch waren und weil er gegenüber seiner Verwaltung oft nicht genügend Geduld und Kompromissbereitschaft aufbrachte, um seine Ziele zu realisieren. Auch kritisiert man seinen hohen Verschleiß an Staatsbeamten, da er diese recht oft und auch überstürzt auswechselte, wenn sich bei ihrer Tätigkeit Schwierigkeiten abzeichneten. So entfielen 20 der insgesamt 23 Vizekönige von Südninda in seine Herrschaftszeit, während sein Nachfolger Jitro meist wesentlich geduldiger vorging und auch Misserfolge und Kompromisse in Kauf nahm. Dadurch mangelte es der Beamtenschaft Nuriels häufig an Kontinuität.

Ikonografisch wird Kaiser Nuriel, dem tyrillianischen Brauch entsprechend, meist als androgyner Tyrillianer dargestellt mit langem, schwarzem, gebundenen Haarzopf, amethystfarbenen Augen und in einer silbernen Robe. Als Mitglied des Hauses Andunika führte Nuriel das Wappen der Familie Andune und ein Achtort. Nuriels persönliche kaiserliche Wappenfarbe war gold und weiß, sein Wappenstein war ein Amethyst.

Jitro III. Messalinas (500 a. C. bis heute)

Leben vor dem Amtsantritt als Kaiser

Jitro Messalinas im Amtsornat als Vizekönig von Belakane Nitramica.
Jitro Messalinas im Amtsornat als Vizekönig von Belakane Nitramica.

Jitro Messalinas, der aktuell regierende Kaiser, ist ein Andrasko-Tyrillianer und wurde 325 a. C. geboren und 328 a. C. als Waise von einem andraskanischen Handelsmagistrat adoptiert und in der Stadt Juneau in Nordandrasko aufgezogen. Jitro Messalinas hatte vor seinem Amtsantritt als Kaiser bereits eine lange Karriere als Diplomat und Politiker hinter sich, wobei er immer wieder sehr undankbare Aufgaben übernehmen musste, die ihm von Kaiser Nuriel übertragen wurden, unter anderem eine jahrzehntelange Regentschaft als Vizekönig auf dem abgelegenen und sehr verregneten Wasserplaneten Atalanthe. Später diente Jitro Messalinas als „Legat des Ostens“, was als sehr machtvoll, aber sehr gefährlich galt.

Obwohl er sich durch erstaunliche Geduld gegenüber den eher harten Anordnungen Kaiser Nuriels auszeichnete, setzte Jitro Messalinas immer wieder auch eigene Akzente als Politiker und Diplomat. Auf seine Initiative geht auch das Bündnis mit Emolas zurück. Vor allem nach der Absetzung seines Amtskollegen Keto Celladin durch die Nitramische Volksversammlung, als sich Kaiser Nuriel faktisch aus der Öffentlichkeit zurückzog, regierte Jitro Messalinas in der Spätzeit von Kaiser Nuriel de facto über die Neu-Nitramische Konföderation.

Wenig überraschend wurde Jitro in Nuriels Testament zunächst als Vormund und Prinzregent für Nuriels neugeborenes Kind, Prinz Valeris vorgesehen. Er gilt auch als biologischer Vater von Valeris, den Nuriel künstlich zeugen ließ, um die Erblinie der Andunika fortzusetzen. Nach dem frühen Tod von Valeris scheiterte aber dieser Versuch Nuriels, sein Kaiserhaus weiterzuvererben. Das Haus Andunika wurde aufgelöst, das Erbe Nuriels verstaatlicht.

Die Nitramische Volksversammlung schuf eine neue politische Realität, indem sie Jitro Messalinas am 11. Dezember 500 a. C. per Wahldekret einstimmig zum neuen Kaiser des Nitramischen Volkes ernannte.

Jitro als Kaiser

Als Kaiser musste Jitro Messalinas in den ersten Jahrzehnten seiner Herrschaft zunächst eine Reihe dramatischer Misserfolge verkraften: die Kaiserin der Ursulen starb, was eine Krise in Ninda auslöste, Emolas kündigte das Bündnis, brach später ganz den Kontakt ab und außenpolitisch geriet das Ostlegat zeitweilig unter starken Druck durch äußere Mächte. Während Jitros Herrschaft ging auch das verbündete Kaiserreich Wyrtenberga durch eine Sklavenrevolte unter. Die Neu-Nitramische Konföderation, offiziell als Schutzmacht angerufen, verfügte mangels Verbündeter über nicht genügen Truppen, sodass Jitro nur noch übrig blieb, die gestürzte Kaiserin im Exil unterzubringen. Auch andere Verbündete ließen während Jitros Herrschaft die Nitramier im Stich.

Trotzdem gelang es Jitro Messalinas in den ersten 30 Jahren seiner Herrschaft, die Neu-Nitramische Konföderation selbst deutlich zu konsolidieren. Dazu trugen auch kluge Personalentscheidungen bei und eine durch konstruktive Kompromisse geprägte Politik, die oft wesentlich wirksamer war als die idealistischen Ansätze seines Vorgänger. Durch seine recht offene und volksnähere Herrschaftsweise ist Kaiser Jitro inzwischen deutlich beliebter als sein unnahbarer Vorgänger Nuriel. Jitro ging auch wesentlich zurückhaltender mit seinen Beamten um – im Gegensatz zu seinem Vorgänger blieben seine Vizekönige und Legaten meist wesentlich länger im Amt. Relativ unduldsam ist Kaiser Jitro aber gegen Korruption und Vetternwirtschaft. So ließ er einige Provinzregierungen absetzen und scheute auch nicht davor zurück, demokratische Gewählte Regierungen zu stürzen, wenn sie seiner Meinung nach nicht ihren moralischen Verpflichtungen nachkamen. Im Verlauf der weiteren Herrschaft Jitros, gelang es, neue Verbündete zu gewinnen, allen voran Veamoris und Arkadien, sowie neue Absatzmärkte und Handelspartner zu erschließen.

Ikonografisch wird Kaiser Jitro meist als junger, bartloser Andraskaner dargestellt mit blondem Pagenschnitt und in azurblauer oder goldener Kleidung. Viele Abbildungen stellen ihn auch im Stil andraskanischer Vizekönige dar. Als einziger Vertreter des Hauses Messalinas führt er nicht mehr das alte andunische Wappen, sondern einen goldenen Achterstern auf azurblauem Grund. Jitros Wappenfarbe ist Gold und Azurblau, sein Wappenstein ein Goldtopaz. Um seine Verbundenheit mit seiner Heimat Andrasko zu betonen, zeigt sein kaiserliches Siegel neben dem kaiserlichen Achterstern auch Ginkgo-Ornamente.

Über Martin Dühning 1.707 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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