Dürre, die stille Katastrophe

Dürre 2026: Es war einmal ein Mispel-Baum (Foto: Martin Dühning)
Dürre 2026: Es war einmal ein Mispel-Baum (Foto: Martin Dühning)

Dürre kommt leise, bleibt leise und tötet leise. Daher wirkt sie weniger drastisch als Fluten oder Stürme. Doch ihre Folgen sind ebenso verheerend…

Noch ist nicht ganz klar, wie viele meiner Bäume in Obstgarten und Wald ich verloren habe. Denn erst die nächsten Wochen werden zeigen, wie verheerend die Dürre in diesem Sommer wirklich war. Doch schon jetzt ist klar, dass die Verluste merklich sein werden.

Ende Juni 2026, nach einigen Wochen Trockenheit, bestand noch Hoffnung ... (Foto: Martin Dühning)
Ende Juni 2026, nach einigen Wochen Trockenheit, bestand noch Hoffnung … (Foto: Martin Dühning)
... doch Ende August 2026 ist alles verdorrt ... (Foto: Martin Dühning)
… doch Ende August 2026 ist alles verdorrt … (Foto: Martin Dühning)

Wandert man durch Klettgau und Hochrhein, sieht man bereits viele braune Bäume – doch es ist kein festlich-herbstliches Farbenkleid, sondern die Leere, die entsteht, wenn man den Pflanzen einfach das Leben entzieht: ein fahles, lichtes Beige, da zeigt, wie Pflanzen vergeblich um ihr Leben kämpften und mitten im Sommer dieses ließen.

Verdorrte Rotäpfel im August 2026 - selbst im Schatten hatten die Bäume keine Chance (Foto: Martin Dühning).
Verdorrte Rotäpfel im August 2026 – selbst im Schatten hatten die Bäume keine Chance (Foto: Martin Dühning).

Dass es kaum Äpfel oder anderes Obst dieses Jahr geben wird, dürfte sich von selbst verstehen. Selbst meine Rotäpfel sehen aus, als hätte man sie direkt am Baum gegrillt: statt des üblichen Dunkelrots weisen sie ein matschiges Orange auf, wie es sich für Äpfel eigentlich nicht gehört. Doch ich bin froh, wenn die Bäume es dieses Jahr überhaupt überstehen.

Dürre ist eine stille Katastrophe, die tötet ohne viel Aufhebens darum zu machen. Sie tötet Pflanzen, sie tötet auch Tiere und wenn es schlimmer werden sollte, dann wird sie auch Menschen töten, so wie es ihre Schwester, die Hitze, dieses Jahr schon tat.

Über Martin Dühning 1.717 Artikel
Martin Dühning, geb. 1975, studierte Germanistik, kath. Theologie und Geschichte in Freiburg im Breisgau sowie Informatik in Konstanz, arbeitet als Lehrkraft am Hochrhein-Gymnasium in Waldshut und ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur von Anastratin.de.

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